DE50534C - Verfahren zur Isolirung eines Farbstoffes der Indulinreihe - Google Patents

Verfahren zur Isolirung eines Farbstoffes der Indulinreihe

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DE50534C
DE50534C DENDAT50534D DE50534DA DE50534C DE 50534 C DE50534 C DE 50534C DE NDAT50534 D DENDAT50534 D DE NDAT50534D DE 50534D A DE50534D A DE 50534DA DE 50534 C DE50534 C DE 50534C
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indulin
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aniline
hydrochloric acid
melt
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DENDAT50534D
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FARBWERKE VORM. Meister, Lucius & Brüning in Höchst a. M
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C09DYES; PAINTS; POLISHES; NATURAL RESINS; ADHESIVES; COMPOSITIONS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR; APPLICATIONS OF MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • C09BORGANIC DYES OR CLOSELY-RELATED COMPOUNDS FOR PRODUCING DYES, e.g. PIGMENTS; MORDANTS; LAKES
    • C09B17/00Azine dyes

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Description

KAISERLICHES.
PATENTAMT.
Nach den Angaben von O. N. Witt (Chetn. Soc, 1883, I, 112, Berl. Ber. XX, 1538) entsteht bei der gewöhnlichen Indulinschmelze (2 Theile Amidoazobenzol, 1 Theil salzsaures Anilin, 4 Theile Anilin) zunächst Azophenin, nach dem Verschwinden des letzteren, neben dem typischen Indulin C18 H15 N3, auch noch die beiden höheren Induline C30 H23 N5 und dessen Phenylderivat C36 H21 N5 (Ber. XX, 1539). Die Mengenverhältnisse, in welchen sich diese Körper bilden, variiren mit den Versuchsbedingungen (Menge des salzsauren Anilins, Temperatur und Verdünnungsmittel).
Unter gewissen Bedingungen entsteht bei der Indulinschmelze mit Amidoazobenzol in der Hauptsache neben geringen Mengen obiger Körper ein bisher nicht beschriebenes Indulin von technisch werthvollen Eigenschaften. Dieses Indulin liefert wasserlösliche Salze, sowohl mit organischen als unorganischen Säuren. Besonders durch die Beständigkeit seiner Salze mit organischen Säuren zeichnet es sich vor den bisher bekannten Producten der Indulinschmelze aus und gestattet dadurch seine Anwendung für den Zeugdruck. Auf der Löslichkeit dieser Base in verdünnten organischen Säuren basirt die Trennungsmethode derselben von den anderen Producten der Indulinschmelze. Der Base kommt die Formel C24 HJS JV4 zu und ihr salzsaures Salz enthält 9,1 pCt. H Cl, entsprechend der Formel C2iH1B N4 ■ H Cl.
Das Chlorhydrat der Base (erhalten durch Fällen des Acetats mit überschüssiger Salzsäure) bildet bronzeglänzende Krystalle, die sich leicht in warmem Wasser mit blauvioletter Farbe lösen und aus dieser Lösung durch Zusatz von Salzsäure wieder gefällt werden. Die Base löst sich in Alkohol und Aether mit fuchsinrother Farbe und krystallisirt aus Aether in glänzenden Blättchen. Das Acetat der Base ist leicht löslich in Wasser.
Die Bedingungen, unter denen sich diese Base hauptsächlich in der Indulinschmelze bildet, trifft man am besten beim Einhalten folgenden Verfahrens:
i. Indulinschmelze.
Der Ansatz enthält viel mehr salzsaures Anilin als der gewöhnliche von O. N. Witt (Ber. XX) beschriebene, nämlich:
Witt
Amidoazobenzol 2 Theile 2 Theile
Salzsaures Anilin .... 2,4 - 1
Anilin 5,7 - 4
Infolge der Anwendung der gröfseren Menge salzsauren Anilins verläuft die Schmelze sehr rasch und liefert hauptsächlich Indulin C2iHlsNi und nur geringe Mengen seiner Phenylirungsproducte. Eine Schmelze mit 25 kg Amidoazobenzol dauert (gerechnet vom Beginne der Azopheninbildung bis zum Verschwinden des Azophenins und vollendeter Indulinbildung) 5 Minuten. Die Azopheninbildung beginnt bei ca. 115°, dann erfolgt unter Selbsterwärmung der Schmelze auf 135 bis 1400 die Indulinbildung. Die fertige Schmelze wird in überschüssige, verdünnte, heifse (60°) Salzsäure eingetragen, ausgekocht, nach dem Erkalten auf einem Filter gesammelt und mit verdünnter Salzsäure gewaschen.
2. Abscheidung der Basis C24TjT18N4.
Das Gemenge der salzsauren Induline (feuchte Prefskuchen von ca. 70 pCt. Trockengehalt und von bekanntem Salzsäuregehalt) wird mit etwa der dreifachen Menge Wasser und der berechneten Menge Aetznatron in einem Kollergang so lange verarbeitet, bis sich eine abfiltrirte, gut ausgewaschene Probe in Alkohol rein fuchsinroth löst. Nun wird die Masse in einem Druckkessel mit Rührer mit noch mehr Wasser angerührt. In einer Filterpresse sammelt man das Basengemenge und wäscht mit Wasser bis zum Verschwinden der alkalischen Reaction der Waschwässer.
Das Basengemenge wird nun in einem geeigneten Druckgefäfs mit der 100 bis 120 fachen Menge 1 procent. Essigsäure unter einem Druck von ι Y2 bis 2 Atmosphären etwa 1 Stunde ausgekocht, dann wird heifs durch eine Filterpresse filtrirt. Das Filtrat enthält das Acetat des Indulins C24 H16 N4, während alle übrigen Farbstoffe in der Filterpresse zurückbleiben. Aus dem erkalteten Filtrat wird die Basis C24 TjT18 N4 mit Natron gefällt und in einer Filterpresse gesammelt.
Eigenschaften der Basis.
Leicht löslich in Aether, Benzol und heifsem Alkohol, schwer löslich in kaltem Alkohol, unlöslich in Wasser. Farbe der Lösungen: rein fuchsinroth. Krystallisirt aus Alkohol in grünbraunen, metallglänzenden Krystallen, welche bei 255 bis 2600 sich zersetzen, ohne einen scharfen Schmelzpunkt zu zeigen. Acetylirt sich leicht beim Kochen mit Eisessig oder beim gelinden Erwärmen mit Essigsäureanhydrid. Die Acetylverbindung löst sich in Alkohol und Aether mit gelbrother Farbe; sie schmilzt nicht unzersetzt.
Elementaranalyse des salzsauren Salzes:
Berechnet für C24 H1S N4 ■ H Cl: Gefunden:
C 72,3 . 72,0,
H 4,7 5,4,
N 14,3 14,!,
HCl 9,0 9,0"
Beim Erhitzen der Basis oder ihrer Salze mit Anilin und Anilinsalz auf 160 bis i8o° tritt Phenylirung ein; das Endproduct derselben ist das in Alkohol unlösliche »Indulin 6B« von Witt & Thomas (Chem. Soc, 1883, S. 112); (Unterschied vom Azodiphenylblau C1S H1^ N3 von Hofmann & Geyger, Ber., V, 472, welches beim Phenyliren nicht »Indulin 6B« giebt).
3. Salze der Basis C24JFZ18N4.
Die Salze der Basis sind in kaltem und warmem Wasser mit rothvioletter Farbe löslich.
Das salzsaure Sah erhält man analysenrein beim Fällen einer essigsauren Lösung der Basis mit überschüssiger Salzsäure. Es stellt so braune, metallglänzende Krystalle dar, welche in Wasser leicht löslich sind; aus der wässerigen Lösung wird es durch die geringsten Mengen Salzsäure ausgefällt. In dieser Form enthält es 9 pCt. Salzsäure, entsprechend der Formel C24 H1B N4 · H Cl. Löst man es aber in Alkohol und fällt mit viel cöncentrirter Salzsäure, so erhält man ein schwarzblaues, in Wasser schwer lösliches Salz mit 20 pCt. Salzsäure, entsprechend der Formel:
C24 H18 N4 - 3 HCl.
Das Acetat krystallisirt beim Concentriren seiner wässerigen Lösung in Form violetter, matt schimmernder Blättchen.
Das Tartrat verhält sich wie das Acetat.
Das citronensäure Salz krystallisirt in braunen Blättchen; es ist schwerer löslich als die vorigen.
Das lävulinsaure Salz krystallirt nicht.

Claims (1)

  1. PatEnt-Anspruch:
    Verfahren zur Isolirung des Indulins C24TjT18 N4, darin bestehend, dafs man die Producte der Indulinschmelze (2 Theile Amidoazobenzol, 5 Theile Anilin, 3,9 Theile salzsaures Anilin) mit Alkali in freie Base überführt, das Gemenge mit verdünnter organischer Säure auszieht und den in Lösung gegangenen Farbstoff durch Eindampfen gewinnt.
DENDAT50534D Verfahren zur Isolirung eines Farbstoffes der Indulinreihe Expired - Lifetime DE50534C (de)

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Cited By (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1260057B (de) * 1964-09-05 1968-02-01 Basf Ag Verfahren zur Reinigung von Farbbasen der Nigrosin- und Indulinreihe
FR2407240A1 (fr) * 1977-10-31 1979-05-25 Acna Bases colorees des series de la nigrosine et de l'induline

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* Cited by examiner, † Cited by third party
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DE1260057B (de) * 1964-09-05 1968-02-01 Basf Ag Verfahren zur Reinigung von Farbbasen der Nigrosin- und Indulinreihe
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