-
Vorrichtung zur Messung der Geschwindigkeit geradlinig sich bewegender
Fahrzeuge Die im Patent 439 093 beschriebene Vorrichtung zur Messung der
Geschwindigkeit geradlinig sich bewegender Fahrzeuge war bestimmt, zwecks beidäugiger
Benutzung an einem Doppelfernrohre angebracht zu werden. Um einen Teil der Anschaffungskosten
der gesamten Einrichtung zu sparen und um auch solchen Benutzern, die auf die Sehkraft
eines Auges allein angewiesen sind, die Anwendung möglich zu machen, erscheint es
wünschenswert, die Vorrichtung so einzurichten, - daß sie auch in Verbindung mit
einem monöku-Iaren Fernrohre benutzbar ist. Entsprechend der Erfindung ist diese
Aufgabe durch Ver-
wendung einer Wechselvorrichtung gelöst, mit deren Hilfe
die beiden ablenkenden Mittfeil wechselweise in den Abbildungsstrahlengang eines
Teilfernrohres einschaltbar sind.
-
In der Beschreibung des Hauptpatentesist darauf hingewiesen, daß beim
Arbeiten mit der Vorrichtung stets Zeitmessungen nötig sind, die man mit einer Stoppuhr
ausführt. Es empfiehlt sich daher, die neue Vorrichtung durch Verbindung einer solchen
mit der Wechselvorrichtung zu vervollständigen, und zwar in der Weise, daß das Einschalten
des Ganges der Stoppuhr zugleich den Wechsel der ablenkenden Mittel bewirkt. Es
ist dann an der für die erste Beobachtung eingestellten: Vorrichtung nur ein Handgriff
nötig, um neben dem Ingangsetzen der Uhr zugleich den für die zweite Beobachtung
erforderlichen Zustand der Vorrichtung einzustellen.
-
Bei den Messungen wird es sich im allgemeinen .als günstig erweisen,
das von dem zu kontrollierenden Fahrzeuge während der Meßzeit zurückgelegte Entfernungsintervall
immer so zu wählen, daß die beiden Grenzentfernungen der Messung stets dieselben
sind. Mit dieser Annahme wird für eine bestimmte, an den Fahrzeugen vorhandene Meßstrecke
(z. B. den Radstand) über die Abmessungen der benutzten ablenkenden Mittel verfügt.
Bleibt die Meßstrecke nicht dieselbe, dann, müssen auch diese Abmessungen geändert
werden. Will man die Vorrichtung beispielsweise zur Prüfung .der Geschwindigkeit
von Kraftwagen anwenden, so ist es nicht zu umgehen, wenn man für die Beobachtungen
bei Tageslicht am Radstande als geeignetester Meßstrecke festhält, daß man für die
Beobachtungen zur Nachtzeit eine zweite M@eß; strecke einführt und den Scheinwerferabstand
dafür zugrunde legt. Zur Ersparung von Umrechnungsarbeiten kann man ein zweites
Paar wechselweise in den Abbildungsstrahlengang eines Teilfernrohres einschaltbarer
ablenkender Mittel vorsehen, dessen Wirkung von der des ersten Paares verschieden
und welches so bemessen ist, daß die Grenzentfernungen
der Messung
für die zweite Meß: strecke wiederum dieselben sind. Dabei ist es möglich, je ein
Teilfernrohr eines. Doppelfernrohres mit einer Wechselvorrichtung auszurüsten, die
je eins der beiden Paare der ablenkenden Mittel enthält, oder man kann zum einäugigen
Gebrauche beide Paare in einer gemeinsamen Wechselvorrichtung anbringen. Im letzteren
Falle ist die Vorrichtung besonders vollkommen, wenn die Stoppuhr in zwei Lagen
so mit der Wechselvorrichtung kuppelbar ist, daß ihr Einschalten in der einen Lage
den Wechsel des einen, in der anderen Lage den Wechsel. des anderen Paares der ablenkenden.
Mittel bewirkt.
-
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung in Abb.
i in einem Mittelschnitt im Grundriß, in Abb. 2 in einer Draufsicht dargestellt.
Zur Verdeutlichung der Darstellungist in Abb. i ein Teil der Vorrichtung um 45°
gedreht gegenüber der in Abb. 2 angegebenen Lage wiedergegeben.
-
Das Ausführungsbeispiel ist zur Benutzung an einem manokularen Feldstecher
a bestimmt und deshalb mit einem Klemmring b mit Klemmschraube c- ausgestattet,
mit deren Hilfe die Befestigung am Objektivstutzen d des Feldstechers a möglich
ist. Der Klemmring bist an eine Scheibe e angegossen, die mit einer kreisrunden
Aussparung f versehen ist, deren Achse sich mit der Achse des. Klemmringes b deckt.
Die Scheibe e trägt einen Zapfen g, der als Drehachse einer Revolverscheibe h dienet.
In dieser Revolverscheibe h sind vier halbkreisförmige Prismen il, 12, i3 und 11
mit brechenden Winkeln a1, a2, a3 und a4 gefaßt. Eine mit einem Sperrzapfen
k versehene Feder L an der Scheibe e und vier dazu passende Vertiefungen
ml, m2, mg und m4 in der Revolver, scheibe h bilden ein Kippgesperre zur
Sicherung der jeweils richtigen Lage der Prismen il, 12, i3 und 14 vor dem Objektivstutzend.
Mit der Revolverscheibe h ist durch zwei um i8o° gegeneinander versetzte Rasten
n1 und n2 und eine Feder o ein Hebel: p kuppeibar, der gleichfalls um den Zapfen
g drehbar ist. An diesem Hebel p ist ein Uhrgehäuse g umklappbar angebracht, welches
zur Aufnahme einer Stoppuhr r dient, deren Gehwerk mittels ihres aus dem Gehäuse
g hervorragenden Schaltknopfes s in Gang gesetzt und abgestellt werden kann. Die
gezeichnete Lage des Gehäuses g ist die Gebrauchslage; in der Verpackungslage liegt
das Gehäuse g um einen rechten Winkel gegenüber der Gebrauchslage an das Gerät angeklappt.
-
Für das. Beispiel ist angenommen, daß die Fahrgeschwindigkeit von
Personenkraftwagen, die sich dem Beobachter auf gerader, Straße nähern, in dem zwischen
130 m und 3o m liegenden Entfernungsintervall bestimmt werden soll. Die Prismen
il und 12 sind für Messungen bei Tageslicht mit dem Radstand als Meßstrecke, die
Prismen i3 und i¢ für Messungen in der Dunkelheit mit dem Scheinwerferabstand als
Meß@strecke berechnet. Die brechenden Winkel a der Prismen sind bei bestimmten Glassorten
und der üblichen Größe der Meßstrecken zu u1 - 381 30/1 u3 - 9,6'301/
u2 =
2° 46' 011 u4 = 10 54' 30,t bestimmt worden.
-
Für die Messung bei Tageslicht ist die; Feder o in die Rast n1 zu
legen, so daß dis Stoppuhr zwischen den Prismen il und 12 liegt. Das Prisma il wird
vor den Obj ektivstutzen d geschaltet. Die Beobachtung eines sich nähernden Fahrzeuges
durch den Feldstecher ce zeigt die bekannten Doppelbilder. Im Augenblicke .des Durchfahrens
der Grenzentfernung 130 m beträgt die Bildverschiebung der Doppelbilder die
Größe des Radstandes. In diesem Augenblicke setzt der Beobachter die Uhr r durch
Drücken auf den Schaltknopf s in Gang. Derselbe Druck dient dazu, das Gehäuse g
und die mit ihm gekuppelte Revolverscheibe h um 9o° um den Zapfen g zu drehen, wodurch
das Prisma 12 vor den Objektivstutzen d gebracht wird. Wegen des Wertes des berechnenden
Winkels a2 tritt die Bildverschiebung um die Meßstrecke bei der zweiten Grenzentfernung
30 m ein. Sobald diese Entfernung durchschritten wird, wird das Gehwerk der Uhr
r durch einen Druck auf den Schaltknopf s angehalten. Der zehnfache Wert der von
der Uhr während des Durchfahrens des Entfernungsintervalles 13o-3o = ioo m angezeigten
Zeit gibt an, iri welcher Zeit der Wagen einen Kilometer durchfährt.
-
Bei der Messung zur Nachtzeit mit dem Scheinwerferabstand als Meßstrecke
wird in derselben Weise verfahren, wobei jedoch an Stelle der Rast n' die Rast n2
und demgemäß an Stelle der Prismen il und i2 die Prismen Z3
und 14 zu benutzen
sind.
-
Da verschiedene Kraftwagenfabriken ihren. Erzeugnissen von den normalen
Werten abweichende Radstände und Scheinwerferabstände geben, ist es zweckmäßig,
den Beob= achter mit .einer Tabelle auszurüsten, aus der er mit Hilfe der gemessenen
Zeit den Ge-, schwindigkeitswert dieser Fahrzeuge ohne Umrechnungsarbeit entnehmen
kann.