DE510186C - Verfahren zur Darstellung von Metallhalogeniddoppelverbindungen des Lecithins und von reinem Lecithin aus ersteren - Google Patents

Verfahren zur Darstellung von Metallhalogeniddoppelverbindungen des Lecithins und von reinem Lecithin aus ersteren

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DE510186C
DE510186C DEG69055D DEG0069055D DE510186C DE 510186 C DE510186 C DE 510186C DE G69055 D DEG69055 D DE G69055D DE G0069055 D DEG0069055 D DE G0069055D DE 510186 C DE510186 C DE 510186C
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Chemische Ind Ges
GESELLSCHAFT fur CHEMISCHE INDUSTRIE
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07FACYCLIC, CARBOCYCLIC OR HETEROCYCLIC COMPOUNDS CONTAINING ELEMENTS OTHER THAN CARBON, HYDROGEN, HALOGEN, OXYGEN, NITROGEN, SULFUR, SELENIUM OR TELLURIUM
    • C07F9/00Compounds containing elements of Groups 5 or 15 of the Periodic Table
    • C07F9/02Phosphorus compounds
    • C07F9/06Phosphorus compounds without P—C bonds
    • C07F9/08Esters of oxyacids of phosphorus
    • C07F9/09Esters of phosphoric acids
    • C07F9/10Phosphatides, e.g. lecithin
    • C07F9/103Extraction or purification by physical or chemical treatment of natural phosphatides; Preparation of compositions containing phosphatides of unknown structure

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Description

  • Verfahren zur Darstellung von 1Vletallhalogeniddoppelverbindungen des Lecithins und von reinem Lecithin aus ersteren Bekanntlich stellt die Gewinnung von reinem bzw. hochkonzentriertem Lecithin eine technisch sehr schwierig zu lösende Aufgabe dar. Eine besonders empfohlene Methode besteht z. B. darin, daß aus einem lecithinhaltigen Gemisch das Lecithin als Cadmiumchloriddoppelverbindung fraktioniert abgeschieden wird, worauf das Lecithin aus der Doppelverbindung durch Erhitzen mit Aminoniumcarbonat u. dgl. bei schwach alkalischer Reaktion wieder abgespalten wird. Diese Methode birgt die Gefahr teilweiser Zersetzung des Lecithins in sich.
  • Es ist auch eine Bestimmungsmethode des Lecithins bekannt, wonach es in Äther, Chloroform oder Petroläther gelöst und mit Aceton in Gegenwart kleiner Mengen von Chlorcalcium oder Chlormagnesium gefällt wird. Alkoholische Lösungen von Lecithin sind dabei ausdrücklich ausgeschlossen (vgl. Nerking, Biochem. Zeitschr. 23, [igogjio] S. z,66, Zeile q. bis 6), da mit Aceton auch in starkem tlberschuß kein Lecithin ausgefällt werden könne.
  • Es wurde nun überraschenderweise gefunden, daß man auf sehr einfachem Wege zu Doppelverbindungen des Lecithins mit Erdalkalihalogeniden gelangen kann, in denen das Lecithin in besonders reinem Zustande vorliegt und die gleichzeitig vor den bisher bekannten Handelspräparaten den Vorzug größerer Haltbarkeit und handlicherer Form besitzen, indem man gerade alkoholische Lösungen von Lecithin bzw. lecithinhaltigen Gemischen in beliebiger Reihenfolge mit alkoholischen Lösungen von Erdalkalihalogeniden, insbesondere des Calciums, und mit Aceton behandelt, die erhaltene Abscheidung von der Lösung trennt und trocknet. Als Füllungsmittel für das Lecithin dient hier nicht das Aceton, sondern die alkoholische Lösung der Erdalkaliverbindung, während das Aceton lediglich zur Lösung fettiger Verunreinigungen benötigt wird.
  • Versetzt man z. B. eine äthylalkoholische Lösung von rohem Lecithin mit einer äthylalkoholischen Lösung von Chlorcalcium, so entsteht eine ölige Fällung, die, mit Aceton vermischt, eine bröckelige, fast weiße Masse ergibt, die sich nach dem Trocknen leicht pulverisieren läßt.
  • An Stelle von Chlorcalcium können auch andere alkohollösliche Salze des Calciums, wie z. B. Bromcalcium, Jodcalcium, oder auch andere alkohollösliche Erdalkaliverbindungen, wie z. B. Chlorstrontium, an Stelle von Äthylalkohol andere Alkohole, z. B. Methylalkohol, verwendet werden.
  • Die erhaltenen Produkte stellen anscheinendAdsorptionsverbindungen der Erdalkalisalze an das Lecithin dar. Sie sind in Wasser etwas schwerer löslich als das Lecithin selbst; in Alkohol lösen sie sich in der Kälte ziemlich schwer, in der Hitze leichter; in Benzol, Petroläther, Chloroform sind sie leicht, in Äther weniger leicht löslich, in Aceton unlöslich.
  • Aus den in obiger Weise erhaltenen Erdalkalihalogenidverbindungen des Lecithins kann man gewünschtenfalls nach ähnlichen Methoden, wie sie für die Cadmiumchloridverbindungen üblich sind, z. B. durch Erwärinen mit Ammoniumcarbonat, freies Lecithin von hohem Reinheitsgrad gewinnen.
  • Der Vorteil des vorliegenden Verfahrens besteht darin, daß nach der Extraktion des Ausgangsstoffes mit Alkohol aus der erhaltenen Lösung ohne langwierige Maßnahmen ein Lecithin von besonders hohem Reinheitsgrad erhalten werden kann. Gleichzeitig hat man es in der Hand, therapeutisch wirksame Verbindungen in das Lecithin einzuführen und damit einerseits dessen therapeutischen Verwendungsbereich wesentlich zu erweitern und anderseits die wertvollen Eigenschaften des Lecithins für einen weiteren Kreis von Therapieformen, wie z. B. die Calcium-, Brom-, Jodtherapie, nutzbar zu machen.
  • Der Gehalt der neuen Verbindungen an Erdalkalihalogenid kann innerhalb gewisser Grenzen schwanken, je nach der Menge des zur Fällung verwendeten Alkalihalogenids. Hierbei hat sich eine gewisse, von Fall zu Fall festzustellende Menge der Erdalkaliv erbindung als besonders günstig für die Höchstabscheidung des Lecithins erwiesen.
  • Als Ausgangsstoffe für das vorliegende Verfahren kommen sowohl tierische wie pflanzliche lecithinhaltige Stoffe in Frage. Beispiel i 5 kg Handelstrockeneigelb werden zweimal mit j e f o 1 absolutem Alkohol während mehrerer Stunden ausgekocht, die beiden Extrakte vereinigt und einige Stunden stehen gelassen. Hierauf wird die Lösung vom abgeschiedenen Eieröl abgetrennt, zweckmäßig auf etwa M bis % ihres Volumens eingedampft und hernach mit 36o ccm einer 2o°/oigen, absolut alkoholischen Lösung von wasserfreiem Chlorcalcium versetzt, wobei eine ölige Fällung auftritt. Der Alkohol wird nunmehr im Vakuum vollständig entfernt und der ölige Rückstand mit 61 Aceton innig verrührt, wobei die Lecithinverbindung als bröckelige, leicht gelblich gefärbte Masse hinterbleibt. Nach gründlichem Durchkneten der Masse wird das Aceton abgegossen und das Auswaschen mit je etwa 11 Aceton wiederholt bis das Aceton farblos bleibt. Hierauf wird der Rückstand abgesaugt und zweckmäßig im Vakuum getrocknet. Das in einer Ausbeute von etwa 2o,0/", auf Trockeneigelb berechnet, erhaltene Produkt zeigt die Zusanimensetzung: P - 3,70"/", N = I,79h °%o, Ca ==:2, 12 °'a, Cl - 4,03 °%".
  • Durch Erwärmung mit Ammoniumcarbonat kann man aus dieser Verbindung, ähnlich wie aus den Cadmiumchloriddoppelverbindmigen, das freie Lecithin in hoch gereinigter Form gewinnen.
  • Zum gleichen Ergebnis gelangt man, wenn man die alkoholische Eigelblösung zuerst mit Aceton versetzt und hernach die alkoholische Chlorcalciumlösung zufügt. Hierbei tritt beim Rühren sofort Umwandlung in eine bröckelige, wenig gefärbte Masse auf, die in gleicher Weise, wie in obigem Beispiel erwähnt, gewaschen und getrocknet wird.
  • Ferner kann von der im obigen Beispiel beschriebenen öligen Fällung der Alkohol durch Abhebern abgetrennnt und gegebenenfalls nach Entfernung des noch anhaftenden Alkohols das zurückbleibende U J1 unmittelbar mit Aceton behandelt werden. Die abgetrennte alkoholische Lösung enthält noch weitere Mengen Lecithin, die durch Eindampfen der Lösung und Behandlung des Rückstandes mit Aceton wie oben gewonnen werden können.
  • Auch das aus den alkoholischen Lecithinlösungen vor der Zugabe der Chlorcalciumlösung und des Acetons abgeschiedene Eieröl kann in obiger Weise, z. B. durch Ausschütteln mit Alkohol und Weiterbehandlung des alkoholischen Extraktes auf darin enthaltenes Lecithin, verarbeitet werden. Beispiel e I goo ccm absolut alkoholischer Rohextrakt aus i kg Trockeneigelb werden nach Abtrennung des abgeschiedenen Eieröls auf etwa 6oo ccm eingeengt und mit 52 ccin einer 2o°/oigen absolut alkoholischen Broincalciumlösung versetzt. Beim Stehen scheidet sich die Lösung in zwei Schichten, eine obere Alkoholschicht und eine untere ölschicht. Die Olschicht wird abgetrennt, im Vakuum vom Alkohol befreit und der Rückstand mit 6oo ccm Aceton versetzt. Das abgeschiedene gelbliche, krümelige Produkt wird mit Aceton gewaschen, bis letzteres farblos bleibt. -Das getrocknete Präparat zeigt die Zusammensetzung: P - 3,96 °/o, N - 1,78 °/a, Ca = 1,75 °/o, Br - 8,oo °/o. Aus der alkoholischen Schicht können nach Eindampfen durch Behandeln mit Aceton noch weitere Mengen des Produktes erhalten werden. Beispiel 3 5 kg lufttrockenes Bohnenmehl werden 6 Stunden mit absolutem Alkohol im Extraktionsapparat ausgekocht; hierauf wird filtriert und das Filtrat im Vakuum auf 8oo ccm eingeengt. Nach dem Abkühlen scheidet sich eine ölige Flüssigkeit aus, die im Scheidetrichter abgetrennt wird.
  • 6oo ccm der lecithinhaltigen Lösung werden mit 12 ccm einer 2o °/oigen alkoholischen Chlorcalciumlösung versetzt, wobei sich nach einiger Zeit eine ölige Schicht abscheidet. Sie wird im Scheidetrichter abgetrennt und mit dem gleichen Volumen Aceton versetzt. Nach mehrmaligem Auswaschen mit Aceton hinterbleibt eine schwach gelblich gefärbte, krümelige Masse, die im Vakuum getrocknet ein hygroskopisches Pulver ergibt. Dieses zeigt die Zusammensetzung: P=3,85%, N = 01a, Ca - 2,2 0I0, Cl ._-__ 2,4 %.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Darstellung von Metallhalogeniddoppelverbindungen des Lecithins und von reinem Lecithin aus ersteren, dadurch gekennzeichnet, daß man alkoholischeLösungen von Lecithin bzw.lecithinhaltigen Gemischen in beliebiger Reihenfolge mit alkoholischen Lösungen von Erdalkali-, insbesondere Calciumhalogeniden, und mit Aceton behandelt, die erhaltene Abscheidung von der Lösung trennt, trocknet und gegebenenfalls die so erhaltenen Lecithin - Erdalkalihalogenidverbindungen nach den für die Zerlegung von Lecithin - Metallsalzdoppelverbindungen üblichen Methoden in freies Lecithin von hohem Reinheitsgrad überführt.
DEG69055D 1926-12-28 1926-12-28 Verfahren zur Darstellung von Metallhalogeniddoppelverbindungen des Lecithins und von reinem Lecithin aus ersteren Expired DE510186C (de)

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