DE45199C - Neuerung an der aus Patentschrift Nr. 15246 bekannten Typen-Setz- und Ablegemaschine - Google Patents
Neuerung an der aus Patentschrift Nr. 15246 bekannten Typen-Setz- und AblegemaschineInfo
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
Die nachstehend beschriebenen Neuerungen betreffen Verbesserungen an der aus der Patentschrift
No. 15246 bekannten Construction von Typensetz- und Ablegemaschinen. Sie beziehen
sich auf Vorrichtungen, um dem Ablegecylinder eine ruckweise Bewegung zu ertheilen,
und auf eine Vorrichtung, welche gestattet, den Ablegecylinder gegen den Setzcylinder
beim Füllen des ersteren mit neuen Typenreihen auf halbe Kanaltheilung zu verstellen.
Ferner beziehen sich die Neuerungen sowohl auf eine verbesserte Zuführung der Typen zu
dem rotirenden Tisch, ohne dafs dieselben an die Randleiste des Tisches anstofsen, als auch
auf eine neue Zuführung der Typen in den Winkelhaken.
Schliefslich betrifft die Erfindung noch Vorrichtungen zum Füllen des am Ablegecylinder
sich befindenden Kanales für gemischte und fremde Schriften und zum Befestigen des
Schiffes am Ablegecylinder.
Fig. ι ist eine Seitenansicht der verbesserten Typensetzmaschine.
Fig. 2 ist ein Grundrifs, den Antriebsmechanismus des Ablegecylinders zeigend.
Fig. 3 giebt eine Ansicht des Ablegecylinders von der hinteren Seite.
Fig. 4 bis 6 sind Ansichten in gröfserem Mafsstabe vom Antriebsmechanismus des Ablegecylinders
in zwei verschiedenen Stellungen.
Fig. 7 ist ein Horizontalschnitt von Fig. 1 und zeigt, wie auch Fig. 8, die Führungen,
welche auf dem rotirenden Tisch angeordnet sind.
Fig. 9 ist Seitenansicht,
Fig. 9 a Horizontalschnitt nach Linie x-x der Fig. 9.
Fig. 10 ist ein theilweiser Querschnitt der Typenhebe- und Transportirvorrichtung nach
Schnittliniey-y der Fig. 9, nach dem Schlüsselbrett
zu gesehen.
Fig. 11 ist ein Querschnitt nach Linie \ - ^,
Fig._9-
Fig. 12 zeigt eine Ansicht eines dieser Theile,
welche, wie Fig. 9 bis 11, die Neuerungen
zum Festhalten und Führen der Typen von dem Transportband in den Winkelhaken darstellen.
Fig. 9 B zeigt eine Modification dieser Einrichtung.
Fig. 13 ist eine Seitenansicht eines Theiles der Maschine und zeigt die Neuerungen zum
Festhalten des Schiffes und zum Füllen der Kanäle des Ablegecylinders.
Fig. 14 zeigt eine vergröfserte Ansicht des unteren Theiles des Typenscbiffes, welches in
Fig. 2 im Grundrifs und in Fig. 3 im Aufrifs angegeben ist.
Fig. 15 ist ein Schnitt nach Linie u - u,
Fig. 14, und
Fig. 16 ein solcher nach Schnittlinie v-v, Fig.15.
Fig. 17 stellt die Befestigungsweise des Schiffes dar, während
Fig. 18 ein Grundrifs des Kanals für gemischte Schrift am Setzcylinder ist.
Fig. 19 ist theils Ansicht, theils Schnitt,
-Fig. 20 Grundrifs,
Fig. 21 Seitenansicht und
Fig. 22 Längenschnitt dieses Kanales.
Ein Theil der gegenwärtigen Erfindung bezieht sich auf Verbesserungen in den Mitteln,
um dem Ablegecylinder B eine ruckweise intermittirende Bewegung zu geben, damit
seine Kanäle mit denen des Setzcylinders A in Uebereinstimmung kommen.
Bisher wurde diese ruckweise Vorwärtsbewegung dem Ablegecylinder mittels eines
Sperrrades 5 ertheilt, das fest mit diesem Cylinder verbunden ist, und in dessen Zähne
der Sperrzahn 6 eingreift, welcher mit einem schwingenden Arme 7 drehbar verbunden ist.
Das Ende dieses Armes 7 ist mit einem Schlitz 8 versehen, in welchen der Kurbelzapfen
9 der Triebwelle 4 greift, der durch konische Räder 78, 79 mit der Welle und Antriebsriemscheibe 80 in Verbindung steht,
Fig. ι bis 3. Bisher war nun dieser Antriebsmechanismus derart, dafs die Strecke, um
welche er den Ablegecylinder bei jeder ruckweisen Bewegung verschob, genau gleich war
der Entfernung zwischen je zwei Typenkanälen, so dafs also der Antriebsmechanismus am Ende
jeder Bewegung den Ablegecylinder in genaue Uebereinstimmung mit den Kanälen des Setzcylinders
brachte.
Es hatte sich nun ergeben, dafs es zweckmafsiger ist, wenn man dem Ablegecylinder
eine ruckweise plötzliche Vorwärtsbewegung giebt, welche gröfser ist als der unbedingt
nöthige Hub, und hierauf eine langsame Rückwärtsbewegung, welche so bemessen war, dafs
am Ende derselben die Kanäle der beiden Cylinder genau über einander standen. Hierbei
wurde ein genaues und sicheres Ueberführen der entsprechenden Typen von dem Ablegecylinder
auf den Setzcylinder ermöglicht.
Aber auch diese Verbesserung hatte gewisse Mangel, wie eine unnöthige Bewegung des
Ablegecylinders, welche ein Abnutzen der einzelnen bewegten Theile verursachte; und die
beschriebene Bewegung machte nöthig, dafs die Typen des Ablegecylinders zunächst über
die Kanäle des Setzcylinders bewegt werden mufsten, so dafs dieselben während der raschen
Vorwärtsbewegung leicht in die Kanäle des Setzcylinders fallen konnten, was entweder ein
Beschädigen der Typen oder ein Versperren der Maschine zur Folge hatte.
Um nun ein gutes Uebereinstimmen zwischen den Kanälen der beiden Cylinder am Ende
jeder Vorwärtsbewegung des Ablegecylinders zu erhalten, ist folgende Neuerung an der
Maschine angebracht.
Der Arm 7 ist aufser mit dem Sperrzahn 6 noch mit einem Hülfssperrzahn 13 versehen,
welcher ähnlich wie Sperrzahn 6 in die Zähne des Sperrrades 5 eingreift.
Dieser Sperrzahn 13 ist mittels Schraube 16
in einem Arm 12 verstellbar, welcher, auf der Welle 4 mittels Bügels 11 sitzt, welcher letztere
ein Excenter 10 umfafst. Aufserdem ist der Sperrzahn 13 mittels der Lappen 100 auf dem
Sperrrade 5 gehalten.
Der Kurbelzapfen 9 und das Excenter 10 auf der Welle 4 arbeiten so mit einander,
dafs, nachdem die Vorwärtsbewegung des Armes 7 vollendet ist und das Vorwärtsschieben
des Zahnes 6 stattgefunden hat, wie in Fig. 4. angegeben, noch eine kleine Bewegung
des Sperrzahnes 13 stattfindet, welche so die Theile in die Lage Fig. 5 bringt.
Die letzte Bewegung des Sperrzahnes 13
wird mittels der Schraube 16 derart genau eingestellt, dafs bei der Endlage von 13 die
Kanäle beider Cylinder genau auf einander liegen, und so die Typen von dem Ablegecylinder
in den Setzcylinder gelangen können.
Bei der Rückwärtsbewegung des Armes 7 und der Sperrzähne 6 und 13 schleifen die
letzteren infolge ihrer gekrümmten Rückfläche über das Zahnrad 5 und greifen bei der
nächsten Vorwärtsbewegung wieder in die entsprechenden Zähne am Sperrrad 5 ein.
Eine weitere Neuerung bezieht sich auf eine Vorrichtung, um dem Ablegecylinder eine Vorwärtsbewegung
zu ertheilen, die geringer ist als diejenige, welche beim Uebereinanderstehen der Kanäle vom Setzcylinder und Ablegecylinder
erforderlich ist.
Diese Vorrichtung macht sich nöthig, wenn man die Kanäle des Ablegecylinders mit neuen
Typen anfüllen will. Sie besteht aus dem Sperrzahn 101, welcher an dem Arm 130 des
Sperrzahnes 6 angebracht ist und eine mittlere Zunge 102 besitzt, Fig. 4, 5 und 6.
Diese Zunge 102 sitzt drehbar an dem Arm 130 und wird durch Feder 117 vorwärts
geprefst, so dafs der Sperrzahn 101 mit der Zunge nur dann zwischen zwei Zähnen des
Sperrrades 5 zum Eingriff gebracht werden kann, wenn .der Cylinder B die volle ruckweise
Vorwärtsbewegung erhalten hat.
Wenn die Treibfeder 92 den Treibstift 93 am Arm 7 berührt, dann wird der Sperrzahn
101 aufser Berührung mit den Zähnen des Zahnrades 5 gehalten, während der Sperrzahn
6 in die letzteren' eingreift. Wenn dagegen die Treibfeder 92 aufser Contact mit
dem Stift 93 ist (was also nur nach einer vollständigen Vorwärtsbewegung des Cylinders B
möglich ist), so kommt der Sperrzahn 6 aufser Eingriff mit den Zähnen des Sperrrades 5 und
der Sperrzahn 101 mit seiner Zunge 102 kann
in Eingriff mit Sperrrad 5 kommen, und zwar entweder durch einen Rückwärtsdruck auf Feder
92 oder durch Druck gegen den Arm 130.
Wenn nun bei der nächsten Vorwärtsbewegung der Arm 7 vorwärts geht, so wird
das Rad 5 durch den Sperrzahn 101 vorwärts bewegt, und zwar derart, dafs die Kanäle des
mit dem Sperrrad 5 verbundenen Ablege-
cylinders B zwischen zwei Kanälen des Cylinders
A zu stehen kommen, da der Sperrzahn ιοί einen Hub ausführt, welcher halb
so grofs ist als derjenige des .Sperrzahnes 6, indem die bewegliche Zunge ι 12 rückwärts
bewegt wird, bis die Flächen von Zunge 102 und Sperrzahn 101 über einander liegen.
Es tritt also durch den Eingriff der Zunge 102 so lange keine Bewegung ein, bis die bewegliche
Zunge 102 zurückgedrückt ist und die Sperrfläche des Sperrzahnes 101 gegen die
Zähne des Sperrrades 5 zu liegen kommt.
Durch diese, hervorgerufene halbe Bewegung des Ablegecylinders ist derselbe in eine solche
Lage gebracht, dafs die Typen in denselben eingeführt werden können, indem die Kanäle
des Ablegecylinders jetzt einen festen Boden durch den Cylinder A erhalten, so dafs die
Typen auf demselben ruhen können.
Wenn diese halbe Vorwärtsbewegung des Cylinders erreicht ist, so befindet sich der
Sperrzahn 6 auf einem der Zähne des Sperrrades 5. Führt dann der Arm 7 seine Rückwärtsbewegung
aus, so klinkt er den Sperrzahn 101 aus, indem die Feder 117 die
Zunge 102 wieder vortreibt, wodurch verhindert wird, dafs der Sperrzahn 101 von
neuem zwischen die Zähne des Sperrrades 5 greift.
Aus diesem Grunde braucht nur der Cylinder B eine halbe Vorwärtsbewegung zu
machen, damit der Sperrzahn 101 mit Zunge 102
auf den Zähnen des Sperrrades 5 gleitet. .
Wenn ein Kanal des Ablegecylinders B mit einer Reihe Typen angefüllt ist, so mufs die
noch übrig bleibende halbe Vorwärtsbewegung gemacht werden, bevor die Zähne des Zahnrades
5 wieder in einer solchen Position sich befinden, dafs sie von dem Sperrzahn 101
wieder gefangen werden. Dies wird erreicht durch Sperrzahn 6, welcher bei seiner Vorwärtsbewegung
nur in der letzten Hälfte derselben einen Zahn des Sperrrades 5 fängt wegen der Stellung, welche die Zähne durch
die Bewegung seitens des Sperrzahnes 101 erhalten
haben.
Der Sperrzahn 6 führt also somit die zweite Hälfte der Vorwärtsbewegung aus, während
die erste Hälfte derselben durch den Sperrzahn 101 ausgeführt wurde. Auf diese Weise
ist der Cylinder B wieder in entsprechende Lage zu dem Setzcylinder A gekommen, so
dafs die Typen mit verschiedenen Einschnitten auch in die betreffenden Kanäle des Setzcylinders
gelangen.
Wenn nun ein anderer Kanal des Ablegecylinders mit Typen angefüllt werden soll, so
wird auf die beschriebene Weise der Sperrzahn 101 wieder in Eingriff mit Zähnen des
in entsprechender Stellung sich befindenden Sperrrades 5 gebracht, worauf wieder beim
Bewegen des Armes 7 eine halbe ruckweise Vorwärtsbewegung des Cylinders B eintritt,
worauf dann wieder nach gefülltem Kanal im Vertheilungscylinder B der Sperrzahn 6 die
andere Hälfte der ruckweisen Vorwärtsbewegung ausführt.
Eine weitere Neuerung bezieht sich auf eine Vorrichtung. zur Bewegung der Typen während
ihrer Beförderung von den Kanälen des Setzcylinders auf den rotirenden Tisch 40, welcher
die Typen zu einem Kanal nach dem Winkelhaken führt.
Da nämlich die die Typen auf den rotirenden Tisch 40 werfenden Vorrichtungen durch einen
rotirenden Treiber in Bewegung gesetzt werden, so kann es vorkommen, dafs die ausgeworfenen
Typen mit ihrer Spitze (Kopf) gegen die den Tisch 40 umgebende Führungsschiene
94 getrieben und beschädigt werden können.
Eine solche Verletzung könnte auch durch die Centrifugalbewegung der Typen auf dem
rotirenden Tische eintreten.
Um diese Uebelstände zu vermeiden, ist jeder Kanal kurz über der Scheibe mit einem
Finger 95 versehen, welcher derart abgebogen ist, dafs er die ausgeworfenen Typen peripherisch
ableitet.
Hierdurch wird erreicht, dafs jede Type, wenn sie der Wirkung des Drehtisches ausgesetzt
ist, allmälig so auf den Tisch läuft, dafs sie nur mit der Seitenfläche gegen die Führungsschiene
94 anliegt und eine Verletzung ihrer Spitze ausgeschlossen ist.
Die Finger 95 gehen nicht so dicht an die Führungsschiene 94 heran, dafs die Typen beim
Vorwärtsgang nach dem Transportband 3 an die Wand der Führungsschiene anstofsen.
Im Gegentheil befindet sich zwischen den Enden der Finger 95 und dem Tisch 40 ein
kreisförmiger Zwischenraum, in welchem die Typen vorwärts geführt werden, bis sie durch
die Führung 106 auf das Transportband 3 befördert werden, Fig. 7.
Eine weitere Neuerung betrifft die Vorrichtung, um die Typen von dem Transportband 3
in den Winkelhaken 34 überzuführen. Früher wurde ein sich drehendes Transportband und
ein Typenheber benutzt, zu welchem die Typen durch ein geneigtes Fach geführt werden.
Diese Vorrichtung wurde verbessert durch die Anwendung eines kleinen, sich drehenden Typenheberades
25, Fig. 9, welches eine Anzahl Zacken 27 besitzt und durch einen Riemen oder durch Schnur 28, welche über Schnurscheibe
29 läuft, in Thätigkeit gesetzt wird. Die Schnurscheibe 29 ist durch Welle 86, Fig. 9 B, fest mit dem Typenrad 25 verbunden.
Durch diese Construction wird das geneigte Fach überflussig -und das Transportband 3
kann über die Welle 26 geführt werden und in einer Höhe mit dem Typenheberad liegen.
Es hat sich jedoch ergeben, dafs, wenn eine Type durch einen der Zacken 27 des Typenrades
25 gehoben war und das Rad sich weiter drehte, um eine neue Type zu heben, die schon bereits gehobenen Typen abwärts
auf die zu hebende Type gleiten, wodurch eine Hemmung verursacht wurde und das Typenheberad
nicht nur die neu zu hebende Type, sondern auch die früheren gehobenen der gebildeten
Reihe wieder heben mufste.
Um diese Uebelstände zu umgehen, ist jetzt ein Träger 96, Fig. 9, 10 und 11, vorgesehen,
welcher hebelartig um einen Drehpunkt schwingen kann. Er ragt mit seinem Ende durch die abnehmbare
Seitenplatte 110 bis in das Fach des Winkelhakens 34, und zwar genau über den
Zacken des Typenheberades 25. Das aufsen liegende andere Ende kann ausbalancirt sein,
so dafs der Träger sich leicht bewegen kann und doch ein Mehrgewicht das innere Ende
veranlafst, gegen die Seite der Typen zu drücken.
Statt dieses Uebergewichtes auf dem hinteren Theil des Trägers 96 kann auch eine Feder
in Anwendung gebracht werden. Sobald durch einen Zacken 27 des Typenheberades 25 eine
Type gehoben ist, tritt sie gegen das innere Ende des Trägers, welcher aufwärts schwingt
und eine Bewegung der Typen nach oben gestattet.
Sobald nun die Type an der inneren Seite des Trägers gehoben worden ist, wird der
letztere durch die eigene Schwere der inneren Seite oder durch eine angebrachte Feder gegen
die Type geprefst, dieselbe dadurch verhindernd , wieder auf das Typenrad zu fallen.
Beim Abwärtsgehen der Zacken 27 des Typenheberades dreht sich der Träger 96 um
eine gewisse kleine Strecke abwärts und prefst sich seitwärts durch die Einwirkung der Feder
gegen die Seite der oben durch das Typenheberad gehobenen Type, hält dadurch dieselbe
sicher fest und verhindert sowohl diese Type als die darüberliegende, abwärts zu gehen.
Auf diese Weise wird unter der gebildeten Typenreihe oder der zuletzt gehobenen Type
für die nächst zu hebende Type ein Raum geschaffen, in welchen diese Type leicht vermittels
des Transportbandes 3 eingeführt werden kann. Der Träger wirkt auch in der
Weise, dafs er die gebildeten Reihen ebnet, da er jede Type, welche den Träger passiren
mufs, an die Wand des Winkelhakens drückt.
Da manche Typen verschieden stark sind, dagegen der Hub des Typenheberades stets
derselbe ist und die Prefsfläche des Trägers 96 stets etwas über dem höchsten Punkt liegen
mufs, welcher durch einen Zacken des Typenheberades erreicht wird, so folgt hieraus, dafs
sehr dünne Typen von dem Typenheberad nicht hoch genug gehoben werden, um von dem Träger gehalten zu werden.
Um dies jedoch zu erreichen, ist bei der vorliegenden Erfindung ein Hülfsträger vorgesehen,
welcher aus einem kleinen, einem Hebel ahnlichen Prefsstück 81, Fig. 12, besteht, welches
drehbar aufgehängt ist und durch eine Feder 85 in den Winkelhaken 34 geprefst wird.
Dieses Prefsstück 81 ist mit einem rechtwinklig abgebogenen Arm 83 versehen, welcher
auf dem abgeschrägten Theil 84 des Schlägers 35 sitzt, Fig. 9. Wenn nun zu den Typen in der Reihe eine neue Type hinzukommt
und der Schläger 35, welcher durch Zapfen 38 am Rad 29 beeinflufst wird, die
neue Type in die richtige Lage vorwärts bewegt, so drückt die Feder 85 den Hülfsträger 81
gegen die Type, so dafs dieselbe von der Klaue des Hülfsträgers gehalten wird.
Wenn nun diese dünnere Type mit den darüberliegenden gehalten ist und es kommt
eine neue Type hinzu, so wird durch Vermittelung des stärkeren Theiles 84 und des
Schlägers 35 der HUlfsträger 81 aufser Wirkung gesetzt und von dem Typenkanal entfernt, und
eine neue Type kann gegen die Klaue des Hülfsträgers nicht anstofsen. Die Seitenplatte 33
bildet eine Wand, gegen welche die Type mit ihrer Fläche geführt ist, jedoch ist der Klotz
der Maschine, welcher die Theile trägt, wo die Typenreihe gebildet wird, auf eine grofse
Strecke ausgeschnitten, so dafs ein grofser Theil der Typenfläche vor Augen liegt und man
stets sieht, wie die gebildete Typenreihe zusammengesetzt ist. Dies ist wesentlich, da damit
ein falsches Arbeiten der Maschine stets vor Augen geführt wird.
Fig. 9 B zeigt eine Abänderung dieser Vorrichtung. Hier ist ein drehbares, elliptisches
Rad angeordnet, welches gegen die Enden der durch Typenheber 25 gehobenen Typen drückt. Das Rad ^ wird durch Zahnräder χ
und y von der Achse 86 des Heberades 25 oder auf andere Weise bewegt.
Weitere Neuerungen betreffen das Füllschiff, durch welches die Typen kanäle des Ablegecylinders
mit Typenreihen angefüllt werden, und die Vorrichtungen, um dieses Schiff in aufrechter Stellung an dem Ablegecylinder zu
befestigen. Erstere dieser Neuerungen ist in Fig. 14 veranschaulicht. Sie besteht aus dem
Nachrücker 120 am Schiff und einem Fangblock , welcher dem Nachrücker wohl eine
Vorwärtsbewegung gestattet, ihn dagegen verhindert, rückwärts zu gehen, wodurch das
Schriftmaterial im Schiff zusammengeworfen werden würde.
Zu diesem Zwecke ist der Nachrücker 120 an dem Block 122 befestigt und letzterer auf
der Randleiste 123 und der Bodenplatte 124
des Schiffes geführt.
Mit dem Block 122 ist durch einen Hängearm 125 ein Fangblock 121 verbunden, der
mittels eines Ansatzes an einem Schlitz oder einer Nuth der unteren Seite des Schiffes geführt
wird, Fig. 15.
Der Hängearm 125 besitzt einen Zapfen 99, welcher in eine Oefmung des Blockes 122 eingreift,
welche Oeffnung von gröfserem Durchmesser als der Zapfen selbst ist. Gegen diesen
Zapfen wird durch eine Feder ein Bolzen 126 beständig geprefst, so dafs der Hängearm
ständig nach der linken Seite gedrückt wird, wodurch die beiden Theile 121 und 122 die
Leiste 123 festklemmen. Die einzelnen Theile arbeiten so zusammen, dafs, während sich der
ganze Klemmapparat frei vorwärts, d. h. nach links bewegen kann, um die Typen in dem
Schiff zusammenzuhalten, jede Tendenz einer Rückwärtsbewegung, auf den Nachrücker 120
ausgeübt, verursacht, dafs die Theile 121 und 122
die Leiste 123 festklemmen, so dafs jede Rückwärtsbewegung des NachrUckers 120 durch
diese Klemmvorrichtung verhindert wird.
Der Klemmapparat kann jedoch, wenn erforderlich, rückwärts bewegt werden, indem
der Fangblock 121 zurückgeschoben, d. h. nach rechts bewegt wird, wodurch der mit
demselben verbundene Hängearm 125 mittels des in ihm befestigten Zapfens 99 die Feder
zusammenprefst und so die Klemmwirkung der Theile 121 und 122 auf die Leiste .123 aufhebt,
so dafs der ganze Klemmapparat nach rechts geht.
Um das Schiff leicht an der Leiste 41 befestigen und von derselben abheben zu können,
ist es oben bei 111, Fig. 17, geschlitzt und
daselbst durch den Kopf 97 des Schraubenbolzens 98 mit Mutter 112 gehalten. Wenn
letztere gelöst ist, so treibt eine Feder 67 den Kopf seitwärts, so dafs das Schiff durch leichtes
Anheben aus der Leiste 41 abgehoben werden kann.
Um schliefslich fremde Typen ablegen zu können , ist in dem Setzcylinder ein seitlicher
Kanal vorgesehen, Fig. 18. Aus letzterem werden die Typen durch eine Vorrichtung
entfernt, welche in Fig. 18 bis 21 näher angegeben ist. Derjenige Theil der Bodenplatte
127, welcher unter dem weiteren Kanal des Setzcylinders A liegt, besitzt eine Oeffnung,
in welche ein viereckiges Rohr 113 eingeführt werden kann. Dieses Rohr 113 hat seitlich
eine Nuth 114, in welche das Ende eines an dem Boden des Setzcylinders drehbar angebrachten
schwingenden Hebels 115 greift und das Rohr 113 festhält. In dem Rohr 113 ist
ein Kolben 116 auf- und abbewegbar.
Wenn nun eine Reihe Typen eingeführt werden soll, so wird das Rohr 113 in den
Setzcylinder eingehängt, der Kolben 1 16 nach
abwärts bewegt, bis er die nöthige Menge Typen aufnimmt, sodann das Rohr 113 wieder
abgehoben. Sollen die Typen aus dem Rohr entfernt werden, so werden dieselben mittelst
des Kolbens 1 16 aus demselben herausgedrückt.
Claims (5)
1. ein zweiter stellbarer Sperrzahn 13, bewegt
durch den von Excenter oder Kurbel beeinflufsten Arm 7 in Verbindung mit dem
durch Arm 7 bewegten Sperrzahn 6, um dem Ablegecylinder eine rasche Voreinstellung
und langsame Nacheinstellung zu geben, sowie der Arm 130 mit Sperrzahn
101 und Zunge 102, entgegengesetzt dem Sperrzahn 6, um den Ablegecylinder
auf halbe Kanalweite gegen den Setzcylinder verstellen zu können;
2. die Finger 95 an dem Setzcylinder A, um die ausgeworfenen Typen auf dem rotirenden
Tisch 40 zu führen, ohne dafs dieselben mit ihrer Spitze (Kopf) an die Randleiste 94
anstofsen;
3. der schwingende Träger 96 unmittelbar über dem Typenheberad 25 zum Festhalten
der durch letzteres gehobenen, über einander liegenden Typen, in Verbindung
mit dem Hülfsträger 81, der Feder 85 und dem Theil 84 zum Fangen von schwachen
Typen;
4. die Abänderung der unter 3. angegebenen Vorrichtung zum Festhalten der Typen
dahin, dafs statt des schwingenden Trägers 96 das elliptische Rad \ in Anwendung kommt,
welches bei seiner Drehung die Typen hält;
5. zur Verhinderung des Auseinanderfallens der Typen im Füllschiff der Rastblock 122
mit dem durch Hängearm 125 gehaltenen Fangblock 121, in der Weise angeordnet,
dafs der im Hängearm 125 befestigte Bolzen 99 durch einen Federbolzen 126
den Fangblock mittels des Hängearmes stets nach links drückt, wodurch die beiden
Theile 121 und 122 die Leiste 123 festklemmen
und ein Zurückgehen des Nachrückers 120 verhindern.
Hierzu ι Blatt Zeichnungen..
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE45199C true DE45199C (de) |
Family
ID=320384
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT45199D Expired - Lifetime DE45199C (de) | Neuerung an der aus Patentschrift Nr. 15246 bekannten Typen-Setz- und Ablegemaschine |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE45199C (de) |
-
0
- DE DENDAT45199D patent/DE45199C/de not_active Expired - Lifetime
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