-
Längenmeßmaschine für langgestreckte Körper, insbesondere für Rohre
Die Erfindung betrifft eine Längenmeßmaschine für langgestreckte Körper, insbesondere
Rohre. Es sind bereits Längenmeßvorrichtungen bekannt, bei denen mechanisch und
automatisch eine Messung der zu messenden Körper erfolgt und das gemessene Maß auch
gleichzeitig registriert wird. Der ,Nachteil dieser Vorrichtungen besteht im wesentlichen
darin, daß falsche oder fingierte Messungen vorgenommen werden können und ferner,
falls die Messung und das Registrieren nicht gleichzeitig geschieht, Fehler durch
die Teilung der Arbeitsgänge erfolgen können. Die angeführten Nachteile werden gemäß
der Erfindung dadurch vermieden, daß eine elektrisch betriebene Längenmeßmaschine
mit einer an sich bekannten elektrischen Addiermaschine derart verbunden ist, daß
nach dem Einstellen des Körpers, z. B. des Rohres, in die Meßlage ein dadurch ausgelöster
elektrischer Strom Meßfinger betätigt, die auf elektrischem Wege über den Tasten
der Addiermaschine angeordnete Druckfinger ihrer Stellung entsprechend beeinflussen.
-
Die i\lessung erfolgt durch einen gegen das den zu messenden Körper,
z. B. das Rohr, tragende Gestell beweglichen Wagen o. dgl., der mittels eines Anschlages
den Körper gegen einen als Schalter ausgebildeten, mit dem Gestell fest verbundenen
Anschlag drückt, wodurch die Auslösung des die Meßfinger betätigenden Stromes bewirkt
wird. Die Meßfinger werden durch Kolben von nebeneinander auf dem beweglichen Wagen
angeordneten Doppelsolenoiden gebildet, die sich bei elektrischer Auslösung gegen
ebenfalls entsprechend nebeneinander unter dem Wagen auf dem Gestell fest angebrachte
Stufenmeßstäbe legen und durch an ihnen befindliche Kontaktfedern die der gemessenen
Werkstücklänge entsprechenden Kontakte einstellen. Mit den Kontakten sind Stromkreise
verbunden, die nach Betätigung eines Schalters vor den Tasten der Addiermaschine
angeordnete Kolben einer zweiten Doppelsolenoidgruppe betätigen, so daß durch Herunterdrücken
der entsprechenden Tasten der Addiermaschine die gemessene Länge angegeben wird.
-
Auf der Zeichnung ist eine Ausführungsform einer gemäß der Erfindung
gestalteten Meßvorrichtung in vier Abbildungen dargestellt. Wie Abb. i zeigt, wird
das zu messende Rohr a, welches dem auf dem Tisch b
lagernden Bündel entnommen
ist, den Rollen c, welche zu einer später erläuterten Abwer fvorrichtung gehören,
zugeführt. Oberhalb dieser Rollen läuft auf zwei Längsträgern d und c ein von Hand
oder mechanisch betriebener Wagen f, welcher über die ganze Meßlänge bewegt werden
kann. Mit dem an dem Wagen f befestigten Anschlag g wird das auf den Rollen c liegende
Rohr a so weit vorgeschoben, bis es an einen am Ende der Meßstrecke angebrachten
Schalter h stößt
(Abb.2). Der Schalter h ist ein Doppelschalter,
dessen Mittelkontakt h. dauernd unter -Netzspannung steht. Der vor dem Anstoßen
des Rohres anliegende Kontakt h.. schließt den Stromkreis x für die oberen Magnetspulen
der vier auf dem Wagen f nebeneinander angeordneten Doppelsolenoide I, II, III und
IV, so daß die vier Solenoidkolben i:, k, l und in in der in ebb. 2 gestrichelten
Ruhestellung festgehalten werden. Durch das Anstoßen des Rohres a gegen den Schalter
h. wird durch diesen der Stromkreis x unterbrochen, die oberen Magnetspulen also
stromlos, während gleichzeitig durch das Anstoßen des Kontaktes h= gegen den Mittelkontakt
lt, der Stromkreis y für die unteren Magnetspulen geschlossen wird, so daß ein Herunterziehen
der vier Kolben auf die Stufen der unter dem Wagen f fest angebrachten vier Meßstangen
n, o, p und q erfolgt.
-
Diese vier .Meßstangen sind, wie Abb. i zeigt, nebeneinander auf am
Längsträger d unter gleichbleibender Entfernung vom Wagen f auf der ganzen Meßlänge
verschiebbaren Konsolen r- angeordnet. Die Anordnung der Stufen erfolgt nach folgenden
Gesichtspunkten, wobei als Meßeinheit i cm angenommen wurde: - -Meßstange zt gilt
für die Messung der Tausender.
-
Meßstange o ist gültig für die Messung der Hunderter.
-
Meßstange p ist gültig für die Messung der Zehner. -Meßstange q gilt
für die Messung der Einer.
-
Die Teilung der einzelnen Meßstangen geht aus Abb. 3 hervor.
-
Wie in Abb. i durch die Kolben i, k, L
und in angedeutet, möge
das eingespannte Rohr a eine Länge von i 358 cm haben, so daß also der Kolben i
in eine Tiefe von einer Stufe in die Meßstange it, der Kolben k in die Meßstange
o in eine Tiefe von drei Stufen, der Kolben l in die Meßstange p in eine
Tiefe von fünf Stufen, der Kolben in in die Meßstange q in eine Tiefe von acht Stufen
hineingezogen sind. Hierbei sei ausdrücklich bemerkt, daß der die Maschine bedienende
Arbeiter nicht willkürlich die Maschine auf eine beliebige unrichtige Länge einstellen
kann, da ja ein Meßergebnis nur dann angezeigt oder registriert wird, wenn durch
Zwischenschaltung des zu messenden Werkstücks der Schalter h betätigt wird.
-
Die automatische Aufzeichnung dieser eingestellten Meßlänge wird nun
durch Verbindung der Meßmaschine mit der an sich bekannten elektrischen Addiermaschine
S (siehe Abb. i und 2) auf folgende Weise erreicht: Unter jedem der vier Doppelsolenoide
I, II, III und IV befinden sich im Wagen f, aber gegen denselben und gegeneinander
isoliert, Kontaktringe t (Abb. 2), und zwar jeweils so viele untereinander, wie
der Stufenzahl der zugehörigen Meßstangen entsprechend notwendig sind, also bei
den beschriebenen Meßstangen unter dem SolenoidI zwei Ringe, unter den Solenoiden
II, III und IV je zehn Ringe. Außerdem befindet sich über jeder Kontaktreihe ein
leerer Kontakt, der sogenannte Ruhekontakt u, dessen Zweck aus nachstehendem hervorgeht.
Die Kolben i, k, Z und frisind mit je einer Kontaktfeder v versehen, welche sich
nach der jeweiligen Stufentiefe der Meßstange auf den entsprechenden Kontaktring
einstellt. Diese vier Kontaktfedern würden sich also in vorliegendem Beispiel auf
die Kontaktringe z, 3, 5, 8 einstellen. Vor dem Anstoßen des Rohres a gegen den
Schalter h stehen sämtliche Kontaktfedern auf den Ruhekontakten it.
-
Gemäß Abb. 4 ist der am Wagen f angebrachte Handgriff w gleichzeitig
als elektrischer Kontaktgeber ausgerüstet. Der Kontakt w, des Handgriffes al, welcher
in der Normalstellung auf dem Kontakt w, ruht, steht dauernd unter Netzspannung,
so daß die-hinteren= Magnetspulen der-vor der Addiermaschine S--aügeordneten erforderlichen
35 Doppelsölenäide ihre Kolben in der begrenztenRuhestellung festhalten. Außerdem
ist im Handgriff -w ein federnder Stift angebracht, durch welchen die Normalstellung
des Handgriffes- arretiert wird. Durch Drehen des Handgriffes w nach links` bis
auf den Kontaktw3 Werden die vorgenannten Magnetspülen strömlös und die entsprechenden
vorderen -Nfagnetspulen obengenannter 35 Doppelsolenoide, die durch die Einstellung
der Kontaktfedern v über die Kontaktringe t mit denselben in Verbindung
stehen, unter Strom gesetzt, was ein Vorziehen der diesen Spulen zugehörigen Kolben
auf die entsprechenden Tasten der elektrischen Addiermaschine S (in vorliegendem
Beispiel also i, 3, 5, 8) zur Folge hat. In Abb.2 sind diese Tasten schraffiert
dargestellt.
-
Der Handgriff w wird jetzt wieder in seine :Normalstellung zurückgedreht
und dadurch die entsprechenden vier Kolben in die hinteren Magnetspulen wieder zurückgezogen.
-
Die selbsttätige Aufzeichnung der gemessenen Länge des Rohres a geschieht
durch die Betätigung der im folgenden beschriebenen Abwerfv orrichtung.
-
Die Stützstangen A werden in der Pfeilrichtung (Abb. i). bis in die
gestrichelte Stellung heruntergezogen, was durch untergesetzte Preßluftkolben oder,
wie aus der Zeichnung ersichtlich, durch Fußhebel geschehen
kann,
wobei die die Rollen c tragenden Gleitstücke B dieser Bewegung bis zu einer Begrenzung
durch die seitlich angebrachten Schlitze folgen und infolge des einseitigen Cber"e«-iclites
nach der Seite kippen und das Rohr a in den bereitstehenden Transportwagen abwerfen.
Hierbei läßt das Rohr a den Schalter h los, und dieser geht in seine _Normalstellung
zurück, wodurch der Stromkreis -r wieder geschlossen wird und die vier gegen die
Meßstangen gezogenen Solenoidkolben wieder in ihre auf Abb. 2 gestrichelte Ruhestellung
zurückgezogen werden.
-
Gleichzeitig werden aber die in der. Böcken C untergebrachten Schalter
D, welche iin Prinzip dem Schalter )a gleich sind, auslyelöst und schließen den
Stromkreis w für die vordere :Magnetspule des dein Auslöser E (Abb. i) der elektrischen
Addiermaschine S vorgelagerten Solenoides. Das darauffolgende Vorziehen des zugehörigen
Kolbens bewirkt die Auslösung der Addiermaschine, und die gemessene Rohrlänge von
1 358 cm wird in bekannter Weise, in diesem Falle auch vorteilhaft auf Kopierstreifen,
automatisch geschrieben.
-
ach (lein Wiedereinstellen der Abwerfvorrichtung und der SchalterD
in ihre Ruhestellung wird der Kolben für den Auslöser wieder zurückgezogen, und
die Einrichtung ist für die Wiederholung der Messung fertig.
-
Hat man von einer gewünschten Anzahl lZohre, beispielsweise einem
geschlossenen Auftrag, alle Einzellängen gemessen, so addiert die elektrische Addiermaschine
diese in bekannter Weise nach Einstellen eines Hebels selbsttätig, und die geschriebene
Summe -zeigt clie Gesamtlänge aller gemessenen lZohre.
-
Ein weiterer Vorteil besteht darin, daß durch den den Versandanzeigen
beigelegten Meßkopierstreifen dem Kunden die genauen Einzellängen bekannt gegeben
«erden und ihni die Kontrolle der erhaltenen Ware in bezug auf die tatsächliche
Gesamtlänge erleichtert wird.