DE46444C - Verfahren und Vorrichtung zum Wegthun von Sprengschüssen - Google Patents

Verfahren und Vorrichtung zum Wegthun von Sprengschüssen

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DE46444C
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Germany
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sleeve
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gases
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DENDAT46444D
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R. pauk in Felixdorf, Nieder-Oesterreich
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Expired - Lifetime legal-status Critical Current

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    • FMECHANICAL ENGINEERING; LIGHTING; HEATING; WEAPONS; BLASTING
    • F42AMMUNITION; BLASTING
    • F42DBLASTING
    • F42D5/00Safety arrangements

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  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • General Engineering & Computer Science (AREA)
  • Portable Nailing Machines And Staplers (AREA)
  • Cigarettes, Filters, And Manufacturing Of Filters (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
Das den Gegenstand dieser Erfindung bildende Verfahren zum Wegthun von Pulversprengschüssen in Bohrlöchern bezweckt, die Berührung der bei der Verbrennung des Pulvers entstehenden Flamme und der unabgekühlten Gase mit allenfalls vorhandenen brennbaren Gasen (schlagenden Wettern) zu vermeiden.
Zu diesem Zwecke werden durch die Verbindung der Pulverladung mit einer einseitig verschlossen bleibenden längeren Stahlhülse, in welcher aufser der Pulverladung Wasser eingebracht wird, die glühenden Gase gezwungen, vor Berührung mit der Bohrlochwand das an der eigens geformten Hülsenmündung sich zertheilende Wasser zu passiren, wodurch die Pulverflamme früher verlöscht und die durch die umgesetzte Wärmemenge veranlafste Wasserverdampfung auch zur Spannungserhaltung verwerthet wird.
Zur praktischen Ausführung dienen eine Stahlhülse und ein zugehöriges Besatzstück, welche in beiliegender Zeichnung verbunden und ins Bohrloch verladen dargestellt sind.
Die Hülse α ist aufsen cylindrisch, dem Bohrlochsquerschnitt entsprechend; die Bohrung besteht aus drei Theilen: einem engeren cylindrischen 1, daran anschliefsend ein schwach konischer 2, welcher an der Mündung der Hülse in einen kürzeren, schärfer konischen 3 übergeht.
Der cylindrische Theil ist am Ende der Hülse durch eine Schwanzschraube b verschlossen; letztere hat einen cylindrischen Mittelkanal, ist nach aufsen trichterförmig erweitert und einseitig keilförmig abgeschrägt.
Das Besatzstück (von Stahl oder Eisen), ist entsprechend der Hülse ein kürzerer, aufsen cylindrischer Körper mit seitlicher halbrunder Nuth und ist an einem Ende, correspondirend mit dem Keilende der Hülse, ebenfalls keilförmig abgeschrägt. Die längere Seite der cylindrischen Mantelfläche, diametral der Nuth, ist behufs Friction feilenartig aufgehauen.
Das zu verwendende Sprengmittel (am geeignetsten ist in Cylinderform geprefstes Sprengpulver mit centralem Zündkanal) wird in den cylindrischen Theil der Hülse bis an den Boden der Schwanzschraube b eingeschoben, darauf ein aus dickem Filz gestanzter, mit Unschlitt gut durchtränkter Pfropfen f mittelst Ladestockes nachgeschoben und aufgeprefst wie bei einer Gewehrladung, so dafs derselbe wasserdicht abschliefst.
Der noch offene Hülsenraum wird ganz mit Wasser gefüllt und die konische Mündung mit einem kurzen Holzstopfen d leicht verschlossen. Nun wird das Zündende des Zünders g (mit oder ohne Kapsel) durch den Mittelkanal der Schwanzschraube durchgesteckt und durch die durchlochte Pulverpatrone bis an den Filzpfropfen geschoben; benutzt man eine Zündschnur ohne Kapsel, so wird dieses Zündschnurende zum Herausleiten des Feuerstrahles etwas aufgeschlitzt ; die dütenförmige Höhlung der Schwanzschraube wird nun mit entsprechender Masse verkittet, so dafs sich der herausragende Zünder seitwärts in der erwähnten Höhlung anlegt.
Die Pulverpatrone wird nun sammt der Hülse derart ins Bohrloch verladen, dafs das mit dem Holzstopfen verschlossene Hülsenende einige Zoll vom inneren Bohrlochende absteht, so dafs die Pfropfen beim Schusse Raum zum Austritt haben; dies wird dadurch erreicht, dafs man entweder vor dem Lauf an das Bohrlochende eine beiderseits offene Cartonhülse einschiebt oder dafs man den Holzstopfen mit einem schwachen Stäbchen versieht.
Auf das abgeschrägte Hülsenende wird nun das Besatzstück j so nachgeschoben, dafs die Keilflächen auf einander liegen und der herausragende Zünder sich in die erwähnte Nuth legt; von Vortheil ist es, wenn man die Keilflä'chen mit der Wurfseite correspondiren läfst.
Ist nun auf diese Art das Bohrloch geladen, so wird der übrige noch offene Theil des Bohrloches auf die sonst übliche Weise bis zur Mündung desselben gut verdämmt, und der Schufs kann gezündet werden.
Infolge der Anordnung des Zünders beginnt, sobald derselbe functionirt hat, die Vergasung des Pulvers beim Filzpfropfen, schreitet gegen die Schwanzschraube vor und wird daher eine vollkommene.
Sogleich bei Beginn der Vergasung und Expansion wird der Holzstopfen hinausgedrückt und das herausdringende Wasser gleichmäfsig an der konischen Mündung derart zertheilt, dafs dasselbe und der entwickelte Dampf die glühenden Gase an der Hülsenmündung isolirt halten und abkühlen, so dafs bei vorhandenen Schlagwettern und Bläsern bei der Sprengung dieselben nicht mehr gezündet werden.
Die Herabminderung der Spannung durch den leeren Raum vor und um die Hülse wird durch die Dampfbildung und den in Keilwirkung umgesetzten Rückstofs derart eliminirt, dafs die Wirkung eine kräftige bleibt. Nachdem die Hülse sich im geschlossenen Bohrlochraum, welcher gleich nach der Zündung Spannung erhält, die sich auf die Mantelfläche der Hülse überträgt, befindet, so ist dieselbe vor dem Zerreifsen geschützt und kann genügend oft wieder verwendet werden.
Aufser dem vorerwähnten Hauptvortheil der sicheren Verwendung von billigem Sprengpulver in Schlagwettern bietet diese Methode nach Angabe des Erfinders noch die Vortheile eines Mittels gegen Ueberladung, gegen wirkungsloses Ausfahren der Ladung und gegen vorzeitige Entladung beim Verdammen, da die empfindlichen Präparate geschützt sind; weiters sind aus eben dem Grunde Versager, welche übrigens seltener als bei anderen Methoden vorkommen werden, gefahrlos und bei dem geringen äufseren Besatz auch sehr leicht wieder in Ordnung zu bringen.
Schliefslich sind die Schüsse mit dieser Methode beinahe rauchfrei.

Claims (2)

Patent-Ansprüche:
1. Ein Verfahren zum Wegthun von Pulversprengschüssen in Bohrlöchern, darin bestehend, dafs man mittelst einer in das Bohrloch eingesetzten und die Ladung enthaltenden , wiederholt verwendbaren Hülse (oder Laufes) die Explosionsgase an das innere Ende des Bohrloches leitet und auf dem Wege dahin mit in die Hülse gefülltem Wasser in Berührung gelangen läfst, so dafs die noch glühenden Gase gekühlt werden, bevor sie gegen die Bohrlochwände in Wirkung treten.
2. Bei der zur Ausführung des unter i. angegebenen Verfahrens dienenden Hülse a ein schräg abgeschnittenes Verschlufsstück, gegen welches beim Besetzen ein correspondirend abgeschrägtes,, in das Bohrloch passendes Besatzstück j geschoben wird, zum Zwecke, unter der Einwirkung des Rückstofses bei der Entzündung der Ladung das Verkeilen beider Theile im Bohrloch zu erzielen und den Rückstofs noch zu kräftiger Keilwirkung auszunutzen.
Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
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