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Druck- bzw. Anzeigevorrichtung für Waagen.
Der Gegenstand der Erfindung dient zur genauen, zahlenmässigen Feststellung des Ausschlages von Messinstrumenten, insbesondere von selbsttätigen Waagen. Es sind bereits Lösungen bekannt, bei denen zu diesem Zweck mit der Waage nach dem Einspielen eine Rastvorrichtung in Berührung gebracht wird und die Anzeige-, Druck-oder Preisberechnungsvorrichtungen dem Waagenausschlag entsprechend eingestellt werden. Diese Lösungen haben jedoch den Nachteil, dass die oft erforderliche grosse Genauigkeit mit ihnen kaum zu erreichen ist und der Abtastvorgang von dem verhältnismässig langsam verlaufenden Einstellvorgang und von der Verwertung des Tastwertes nicht unabhängig ist, so dass die Waage nicht nur vor der Abtastung, sondern während der ganzen Dauer des Abtast-und Druckvorganges arretiert werden muss.
Die Arretierung verfolgt dabei den Zweck, bei eventuellen Stössen auf die Waage einerseits den ungestörten Verlauf des Tas-und Einstellvorganges zu sichern, anderseits die Tastvorrichtung vor Deformationen zu schützen.
Durch die Erfindung werden diese Nachteile behoben, indem die praktisch erforderliehe Genauigkeit jedenfalls gesichert, ferner die Dauer des Abtastens möglichst herabgesetzt ist, da durch Zwischenschaltung einer das Abtastergebnis festhaltenden Einrichtung der Abtastvorgang von dem relativ langsamer verlaufenden Einstellvorgang unabhängig ist, weiterhin die Waage nur während des impulsartigen Tastvorganges arretiert werden muss und sofort nach dem erfolgten Abtasten freigegeben werden kann.
Erfindungsgemäss werden die obigen Nachteile durch eine derartige Ausbildung und Steuerung der Abtast-und Einstellvorrichtung behoben, dass sofort, nachdem das Abtasten stattgefunden hat, jedoch vor Verwertung des abgetasteten oder der abgetasteten und eingestellten Werte, die Taster wieder ausser Berührung oder ausser Eingriff mit dem abzutastenden Glied gebracht werden.
Die Erfindung ist auf der beigeschlossenen Zeichnung in einer beispielsweisen Ausführungsform dargestellt. Fig. 1 zeigt eine Draufsicht, Fig. 2 eine Seitenansicht und Fig. 3 eine Vorderansicht der erfindungsgemässen Vorrichtung.
Die dargestellte Ausführungsform dient für eine Waage mit kreisförmiger Gewichtsteilung und einem Wiegebereich von 2000 kg, wobei die einzelnen Kilogramme von 1 bis 2000 registriert werden sollen. Am Umfang des - in Fig. 1 teilweise in Abwicklung dargestellten-Messkranzes 47 sind zweihundert gleichmässig verteilte Einschnitte 48 für die Einer, 20 Einschnitte 57 für die Zehner und 20 Abstufungen 58 für die Hunderterzahlen angeordnet. Ausserdem ist eine Abstufung 59 für die Zahl 1000 und ein Schlitz 60für die Zahl 2000 vorgesehen. Jede Gruppe von Einschnitten und Abstufungen arbeitet mit einer Gruppe von Tastern zusammen. Selbstverständlich können am Messkranz statt der Einschnitte Stifte und an Stelle der vollen Teile Einschnitte oder andere Merkmale vorhanden sein.
Es sind vier Typenräder 14-17 vorhanden. Das Einerrad 14 wird von der Tastergruppe 18-26, das Zehnerrad 15 von der Tastergruppe 27-35, das Hunderterrad 16 von der Tastergruppe 36-44 und das Tausenderrad 17 von den Tastern 45 und 46 betätigt. Die Taster 18-26 sind so angeordnet, dass in der Null-Lage der Waage der Abstand des ersten Einertasters 18 vom ersten Einschnitt 481 mm beträgt, wenn die Einschnitte 48 auf einem Messkranz angebracht werden, dessen Umfang beispielsweise 2000 mm und der Abstand der Einschnitte 48 voneinander somit 10 mm beträgt. Die Einertaster 18 bis 26 werden erfindungsgemäss in 11 mm Entfernung voneinander angeordnet, wodurch je nach 1 mm Bewegung des Messkranzes ein anderer Taster mit einem anderen Einschnitt 48 zusammenarbeitet.
Selbstverständlich könnte man dasselbe Prinzip auch so anwenden, dass man die Abstände nicht 10+1,
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Zur Betätigung der Tastergruppe 27-35, welche das Zehnertypenrad. M steuern, dienen die etwa 10 mm breiten Ausschnitte 57 imMesskranz 47. Diese Ausschnitte sind nach jedem zehnten der schmalen Einschnitte 48 vorgesehen. Insgesamt sind also 20 solche Ausschnitte in je 100 mm Abstand voneinander vorhanden. Die neuen Taster der Gruppe 27-35 sind voneinander je 10 mm entfernt.
Es ist daher ohne weiteres klar, dass bei den Verschiebungen des Messkranzes um je 10 mm in der Pfeil- richtung a die einzelnen Taster dieser Gruppe nacheinander auf einen der Ausschnitte 57 treffen, d. h. nach einer Bewegung von 100 mm entsprechend zehn Einheiten, immer derselbe Zehnertaster durch- fallen wird. Ein jeder Zehnertaster ist am Kopfteil so breit, dass er durch die schmalen Einschnitte 48 nicht durchfallen, also nur betätigt werden kann, wenn er auf einen der breiteren Ausschnitte 57 trifft.
Die zur Betätigung des Hunderter-Typenrades dienende Tastergruppe 36-44 besteht aus einer
Reihe von neun in ihren Längen abgestuften Tastern. Sie sind ähnlich wie die Taster der Einergruppe ausgebildet. Zu ihrer Steuerung dient der linke Rand des Messkranzes, der zu diesem Zweck in axialer
Richtung mit Stufen versehen ist. In der Null-Lage liegen alle neun Hunderter-Taster über dem Mess- kranz. Die Abstufungen sind so ausgebildet, dass je nach 100 mm Bewegung des Messkranzes ein weiterer
Taster einfallen kann. Hiezu sind am halben Umfang zehn Abstufungen 58 vorgesehen, die sich auf der zweiten Hälfte des Umfanges wiederholen. Jede Abstufung nimmt also etwa 1/20 Teil des Um- fanges ein.
Zur Einstellung des Tausender-Typenrades 17 dienen die beiden Taster 45 und 46. Der Taster 45, welcher die Ziffer 1 einstellt, ist so breit, dass er nicht durch die Ausschnitte 57, welche zur Steuerung der Zehner-Taster dienen, fallen kann. Zu seiner Steuerung ist der rechte Rand des Messkranzes zwei- stufig ausgebildet, wobei jede Stufe eine Hälfte des Umfanges einnimmt. In der Weise kann der Taster 45 nur dann durchfallen, wenn der Ausschlag der Waage 1800 oder mehr beträgt. Die Ziffer 2 des Tausender- rades wird durch den Taster 46 eingestellt, welcher nur bei einem Ausschlag der Waage von genau 3600 zur Wirkung kommen soll. Zur Steuerung dieses Tasters ist am Messkranz das Loch 60 angebracht derart, dass der Taster 46 nach 3600 Ausschlag des Messkranzes durchfallen kann.
Um zu verhindern, dass dieser Taster auch in der Null-Lage der Waage durchfällt, wird in der Nullstellung der Waage der
Stromkreis der Tasterbetätigung unterbrochen.
Zu jeder der beschriebenen Tastergruppen 18-26, 27-35, 36-44, 45-46 gehören eine Gruppe von Stiften 49, 50, 51 und ein Stift 52, die in einer gemeinsamen Platte 61 anschiebbar angeordnet sind.
Über die vier Reihen der Stifte gleiten vier Schlitten 62, die mit Hilfe einer Klinke 63 in ihrer Anfangs- lage gegen die Zugkräfte der Federn 64 festgehalten werden. Die Schlitten 62 sind mit den Typenrädern 14 bis 17 durch Stahlbänder 65, Zahnstangen od. dgl. verbunden. 68 ist eine Stange zur Rückstellung der
Schlitten. Sie trägt vier Blattfedern 69. Bei Bewegung dieser Stange in Pfeilrichtung b (F : ig. 1) werden die Schlitten bis zu ihrer Verklinkung durch 63 vorgeschoben und hiebei die vorragenden Stifte 49-52 durch die Federn 69 zurückgedrückt. Durch die Federn 70 wird die Rückstellstange wieder zurück- gezogen. Die Typenräder selbst sind auf-der Welle 66 gelagert und können sich gegen die Wirkung der kleinen Spiralfedern 67 verdrehen.
Zur Betätigung der Taster und zur Einstellung der Typenräder sind noch folgende Nebeneinrich- tungen vorhanden. Zwei Magnete 71 bewegen bei ihrer Erregung die für die Taster 18-46 gemeinsame
Haltestange 56 in der Pfeilrichtung c (Fig. 3). Die Magnete haben je einen SeIbstunterbrechungskon- takt 72, der beim Ansprechen der Magnete durch die Stange 73 unterbrochen und durch die Klinke 74 derart verriegelt wird, dass er nur nach äusserem Eingriff, d. h. bei Zurückstellung der Schlitten 62 wieder geschlossen werden kann.
Die Wirkungsweise der Vorrichtung ist die folgende : Nach Einspielen der Waage wird der Strom- kreis der Magnete 71 z. B. durch Münzeneinwurf geschlossen. Die Magnete bewegen nun die Stange 56 in der Pfeilrichtung c. Bei dieser Bewegung drücken die Federn 54 die Taster gegen den Messkranz.
Dadurch werden von jeder Gruppe diejenigen Taster, die auf einen Einschnitt bzw. Ausschnitt treffen, eine etwas grössere Winkelverdrehung erleiden und die zugehörigen Stifte 49-52 herausdrücken. Da- durch sind die zur Einstellung der Typenräder 14--17 erforderlichen Anschläge für die Bewegung der
Schlitten 62 geschaffen. Diejenigen Taster, die nicht auf einen Einschnitt getroffen haben, drücken mit ihren Fahnen gegen den Messkranz, bis sie alle durch Rückbewegung der Stange 56 in ihre ursprüng- liche Lage zurückgedrückt werden. Die Rückbewegung der Stange 56 und somit die Zurückstellung der Taster erfolgt durch die Anker der Magnete 71, die bei Stromunterbrechung die Stange 56 mit sich hochheben. Fällt kein Taster einer Gruppe durch, so werden in dieser Gruppe auch keine Stifte 49-52 herausgedrückt.
Der zugehörige Schlitten 62 macht seinen grössten Weg und stellt sein Typenrad auf
Null ein. Nachdem die Magnete 71 angezogen und die Taster auf beschriebene Weise betätigt werden, unterbrechen sie ihren Stromkreis bei 72, fallen zurück und lösen hiebei die Sperrklinke 63 aus. Unter der Wirkung der Zugkraft der Federn 70 schnellen die Schlitten 62 vorwärts, bis sie einen hochgehobenen
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oder Multiplikationszwecke verwertet werden. Nach erfolgter Verwertung wird durch Bewegen der Rückstellstange 68 von Hand aus die Vorrichtung wieder einstellbereit gemacht.
Die erfindungsgemässe Vorrichtung kann auch zur elektrischen Einstellung der Anzeigevorrichtung verwendet werden. In diesem Falle erübrigen sich die Teile 62-68 und die Stifte 49-52 stehen mit elektrischen Leitungen in Verbindung. Falls ein Stift ausgedrückt wird, wird ein Kontakt geschlossen und ein elektrisches Schaltwerk bleibt bei diesem Kontakte stehen, wodurch gleichzeitig mit dem Bewegen des Schrittschaltwerkes auch die Anzeige-bzw. Druckvorrichtung eingestellt wird.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Druck-bzw. Anzeigevorrichtung für Waagen, bei denen die Messwerte unterteilt nach Grössen- ordnungen nach dem Einspielen der Waage in die Gleichgewichtslage durch mechanische Abtastvorrichtungen mechanisch oder elektrisch zahlenmässig eingestellt werden, gekennzeichnet durch eine derartige Ausbildung und Steuerung der Abtast-und Einstellvorrichtung, dass sofort, nachdem das Abtasten stattgefunden hat, jedoch vor Verwertung der abgetasteten oder der abgetasteten und eingestellten Werte, die Taster wieder ausser Berührung oder ausser Eingriff mit dem abzutastenden Glied gebracht werden.