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Antrieb für Brikettpressen Bei den bisher bekannten Brikettstrangpressen
mit Schubkurbeltrieb vollzieht sich die eigentliche Pressung und der Leerlauf des
Preßstempels unter denselben Geschwindigkeitsverhältnissen, und zwar wird für den
Leerlauf des Preßstempels, also den gesamten Rückzug und den Vorschub desselben
bis zum Eintritt in die Form, etwa 3/4 Umdrehung der Pressenwelle beansprucht, während
für die eigentliche Pressung nur etwa 1/4 Umdrehung zur Verfügung steht. Die reine
Preßzeit ist also im Verhältnis zu der Gesamtzeit, die für einen Stempelhinundhergang
gebraucht wird, sehr kurz.
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Während der kurzen Preßdauer ist ein hoher, während der langen Leerlaufzeit
dagegen ein verhältnismäßig nur geringer Widerstand zu überwinden. Hieraus ergeben
sich starke Schwankungen des von der Pressenwelle zu übertragenden Drehmomentes
während einer Umdrehung der Kurbelwelle, die für den Antrieb ungünstig sind.
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Bei der Presse nach der Erfindung soll die eigentliche Preßzeit verlängert
und die Leerlaufzeit verkürzt werden, wodurch eine geringere Preßgeschwindigkeit
und eine geringere Schwankung des Drehmomentes innerhalb einer Umdrehung der Pressenwelle
und damit ein gleichmäßigerer Kraftverbrauch der Presse erreicht wird. Die Herabsetzung
der Preßgeschwindigkeit hat bekanntlich den Vorteil, daß die Umdrehungszahl der
Presse und damit ihre Leistung gesteigert werden kann, ohne die kritische Preßgeschwindigkeit,
bei der noch ein gutes Brikett erzeugt wird, zu überschreiten.
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Dieses Ziel wird bei der Presse nach der Erfindung dadurch erreicht,
daß der Radius der Preßkurbel dem eigentlichen Preßhub des Stempels entsprechend
bemessen ist und daß zwischen einem in das Druckgestänge eingeschalteten Kreuzkopf
und dem Pressenbär ein Kniehebel angeordnet ist, der von einer besonderen, auf der
Pressenwelle sitzenden Kurvenscheibe aus so gesteuert wird, daß er während des gesamten
Vorschubes des Kreuzkopfes gegen den Preßkopf in der Strecklage verbleibt, während
des Rückhubes des Kreuzkopfes aber eingeknickt und wieder gestreckt wird. Der Zweck
dieser Anordnung läuft darauf hinaus, daß die eigentliche Pressung allein durch
die. Kurbel der Pressenwelle, der Leerlauf des Preßstempels aber in der Hauptsache
durch den Kniehebel und dessen besonderen Antrieb bewirkt wird. Der gesamte Leerlauf
des Preßstempels, also Rückzug und Vorschieben des Stempels bis zum Eintritt in
die eigentliche Preßform, wird hierbei während des Rückganges der Preßkurbel, also
während 1/2 Umdrehung der Pressenwelle, vollzogen, so daß für den eigentlichen Preßvorgang
ebenfalls 1/2 Umdrehung bzw. der volle Hub der Kurbel zur Verfügung steht.
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Auf der Zeichnung ist beispielsweise eine Ausführungsform der Presse
nach der Erfindung in Seitenansicht schematisch dargestellt, außerdem ist zum Vergleich
gleichfalls
schematisch eine Presse mit dem bislang gebräuchlichen
Schubkurbelantrieb gezeigt. In beiden Abbildungen sind die Punkte für den Beginn
des Preßhubes, den Beginn der Pressung, den Beginn des Ausstoßens und das Ende des
Preßhubes auf dem Kurbelkreise und der Bahn des Preßstempels gleich.-lautend mit
den Ziffern I bis IV bezeichnet. Ferner sind über der Stempelbahn die Stempelwege
für gleiche Teile des Kurbelweges dargestellt.
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Abb. t zeigt in Seitenansicht das Schema einer Brikettstrangpresse
mit Schubkurbeltrieb und Abb.2 gleichfalls in Seitenansicht das Schema einer Presse
nach der Erfindung. Die Druckstange a ist gemäß Abb. 2 an den besonderen Kreuzkopf
b angelenkt. Zwischen diesem und- dem Pressenbär c ist das Kniehebelpaar e, / mit
dem Mittelgelenk g eingeschaltet. Die Stange e dieses Kniehebels ist fest mit dem
einen Ende eines Hebelarmes lt verbunden, dessen anderes Ende durch die Verbindungsstange
l an einen einarmigen Hebel k angelenkt ist. Dieser Hebel ist im Punkte l am Pressenrahmen
gelagert und trägt eine Rolle m, die in der Rille einer auf der Pressenwelle angeordneten
Kurvenscheiben läuft.
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Die Arbeitsweise der Presse ist folgende: Während der Kurbelzapfen
der Presse von der Lage IV in die Lage I geht (Abb. 2), wird das Kniehebelpaar e,
/, ä durch die Xurvenscheibe n in die mit gestrichelten Linien in Abb.2 dargestellte
Knickstellung gebracht. Hierdurch wird der Preßstempel in die Stellung I, also in
seine Anfangsstellung, zurückgezogen. In dieser Stellung füllt sich der Füllraum
der Pressenform mit Preßgut. Während der Kurbelzapfen sich nun aus der Lage I in
die Lage II bewegt, .wird: das Kniehebelpaare, /, g durch die Kurvenscheiben wieder
in die gestreckte Lage gebracht, wodurch der Preßstempel in die Stellung II vorgeschoben
und das Preßgut in der Form zusammengeschoben wird. Während des nun folgenden eigentlichen
Preßhubes, der sich über eine halbe Umdrehung der Kurbel erstreckt und bei dem der
Kurbelzapfen aus der Lage II in die Lage IV geht, wird die Rolle rn durch die Kurvenscheiben
so geführt, daß das Kniehebelpaar e, /, g in gestreckter Lage zwischen dem Kreuzkopf
b und dem Pressenbär c verbleibt und eigne starre Verbindung zwischen diesen beiden
Teilen bildet. In Abb. 2 ist die Stellung des Getriebes gezeigt, die der Lage III,
also dem Beginn des Ausstoßens, entspricht.
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Der eigentliche Preßvorgang erstreckt sich nach vorstehendem also
über 1/= Umdrehung der Pressenwelle, während bei der Presse mit Schubkurbeltrieb
(Abb. z) weniger als 1/4 Umdrehung dafür ausgenutzt wird. Dementsprechend ist die
Preßdauer verlängert. Da die Preßkurbel, die nur noch den eigentlichen Preßhub,
also von Punkt II bis Punkt IV des Stempelweges, zu bewirken hat, einen dementsprechend
kleineren Hub hat, verringert sich in entsprechendem Maße auch das von der Pressenwelle
zu übertragende Drehmoment. Andererseits wird der Leerlauf des Stempels bei der
Presse nach der Erfindung innerhalb 1/2 Umdrehung der Pressenwelle bewirkt, während
er bei der bekannten Presse, wie Abb. z zeigt, mehr als 3/4 Umdrehungen der Pressenwelle
in Anspruch nimmt. Demgemäß erhöht sich folge der größeren Beschleunigung der bewegten
Massen die Leerlaufarbeit, so da.ß die Schwankungen des Drehmomentes an der Pressenwelle
während einer Umdrehung derselben bei der erfindungsgemäß angetriebenen Presse geringer
sind. Es ist also möglich, die Presse leichter zu halten und auch ein leichteres
Schwungrad zu verwenden. Infolge der günstigen Geschwindigkeitsverteilung in der
Preßkurbelbewegung, durch die eine längere Preßdauer und eine geringere Preßgeschwindigkeit
erzielt wird, kann die Umdrehungszahl bei der Presse nach der Erfindung erheblich
gesteigert und damit die Leistung erhöht werden.