DE648557C - Verfahren zur Gewinnung eines reinen Zinksulfidpigments aus Zinkblende - Google Patents

Verfahren zur Gewinnung eines reinen Zinksulfidpigments aus Zinkblende

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DE648557C
DE648557C DEN33607D DEN0033607D DE648557C DE 648557 C DE648557 C DE 648557C DE N33607 D DEN33607 D DE N33607D DE N0033607 D DEN0033607 D DE N0033607D DE 648557 C DE648557 C DE 648557C
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Description

  • Verfahren zur Gewinnung eines reinen Zinksulfidpigments aus Zinkblende Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Gewinnung eines reinen Zinksulfidpigments aus Zinkblende, bei dem Zinksulfid aus wäßrigen Zinksalzlösungen mit Schwefelwasserstoff gefällt wird.
  • Das in sulfidischen Zinkerzen, Konzentraten und ähnlichen Materialien enthaltene Zinksulfid liegt gewöhnlich in kristallinischer Form vor und ist durch erhebliche Mengen Erde, Gangart und sonstige Fremdstoffe verunreinigt. Auch bei fein verteilter oder zerkleinerter Form,' beispielsweise in Zinkflotationskonzentraten, ist die Teilchengröße des Zinksulfids noch außerordentlich viel größer als die zulässige Teilchengröße in Zinksulfidfarbstoffen, auch sind die Zinksulfidkristalle des Erzes mit Stoffen verunreinigt, die in fester Lösung oder in chemischer Verbindung festgehalten werden.
  • Gemäß der Erfindung wird -die fein verteilte Zinkblende durch Erhitzen mit Schwefelsäure zersetzt, um Zinksulfat und Schwefelwasserstoff darzustellen; das Zinksulfat wird dann in Wasser gelöst, und durch Einleiten des bei der Zersetzung der Blende entstandenen Schwefelwasserstoffs wird aus dieser Lösung Zinksulfid ausgefällt. Zweckmäßig wird Schwefelsäure von etwa 650/0 zur Zersetzung der Blende verwendet und die Behandlung bei einer nicht über 150' liegenden Temperatur vorgenommen. Der Mantel des Heizbehälters wird mit Vorteil so heiß gehalten, daß seine Innenfläche dauernd mit einer angebackenen, trockenen Schicht von Erz und Zinksulfat bedeckt bleibt, wodurch sie vor dem Abscheuern geschützt ist.
  • Die Schwefelsäure- wird mit Vorteil in. einem etwa 3°/oigen überschuß über die stöchiometrisch zur Reaktion mit dem Zinksulfid und den anderen in demErz enthaltenen Sulfiden oder sonstigen Stoffen erforderliche Menge angewandt, doch genügt in manchen Fällen weniger Schwefelsäure. Man kann auch Schwefelsäure höherer Konzentration (etwa 78 oder g6 °/oige) zuführen und durch gleichzeitig zugesetztes Wasser auf 65 °/o verdünnen. Da Schwefelsäure von 65 °/o ungefähr bei 150' siedet, wird die Konzentration der in dem Gemisch enthaltenen Säure durch Aufrechterhalten einer Temperatur von etwa 15o° selbsttätig auf einer Konzentration von etwa 65 °% gehalten. Wichtiger als die Temperatur des Gemisches ist aber die Aufrechterhaltung der Konzentration der noch unverbrauchten Schwefelsäure auf etwa 65 °/o während der ganzen Behandlung. Man kann auch bei einer Temperatur von nur i io° erfolgreich arbeiten, doch muß man, wenn die Temperatur niedriger als i5o° ist, die Konzentration der in dein Gemisch ent-, haltenen unverbrauchten Schwefelsäure anaiihernd auf 65"1° halten, indem inan dein Mischer zei tweilig die entsprechenden Mengen konzentrierter Schwefelsäure zuführt. Unterscheidet sich die Schwefelsä urekonzentration wesentlich von 650/l" so ergebeli sich Schwierigkeiten. Ist die Säure verdünnter, so verläuft die Reaktion ztt langsam, und ist sie zu konzentriert, so reagiert sie, unter Bildung von elementarem Schwefel und Wasser, finit einer größereli i@lenge des entwickelten Schwefelwasserstoffs als bei der genannten optimalen Konzentration, was ungünstig ist, weil Schwefelsäure und Schwefelwasserstoff unnütz verbraucht und die Gasleitungen finit elementarem Schwefel verstopft «erden.
  • Die Reaktion zwischen dein ziiil@stilii(lhaltigen Material und der Scliwefelsiitire wird vorzugsweise so lange durchgeführt, bis das entstandene Zinksulfat aus dem Reaktionsgemisch in fester Form auskristallisiert. Das gesamte Material wird dann dein 'Mischer in Form eines ini wesentlichen trockenen Produkts entnommen. Der während der Reaktion entwickelte Schwefelwasserstoff wird aus dein Mischer oder Reaktionsbehälter abgezogen und einer Reinigungs- oder Speichervorrichtung zugeführt oder in dem Kreisverfahren selbst unmittelbar weiterverwendet. Als nützlich erweist es sich, die Reaktion so durchzuführen, dali das dein Mischer beispielsweise durch eine Saugeinrichtung entnommene Gas etwa 8o "f° Schwefelwasserstoff enthält.
  • Eine bevorzugte .#'itisfiilirtingsforin der Erfindung besteht darin, das zitiksnlfidlialtige Material mit der Schwefelsäure in zwei Stufen zu behandeln. In der ersten Stufe findet eine lebhafte Reaktion statt, während die zweite Stufe der Alterung oder Vervolls u änd41 -un- -l# dient. Die erste Stufe wird zweckmäßig in einem Mischer unter dauerndem Rühren durchgeführt, wie oben beschrieben wurde. Dabei Eierden 80 bis 85°1° des Zinksulfids in Zinksulfat übergefiihrt, unter lei)* hafter Entwicklung von @chwefelcvasserstoffgas. Die zweite oder Alterungsstufe hingegen wird besser in einem Tunneltrockner durchgeführt oder in eitler ähnlich wirkenden Einrichtung, die es gestattet, das Gemisch eine enägend lange Zeit hindurch einer lassenden Temperatur auszusetzen, so dalli die Umsetzung des restlichen Zinhstilfids zti Zinkstiifat praktisch vollstüu dig wird. Ein Rühren des Gemisches ist in dieser Stufe nicht erforderlich. Praktisch kann inan so vorgehen, daß inan das annähernd trockene Reaktionsprodukt der ersten Stufe, <las den Mischet mit etwa 6 °@° Hz S 04 v erläßt, in den Alte-.,rungsapparat, beispielsweise einen Tunneltrockner, einführt und dort einer Temperatur, die 15o° nicht übersteigt, so lange aussetzt, bis die Unisetzung des restlichen Zinksulfids zu Zinksulfat in (lein gewünschten Ausmaß vervollst:indigt ist, beispielsweise bis etwa c;6°1" des in dein Ausgangsmaterial enthaltenen Zinl;suliicls in Zinksulfat übergegangen sind. Die Menge der nicht verbrauchten Schwefelsäure in dcni schlielfich erhaltenen Reaktionsprodukt hängt von dein ursprünglich angewandten S:itireiiberscliuß ab und kann, was vorteilhaft ist, auf i bis 201" und darunter gehalten «-erden, Das während der Alterun-sstufe entwickelte' Schwefelwasserstotfgas kann finit dein in der ersten Stufe gewonnenen Gas vermischt oder gesondert behandelt und verwendet «-erden.
  • Das zinkstilfatreiche Reaktionsprodukt der Rührstufe, der Alterungsstufe oder beider wird finit Wasser ausgelaugt, um eine wäßrige Zinksulfatlösung zu erhalten, die durch den Scliwefelsiitireüb:rsclitiß angesäuert ist. Um diesen Schwefelsäureiiberschuß zu neutralisieren, kann inan etwas zinkhaltiges Material zusetzen, beispiels«-eise geröstete Zinkblende, geröstete Zinkflotationskonzentrate, Zinkoxydabfä lle u. dgl.
  • Die so erhaltene Lösung; enthält nicht nur Zinksulfat, sondern auch die Sulfate anderer in dein Ausgangsmaterial enthaltener Stoffe, soweit sie löslich sind. Die Gegenwart löslichen Magnesiunisulfats in dieser Lösung kann vermieden werden, wenn man aus dem Zinksulfiderz oder seinem Konzentrat das Magnesium zuvor mit Schwefelsäure entfernt, etwa nach dein Verfahren, wie es in den amerikanischen Patentschriften i;99278 und 1799166 beschrieben ist. Eisen, Mangan und Cadiniuni, soweit sie in dem Erz vorhanden sind, gehen in die durch Auslaugen mit Wasser erhaltene Zinksulfatlösung ein, und zwar in Form von Ferro-, Mangano-und Cadiniunisulfat. Das Eisen kann mit Vorteil dadurch entfernt werden, daß man es durch ow.dierencle Lüftung in unlösliches herrihydro@yd umwandelt, wozu gegebenenfalls der Lösung eine kleine Menge Kupfersalz, z. B. Kupfersulfat, zugefügt wird, das die Oxydation katalytisch fördert. Um die bei der Hydrolyse der durch Oxydation gebildeten Ferriverbindungen entstehende Säure zu neutralisieren, sollen in der Lösung hinreichende Mengen Zinkoxyd oder sonstige geeignete Basen zugegen sein. Der pH-Wert der Lösung soll während dieser Operation auf etwa gehalten werden. Wenn erforderlich, werden der Lösung o,o5 g (_@u auf den Liter zugesetzt, wobei an einen Zinkgehalt von io8g Zn im Liter gedacht wird. Andere metallische Verunreinigungen können nach der hierfür bekannten und bei der Reinigung vdlh Zinksulfatlösungen für die Herstellung von Lithopon oder elektrolytischen Zinkniederschlägen üblichen Weise beseitigt werden. Manganosulfat kann durch Oxydation .mit Kaliumpermanganat gefällt werden. Cadmium und Kupfer (letzteres auch soweit es als Katalysätor zugefügt wurde) können durch Zusatz von' Zinkstaub zu der Lösung entfernt werden.
  • Die entsprechend gereinigte Zinksulf2.tlösung ist nun zur Behandlung mit Schwefelwasserstoff geeignet. Der nach dem oben beschriebenen Verfahrensgang gewonnene Schwefelwasserstoff wird entsprechend gereinigt und mit der verdünnten Zinksulfatlösung in innige Berührung; gebracht. Für praktische Zwecke genügt es in der Regel, das aus dein Reaktionsbehälter-eritweicliende Gas durch einen Scrubber zu leiten, wo es finit Wasser gewaschen wird, dann durch einen mit Prallplatten ausgesetzten Behälter und schließlich durch ein Gasfilter. Man erhält so ein hinreichend reines Gas mit etwa 80°/o Schwefelwasserstoff. Die Zinksulfatlösung soll hinreichend verdünnt sein, damit die bei der Fällungsreaktion gebildete Schwefelsäure nicht etwa eine solche Konzentration erreicht, bei der das gefällte Zinksulfid wieder aufgelöst würde. Praktisch wird in der Regel eine Zinksulfatlösung mit etwa 3 i g Zn im Liter mit Erfolg verwendet.
  • Die innige Berührung der wäßrigen Zinksulfatlösung mit dem Schwefelwasserstoff kann in beliebigen Apparaten herbeigeführt werden. Vorzugsweise bringt man die verdünnte Zinksulfatlösung mit Schwefelwasserstoff von stufenweise zunehmender Konzentration bei etwa 6o° zusammen. Am einfachsten läßt man hierzu die Flüssigkeit und (las Gas sich im Gegenstrom bewegen.
  • Sobald das Zinksulfat annähernd vollständig als Zinksulfid ausgefällt ist, wird die erhaltene Suspension von Zinksulfid in verdünnter Schwefelsäure mit etwa 43 bis 5o g Zinksulfid im Liter in einen Eindickapparat gebracht, wo sich der Niederschlag absetzen kann. Die überstehende Flüssigkeit wird entfernt. Die Teilchengröße des Niederschlags wächst durch die Alterung in dem Eindickapparat, so daß die spätere Filtration erleichtert und die Deckkraft des schließlich erhaltenen Produkts erhöht wird. Die erforderliche Alterungszeit hängt ab von der Temperatur während der Fällung, der Alterungsteinperatur und von der Säurekonzentration der Flüssigkeit, die .der Alterung unterworfen wird. Wird die Temperatur während der Fällung auf etwa 6o° gehalten und die Alterung etwa 18 Stunden lang bei den Temperaturen und der Säurekonzentration vorgenommen, die sich dabei von selbst ergeben, so werden sehr gute Ergebnisse erhalten.
  • Nach der Entnahme aus dem Eindickapparat wird der Niederschlag abfiltriert und, zweckmäßig in Gegenwart von Alkalien, wie Barium- oder Calciumhydroxyd oder Bariumsulfid gewaschen, danach getrocknet und weiter in an sich bekannter Weise durch Calcinieren, Abschrecken, Naßverinahlen u. dgl. fertiggestellt. In der Regel wird der Zinksulfidgehält des Endprodukts nicht unter 930/, liegen. Die - kleinen Mengen anderer Stoffe, wie z. B. Calciurr_sulfat, Bariumsulfat usw., die in dem Produkt noch enthalten sind, haben keinen nachteiligen Einfluß auf die Fa rbstoffeigenschaften.
  • Ausführungsbeispiel Zur Aufschließung in --.i Stunden werden ioo kg angerösteter Zinkblende (Flotationskonzentrate) mit d.9,4°/0 Zn, I5#5 °/o Fe, 2,5 °1o Pb und 33,2 °/o S mit einer Schwefelsäurelösung behandelt, die durch Verdünnen von iid.lcg Schwefelsäure von 96°/o mit .I7,3 1 Wasser bereitet wurde. Es ergibt sich hierbei die oben angegebene Konzentration von 65°/a. Die Temperatur wird auf i50° gehalten.
  • Bei dieser Behandlung entstehen i80 kg Sulfatkönzentrate, die 26,2 °/a Zn in wasserlöslicher Form, nämlich als Zinksulfat, ferner I,i °/a H; S 0s und 9,3504 unlöslichen Rückstand enthalten. In der Minute entweichen bei der Behandlung i I,7 1 Gas (umgerechnet auf o° und 76o inm H1) mit 8o Volumprozent H. S. Während der gesamten 2q. Stunden entweichen also 2o,7 32 kg Schwefelwasserstoff. Da der gesamte in dein Ausgangsmaterial vorhandene Schwefel annähernd 35,3okgH.S entspricht, ist die Ausbeute an H. S ungefähr 59°/0; der Rest ist im wesentlichen durch Umsetzung von Schwefelwasserstoff mit Schwefelsäure zu @ Schwefel und Wasser aufgebraucht worden.
  • Die Sulfatkonzentrate werden in Breiform dem Mischer entnommen und mit Wasser ausgelaugt, so daß eine Lösung entsteht, die im Liter 8 5 g Zn (als Zn S 0I), 16,3 g he und 3,5g H=SO.i enthält. Die Flüssigkeit wird durch Lüftung gereinigt, nachdem ihr als Katalysator 30o g Cu S O., # 5 H- O zugefügt wurden und außerdem etwa :2o kg gerösteter Zinkblende zur Neutralisation der freien Schwefelsäure und der Säure, die durch Hydrolyse des Ferrisulfats in Freiheit gesetzt wird, das beim Fällen des Eisens auftritt. Man erhält danach 554 1 "einer Lösung, die io8g Zn (als ZnSO,) im Liter enthält. Von der Gesamtmenge von etwa 6o kg Zn stammen etwa io kg aus dem gerösteten Erz, das zur Neutralisation benutzt «-orden war.
  • 2241 der Flüssigkeit werden beispielsweise zur Herstellung von Lithopone verwendet, 330 1 werden zur Herstellung von Zinksulfid mittels Schwefelwasserstoffgas benutzt.
  • Diese 330 1 finit einem Gehalt von logg Zn im Liter werden auf i i 9o 1 verdünnt, die dann 30"-Z" im Liter enthalten. Diese Lösung wird mit dein So°/oigen H.,S-Gas behandelt, von dein in der oben geschilderten Phase des Verfahrens 11,71 in der Minute entstehen. Man erhält einen schlammigen Niederschlag, der 42,4g Zn S, 1,43g Zn in wasserlöslicher Form (als Zn S O,,) und 4o,ög H., S O.4 im Liter enthält. Sein spezifisches Gewicht ist 1,03. Es entweichen während dieser Ausfällung 3#76 1 Gas (eingerechnet auf o° und 76omm Quecksilber) in der Minute mit 37,5°/e H.S; während der Fällung werden also etwa 850/, des Schwefelwasserstoffes verwertet. Insgesamt werden demnach von dein Schwefel des Erzes etwa 50°/0 zur Gewinnung von Zinksulfid ausgenutzt. Hierbei ist zu berücksichtigen, daß das Zink in dein erhaltenen Zinksulfid aus den 2o kg gerösteter Blende stammt, die zur Neutralisation verwendet wurde, sowie aus den ioo kg der als Ausgangsprodukt benutzten angerösteten Blende.
  • Der schlammige Niederschlag wird durch ein Rotationsfilter geschickt, wobei man einen Filterkuchen erhält, der 56,7 kg wiegt und 42 °/o Wasser enthält. Er wird mit 92,; 1 Waschwasser behandelt und dann in 227 1 Wasser aufgeschwemmt. - Der entstehende Schlamm wird darauf finit 5,55 kg Ba (O H)= # S H., O behandelt; dieser Zusatz setzt sich mit der übrigen Säure und dein vorhandenen Zinksulfat um. Der nun fertig gereinigte Sehlamm wird dann nochmals filtriert und ergibt 94 kg eines Filterkuchens mit 42°/o Wasser. Aus ihm werden nach bekannten Verfahren 54.3 kg getrocknetes und calciniertes fertiges Zinksulfidpigment mit 93'/, Zn S erhalten.
  • Es versteht sich, daß die verschiedenen hier beschriebenen Verfahrensstufen, also das Auflösen des Erzes, das Ausfällen des Zinksulfids aus der Lösung, die Aufarbeitung des Schlammes, im technischenBetrieb nebeneinander ausgeführt werden. Hier wurde der Weg beschrieben, den das Ausgangsmaterial in einer Anlage durchläuft, die in 24 Stunden ioo kg der angerösteten Zinkblende aufzu-:chließen vermag.
  • Ein früher vorgeschlagenes Verfahren zur Gewinnung von reinem "Zinksulfid durch Behandlung zinkhaltiger Stoffe mit Salzsäure führt,wie eingehendeVersuche gezeigt haben, nicht zum Erfolg. Selbst bei Anwendung eines erheblichen Überschusses an 26 °/oiger Salzsäure wird die Zinkblende nur zu etwa 6o °/o in Zinkchlorid umgewandelt, wobei #ewaltige Mengen Chlorwasserstoff entweichen und sieh mit Schwefelwasserstoff vermengen, aus dein sie kaum mehr in nutzbringender Form wiedergewonnen werden können. Außerdem ist aber auch die Beschaffenheit des bei dein neuen Verfahren erhaltenen Aufschließungsproduktes eine bessere: Mit Salzsäure gelangt man zu einem flüssigen Chloridgemisch, das auch das Calcium und das Blei in gelöster Form enthält und nur schwer zu reinigen ist. Es enthält überdies einen großen Überschuß an freier Salzsäure, und man ist deshalb bei dein älteren Verfahren gezwungen, Magnesiuniolvd zuzusetzen, um auch nur zu einer annähernd vollständigen Ausfällung des gelösten Zinks zu gelangen. Die dann notwendige Umwandlung von Magnesiumchloridlösung in festes llagnesiumoxvd und wäßrige Salzsäurelösung ist ein kostspieliger und komplizierter Vorgang, bei dem bedeutende Verluste kaum zu vermeiden sind. Mit Schwefelsäure hingegen gelangt man, wie dargelegt, zu einem festen Produkt, aus dem das Zinksulfat mit Wasser ausgelaugt wird, wobei das Calcium und das Blei praktisch vollständig zurückbleiben.
  • Vor allem aber ist das nach dem älteren Verfahren hergestellte Endprodukt bei weitem nicht so lichtbeständig wie das nach dem neuen Verfahren gewonnene Pigment. Die schlechte Lichtbeständigkeit des bekannten Produktes ist auf die in ihm enthaltenen Chloride zurückzuführen, die sich praktisch von ihm nicht vollständig abtrennen lassen.
  • Man hat auch schon vorgeschlagen, Zinkblende mit heißer Schwefelsäure aufzuschließen. Hierbei versuchte man aber nicht den entstehenden Schwefelwasserstoff zu verwerten und ein Zinksulfidpigment darzustellen. Es war vielmehr lediglich beabsichtigt, das Zink von Blei und Silber und den übrigen Begleitstoffen zu trennen. Die Zink: sulfatlösung wurde daher auch nicht erst verdünnt, sondern man ließ das Zinksulfat durch Abkühlen der zunächst gewonnenen konzentrierten Lösung auskristallisieren.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren zur Gewinnung eines reinen Zinksulfidpigments aus Zinkblende, dadurch gekennzeichnet, daß die feinverteilte Blende durch Erhitzen mit Schwefelsäure, vorzugsweise etwa 65 °Joiger, zu Schwefelwasserstoff und Zinksulfat aufgeschlossen, durch Auslaugen der Masse eine verdünnte Zinksulfatlösung gewonneu, diese in bekannter Weise gereinigt, danach mit dem beim Aufschließen gewonnenen Schwefelwasserstoff umgesetzt und das dadurch ausgefällte Zinksulfid in bekannter Weise zu Pigment weiterverarbeitet wird. a. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß man die wäßrige,verhältnismäßig verdünnte Zinksulfatlösung mit Schwefelwasserstoff von stufenweise zunehmender Konzentration, zweckmäßig bei etwa 6o°, in innige Berührung bringt.
DEN33607D 1931-05-19 1932-04-22 Verfahren zur Gewinnung eines reinen Zinksulfidpigments aus Zinkblende Expired DE648557C (de)

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