DE521736C - Elektrischer Spannungsmesser und Verfahren zu seiner Justierung - Google Patents

Elektrischer Spannungsmesser und Verfahren zu seiner Justierung

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DE521736C
DE521736C DEB147486D DEB0147486D DE521736C DE 521736 C DE521736 C DE 521736C DE B147486 D DEB147486 D DE B147486D DE B0147486 D DEB0147486 D DE B0147486D DE 521736 C DE521736 C DE 521736C
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    • G01MEASURING; TESTING
    • G01RMEASURING ELECTRIC VARIABLES; MEASURING MAGNETIC VARIABLES
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  • General Physics & Mathematics (AREA)
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Description

  • Elektrischer Spannungsmesser und Verfahren zu seiner Justierung Die elektrischen Spannungsmesser - mit Ausnahme der elektrostatischen - werden im Betrieb durch einen Strom von merklicher Größe durchflossen. Infolge dieses Stromes entsteht in den Zuführungsleitungen ein Spannungsabfall. Da ein solches Instrument im allgemeinen die an ihre Klemmen gelegte Spannung anzeigt, ist seine Angabe um die Größe des genannten Spannungsabfalls geringer als die zu messende Spannung. Das bedeutet einen Fehler, der um so erheblicher ist, je schwerer die Widerstände der Zuleitungen gegenüber dem Eigenwiderstand des Instrumentes ins Gewicht fallen, also besonders bei vom Instrument entfernten Meßstellen und geringen Spannungen.
  • Die bisher bekannten Spannungsmesser, bei denen die Beseitigung dieses Fehlers versucht wird, setzen alle die Kenntnis des Widerstandes der Zuleitungen voraus. Entweder werden sie mit diesen zusammen geeicht, oder sie sind mit einer Justiereinrichtung versehen. Oft besteht das Verfahren überhaupt nur in einer Berechnung des Spannungsabfalls. Wenn Leitungen und Instrument verschiedene Temperaturen haben, dann kann der Teinperatureinfluß auf die Leitungen jedenfalls nur durch Rechnung berücksichtigt werden. Der Gebrauch dieser Spannungsmesser ist umständlich und ihre Anwendbarkeit beschränkt, denn um genaues Anzeigen zu erreichen, müssen sie mittels Zuleitungen vorgeschriebenen Widerstandes angeschlossen werden, oder man muß sie dem Zuleitungswiderstand entsprechend einstellen, wobei dieser besonders zu ermitteln ist. Gegenstand der Erfindung ist ein elektrischer Spannungsmesser, bei welchem neben dem eigentlichen, stromdurchflossenen wirksamen Organ - im folgenden Hauptmeßwerk bezeichnet - (Drehspule, feste Spule, Hitzdraht, Saite o. dgl.) noch ein oder mehrere ähnlich wirkende Organe - im folgenden Hilfsmeßwerke bezeichnet - vorgesehen sind. Haupt- und Hilfsmeßwerke wirken auf denselben Zeiger oder Schreiber, so daß ihre Wirkungen algebraisch summiert werden. Ist nur ein Hilfsmeßwerk vorgesehen, dann wird es mit dem Hauptmeßwerk in Reihe geschaltet. Bei mehreren Hilfsmeßwerken werden diese mit dem Hauptmeßwerk und miteinander in Reihe geschaltet, wobei das Hauptmeßwerk auch zwischen zwei Hilfsmeßwerken liegen kann. Die Schaltung wird so ausgeführt, daß die Wirkungen _ler einzelnen Meßwerke auf den Zeiger oder Schreiber dann gleichgerichtet sind, wenn die angelegten Spannungen (im Sinne der Reihenschaltung) den gleichen Sinn haben. Wenn die einzelnen Hilfsmeßwerke dieselbe Spannungsempfindlichkeit haben wie das Hauptmeßwerk, dann zeigt :der Erfindungsgegenstand die Spannung (Potentialunterschied) zwischen den äußersten freien Enden der Meßwerke an, unabhängig davon, auf welches Potential die dazwischenliegenden, miteinander verbundenen Enden gebracht werden. Die Gleichheit der Spannungsempfindlichkeiten ist jedoch für die Erfindung unwesentlich. Die Hilfsmeßwerke können auch vom Häuptmeßwerk (erforderlichenfalls auch voneinander) verschiedene Spannungsempfindlichkeiten erhalten. Die Skala des Instrumentes entspricht naturgemäß der Spannungsempfindlichkeit des Häuptmeßwerkes. Ist die Spannungsempfindlichkeit eines Hilfsmeßwerkes hiervon verschieden, dann kommt die daran gelegte Spannung in der Anzeige des Instrumentes in einem durch einen Faktor veränderten Maßstab zur Wirkung. Ein solches Meßwerk ist natürlich selbständig nicht zu gebrauchen, was auch nicht sein Zweck ist: Sowohl die äußersten freien Enden der Meßwerke als auch ihre Verbindungsstellen werden an einzelne besondere Anschlußkleminen herausgeführt.
  • Bild i zeigt die äußere und innere Schaltung einer Ausführungsform des Erfindungsgegenstan.es mit zwei Hilfsmeßwerken. Für die einzelnen Meßwerke sind Wicklungen gezeichnet, wie sie z. B. bei. einem Drehspulinstrument vorhanden sind. Im Sinne der Erfindung können zum gleichen Zweck auch andere bekannte Elemente verwendet werden (s. o:). i und 2 sind die Pole der (weit entfernten) Meßstelle; q. und 5 die Anschlußklemmen des beiderseitig mit den Hilfsmeßwerken I3 verbundenen Hauptmeßwerkes A, 3 ,und 6 die Anschlußklemmen zu den freien Enden der Hilfsmeßwerke B: Das Hauptmeßwerk ist mit den Leitungen i=5 und 2-_l. nach Art eines gewöhnlichen Spannungsmessers an die Meßstelle angeschlossen. Der für die Meßgenauigkext schädliche Spannungsabfall findet zwischen den genannten Leitungsendpunkten statt. An diese sind nun die Hilfsmeßwerke angeschlossen, die auf den Spannungsabfall ansprechen und seine Wirkung zum Meßergebnis des Hauptmeßwerkes addieren. Ist die Spannungsempfindlichkeit eines Hilfsmeßwerkes die gleiche wie die des Hauptmeßwerkes, was zunächst angenommen werden soll, dann stimmt die Anzeige des Spannungsmessers bis auf den Spannungsabfall in den Leitungen i-6 und 2-3 mit der zu messenden Spannung überein. Die genannten Leitungen werden von wesentlich geringeren Strömen durchflossen als t-5 und 2-q. (.im .ersten Fall), so daß auch der Meßfehler wesentlich verringert wird. Zu bemerken ist, daß unter Fehler nur solche zu verstehen sind, die ihren Ursprung in einem Spannungsabfall außerhalb des Spannungsmessers haben. Von allen anderen Fehlern soll hier nicht die Rede sein.
  • Im folgenden wird die Verringerung des Meßfehlers durch den Erfindungsgegenstand rechnerisch nachgewiesen. Der Widerstand des Hauptmeßwerkes sei R; der eines Hilfsmeßwerkes gleichfalls R. Die Gleichheit dieser Widerstände ist für die Erfindung unwesentlich und wird nur zur Vereinfachung der Rechnung angenommen. Jeder einzelne Zuleitungsstrang soll den Widerstand r haben. Für ein Zahlenbeispiel sollen R-25oJQ r - 52 sein, was etwa der Fall sein kann, daß ein Minivoltmeter mittels o,75 rnm 2'/Leitangen auf ioo m Entfernung angeschlossen wird. Die zu messende Leitung sei E.
  • Wenn man die Hilfsmeßwerke zunächst nicht anschließt, dann sind :die Verhältnisse dieselben wie bei einem gewöhnlichen Spannungsmesser. Durch das Instrument fließt der Strom l der in den Leitungen den schädlichen Spannungsabfall d E hervorruft. d E - 0,03846 # E rund: also beinahe 4'/". So groß ist der (negative) Meßfehler.
  • Nach Anschluß der Hilfsmeßwerke fließt durch das Hauptmeßwerk der Strom l Hiervon fließt der eine Teil durch die Leitungen i-5 und 2-q., der ändere Teil durch die Hilfsmeßwerke und durch die Leitungen i-0 und -2-3. Dieser zweite Teil ist i Der Spannungsabfall in den Leitungen i-t-i und 2-3, d. h. der (negative) Meßfehler, ist d E 4 E - o,öoo74 # E rund: der Fehler ist also auf weniger als s,60 seines ursprünglichen Wertes zurückgegangen und beträgt noch nicht einmal o, i °/o.
  • Allerdings könnte man mit dem gleichen Aufwand den Instrumentenwiderstand auf das Dreifache erhöhen und den Leitungswiderstand ,auf die Hälfte herabsetzen, wobei aber der Fehler nur auf o,oo662 # E, also auf rund '/c ihres ursprünglichen Wertes ziirückgehen würde.
  • Will man den Fehler noch weiter herabdrücken, dann kann man den Hilfsmeßwerken eine etwas erhöhte Spannungsempfindlichkeit geben, die mit Rücksicht auf den Widerstand der Leitungen i-6 und 2-3 einzustellen wäre. Wie die Einstellung vorgenommen werden kann, wird noch beschrieben. Auch besteht die Möglichkeit durch Anordnung von zwei weiteren Hilfsmeßwerken den Fehler noch einmal im Verhältnis r : R zu verringern.
  • Die beschriebene Ausführungsform des Erfindungsgegenstandes hat den Nachteil, daß eine erhebliche Anzahl, vier, von Stromzuführungen zum Meßsystem erforderlich sind. Um mit weniger Stromzuführungen auszukommen, kann man die Vereinfachung vornehmen, daß man nur ein Hilfsmeßwerk, dieses aber von doppelter Spannungsempfindlichkeit anordnet. Bild 2 zeigt eine Schaltung dieser Ausführungsform. q. und 5 sind wieder die Anachlußklemmen des Hauptmeßwerkes A. Von diesen führt 5 zum freien Ende, während das an d. angeschlossene Ende mit dem Hilfsmeßwerk B verbunden ist. 3 ist die Anschlußkl.emme zum freien Ende des Hilfsmeßwerkes. Die Pole der Meßstelle sind wieder mit i und 2 bezeichnet. Die Leitungen i-5 und 2-q. müssen jetzt annähernd den gleichen Widerstand haben, was bei der zuerst beschriebenen Ausführung nicht notwendig war.
  • Für die rechnerische Behandlung dieses Falles sei R wieder der Widerstand des Hauptmeßwerkes, das Hilfsmeßwerk von doppelter Spannungsempfindlichkeit soll gleichfalls den Widerstand R haben. Der Widerstand eines Leitungsstranges sei wieder r, die zu messende Spannung E. Bei der Schaltung nach Bild 2 fließt durch das Hauptmeßwerk der Strom I Dieser Strom fließt auch durch die Leitung i-5, wo. er einen Spannungsabfall E, hervDrruft-- - Auf der anderen Seite teilt sich der Strom. Der eine Teil fließt durch die Leitung 2-4. und hat die Größe l24 - In dieser Leitung entsteht der Spannungsabfall E, Der zweite Teil des gesamten Stromes fließt durch das Hilfsmeßwerk und durch die Leitung 2-3 und hat die Größe i Am Hilfsmeßwerk liegt also die Spannung E,34 Infolge der doppelten Spannungsempfindlichkeit des Hilfsmeßwerkes wirkt diese Spannung mit ihrem doppelten Betrag, der zur Wirkung des Hauptmeßwerkes addiert das Meßergebnis des Erfindungsgegenstandes ergibt. Der- -(negative) -Meßfehler ist jetzt AE rund: Diese Ausführungsform mißt also nicht ganz so genau wie die erste, da der Fehler etwa i ;5mal so groß .ist. Immerhin beträgt er nur den 1-J"ten Teil des Fehlers beim gewöhnlichen Spannungsmesser.
  • Zur weiteren Verringerung des Meßfehlers sind dieselben Maßnahmen möglich wie bei der .ersten Ausführungsform, außerdem noch die-Erhöhung des Widerstandes der Leitung 2-q:. Daimit wird der Spannungsabfall 2-4 erhöht: Hierdurch steigt die Spannung am Hilfsmeßwerk; während sie am Haiiptineß= werk um annähernd denselben Betrag zurückgeht. Infolge der doppelten Spannungsempfindlichkeit des Hilfsmeßwerkes' erhöht sich auch das Meßergebnns um ebensoviel. Die besagte Widerstandserhöhung wird in der Schaltung nach Bild 3 durch Anordnung eines Zusatzwiderstandes 4, 4' erreicht.
  • Für die folgende Berechnung wird vorweggenommen, daß der erforderliche Zusatzwiderstand w auch noch gegenüber y als klein ausfällt. Darum genügt es, die Rechnung in erster Annäherung zu führen und insbesondere die Änderung von 1 zu vernachlässigen. Durch partielle Differentiatiön erhält man Soll der Fehler verschwinden, .dann muß sein; das ergibt so daß die Leitung 2=q. einen Widerstand von 5,3 .Q erhält gegenüber den 5 9 der übrigen Leitlungen.
  • Für die Verwendung des Erfindungsgegenstandes ist weder die Ermittlung von Widerständen noch die Ausführung von Rechnungen notwendig. Die Einstellung von Widerständen kann mittels des gleichfalls. Gegenstand der Erfindung bildenden Verfahrens geschehen, -wobei die Spannungsempfindlichkeit eines Hilfsnießwerkes auch noch verändert werden kann.
  • Der zum Betrieb eines Spannungsmessers erforderliche Strom erzeugt nicht nur in den Zuführungsleitungen einen Spannungsabfall, sondern auch innerhalb der Spannungsquelle (innerer Spannungsabfall). Soll die reine elektromotorische Kraft gemessen werden, dann bedeutet dieser Spannungsabfall einen Meßfehler; Er hat besonders in solchen Fällen praktische Bedeutung, wo -die Spannungsmessung nicht Selbstzweck: ist, sondern als Mittel zur Bestimmung irgendeiner anderen physikalischen Größe dient (beispielsweise Thermoelement, Tachoxneterdynamo).
  • Um Meßfehler infolge inneren Spannungsabfalls Zu beseitigen, wird vielfach -die Kompensationsschaltung- angewendet (Potentiometrische Messung). Eine solche zeigt Bild 4. t und .2 sind die Pole der Maßstelle, an den Klennmen 7 und 8 liegt -eine regelbare Hilfsspännung, die durch den Spannungsmesser A angezeigt wird. Die zwei Spannungen sind gegeneinander geschaltet, der Spannungsunterschied wird durch das Instrumen B angezeigt. Dieses kann mittels des Schalters T abgeschaltet werden. Regelt man die Hilfsspannung so lange, bis der Spannungsunterschied verschwindet, dann zeigt A genau die zu messende Spannung an (vollständige Kompensation). Regelt man nur so lange, bis beide Spannungen annähernd gleich sind, dann ergibt sich die zu messende Spannung als die algebraische Summe der Anzeigen von A und B (unvollständige Kompensation, halbpotentiometrische Messung). Dabei soll der Anteil von B nicht zu groß werden, weil damit Fehler eben der zu vermeidenden Art verbunden sind. Diese Meßmetbode bat den Nachteil, daß zwei Instrumente erforderlich sind.
  • Der Erfindungsgegenstand ist auch für potentiometrische Messungen anwendbar. Bild , zeigt die entsprechende Schaltung einer Ausführungsform mit zwei Hilfsmeßwerken. Die Pole Z und z der Meßstelle werden mit den Anschlußklemmen 3 und 6 der Hilfsmeßwerke B- verbunden, -während die Anschlußklemmen q. und 5 des Hauptmeßwerkes A an die Pole 7 und B der Hilfsspännungsqüelle angeschlossen werden. Selbstverständlich ist dabei auf richtige Polarität zu achten. Durch Betätigung des Schalters T können die Hilfsmeßwerke abgeschaltet werden. Ist Spannungsgleichheit erreicht, dann bleibt der Zeiger des Instruments dabei in Ruhe (vollständige Kompensation).
  • In der beschriebenen Schaltung lassen sich auch halbpotentiometrische Messungen ausführen. Dabei hat man noch den Vorteil, daß man nicht erst eine Summe zu bilden hat, da. die Summenbildung durch das Instrument ausgeführt wird. Wie man die dabei auftretenden Fehler zu beseitigen hat, wird noch beschrieben, Bild 6 zeigt die Schaltung der einfacheren Ausführungsform des Erfindungsgegenstandes mit nur einem Hilfsmeßwerk für potentiometrische Messungen. Die Schaltung unterscheidet sich von der vorigen (Bild 5 ) nur dadurch, daß das Hilfsmeßwerk 5, 6 weggefallen ist und demzufolge der Pol a unmittelbar mit der Anschlußklemme 5 verbunden wurde. Solange vollständige Kompensation angewendet wird, kommt es auf die Spannungsempfindlichkeit des Hilfsmeßw erkes nicht an, dasselbe soll doch nur das Verschwinden des Spannungsunterschiedes anzeigen, indem der Zeiger bei dessen Abschaltung in Ruhe bleibt. Bei unvollständiger Kompensation muß das Hlfsmeßwerk zunächst die gleiche Spannungsempfindlichkeit haben wie das. Hauptmeßwerk (Abweichung s. u.). In der zuerst beschriebenen Schaltung war jedoch dafür die doppelte Spannungsempfindlichkeit vorgesehen. Damit das Instrument in beiden Fällen verwendbar wird, muß die Spannungsempfindlichkeit des Hilfsmeßwerkes veränderlich sein. Das kann, wie es in Bild 6 gezeigt wird, durch einen kurzschließbaren Vorschaltwiderstand 3,- 3' geschehen. Als Spannungsempfindlichkeit des Hilfsmeßwerkes ist naturgemäß dieselbe unter Einbeziehung des Vorsch.altwiderstandes zu - verstehen.
  • Bei unvollständiger Kompensation ist der mittels des Hilfsmeßwerkes berücksichtigte Spannungsunterschied eine Fehlerquelle, da der durch ihn hervorgerufene Strom seinen Weg durch die Leitungen i-5 und z-3 und durch die Spannungsquelle 1,:2 nimmt, wobei ein Spannungsabfall entsteht. Der dadurch verursachte Fehler kann beseitigt werden, indem man dem Hilfsmeßwerk eine etwas höhere Spannungsempfindlichkeit gibt. Um diese nach Bedarf einstellen zu können, wird der Vorschaltwiderstand durch einen Justierwiderstand ersetzt oder damit kombiniert. Bild 6 zeigt,die letztgenannte Art (Vorschaltwiderstand 3, 3', Justierwiderstand 3', 3").
  • Ist wieder R der Widerstand .des Hilfsmeßwerkes von doppelter Spannungsempfindlichkeit und Xy der Widerstand der Strombahn 3-2-r-5 (in Bild 6), dann sind zur richtigen Justierung w=R-Xy vorzuschalten.
  • Das Gesagte gilt sinngemäß auch für die Ausführungsform des Erfindungsgegenstandes mit zwei oder mehr Hilfsmeßwerken (Ausführung der Justierung s. u.).
  • Der Erfindungsgegenstand kann auch in anderen Fällen mit besonderem Vorteil angewendet werden. Bekanntlich wird bei gleichzeitiger Verwendung von Strom- und Spannungsmesser entweder der Spannungsabfall im ersten oder der Stromverbrauch des letzten durch das jeweilig andere Instrument mitgemessen. Damit wird dem Verbraucher eine tatsächlich nicht von ihm verbrauchte Größe zugewiesen. Die Anwendung des Erfindungsgegenstandes ermöglicht es, die dein Verbraucher tatsächlich zugeführte Spannung und Strom zu messen. Bild 7 zeigt die zugehörige Schaltung. E ist die Stromquelle, V der Verbraucher. Der zum Betrieb des Spannungsmessers erforderliche Strom wird im wesentlichen vor dem Strommesser (Anschluß bei 7) entnommen, der in diesem stattfindende (vom Standpunkte des Verbrauchers aus negative) Spannungsabfall durch das Hilfsmeßwerk B berücksichtigt. Der Erfindungsgegenstand zeigt also genau die dem Verbraucher- tatsächlich zugeführte Spannung an (zwischen den Punkten i und 2). Hinter dem Strommesser wird nur der durch das Hilfsmeßwerk fließende ganz geringe Strom entnommen (Anschluß bei 2), so daß der Strommesser fast genau den dein Verbräucher tatsächlich zugeführten Strom angibt.
  • Umgekehrt ist auch eine Schaltung möglich; wobei der Eigenverbrauch aller Instrumente mitgeniessen wird, was z. B. bei der Bestimmung der Leistung eines Erzeugers erforderlich sein kann. Zu diesem Zweck sind die Anschlüsse 3 und q. zu vertauschen, so daß 3 mit 7 und ¢ mit 2 verbunden werden.
  • Das Gesagte gilt sinngemäß auch dann, wenn an Stelle von Strom- und Spannungsmesser (oder auch mit diesen zusammen) ein Leistungsmesser oder Wattstundenzähler verwendet wird. Der Erfindungsgegenstand ist dann als spannungsempfindlicher Teil dieser genannten Instrumente auszubilden. Wenn die Strommessung mittels eines Meßwi.derstandes vorgenommen wird, dann kann auch (oder nur) der stromempfindliche Teil der genannten Instrumente sowie auch ein Strommesser für sich im Sinne der Erfindung ausgebildet werden.
  • Die Bezeichnungen Haupt- und Hilfsmeßwerke beziehen sich lediglich auf die Funktionen dieser Organe. Ein Unterschied in Ausführung, Abmessungen o. dgl. braucht im Sinne der Erfindung nicht vorzuliegen. Vielmehr können für beide Arten von Meßwerken vollkommen gleiche Bauteile verwendet werden. Andererseits ist es auch möglich, ein Hilfsmeßwerk vom Hauptmeßwerk verschieden auszuführen. Insbesondere kann man es für eine geringere Spannung auslegen. Ferner besteht bei zusammengesetzten Instrumenten die Möglichkeit, ein Hilfsmeßwerk einfacher auszuführen als das Hauptrneßwerk. Beispielsweise kann bei einem elektrodynamischen Meßgerät ein Hilfsmeßwerk auch aus einer einzigen (festen oder beweglichen) Spule bestehen. Schließlich ist es auch möglich, ein Hilfsmeßwerk vom Hauptmeßwerk überhaupt verschieden auszuführen; im Beispiel des elektrodynamischen Meßgerätes etwa das eine eisengeschirmt, das andere eisengeschlossen.
  • Eine räumliche und konstruktive Trennung zwischen Haupt- und- Hilfsmeßwerk(en) ist für die Erfindung unwesentlich. Beispielsweise kann ein Drehspulnnstrument im Sinne der Erfindung sowohl mit mehreren Spulen ausgerüstet sein als auch mit einer einzigen. Im ersten -Fall'können die Spulen im .gleichen Magnetfeld angeordnet werden oder in verschiedenen Feldern; im zweiten Fall kann die Spule mehrere in einer bekannten Weise (übereinander, 'nebeneinander, parallel usw. gewickelte) ausgeführte Wicklungen tragen oder auch eine einzige, die angezapft wird.
  • Bei mehreren Hilfsmeßwerken können diese einander gleich oder voneinander verschieden sein, räumlich voneinander getrennt oder miteinander zusämmengefaßt werden.
  • Der Erfindungsgegenstand kann für Gleich-oder für Wechselstrom oder für beide ausgebildet werden. Der Begriff Widerstand erstreckt -sich bei Wechselstrom auch auf induktiven und kapazitiven Widerstand.
  • Die Justierung des Erfindungsgegenstandes besteht im Sinne der Erfindung in der Abstimmung der Spannungsempfindlichkeit der (des) Hilfswerke(s), erforderlichenfalls auch der Zuleitungswiderstände auf :die vorliegenden Verhältnisse. Sie kann in der betriebsmäßigen Schaltung des Erfindungsgegenstandes vorgenommen werden. Als besondere Vorkehrung ist nur das Anschließen einer Hilfsspannung erforderlich, wenn nicht eine solche bereits angeschlossen ist.
  • Bei einer potentiometrischen Messung ist eineHilfsspannungbereits vorhanden. Zwecks Justierung ist dann nur die zu messende Spannung außer Wirksamkeit zu setzen (kaltes Thermoelement, stillstehendes Tachometerdynamo). Erforderlichenfalls ist noch ein der Widerstandserhöhung im Betrieb entsprechender Zusatzwiderstand anzubringen. Man kann aber auch die Leitungsendpunkte i und a (Bild 6) von der Meßstelle trennen und sie über einen Ersatzwiderstand miteinander verbinden. Die Hilfsspannung wirkt unmittelbar auf das Häuptmeßwerk, gleichzeitig auch über die Zuleitungen usw. im entgegengesetzten Sinne auf das (die) Hilfsmeßwerk(e). Von der Hilfsspannung aus gesehen ist (sind) das (die) Hilfsmeßwerk (e) mit dem. Hauptmeßvverk parallel geschaltet. Der dabei durch das (die) Hilfsmeßwerk(e) fließende Strom schlägt denselben Weg ein wie der durch die Differenzspannung hervorgerufene Strom bei der halbpotentiometrischen Messung. Infolgedessen ist auch der prozentuale Spannungsabfall der gleiche. Der Erfindungsgegenstand ist dann richtig justiert, wenn .die einander entgegengesetzten Wirkungen von Haupt- undHilfsmeßwerk (en)i sich gerade aufheben, d. h. wenn die Spannung Null angezeigt wird. Das bedeutet, daß das Instrument bei einer halbpotentiometrischen Messung richtig anzeigt, wenn .die zu messende Spannung verschwindet. Die Justierung erfolgt nach Bild 6 ,durch Veränderung der Spannungsempfindlichkeit des Hilfsmeß-Werkes B mittels des justierwiderstandes 3', 3"- Zu hoch eingestellter Widerstand gibt einen positiven; zu niedrig einen negativen Ausschlag auf dem Instrument: Bei mehreren Hilfsmeßwerken genügt die Veränderung der Spannungsempfindlichkeit an einer einzigen. Auf die Größe .der Hilfsspannung kommt es nicht an, sie darf nur nicht zu klein sein, damit die Empfindlichkeit der Justierung nicht zu gering wird.
  • Bei Geräten für ,gewöhnliche (auch Fern-) Spannungsmessungen ist zwecks Justierung eine Hilfsspannung besonders vorzusehen. Sie wird; wie in Bild 8 dargestellt ist, an die Anschlußklemmen q. und 5 des Hauptmeßwerkes A angeschlossen. Die Leitungsendpunkte i und 2 werden von der Meßstelle getrennt und miteinander verbunden. Die Justierung kann sowohl durch Veränderung ,der Spannungsempfindlichkeit des Hilfsmeß-Werkes B mittels des justierwiderstandes 3, 3' als auch .mittels Veränderung ges Widerstandes der Zuleitung 2-q. mittels des Zusatzwiderstandes q., q.' erfolgen. Richtige Justierung wird wieder .durch Nullstellung des Zeigers angezeigt. In dieser Schaltung kann,die Hilfsspannung nur einen geringen Bruchteil der im Betrieb zu messenden Spannung sein, weil sonst der Stromverbrauch sehr hoch wird und Überlastung der Leitungen eintreten kann. Demzufolge .ist auch die Empfindlichkeit der Justierung mäßig: Um sie zu erhöhen, wird der Schalter T vorgesehen. Die geringen Bewegungen des Instrumentenzeigers bei Aus- und Einschalten der Hilfsspannung lassen auch ganz geringe Abweichungen von der Nullage erkennen. Außerdem können für ganz kurze Zeiten höhere Spannungen angewendet werden als dauernd. Bei mehreren Hilfsmeßwerken wird die Justierung in gleicher Weise ausgeführt.
  • Durch die angegebenen Maßnahmen läßt sich die Spannungsempfindlichkeit eines Hilfsmeßwerkes nur herabsetzen, nicht erhöhen. Diese maß also von vornherein mindestens so hoch sein, wie sie höchstens im Betrieb erforderlich sein kann.

Claims (18)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Elektrischer Spannungsmesser; bei welchem außer dem eigentlichen stromführenden Organ (Drehspule, feste Spule, Hitzdraht, Saite o. dgl.); dem Hauptmeßwerk, noch ein auf denselben Zeiger oder Schreiber in ähnlicher Weise wirkendes .Organ, ein Hilfsmeßwerk, vorgesehen ist, dadurch gekennzeichnet, daß das Hilfsmeßwerk mit dem Hauptmeßwerk unter Herausführüng der Verbindungsstelle an eine besondere Anschlußklemme derart in Reihe geschaltet ist, daß die Wirkungen beider Meßwerke auf den Zeiger oder Schreiber dann gleichgerichtet sind, wenn die an die zugehörigen Anschlußklemmen gelegten Spannungen (Potentialgefälle) den gleichen Sinn haben.
  2. 2. Elektrischer Spannungsmesser, bei welchem außer dem eigentlichen stromführenden Organ (Drehspule, feste Spule, Hitzdraht, Saite o. dgl.), dem Hauptmeßwerk, noch mehrere auf denselben Zeiger oder Schreiber in ähnlicher Weise wirkende Organe, Hilfsmeßwerke, vorgesehen sind, dadurch gekennzeichnet, daß die Hilfsmeßwerke mit dem Hauptmeßwerk und miteinander unter Herausführun.g der Verbindungsstellen an besondere Anschlußklemmen derart in Reihe geschaltet sind, daß die Wirkungen der Meßwerke auf den Zeiger oder Schreiber dann gleichgerichtet sind, wenn die an die zugehörigen Anschlußklemmen gelegten Spannungen (Potentialgefälle) den gleichen Sinn haben.
  3. 3. Elektrischer Spannungsmes.s@er nach Anspruch i oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß ein oder mehrere Hilfsmeßwerk(e) in derselben Art ausgeführt ist (sind) wie das Hauptmeßwerk.
  4. 4. Elektrischer Spannungsmesser nach Anspruch i oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß ein oder mehrere Hilfsmeßwerk(e) in einer gegenüber dem Hauptmeßwerk vereinfachten Art ausgeführt ist (sind).
  5. 5. Elektrischer Spannungsmesser nach Anspruch i oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß ein oder mehrere Hilfsmeßwerk(e) in .einer anderen Art ausgeführt ist (sind) wie das Hauptmeßwerk.
  6. 6. Elektrischer Spannungsmesser nach Anspruch i oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß Haupt- und Hilfsmeßwerke räumlich getrennt ausgeführt sind.
  7. 7. Elektrischer Spannungsmesser nach Anspruch i oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß Haupt- und Hilfsmeßwerke r iiui-nlicli zusammengefaßt ausgeführt sind. B.
  8. Elektrischer Spannungsmesser nach Anspruch i oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Spannungsempfindlichkeit eines oder mehrerer Hilfsmeßwerke(s) die gleiche ist wie die des Hauptmeßwerkes.
  9. 9. Elektrischer Spannungsmesser nach Anspruch i oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Spannungsempfindlichkeit eines oder mehrerer Hilfsm:eßwerke(s) doppelt so groß ist wie die des Hauptmeßwerkes. io.
  10. Elektrischer Spannungsmesser nach Anspruch i oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Spannungsempfindlichkeit eines oder mehrerer Hilfsmeßwerke(s) von der des Hauptmeßwerkes verschieden ist. i i.
  11. Elektrischer Spannungsmesser nach Anspruch i oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Spannungsempfindlichkeit eines oder mehrerer Hilfsmeßwerke(s) veränderlich ist.
  12. 12. Elektrischer Spannungsmesser nach Anspruch i oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Spannungsempfindlichkeit eines oder mehrerer Hilfsmeßwerke(s) mittels justierwiderstandes einstellbar ist.
  13. 13. Elektrischer Spannungsmesser nach Anspruch ,i oder 2, dadurch gekennze@ichnet, daß er als Teil eines zusammengesetzten Meßgerätes (beispielsweise Leistungsmesser, Wattstundenzähler) ausgebil,det ist.
  14. 14. Elektrischer Spannungsmesser nach Anspruch i oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die an ein oder mehrere Hilfsmeßwerk (e) gelegte Spannung durch Spannungsabfall hervorgerufen wird.
  15. 15. Elektrischer Spannungsmesser nach Anspruch i oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die an ein oder mehrere Hilfsmeßwerk(e) gelegte Spannung durch die Verschiedenheit der zu messenden Spannung von einer Hilfsspannung hergerufen wird.
  16. 16. Elektrischer Spannungsmesser nach Anspruch i oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß an ein oder mehrere Hilfsmeßwerk(e) (eine) wesentlich niedrigere Spannung(en) gelegt ist (sind) als gleichzeitig an das Hauptmeßwerk.
  17. 17. Elektrischer Spannungsmesser nach Anspruch i oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß er durch Anordnung einer geeigneten Einrichtung (beispielsweise Meßwiderstand, Thermoelement) zum Anzeigen, Registrieren oder Zählen einer anderen Größe (beispielsweise Strom, Wärme- j grad) verwendbar ist als die Spannung. 18. Verfahren zur Justierung eines elektrischen Spannungsmessers nach Ansprach i oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß als justierschaltung ausschließlich die 1 Betriebsschaltung verwendet wird. i9.
  18. Verfahren zur Justierung eines elektrischen Spannungsmessers nach Ansprach i oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß als justierschaltung die Betriebs- 1 schaltung unter Hinzufügung einer Hilfsspannung verwendet wird.
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