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Vorrichtung zum Evakuieren und Füllen von Hohlräumen, insbesondere
von Zahnwurzeln, mittels einer Vakuumpumpe. Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung
zum Evakuieren und Füllen von Hohlräumen, insbesondere von Zahnwurzeln, mittels
einer Vakuumpumpe. Erfindungsgemäß wird eine in an sich bekannter Weise mit Füllkanüle
ausgestattete Kolbenpumpe benutzt, von der ein Saughub ausreicht, um den Hohlraum
genügend zu evaluieren, wobei zweckmäßig der Saughub durch eine vorgespannte, mittels
Arretiervorrichtung festgehaltene, im Bedarfsfalle auslö sbare Feder zwangsläufig
erfolgt.
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Im Gegensatz zu bekannten Vorrichtungen, bei denen z. B. eine Rotationspumpe
zum Zwecke der Evakuierung angebracht ist, was zii Erschütterungen und damit verbundenen
Dichtungsschwierigkeiten an der Zahnkai ität führt, arbeitet der Apparat nach vorliegender
Erfindung-sicher und erschütterungsfrei.
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Außer zum Entleeren und Füllen von Zahnwurzeln eignet sich der Apparat
zur Behandlung erkrankter -Nasen-, Stirn- und Kieferhöhlen, von Knochenfisteln,
von Fistelgängen in Weichteilen usw., wobei je nach den anatomischen Verhältnissen
die Größe der nötigen Apparatur zu «-ahlen und entsprechende Saub ansätze auszubilden
sind.
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Die Abb. r bis io zeigen die beispielsweise sführung eines Instrumentes
zur Zahnwurzelfüllung.
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Abb. i ist eine Seitenansicht des Instrumentes, Abb. 2 ein Längsschnitt
in Schnittebene :1-.1 der Abb. i. Ahb. 3 eine Ansicht von oben, Abb. .t ein Querschnitt
in Ebene B-B der Abb. i, Abb. 5 ein Querschnitt durch einen Schalthahn in Ebene
C-C der Abb. i, Abb. 6 ein Längsschnitt durch denselben in Ebene D-D der Abb. 5
; Abt;. 7 und 8 sind verschiedene Längs- und Querschnitte durch ein die Hahnwege
enthaltendes Mantelküken und ein Hohlküken; Abb. 9 stellt die Rückansicht des Schalthahnteiles
von Abb. i dar und Abb. io schließlich einen Längsschnitt in Ebene A-A mit einer
zur Aufnahme von Füllmasse eingelegten Glasampulle.
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i ist der innen geschliffene Pumpenzylinder, zweckmäßig aus Glas,
der oben durch die aufgeschraubte Brillengriffarmatur 2 und unten mittels der Konusarmatur
3 verschlossen ist. Innerhalb des Pumpenzylinders i bewegt sieh der gasdicht eingeschliffene
Pumpenkolben q., der durch die Kolbenstange 5 mit der quergestellten Griffstange
6 fest verbunden ist. Die Griffarmatur 2 setzt sich nach oben in das diametral geschlitzte
Führungsrohr 7 fort, durch dessen Schlitze der Quergriff 6 beiderseits herausragt,
der zur Ebene der Griffbrille um 9o° versetzt ist; am oberen Ende ist das Führungsrohr
7 mit einem Griffring 8 abgeschlossen. Unterhalb des Pumpenkolbens .I ist eine kräftige
Schraubendruckfeder 9 untergebracht, vermöge der der Kolben 5 während des Saughubes
in die Höhe gedrückt wird. Bis zum Beginn der Pumpenfunktion wird die Feder 9 durch
Niederdrücken des Kolbens d. mittels des Oüergriffes 6 gespannt und in der
tiefsten
Lage im Zylinder durch Einschnappen der Sperrklinke io über den Quergriff festgehalten.
Durch Druck auf den in den einen Ring der Griffarmatur 2 ragenden Flügel der Sperrklinke
io kann die Feder 9 durch den im Ring liegenden, das Instrument haltenden Finger
ausgelöst werden.
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Innerhalb der Konusarmatur 3 ist quer zur Zylinderachse der Schaltmechanismus
untergebracht. Derselbe ]besteht im wesentlichen aus einem Zweiw egehahn, der jedoch
neuartig ausgebildet ist, um mit seinem hohlen Hahnküken zurAufnahme derWurzelfüllmasse
oder einer diese enthaltenden Glasampulle dienen zu können. Der kegelförmige Hahnsitz
enthält zu diesem Zwecke ein zweiteiliges Hahnküken, und zwar das Mantelküken i
i und das eigentliche Hohlküken i2. Diese beiden Hahnteile sind in Abb. 7 und 8
getrennt dargestellt. Das -Maritelküken i i hat ungefähr in der Mitte seiner Wänd
zwei. einander gegenüberliegende Löcher b und, um 9o° dazu versetzt, einen nahezu
bis ans verjüngte Kegelende reichenden Längsschlitz c. Das Hohlküken, 12, dagegen
trägt in seiner Mitte über i8o° seines äußeren Umfanges eine Mut e und an seinem
unteren Rande rechtwinklig zu den beiden Nutenenden den Einschnitt d, der die Verbindung
zwischen der axialerit Durchbohrung des Hohlkükens 12 nach dem Inneren des darübergeschobenen
Mantelkükens ii darstellt. Das Hohlküken rz paßt gasdicht in das Mantelküken i i
hinein und ist unter Einhaltung genauer Orientierung der verschiedenen Schlitze
und Löcher zueinander festgelötet oder verschraubt. Die so hergestellte Hahneinheit
gestattet, wenn sie in den kegelförmig geschliffenen Mahnsitz eingeführt worden
ist, die beiden benötigten Leitungswege an dem Instrument herzustellen.
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In der Evakuierstellung (Purnpenzylinder-Wurzelkanül.e) führt,der
Weg aus dem. Zylinder .durch die axiale Bohrung a, durch ,das eine Loch b im Mantelküken
über die halbkreisförmige Nut e am Hohlküken, weiter durch das zweite Loch b im
Mantelküken, durch die mit a kanaxiale Bohrung f der Konusarmatur zur Wurzelkanüle.
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Diese Hahnstellung ist in Quer- und Längs-,schnitt in den Abb. 2 und
6 zu sehen und zeigt, wie vermöge. dieser Anordnung der geradlinige 'Weg vom Zylinderinneren
zum Kanülenansatz durch Umführung um das den Füllirfassenraum enthaltende Hohlküken
12 hergestellt ist.
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In. der Füllstellung (Hohlkükeninner es-Wurzelkanüle) geht nach Halmdrehung
um 9o° der Weg von der Außenluft durch den axialen Hohlraum des Hohlkükens (Füllmassenraum),
durch die untere Einkerbungd über den Längsschlitz c im Mantelküken i i wieder zur
axialen Bohrung f im Konusstutzen von 3 und weiter zur Wurzelkanüle.
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Die aus den beiden Küken i i und 12 bestehende Hahneinheit ragt nach
dem Einbau mit einem Achsstummel, dessen Ende als Vierkant ausgebildet ist, drehbar
durch die Spannscheibe 13 hindurch. Mittels der Klemmmutter 15 ist der Dreharm 14.
fest mit der Hahneinheit verbunden. Zur zwangsläufigen Steuerung des Schaltbahnes
ist mit dem Arm 14. die Zugstange 16 gelenkig verbunden; diese Zugstange führt längs
des ganzen Pumpenzylinders i und des Führungsrohres 7 bis kurz unter den Griffring
8 und umgreift dort, halbkreisförmig umgebogen, das Führungsrohr 7 derart, daß sie
von den aus den Schlitzen von 7 ragenden Quergriffarmen 6 in die Höhe mitgenommen
wird, sobald diese zusammen mit dem Pumpenkolben 4 durch die Feder 9 in die Höhe
schnellen. Es ist klar ersichtlich, daß am Ende des Saughubes der Pumpe automatisch
die Umstellung des Schalthahnes auf' die Füllstellung ohne Dazutun des Operateurs
erfolgt.
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Die zur Wurzelfüllung dienende Masse wird ins Innere des Hohlkükens
12 eingefüllt und dort mittels des durchbohrten Steckdeckels 2.4 festgehalten.
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Zweckmäßig ist erfindungsgemäß die Verwendung von in Glasampullen
eingeschlossenen Füllmassen. Wie Abb. io zeigt, wird eine Ampulle 25 mit beiderseits
abgebrochenen Spitzen in das Hohlküken 12 eingeführt und mittels der um das Schräubchen
27 schwenkbaren Kappe 26 festgehalten. Auf dieser Abbildung ist auch .der Leitungsweg
in Füllstellung deutlich zu sehen.
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Die Konusarmatur 3 setzt sich nach unten in einen konisch ausgedrehten
Ansatz fort, in dem- der Steckkonus 18 der Wurzelkanüle 2o mittels der Überwurfmutter
ig schwenkbar gehalten werden kann. Die dargestellte rechtwinklig gebogene Wurzelkanüle
2o (besonders für untere Zähne) trägt nahe ihrem Ende den kleinen Ringflansch 22,
gegen den sich der weiche Dichtungsring 2i abstützt. Das Kanülenende 23 überragt
ein wenig den Dichtungsring, damit derselbe beim Anpressen in die Öffnung des Wurzelkanals
beiderseits gegen starre Wände zu liegen kommt.
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Vor Gebrauch wird die Vorholfeder 9 durch Niederdrücken des Quergriffes
6 bis zum Einschnappen der Klinke io gespannt, wodurch der Schalthahn die Evakuier
stellung einnimmt. Sodann wird die Füllmasse ummittelbar oder in Ampullenform in
das Innere des Hohlkükens 12 eingebracht und eingeschlossen. Das mit der passenden
Wurzelkanüle versehene Instrument faßt der Operateur, indem er mit Zeige- und Mittelfinger
in den Brillengriff 2, mit dem Daumen in den Griffring 8
eingreift
und das Instrument mit dem Kaniilenende in den zu füllenden Wurzelkanal führt: nach
genauem Ansetzen löst er mit dem haltenden Zeigefinger die Sperrklinke io aus, «-orauf
ganz zwangsläufig zunächst die Evakuierung und unmittelbar darauf nach Umsteuerung
des Schalthahnes die Einfüllung der Füllmasse in den Wurzelkanal durch den atmosphärischen
Luftdruck erfolgt.