DE506858C - Vorrichtung zum Schutz von Dreiphasennetzen in Abhaengigkeit von dem Verhaeltnis zwischen Stromstaerke und Spannung des Kurzschlusskreises - Google Patents
Vorrichtung zum Schutz von Dreiphasennetzen in Abhaengigkeit von dem Verhaeltnis zwischen Stromstaerke und Spannung des KurzschlusskreisesInfo
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- H02—GENERATION; CONVERSION OR DISTRIBUTION OF ELECTRIC POWER
- H02H—EMERGENCY PROTECTIVE CIRCUIT ARRANGEMENTS
- H02H1/00—Details of emergency protective circuit arrangements
- H02H1/0038—Details of emergency protective circuit arrangements concerning the connection of the detecting means, e.g. for reducing their number
- H02H1/0046—Commutating the detecting means in dependance of the fault, e.g. for reducing their number
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Description
DEUTSCHES REICH
AUSGEGEBEN AM
9. SEPTEMBER 1930
REICHSPATENTAMT
PATENTSCHRIFT
JVi 506858 KLASSE 21 c GRUPPE
Vorrichtungen zum Schutz von Dreiphasennetzen mit einem einzigen Relais, das
in Abhängigkeit von dem Verhältnis zwischen Spannung und Stromstärke des Kurzschlußkreises
arbeitet, sind bekannt. Dabei wird die Stromspule des Relais von der Differenz
der Ströme in zwei Phasen erregt. Die Spannungsspule wird durch Schalteinrichtungen
an die Spannung der vom Fehler betroffenen Leitungen geschaltet.
Gemäß der Erfindung wird die Spannungsspule bei einem Kurzschluß derjenigen beiden
Phasen, durch deren Stromdifferenz die Stromspule des Quotientenrelais erregt wird,
an die doppelte verkettete Spannung zwischen diesen beiden Phasen, bei einem Kurzschluß
zwischen einer dieser Phasen mit der dritten Phase an die einfache verkettete Spannung
zwischen den vom Fehler betroffenen Phasen
ao gelegt. Durch diese Anordnung wird erreicht, daß dem Quotientenrelais in jedem Störungsfalle das richtige Verhältnis von Strom und
Spannung (Impedanz) des Kurzschlußkreises zugeführt wird. Dies ist für den Selektivschutz
insofern von Wichtigkeit, als die Auslösezeit von der Größe der Impedanz abhängt.
Bei der bekannten Anordnung wird auch im Falle eines Kurzschlusses zwischen denjenigen
Phasen, deren Stromdifferenz der Stromspule des Quotientenrelais zugeführt wird, die Spannungs spule ebenso wie in den
anderen Fällen an die einfache verkettete Spannung gelegt. Da aber der der Stromspule
des Quotientenrelais zugeführte Strom doppelt so groß ist wie in den beiden anderen
Fällen (gleichen Kurzschlußstrom und gleiche Fehlerortsentfernung in allen Fällen vorausgesetzt),
so erscheint die Impedanz bei der bekannten Anordnung in diesen beiden Fällen doppelt so groß, d. h. das Relais arbeitet mit
doppelt so großer Verzögerung wie notwendig wäre. Dieser Nachteil wird durch die Erfindung
vermieden.
In der Abb. 1 ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt. R1 S, T sind die
drei Leitungen eines Dreiphasennetzes. In den beiden Leitungen 51 und T liegen Stromwandler
2 und 3. Die Sekundärwicklungen der beiden Stromwandler 2 und 3 sind in bekannter
Weise gegeneinander geschaltet. Parallel zu ihnen liegt die Stromspule 41 eines
Quotientenrelais 4, der also die Differenz der Ströme in den beiden Stromwandlern zugeführt
wird. In den Verbindungsleitungen der Stromwandler liegen Überstromrelais 5 und 6. Diese steuern Umschaltrelais 7 und 8,
9 und 10 sind Spannungswandler. 11 ist ein Richtungsrelais, dessen Stromspule 111 in
Reihe mit der Stromspule 41 des Quotientenrelais parallel zu den Sekundärwicklungen der
*) Von dem Patentsucher ist als der Erfinder angegeben worden:
Dipl.-Ing. Hermann Neugebauer in Berlin-Spandau
«-r.: *,, j "ft
rf*
Stromwandler 2 und 3 liegt und ebenfalls von der Differenz der Ströme in den beiden
Phasen S und T erregt wird. Die Spannungsspule 112 des Richtungsrelais 11 liegt
parallel zu der Spannungsspule 42 des Quotientenrelais und bekommt in allen Fällen dieselbe
Spannung wie diese.
Bei einem Kurzschluß, beispielsweise zwischen den Phasen R und T, fließt in diesen
beiden Leitungen ein Überstrom. Der Strom in der Phase 3" ist vernachlässigbar klein.
Die Stromspule 41 des Ouotientenrelais 4 wird entsprechend dem in der Leitung T fließenden
Überstrom erregt, von dem auch die Stromspule 111 des Richtungsrelais 11 erregt
wird. Das Überstromrelais 5, das in dem von dem Stromwandler 3 und den beiden Stromspulen 41 und 111 gebildeten Stromkreis
Hegt, spricht an und schließt seinen Kontakt 51. Das Überstromrelais 6 kann
nicht ansprechen, da die Leitung 5 keinen Überstrom führt. Wenn der Kontakt 51 geschlossen
wird, wird das Umschalterelais 7 erregt und bringt die von ihm gesteuerten Umschalter
71, 72, 73 in Berührung mit ihren Arbeitskontakten. Wenn der Umschalter 73
seinen Arbeitskontakt berührt, erhalten die Spannungsspulen 42 und 112 des Quotienten-
und des Richtungsrelais über die Spannungswandler 9 und 10 die verkettete Spannung
zwischen den Phasen R und T. Das Quotientenrelais verstellt infolgedessen entsprechend
dem Verhältnis von Strom und Spannung in dem Kurzschlußkreis der Phasen R und Γ
seinen Zeiger 43 entgegengesetzt dem Uhrzeigersinne. Gleichzeitig wird ein Zeitwerk 44
in Umlauf gesetzt und dadurch der Kontakthebel 45 mit einer bestimmten Geschwindigkeit
ebenfalls entgegengesetzt dem Uhrzeigersinne gedreht. Nach einer gewissen Zeit, die dem Ausschlag des Zeiger 43 entspricht,
kommt der Kontakthebel 45 in Berührung mit dem Zeiger 43. Wenn der Überstrom in einer solchen Richtung fließt, daß das Richtungsrelais
11 seinen Kontakt 113 schließt, so ist jetzt der von dem Quotientenrelais gesteuerte
Auslösestromkreis geschlossen und die fehlerhafte Leitung wird abgeschaltet.
Bei einem Kurzschluß zwischen den Leitungeni? und 5 finden dieselben Vorgänge
statt, mit Ausnahme, daß nicht das Überstromrelais 5, sondern das Überstromrelais 6
und damit das Umschaltrelais 8 erregt wird. Der Spannungsspule 42 des Quotientenrelais
4 wird in diesem Falle die verkettete Spannung der Phasen S und R zugeführt.
Das Quotientenrelais 4 schaltet also in diesem Falle entsprechend dem Verhältnis von Strom
und Spannung in den Phasen R und >? ab. Die Umschalter 81 und 82 des Umschalterelais
8 und die Umschalter 72 und 73 des Umschalterelais 7 sind so geschaltet, daß bei
einem Kurzschluß zwischen den Phasen R und Γ der Stromkreis der Spannungsspule
des Quotientenrelais nur dann geschlossen werden kann, wenn das Umschalterelais 7 erregt,
das Umschalterelais 8 dagegen entregt ist, d. h. wenn die Umschalter 71 bis 73 ihre
Arbeitskontakte, die Umschalter 81 bis 83 ihre Ruhekontakte berühren. Ebenso erhält
das Quotientenrelais bei einem Kurzschluß zwischen den Phasen R und 6" nur dann
Spannung, wenn das Umschalterelais 8 erregt, das Umschaltrelais 7 dagegen entregt ist.
Bei einem Kurzschluß zwischen den Phasen J? und T erhält die Stromspule 41 des
Quotientenrelais einen Strom von der doppelten Größe wie in den beiden geschilderten
Fällen, da in diesem Falle die beiden Leitungen 61 und T Überstrom führen. Infolgedessen
sprechen die beiden Überstromrelais 5 und 6 an und beide Umschalterelais 7 und 8
werden erregt. Damit dem Ouotientenrelais das richtige Verhältnis von Strom und Spannung
zugeführt wird, muß, da die Stromspule den doppelten Strom führt, die Spannungsspule die doppelte verkettete Spannung der
Phasen 5 und T erhalten. Zu diesem Zweck hat die eine Wicklung 102 des Spannungswandlers
10 doppelt soviel Windungen wie Richtungsrelais 11 erhält auch in diesem Falle
wieder dieselbe Spannung wie das Quotientenrelais. Der Stromkreis der beiden Spannungsspulen
42 und 112 verläuft über die Umschalter 83 und 71 und ihre Arbeitskontakte,
d. h. nur wenn beide Relais 7 und 8 ansprechen, erhält das Quotientenrelais die doppelte verkettete Spannung.
Die Abb. 2 zeigt ein anderes Ausführungsbeispiel gemäß der Erfindung. Wie in Abb. 1
liegen auch hier in den beiden Leitungen S und T die Stromwandler 2 und 3, deren Sekundärwicklungen
in Kreuz gegeneinandergeschaltet sind, so daß die parallel zu ihnen
liegende Stromspule des Quotientenrelais von der Differenz der Ströme in den beiden
Phasen 5 und T erregt wird. In den Verbindungsleitungen der Stromwandler liegen wiederÜberstromrelais
5 und 6. 11 ist das Richtungsrelais, dessen Stromspule in Reihe mit u0
der Stromspule und dessen Spannungsspule parallel zur Spannungsspule des Quotientenrelais
geschaltet ist. Die Spannungsspule 42 des Ouotientenrelais ist bei dem in der Abbildung
dargestellten Ruhestand der Einrich- n5 tung mit ihren beiden Enden über die Ruhekontakte
53 bzw. 63 der beiden Überstromrelais 5 und 6 über einen Widerstand 12 an
die dritte Phase R angeschlossen. Bei einem Kurzschluß zwischen den Phasen R und S
spricht ebenso wie bei der vorher beschriebenen Anordnung das Überstromrelais 6 an
und schließt seinen Arbeitskontakt 62. Dadurch wird die Spannungsspule 42 an die verkettete
Spannung zwischen den beiden Phasen R und S gelegt, jedoch unter Vorschaltung
des Widerstandes 12. Bei einem Kurzschluß zwischen den beiden Phasen R
und T spricht das Überstromrelais 5 an. Die Spannungsspule 42 wird in diesem
Falle über den Kontakt 52 an die verkettete Spannung zwischen den Phasen R
und T gelegt, wieder unter Vor schaltung des Widerstandes 12. Im Falle eines
Kurzschlusses zwischen den Phasen 5 und T sprechen beide Relais 5 und 6 an. Infolgedessen
wird die Spannungsspule des Quotientenrelais an die verkettete Spannung zwischen
den Phasen 6" und T angeschlossen. In diesem Falle jedoch ohne Vorschaltung des Widerstandes
12. Der Widerstand 12 ist so bemessen, daß die Spannung, die der Spannungsspule im Falle eines Kurzschlusses zwischen
den Phasen 51 und T zugeführt wird, doppelt
so groß ist wie die Spannung, an welche die Spannungsspule im Falle eines Kurzschlusses
zwischen einer dieser beiden Phasen mit der dritten Phase R gelegt wird (gleichen Kurzschlußstrom
und gleiche Fehlerortsentfernung in allen Fällen vorausgesetzt). In der
Abbildung wird die Spannungsspule direkt an das Netz angeschlossen. Selbstverständlich
kann der Anschluß auch über einen Spannungswandler erfolgen. Das Richtungsrelais
11 arbeitet in derselben Weise wie bei der Anordnung gemäß Abb. 1.
Bei den beiden dargestellten Ausführungsbeispielen wird die Spannungs spule des Quotientenrelais
durch Überstromrelais an die erforderliche Spannung gelegt. Es ist aber
auch möglich, anstatt der Überstromrelais Spannungsabfallrelais zu verwenden, die an
die verketteten Spannungen zwischen den einzelnen Phasen angeschlossen werden und bei
einem Spannungsabfall die Spannungsspule des Quotientenrelais an die zugehörige verkettete
Spannung legen.
Es ist auch möglich, statt des Richtungsrelais 11, dessen Stromspule in Reihe mit der
Stromspule des Quotientenrelais und dessen Spannungsspule parallel zu der Spannungsspule des Quotientenrelais liegt, ein Rieh-
tungsrelais mit zwei Strom- und zwei Spannungsspulen in der bekannten Aron-Schaltung
zu verwenden. Die beiden Stromspulen werden wie die Überstromrelais 5 und 6 in die
Verbindungsleitungen der in Kreuz geschalteten Stromwandler 2 und 3 geschaltet. Die
beiden Spannungsspulen werden dabei an die verketteten Spannungen zwischen den Phasen
R und 6* bzw. R und T angeschlossen.
Claims (3)
- Patentansprüche:i. Vorrichtung zum Schutz von Dreiphasennetzen in Abhängigkeit von dem Verhältnis zwischen Stromstärke und Spannung des Kurzschlußkreises, bei welcher die Stromspule eines Quotientenrelais von der Differenz der Ströme in zwei Phasen erregt wird und bei welcher Schalteinrichtungen zum Einschalten der Spannungsspule an die Spannung der vom Fehler betroffenen Leitungen vorgesehen sind, dadurch gekennzeichnet, daß die Spannungsspule bei einem Kurzschluß dieser beiden Phasen an die doppelte verkettete Spannung der beiden Phasen, bei einem Kurzschluß zwischen einer dieser Phasen mit der dritten Phase an die einfache verkettete Spannung zwischen den vom Fehler betroffenen Phasen gelegt wird.
- 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch einen Spannungswandler zur Speisung der Spannungsspule, dessen eine Wicklung doppelt soviel Windungen hat wie die beiden andern.
- 3. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß in zweien der drei Spannungskreise für die Spannungsspule ein hochohmiger Vor schaltwiderstand liegt.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Priority Applications (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DES89371D DE506858C (de) | 1929-01-10 | 1929-01-10 | Vorrichtung zum Schutz von Dreiphasennetzen in Abhaengigkeit von dem Verhaeltnis zwischen Stromstaerke und Spannung des Kurzschlusskreises |
| FR687449D FR687449A (fr) | 1929-01-10 | 1929-12-31 | Dispositif pour la protection de réseaux triphasés |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DES89371D DE506858C (de) | 1929-01-10 | 1929-01-10 | Vorrichtung zum Schutz von Dreiphasennetzen in Abhaengigkeit von dem Verhaeltnis zwischen Stromstaerke und Spannung des Kurzschlusskreises |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE506858C true DE506858C (de) | 1930-09-09 |
Family
ID=7515065
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DES89371D Expired DE506858C (de) | 1929-01-10 | 1929-01-10 | Vorrichtung zum Schutz von Dreiphasennetzen in Abhaengigkeit von dem Verhaeltnis zwischen Stromstaerke und Spannung des Kurzschlusskreises |
Country Status (2)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE506858C (de) |
| FR (1) | FR687449A (de) |
-
1929
- 1929-01-10 DE DES89371D patent/DE506858C/de not_active Expired
- 1929-12-31 FR FR687449D patent/FR687449A/fr not_active Expired
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| FR687449A (fr) | 1930-08-08 |
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