DE447248C - Einrichtung und Verfahren zum Kopieren von Stereomessbildern eines koerperlichen Gebildes - Google Patents
Einrichtung und Verfahren zum Kopieren von Stereomessbildern eines koerperlichen GebildesInfo
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- G—PHYSICS
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- G03C—PHOTOSENSITIVE MATERIALS FOR PHOTOGRAPHIC PURPOSES; PHOTOGRAPHIC PROCESSES, e.g. CINE, X-RAY, COLOUR, STEREO-PHOTOGRAPHIC PROCESSES; AUXILIARY PROCESSES IN PHOTOGRAPHY
- G03C9/00—Stereo-photographic or similar processes
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Description
AUSGEGEBEN AM
21. JULI 1927
REICHSPATENTAMT
PATENTSCHRIFT
M 447 KLASSE 57 b GRUPPE
Tag der Bekanntmachung über die Erteilung des Patents: 30. Juni
Einrichtung und Verfahren zum Kopieren von Stereonießbildern
eines körperlichen Gebildes.
Es sind bereits mehrere Vorrichtungen und Verfahren bekannt geworden, die dazu
dienen, Stereoskopbilder oder deren Elemente auf einen geeigneten Materialkörper, z. B.
einen Tonblock oder ebene Flächen, zu übertragen. Diese bekannten Methoden haben den
Nachteil, daß man beim Arbeiten mit dem Apparat entweder nur die Meßmarke nebst
Stereobild oder nur das Werkzeug nebst Material erblickt, auf welches die Elemente der
Stereobilder übertragen werden sollen. Alle bekannten Verfahren arbeiten also teilweise
blind, und bei keinem fällt das Stereobild mit
dem Materialkörper räumlich zusammen. Würde man z. B. beim Devilleschen Verfahren
das stereoskopische Raumbild mit dem Materialkörper räumlich zusammenfallen lassen, so würde ein sinnverwirrender Wett-
streit der Bilder entstehen, für dessen Beseitigung die Anwendung der Blinkmethode
vollkommen ungeeignet wäre.
Die folgende Vorrichtung bietet den Vorteil, daß der Beobachter gleichzeitig Stereobild,
Meßmarken, Werkzeug und Materialkörper erblickt, ohne daß das Stereobild und
die Wahrnehmung des Materialkörpers sich gegenseitig beeinflussen. Dieses Ziel wird
durch Anwendung eines Systems von schwarz - weißen Zonenrastern erreicht,
welche an geeigneter Stelle .in den Strahlengang eingeschaltet sind und zum Unterschiede
von den bekannten Linienrastern dazu dienen, X5 das stereoskopische Raumbild und die Wahrnehmung
des Materialkörpers stellenweise wechselseitig auszulöschen.
Abb. ι zeigt beispielweise ein derartiges System von drei Zonenrastern A, B, C, dessen
ao einzelne Zonen von beliebiger Breite horizontal
verlaufen und gegeneinander versetzt sind, ähnlich dem Balken eines Blockhauses.
Abb. 2 zeigt beispielsweise ein System mit vertikalen Zonen.
Abb. 3 zeigt beispielsweise ein System, das nur aus zwei Zonen besteht.
Abb. 4 zeigt beispielsweise die Einschaltung der horizontalen Zonenraster A, B, C in
die Bildfeldebenen der Okulare D und Dx
eines stereoskopischen Beobachtungsapparates, mit dem die Stereobilder E und E
betrachtet werden und dessen spiegelnde Prismenflächen nicht versilbert sind.
Abb. 5 zeigt beispielsweise .die beiden
horizontalen Zonenraster A und C in unmittelbarer Verbindung mit den Stereobildern
E und E1 vor- und hintergeschaltet, während der dritte Zonenraster B dem Beobachter
vor dem Materialkörper F im Objektraum erscheint.
Abb. 6 zeigt beispielsweise die Einschaltung der drei Zonenraster außerhalb der Bildfeldebene der Okulare und der Ebenen der Stereobilder.
. 45 In allen diesen Fällen ist das Rastersystem durch beliebige Vorrichtungen mit Hand oder
mechanischem Antrieb rechtwinklig zur Richtung der Zonenstreifen in seinen Ebenen
verschiebbar angeordnet..
Beim Einblick in den Apparat sieht der Beobachter gleichzeitig wagerechte Streifen
des stereoskopischen Raumbildes und wagerechte Streifen des Materialkörpers miteinander abwechseln, so daß beide Erscheinungen
sich gegenseitig räumlich zu durchdringen scheinen und in direktester Weise miteinander verglichen werden können.
Um eine deutliche Vorstellung von dem
optischen Eindruck zu haben, vergegenwärtige man sich z. B. eine Gipsbüste, die in
horizontale Scheiben gleicher Dicke zerschnitten worden ist. Wenn man von diesen Scheiben
nur die geraden Nummern übereinanderschichtet und an Stelle der ungeraden Nummern
Tonscheiben von entsprechender Dicke, aber formlosen Umfanges zwischenschaltet,
so scheint ein amorpher Tonblock das Gipsmodell zu durchdringen. Denkt man sich an
Stelle des letzteren die Zonenstreifen des stereoskopischen Raumbildes, so hat man angenähert
die Vorstellung des Bildeindrucks, den man beim Einblick in den beschriebenen Apparat haben würde. Bei dieser gegenseitigen
Durchdringung fällt aber auch das jeweils benutzte Werkzeug räumlich mit der Meßmarke zusammen, so daß letztere als ein
besonderer Bestandteil der Apparate in Fortfall kommt, während das Werkzeug selbst
die Funktionen der Meßmarke gleichzeitig übernimmt. Hierdurch wird nicht nur der
Apparatebau wesentlich vereinfacht, sondern in erster Linie kann auch das frei in der
Hand gehaltene Werkzeug viel ungehinderter und schneller bewegt werden, als wenn es
einerseits mit einer oder zwei Meßmarken zwangläufig verbunden ist und andererseits
durch Gelenke mit dem Apparat in Verbindung steht.
Die Kanten der Zonen bilden die Übergangslinien zwischen Stereobild und Materialkörper.
Wenn man während der Arbeit das ganze Rastersystem A, B, C gemeinsam rechtwinklig zur Richtung der Zonenstreifen
bewegt, z.B. hebt und senkt, kann man jede beliebige Bildstelle an diese Kanten bzw.
Übergangslinien bringen und auf die Oberfläche des Materials übertragen.
Hat man das Rastersystem nach Abb. 6 in den Strahlengang des Beobachtungsinstrumentes
außerhalb der Bildfeldebenen G der Okulare oder außerhalb der Akkommodationsebene
der Augen oder außerhalb der Ebenen der Stereobilder eingeschaltet, so erscheinen
beim Einblick in das Beobachtungsinstrument die Ränder der Zonenraster unscharf
und besitzen eine Parallaxe in rechtwinkliger Richtung zum Verlauf der Zonenstreifen. In
diesem Falle läßt sich durch geringes Hinundherbewegen der Augen eine ähnliche
Wirkung erzielen wie durch Hinundher!- bewegen der in den Bildfeldebenen oder in
den Ebenen der Stereobilder angeordneten Zonenraster.
Verwendet man Beobachtungsinstrumente,
bei denen die Stereobilder in gleicher Ebene
übereinander anstatt nebeneinander angeordnet sind, so schaltet man die Rastersysteme
zweckmäßig so ein, daß die Zonen vertikal verlaufen. Doch kann man auch um-
;ekehrt bei übereinander angeordneten Stereobildern horizontale Zonen und bei nebeneinander
angeordneten Stereobildern verti-
kale Zonen verwenden, allerdings liegen dann diese nicht außerhalb des stereoskopischen
Effektes, sondern bilden selbst ein Raumbild, welches man durch VeV-tikal-
bzw. Horizontalbewegung eines oder beider Zonenraster gegeneinander in gleiche scheinbare Entfernung mit der Oberfläche des
stereoskopischen Raumbildes bringen kann. In ähnlicher Weise kann man durch eine in
ίο ihren Ebenen erfolgende Drehung der Zonenraster
gegeneinander die Ebene, in welcher das stereoskopische Raumbild des Rasters
gesehen wird, zur optischen Achse beliebig geneigt erscheinen lassen und jeweils annähernd
in Übereinstimmung mit den anvisierten Flächen des zu kopierenden stereoskopischen
Raumbildes bringen. Durch die genannten Vorrichtungen kann das stereoskopische Raumbild direkt mit der Oberfläche
des Materials verglichen werden; man sieht unmittelbar, an welchen Stellen zuviel
oder zuwenig Material vorhanden ist, und kann, mit geeigneten Werkzeugen quer über
die Streifen des stereoskopischen Raumbildes fahrend, die Flächen des Stereobildes
in Materialflächen umwandeln. Es ist ein besonderer Vorzug bei der Verwendung von
Rastern, daß alle Arbeitsmethoden anwendbar sind, die in Betracht kommen, also entweder
das freihändige Arbeiten mit den üblichen Modellierwerkzeugen oder die freihändige
Anwendung von Fräsinstrumenten oder das zwangläufige Fräsen von Linien entlang den einzelnen Zonen nach Abb. 3, welches nur
aus einer einzigen Kante besteht, die nach jedesmaligem Fräsen schrittweise über die
ganze Höhe des stereoskopischen Raumbildes bewegt wird. Diese Art zum Kopieren von
Stereobildern eignet sich besonders in den Fällen, in welchen der Materialkörper, auf
den die punktuellen oder linearen Elemente der Stereobilder übertragen werden, aus
einer ebenen Fläche besteht.
Anstatt die Stereobilder mittels Mikroskopvergrößerung zu betrachten, kann man
sie auch mittels Projektionsvorrichtung auf das gewünschte Format vergrößern und alsdann
durch Betrachten dieser Vergrößerungen die Übertragung in gleicher Größe auf den
Materialkörper mittels einer der beschriebenen Zonenrastermethoden ausführen.
Claims (6)
- Patentansprüche:i. Einrichtung zum Kopieren von Stereobildern eines körperlichen Gebildes oder von linearen bzw. punktuellen Elementen derselben im Raum oder auf einer ebenen Fläche, gekennzeichnet dadurch, daß in den Strahlengang eines stereoskopischen Beobachtungsinstrumentes beliebiger Konstruktion an geeigneter Stelle ein System von Zonenrastern eingeschaltet wird, dessen Zonenrichtung beliebig verläuft und das dazu dient, die Wahrnehmung der Stereobilder und des Kopieträgers stellenweise wechselseitig auszulöschen und eine vergleichende Betrachtung der sichtbar bleibenden Stellen des Stereobildes, des Kopieträgers sowie der als Meßmarke dienenden Werkzeuge gleichzeitig zu ermöglichen.
- 2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Zonenraster in ihren Ebenen rechtwinklig zur Richtung der Zonenstreifen bewegbar angeordnet werden.
- 3. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Zonenraster in ihren Ebenen drehbar angeordnet werden.
- 4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man mittels eines in den Strahlengang eines stereoskopischen Beobachtungsinstrumentes eingeschalteten Systems von Zonenrastern die sichtbar bleibenden Stellen des Kopieträgers, der Stereobilder und die als Meßmarke dienenden Kopierwerkzeuge gleichzeitig betrachtet und letztere in gleicher scheinbarer Entfernung mit dem stereoskopischen Raumbilde derart bewegt, daß die anvisierten Flächen oder Zeichnungselemente des stereoskopischen Raumbildes mit der anvisierten Oberfläche des Kopieträgers räumlich zusammenfallen.. wodurch das Raumbild auf den Kopieträger übertragen wird.
- 5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß man beim Einblick in das stereoskopische Beobachtungsinstru- ioo ment die Zonenraster in ihren Ebenen rechtwinklig zur Richtung der Zonenstreifen derart bewegt, daß alle Punkte des zu kopierenden stereoskopischen Raumbildes mit den Kanten der Zonen zusammenfallen.
- 6. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß man beim Einblick in das stereoskopische Beobachtungsinstrument die Zonenraster in ihren Ebenen derart dreht, daß ihre Raumbilder angenähert zusammenfallen mit den jeweils anvisierten Flächen des zu kopierenden stereoskopischen Raumbildes.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Priority Applications (1)
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|---|---|---|---|
| DES58509D DE447248C (de) | 1922-01-03 | 1922-01-03 | Einrichtung und Verfahren zum Kopieren von Stereomessbildern eines koerperlichen Gebildes |
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Publications (1)
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| DE447248C true DE447248C (de) | 1927-07-21 |
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Family Applications (1)
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| DES58509D Expired DE447248C (de) | 1922-01-03 | 1922-01-03 | Einrichtung und Verfahren zum Kopieren von Stereomessbildern eines koerperlichen Gebildes |
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|---|---|
| DE (1) | DE447248C (de) |
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1922
- 1922-01-03 DE DES58509D patent/DE447248C/de not_active Expired
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