DE486196C - Verfahren zur Gewinnung von Wolle oder sonstigen tierischen Haaren aus Pelzen oder Pelzabfaellen - Google Patents
Verfahren zur Gewinnung von Wolle oder sonstigen tierischen Haaren aus Pelzen oder PelzabfaellenInfo
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- D—TEXTILES; PAPER
- D01—NATURAL OR MAN-MADE THREADS OR FIBRES; SPINNING
- D01C—CHEMICAL OR BIOLOGICAL TREATMENT OF NATURAL FILAMENTARY OR FIBROUS MATERIAL TO OBTAIN FILAMENTS OR FIBRES FOR SPINNING; CARBONISING RAGS TO RECOVER ANIMAL FIBRES
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Description
- Verfahren zur Gewinnung von Wolle oder sonstigen tierischen Haaren aus Pelzen oder Pelzabfällen Die Enthaarung von Pelzen bzw. geringwertigen Pelzabfällen, besonders Schafpelzen, ist seit einigen Jahren aus- der Materialnot der Zeit aufgenommen worden, um die daraus gewonnene Wolle der Teppich- und Filzfabrikation zuzuführen. Diese Entwollung ist nicht zu verwechseln mit den bei der Gewinnung der Gerberwolle üblichen Verfahren. Diese letzteren werden besonders in zwei Verfahren, dem Schwitz- und dem Ansch,#vödeverfahren, ausgeübt. Bei dem ersten wird das Haar durch einen leichten Fäulnisvorgang gelockert und alsdann von Hand oder mit der Maschine von der Haut getrennt. Bei dem zweiten Verfahren erfolgt die Haarentfernung unter dem Einfluß chemischer Mittel (Sch-,vefelnatriurn und Schwefelarsen) von der Fleischseite aus. Bei diesem Verfahren kommt es in erster Linie darauf an, eine Blöße für die Lederfabrikation zu gewinnen und daneben natürlich die Wolle in einer von der vom lebenden Schaf entnommenen Wolle nicht zu sehr abweichenden Qualität zu erhalten.
- Mit dieser Aufgabe befaßt sich auch die amerikanische Patentschrift 1570383, welche ein Verfahren zur Gewinnung einer zur Lederbereitung geeigneten enthaarten Blöße beschreibt. Bei diesem Verfahren muß sorgfältig darauf geachtet werden, daß die Blöße unverletzt bleibt. Die Blöße selbst ist das Hauptprodukt, die Haare bzw. die Wolle sind Nebenprodukte. Natürlich soll auch das Nebenprodukt, die Wolle, bei der Trennung von dem Hauptprodukt, der rohen Haut, möglichst keinen Schaden leiden. Zu diesem Zwecke dient die bei demVerfahren angewendete Ameisensäure dazu, die Haut zum Schwellen zu bringen, um die Einwirkung der Enzyme der autolysierten Hefe zu erleichtern. Die autolysierte oder die selbstverdaute Hefe kann als Eiweißkörper angesprochen werden. Sie ist aber in ihrer Konstitution und ihrer Wirkung ein ganz anderer Körper als die nach dem Verfahren von C. P a a 1 (Berl.Ber.35,ar95) zu gewinnenden Eiweißabbauprodukte vom Typ der Protalbin-und Lysalbinsäure.
- Zum Unterschied von diesem Verfahren befaßt sich die dem vorliegenden Patent zugrunde liegende Erfindung mit der Gewinnung von Wolle aus Pelzabfällen unter Zerstörung des Leders bei möglichster Erhaltung der Qualität der hierbei zu erhaltenden Wolle bzw. Pelzhaare.
- Für die als Lumpen zum großen Teil in kleinen Stücken vorkommenden Pelzabfälle könnte sich natürlich kein größere Handarbeit erforderndes Verfahren :eignen, wie sie die eingangs erwähnten Verfahren zur Gewinnung von Gerberwolle kennzeichnen. Man mußte das Leden.der Pelze völlig zerstören und tat dies bisher zur Gewinnung der Wolle durch Kochen der Abfälle mit Schwefelsäure. Es ist natürlich, daß die Wolle unter dieser Behandlung stark leidet und im allgemeinen nur ein sehr harrsches, geringeren Anforderungen genügendes Material erhalten wurde. Da die Wolle nun aus der Verarbeitung der Pelze her mit Baumwolle, Leinen- und Hanffaden reichlich durchsetzt ist, muß sie nach der Wäsche auch noch carbonisiert, also ein zweites Mal mit Schwefelsäure oder Salzsäure behandelt werden.
- Überraschenderweise wurde nun gefunden, das man eine Wolle sehr viel besserer Qualität aus Pelzabfällen erhalten kann, wenn man ein dem bisherigen Verfahren in der Zeitfolge entgegengesetztes Verfahren einschlägt und beim Kochprozeß die Mineralsäure bindende Salze organischer Säuren zusetzt, wobei man vorteilhaft auch noch die den deutschen Reichspatenten 3115 42 und 3q.12 64 zugrunde liegenden Eiweißspaltprodukte zugibt.
- Beispiele i. iooo kg Pelzabfälle aus Schafpelzen werden zur Entfernung des äußeren Schmutzes vorgewaschen und alsdann in eine Lösung, die auf 1 1 Flüssigkeit etwa 9o g Schwefelsäure und 45 g der durch alkalische hydrolitische Spaltung zu erhaltenden Eiweißabbauprodukte enthält, eingelegt, geschleudert und im Trockenofen carbonisiert.
- Aus dem Ofen kommt die Ware in den Abkochkessel, in welchem sie in einer Flotte (i.: 30), welcher 5o kg Natriumformiat zugegeben werden, etwa 2 Stunden gekocht, hiernach abgequetscht und gespült wird.
- 2. Pelzabfälle, welche mangels -Verunreinigungen an Hanf, Leinen und Baumwolle nicht carbonisiert zu werden brauchen, legt man sofort in die Abkochbottiche ein, deren Flotte etwa I : 3 Ameisensäure und 1,3 im Liter der in i. genannten Eiweißabbauprodukte enthält. Man kocht bis zur Zerstörung des Leders, quetscht ab, spült und trocknet die Wolle.
- 3. Von der Verarbeitung neuer langhaariger Pelze stammende Abfälle, die nicht carbonisiert zu werden brauchen, werden in Abkochbottichen, deren Flotte 1,3 Ameisensäure pro Liter enthält, bis zur Zerstörung des Leders gekocht und wie unter 2. weiterbehandelt.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH Verfahren zur Gewinnung von Wolle oder sonstigen tierischen Haaren aus Pelzen oder Pelzabfällen durch Kochen derselben mit Säure bis zur Zerstörung der Lederbestandteile, dadurch gekennzeichnet, daß die Pelze in einer Flotte von Natriumformiat und Schwefelsäure bzw. freier Ameisensäure vorteilhaft unter Zugabe von Eiweißspaltprodukten gekocht werden, gegebenenfalls nach vorheriger Carbonisation der Pelze und unter Verwendung der Carbonisationssäure zum Abkochen.
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| DE486196C true DE486196C (de) | 1929-11-14 |
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1926
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