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Einrichtung zum selbsttätigen Löschen von glühendem Koks in einem
fahrbaren Löschwagen Gegenstand der Erfindung ist eine Einrichtung zum selbsttätigen
Löschen von glühendem Koks in einem fahrbaren Löschwagen, bei der eine genaue Einstellung
der zum Löschen verwendeten Wassermenge und eine selbsttätige zeitweilige Unterbrechung
der Löschwasserzufuhr möglich ist; hierdurch wird ein geringster Löschwasserverbrauch
und ein gleichmäßiger Wassergehalt des gelöschten Kokses erzielt.
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Es ist bereits bekannt, Flüssigkeitsventile durch Elektromagnete :oder
Elektromotoren zu öffnen und zu schließen und die Spannungszuführung solcher Elektromotoren.
durch umlaufende Kontakthebel zu schließen oder zu unterbrechen. Es ist auch bereits
bekannt; beim Kokslöschen den in die Löschvorrichtung einfahrenden Wagen einen Kontakt
betätigen zu lassen, der einen Elektromagneten einschaltet, durch den ein den Löschwasserzulauf
regelndes Ventil geöffnet wird; das Öffnen des Ventils bewirkt die Einschaltung
eines weiteren Elektromagneten, der ein Ventil zum Einströmen von Flüssigkeit in
ein Steuergefäß freigibt; hat die Flüssigkeit eine bestimmte Höhe in dem Steuergefäß
erreicht, so unterbricht -sie mittels eines von ihr gehobenen Kolbens den Stromkreis
des erstgenannten Elektromagneten; dadurch wird das Ventil, das den Zulauf des Löschwassers
regelt, gesperrt.
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Gegenstand der Erfindung ist nun eine Einrichtung zum Löschen von
glühendem Koks, bei der der Löschwagen beim Ein-und Ausfahren ein Schaltorgan selbsttätig
verstellt und bei der dieses Schaltorgan ein Absperrventil für die Löschflüssigkeit
betätigt, und zwar setzt das Schaltorgan je nach seiner Stellung eine zum Antrieb
eines wandernden Schaltorgans dienende Vorrichtung in dem einen oder anderen Bewegungssinne
in Tätigkeit; durch das wandernde Schaltorgan wird während seines Vorlaufs eine
zum Öffnen und Schließen des Löschventils dienende Vorrichtung betätigt, während
seines Rücklaufs dagegen bleibt die das Ventil steuernde Vorrichtung außer Tätigkeit.
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In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung veranschaulicht,
und zwar zeigt Abb. i eine Seitenansicht der in Betracht kommenden Teile der Einrichtung
und Ab. a einen teilweise im Schnitt gehaltenen Teil der Abb. i in abgeänderter
Ausführungsform.
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Mit i ist das in die Löschwasserleitung eingeschaltete Absperrventil
bezeichnet, das durch Anlüften der Ventilstange :2 geöffnet werden kann. Zur Bewegung
der Ventilstange a dient ein mit einem Gewicht d. belasteter Hebelarm 3, an dessen
freiem Ende ein von einem Elektromagneten 5 betätigtes Gestänge 6 angreift. Solange
der zu dein Magneten 5 führende Stromkreis 7 geschlossen ist, wird die Ventilstange
2 mittels des
Gestänges 3 und 6 entgegen der Wirkung des Gewichtes
4 angehoben und damit das Ventil i geöffnet. In dem Stromkreis 7 befindet sich ein
Schalter 8, der durch die Einwirkung einer Induktionsspule 9 entgegen der Wirkung
einer nicht gezeichneten Feder geschlossen werden kann. Das eine Ende der Spule
9 ist mit einer Leitung To verbunden, die mittels eines Doppelschalters i i an eine
Phasenschiene R des Drehstromnetzes R, S, T angeschlossen werden kann. Das andere
Ende der Spule g ist mittels einer Leitung 12 mit einer aus mehreren beweglichen
Teilen bestehenden Kontaktschiene 13, r3a verbunden. Durch einen im folgenden näher
beschriebenen Wanderkontakt 14 kann die Schiene 13, 13a mit einer Schleifschiene
15 verbunden werden, die mittels einer Leitung 16 und Schalter i i an eine andere
Phasenschiene S des Netzes angeschlossen werden kann. Sobald durch den Schalter
i i der Stromkreis i o (Spule 9) i 2, i 3 bzw. 13a, 14, 15, 16 geschlossen ist,
erhält die Spule Strom, und der Schalter 8 wird geschlossen. Von der. Leitung 16
ist eine Leitung 17 abgezweigt und ebenso wie Leitung 1o an einen Hilfsmotor 18
angeschlossen, der dadurch mit den Schienen R und S des Netzes und durch eine weitere
Leitung 1g auch mit der Schiene T verbunden werden kann: In die zum Motor 18 führenden
Leitungen 1o und 17 ist ein Endschalter 2o eingeschaltet, der durch den Wanderkontakt
14 betätigt werden kann. Wie aus der Zeichnung ersichtlich ist, kann der Doppelschalter
i i außer mit den Leitungen 1o und 16 in seiner anderen Endstellung mit zwei Leitungen
21 und 22 verbunden werden, in die ein ebenfalls von dem Wanderkontakt betätigter
Endschalter 23 eingeschaltet ist. Die Leitungen 21 und 22 sind derart an die Leitungen
io und 17 angeschlossen, daß im Falle der StromzufÜhr durch die Leitungen 21 und
22 die Leitung 1o an die Netzschiene S und die Leitung 17 an .die Netzschiene R
angeschlossen ist, also die Drehrichtung des Motors 18 umgekehrt wird. Durch den
Motor 18 wird ein Zahnradvorgelege 24, 25 betätigt, das zum Antrieb einer Spindel
26 dient. Auf der Spindel 26 ist eine den Kontakt 14 tragende Mutter 27 angeordnet,
die auf einer Welle 28 geführt wird, so daß bei Drehung der Spindel 26 die Mutter
27 auf der Spindel entlangwandert. Die Mutter 27 trägt eine auf der Kontaktschiene
13, 13a laufende Rolle 29 und eine auf der Schleifschiene 15 laufende Rolle 30,
so daß bei Berührung der Rollen 29 und 30 mit den entsprechenden Schienen
der Stromkreis zwischen den Schienen 13, 13a und 15 geschlossen ist. Wie bereits
erwähnt ist, sind die Kontaktschienen 13, 13a beweglich angeordnet; wie die Zeichnung
zeigt, können die Schienen durch Verstellen deiner Spindel 31 mittels Handrades
.32 geschwenkt werden, so daß die Rolle 29, die zweckmäßig etwas, nachgiebig gelagert
ist, eine entsprechende Strecke mit den Schienen 13, 13a in Berührung bleibt. An
den Enden der Spindel 26 bzw. der Schienen 13, 13" und 15 befindet sich je ein Anschlag
33 und 34, der wechselweise die beiden Endschalter 2o und 23 betätigt.
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Die Wirkungsweise der geschilderten Einrichtung gestaltet sich wie
folgt: Beim Einfahren des glühenden Kokses in die Löschanlage wird durch einen Anschlag
am Löschwagen der Doppelschalter i i so umgelegt, daß die Leitungen 1o und 16 Strom
erhalten. Der Endschalter 2o -ist geschlossen, so daß auch der Motor 18 durch Leitungen
10, 17 (von 16 abzweigend) und 1g Strom erhält und anläuft; dadurch wird mittels
des Getriebes 24 und 25 die Spindel 26 in Drehung versetzt, und Mutter 27 beginnt
auf der Spindel 26 zu wandern, in der Zeichnung von rechts nach links. Die
Schleifschiene 15 steht durch Leitung 16 unter Strom, also auch die Rollen 3o und
29; sobald nun die Rolle 29 die Kontaktschiene 13 berührt, wird der Stromkreis,
in dem die Spule 9 liegt, geschlossen und der Schalter 8 durch die Einwirkung der
Spule 9 eingelegt. Dadurch wird der zum Magneten 5 führende Stromkreis 7 geschlossen,
der Magnet 5 hebt mittels des Gestänges 6 und 3 die Ventilstange 2 an, und das Löschventil
i wird geöffnet. Das Öffnen des Löschventils i dauert so lange an, bis die Rolle
29 außer Berührung mit der Schiene 13 kommt, was durch die jeweilige Lage dieser
Schiene bestimmt wird. In diesem Augenblick wird der Stromkreis der Spule 9 unterbrochen,
die Spule 9 stromlos und dadurch der Schalter 8 durch Federwirkung geöffnet. Durch
das Öffnen des Schalters 8 wird der Magnet 5 stromlos, der Hebelarm 3 senkt sich
unter der Einwirkung des Gewichtes 4 und damit auch die Ventilstange 2, so daß das
Löschventil i sich .5chließt. Das Ventil i bleibt in geschlossenem Zustande bis
die Rolle 29 beim Weiterwandern'der Mutter 27 mit der zweiten beweglichen Kontaktschiene
13a in Berührung kommt; in diesem Augenblick wird der Stromkreis der Spule 9 wieder
geschlossen, damit der Magnet 5 unter Strom gesetzt und das Ventil i wiederum geöffnet.
Nachdem die Rolle 29 die Schiene 13a verlassen hat, tritt der umgekehrte Vorgang
ein, das Ventil i wird geschlossen. Während dieser ganzen Bewegung bleibt der Motor
18 dauernd unter Strom, so daß die Mutter 27 weiter nach links wandert; sie trifft
schließlich auf den
Anschlag 33 auf, verstellt diesen und löst damit
die Endschalter 2o und 23 aus. Während der Schalter 23 geschlossen wird, öffnet
sich der Schalter 2o, so daß die zum Motor 18 führenden Leitungen i o und 17 außer
Strom gesetzt werden; -der Motor bleibt stehen.
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Während der Zwischenpause zwischen den beiden geschilderten Löschvorgängen
hat der im Löschwagen befindliche Koks schon etwas ausdampfen können; nach dem endgültigen
Abstellen des Löschventils bleibt der Löschwagen noch angemessene=- Zeit unter der
Löschvorrichtung, um ein weiteres Ausdampfen des Kokses zu ermöglichen. Nachdem
dieses geschehen ist, wird der Löschwagen zurückgefahren und legt dabei durch seinen
Anschlag den Doppelschalter i i in die andere Arbeitsstellung um, so daß nunmehr
die Leitungen 2i und 22 Strom erhalten. Da, wie bereits erwähnt, der Schalter 23
geschlossen worden ist, wird der Motor 18 ebenfalls unter Strom gesetzt, aber durch
die geschilderte Verbindung der Leitungen 21 und 22 mit den Leitungen io und 17
derart, daß er nunmehr im entgegengesetzten Drehsinne anläuft. Dadurch wird auch
die Spindel26 in die entgegengesetzte Drehung versetzt, und die Mutter 27 wandert
auf der Spindel von links nach rechts zurück. Da während dieses ganzen Vorganges
-die zum Stromkreis der Spule 9 gehörige Leitung 16 stromlos bleibt, ist der Spulenstromkreis
unterbrochen, und der Schalter 8 bleibt unter der Federwirkung dauernd geöffnet.
Da hiermit auch der Magnet 5 abgeschaltet ist, tritt während der gesamten Rückwärtsbewegung
der Mutter 27 kein Öffnen des Ventils i ein. Ist der Rücklauf der Mutter 27 beendet,
so trifft diese auf den Anschlag 34., der die Endschalter 2o und 23 im entgegengesetzten
Sinne betätigt wie der Anschlag 33, es wird also Schalter 23 geöffnet und Schalter
2o geschlossen. Beim . Einfahren des nächsten Koksbrandes in die Löschanlage wird
der Doppelschalter i i wieder umgelegt, die'Lekwngen io und 16 erhalten Strom, und
der geschilderte Vorgang wiederholt sich.
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Das in Abb.2 dargestellte Ausführungsbeispiel unterscheidet sich von
dem vorstehend beschriebenen nur durch eine abgeänderte Verbindung zwischen dem
Magneten 5 und dem Löschventil i. Die unmittelbare Betätigung des schweren Ventils
i erfordert eine verhältnismäßig große Kraft, der Magnet 5 muß also dementsprechend
stark ausgeführt sein. Um dieses zu vermeiden, soll das Ventil i durch Druckwasser
entlastet werden und der Magnet 5 nur das An- und Abstellen der Druck"vasserleitung
bewerkstelligen. Zu diesem Zweck ist der Magnet 5 durch ein Gestänge-35 mit einem
Dreiweghahn 36 verbunden, der in eine zum Ventilkörper ia führende Druckwasserleitung
_ 37 eingeschaltet ist. Die Leitung 37 mündet in den Ventilkörper ia unterhalb eines
Hilfsventils 38, das an der Ventilstange :2 befestigt ist, so daß bei Öffnen des
Ventils 38 durch Druckwasser auch die Ventilstange mit angehoben und damit das Löschventil
i entgegen der Wirkung des Gewichtes q. geöffnet wird. Der Dreiweghahn 36 ist so
angeordnet, daß er in der Offenstellung die Druckwasserzuleitung 39 mit der Leitung
37 verbindet, während in seiner Schließstellung die Ableitung q.o an Leitung 37
abgeschlossen ist. Wenn also durch öffnen des Schalters 8 der Magnet 5 außer Tätigkeit
gesetzt wird, dreht das Gestänge 35 den Hahn 36 in Schließstellung, das Löschventil
i schließt sich unter der Einwirkung des Gewichtes 4., und das unterhalb des Hilfsventils
38 befindliche Wasser kann durch Leitung 37 in die Ableitung ¢o abfließen.
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Um Sicherheit gegen unbefugtes Verstellen der Kontaktschienen 13 und
13a zu haben, wodurch, wie vorstehend geschildert ist, die jeweilige Dauerdes
Löschens bestimmt wird, wird der Antrieb, Spindel 31 und Handrad 32, zweckmäßig
in einem verschließbaren Kasten untergebracht, der nur von dem Betriebsleiter geöffnet
werden kann. Die geschilderte Regelbarkeit der jeweiligen Löschdauer ist insofern
von großer Bedeutung, als der abzulöschende Koks je nach dem Betrieb der Koksöfen
nicht immer die gleiche Temperatur aufweist. Die Koksofentemperatur richtet sich
dabei wieder nach der Eigenart der zu verkokenden Kohle und der gewünschten Garungszeit.
Wenn also durch Änderung der Kokskohle und der Ofenbeheizüng ein Wechsel in der
Kokstemperatur und -beschaffenheit eintritt, wird durch entsprechendes Verstellen
der Kontaktschienen 13, 13a die jeweils günstigste Löschdauer festgelegt und darauf
der Antrieb 6 unter Verschluß gebracht. Nunmehr besteht völlige Gewähr dafür, daß
ständig eine gleichmäßige Ablöschung stattfindet, ohne daß das Bedienungspersonal
einen Einfluß auf die Löschung ausüben kann oder auszuüben braucht.
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Wie keiner weiteren Erläuterung bedarf, ändert sich das Wesen der
Erfindung nicht im geringsten, wenn konstruktive Änderungen bei der geschilderten
Einrichtung getroffen werden; so ist es z. B. ohne weiters möglich, statt der geschilderten
elektrischen Betätigung der einzelnen Teile auch eine Betätigung durch Druckwasser
oder Druckluft vorzunehmen. Andererseits kann statt der geschilderten geradlinigen
Bewegung der als Schaltorgan dienenden Mutter ä7 auch eine
drehende
Bewegung dieses Schaltorgans vorgesehen sein, wobei die Kontaktschienen 13 und 13a
verstellbar zu dem Umfang des durch die Außenkante des Schaltorgans beschriebenen
Kreises angeordnet sind. Bei dieser Ausführung können die Anschläge 33 und 34 auch
zu einem Anschlag zusammengefaßt werden, der, je nachdem er von rechts oder links
verstellt wird, die Endschalter 2o und 23 im einen oder anderen Sinne betätigt.
Wesentlich für die Erfindung ist das Vorhandensein. eines Schaltorgans, Doppelschalter
i i, der vom Löschwagen selbsttätig verstellt wird und je nach seiner Stellung einen
zum Antrieb eines wandernden Schaltorgans, Mutter 27, dienenden Motor o. dgl. in
dem einen oder anderen Drehsinne in Tätigkeit setzt. Ferner ist wesentlich die Betätigung
eines zweiten Motors o. dgl. durch das wandernde Schaltorgan, wodurch das Löschventil
geöffnet und geschlossen werden kann und die Anordnung von Endschaltern derart,
daß beim Rücklauf des wandernden Schaltorgans der zum Antrieb des Löschventils dienende
Motor ständig außer Tätigkeit bleibt.