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Antrieb für Seilförderanlagen Gegenstand des Patentes 4.97310
ist eine Seilförderanlage. bei der der bekannte, durch den Druck der Seilumfiihrungsscheiben
auf ;lie Innenseite des Förderseiles bewirkte Reibungsantrieb durch einen Außenantrieb
verstärkt wird, der auf die Außenseite der Förderseile einwirkt.
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-Nach der Erfindung wird die Antriebscheibe für die Seilförderanlage
derart ausgebildet, daß sie mit dem Förderseil und dein Außenantriebseil so zusammenarbeitet,
daß das Außenantriebseil von der Antriebscheibe selbst Kraft übernimmt und auf das
Förderseil überträgt, so daß keine besondere Kraftquelle für den Außen«ntrieb erforderlich
ist.
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In den Feg. z bis 3 ist das Wesen der Erfindung erläutert. In Fig.
r ist das Schema der Lagerung der =@ulienantr:iebseile und des "Treibseiles auf
dem Rand der Treibseilscheibe dargestellt. Das Treibseil oder Förderseil a. z. ß.
ein Drahtseil, ist in der bekannten Weise uin die Treibscheibe b herumgelegt. Daneben
sind aber auch Seile c vorhanden, die als Außenantrieb auf das Seil a einwirken
und welche die zu übertragende Umfangskraft vergrößern. indem sie zunächst selbst
vom Rand der "Treibscheibe h mitgenommen werden und diese Kraft auf das Seil a übertragen.
Neben dieser selbständigen Antriebswirkung wird auch die vom Seil a zu übertragende
Umfangskraft noch dadurch vergrößert, daß der Druck des Seiles a auf seiner Unterlage
verstärkt wird. Die Seile c wird man zweckmäßig als weiche Seile, z. B. als Hanfseile
oder Gummischnur, ausführen.
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In den Fig. 3, -. und 3 sind verschiedene Anordnungen des Antriebes
als Beispiele angegeben, welche die Lage des Förderseiles und der Außenantriebseile
ohne weiteres erkennen lasen.
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Beien Außenantrieb ist die unmittelbare Wirkung durch die treibende
Kraft des Scheibenrandes die vorherrschende. Sie ist um so größer, je größer
die Keilwirkung des Treibscheibenrandes ist. Das Seil a, kann dabei an beiden Enden
gespannt sein, wie es bei den bisher bekannten Seilantrieben allgemein der Fall
ist, es kann aber auch das eine Ende frei sein. In jedem Fall ist die Gesamtwirkung
des Außen- und Innenantriebes durch das in Fig.2 angegebeneSchema dargestellt. Bezeichnet
man im Förderseil die größte Spannung mit S1, die kleine Spannung mit S, und bezeichnet
man die Spannung ein Außenantriebseil mit Z, so zeigt die gestrichelte Kurve die
Größe der Spannung Si bei verschiedenen Seilspannungen Z an, wenn S; = o ist. während
die ausgezogene Linie die Größe der Spannung S1 darstellt bei einer gewissen Seilspannung
S,. Die bekannte
Wirkung des Innenantriebes kommt also zu der Wirkung
des Außenantriebes hinzu. Durch geeignete Wahl von Z und S2 kann man eine beliebige
Zugkraft J'1 irn Förderseil erzielen, welche in beliebigem 2vIaße veränderlich ist,
je nachdem man S, groß oder klein annimmt und je nachdem man die Gröle von Z wählt.
Die Spannung Z kann durch ein Gegengewicht G oder in anderer Weise erzielt werden,
und sie kann durch Anlüften oder Beschweren des Gegengewichtes jederzeit aufgehoben
oder verstärkt werden. Man kann die Außenantriebseile auch noch nach Art des Gegenstandes
des Hauptpatentes mit einem besonderen Antrieb versehen. Durch den Außenantrieb
nach der Erfindung kann man die zu übertragende Umfangskraft auf das Mehrfache des
Wertes steigern, ,der bei einer einfachen Umschlingung ,der Treibscheibe um i,2o°
zu erzielen ist, und man kann auf diese `'eise die sonst notwendige Verwendung von
Gegenscheiben und mehrrilligen Treibscheiben vermeiden.
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In der in Fig. 3 in Grundriß dargestellten Anordnung ist der Außenantrieb
für den Antrieb von Seilbahnen benutzt, bei denen die Wagen nicht wie bei den üblichen
mehrrilligen Treibscheiben in der Antriebstation vom Seil gelöst werden müssen,
sondern mit den Außenbacken desKupplungsapparateszwischen dem Zugseil und dem Außenantriebseil
hindurchgehen können.
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Das zeitweilige Lüften des Außenantriebseiles kann bei Aufzügen in
der Anordnung nach Fig. -4 in Frage kommen. Hier sind die beiden Außentreibseile
c nach Verlassen der Treibscheibe so weit auseinandergezogen,,daß sie seitlich am
Förderseil a vorbeilaufen. Durch den Außenantrieb kann man die sonst in der Regel
verwendeten Keilnutenscheiben vermeiden. Man kann aber auch ein Gegenfahren des
Förderkorbes gegen die obereHubbegrenzung sicher vermeiden, wenn man das zur Erzeugung
der Außenseilspannung Z benutzte Gegengewicht G in der höchsten Stellung des Förderkorbes
anhebt. Dadurch wird die Wirkung des Außenantriebes aufgehoben. Wenn man das Verhältnis
des Außenantriebes zum Innenantrieb so wählt, daß der letztere zum Heben des Förderkorbes
nicht ganz. ausreicht, so ist ein Überheben des Förderkorbes über die höchste zulässige
Stellung unmöglich.
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Bei Schachtfördermaschinen mit Treibscheibenantrieb kann man durch
Verwendung des Außenantriebes das Seilgleiten auch bei geringen Teufen und bei großen
Beschleuni= gungen und Verzögerungen mit Sicherheit vermeiden. Man kann ferner beim
Überfahren der Hängebank und dein dabei bewirkten Einfallen der Notbremse die Wirkung
des Außenantriebes noch vergrößern, indem man die Außenantriebseile durch ein zusätzliches
Gegengewicht spannt. Man kann dadurch den Fahrkorb und die Maschine mit allen zur
Verfügung stehenden Mitteln verzögern. Gelingt das dennoch nicht bis zur Erreichung
der höchsten F örderkorbstellung, so kann man in ähnlicher Weise wie beimAufzug
nach Fig. 4. durch Ausrücken des Außenantriebes verhindern, daß nun auch noch durch
die Schwungkraft der Maschine der Fahrkorb gegen die obere Hubbegrenzung gezogen
wird. Bei genügender Stärke der Spannung des Außenantriebes kann man sogar beim
Eintreten eines Seilbruches den Förderkorb, der an dein noch über die Treibscheibe
führenden Seile hängt, halten und gegen Abstürzen sichern.
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Die Anwendungen und Anordnungen können sehr verschiedenartig sein;
auch kann man die Wirkung des Außenantriebes noch verstärken, indem man um die Außenantriebseile
wieder andere Antriebseile legt, und kann schließlich an Stelle der in der Zeichnung
und Beschreibung angenommenen beiden endlosen Schlaufen für das Außenantriebseil
eine einzige zusammenhängende Schlaufe wählen, welche an beiden Seiten des Förderseiles
vorbeigeführt wird.