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Stickautomat, insbesondere für Einnadelstickmaschinen. Der Gegenstand
der Erfindung bezieht sich auf eine Jacquardkartentransportvorrichtung eines Stickautomaten
für Einnadelstick- bzw. Nähmaschinen nach Patent 429 395.
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Bei den bisherigen Automaten bewegt sich die schwingende Kartentransportwalze,
die gleichzeitig die Karte nach jedem Stich transportiert, gegen die Platinennadeln,
um diese mustergemäß zu verstellen. Nach dem jedesmaligen Zurückschwingen der mit
Transportstiften versehenen Transportwalze wird dieselbe jeweils um eine Kartenlochreihe
weitergeschaltet, so daß beiin folgenden Vorschwingen derselben die neue Kartenlochreihe
die Platinennadeln von neuem verstellt. Diese Einrichtung hat jedoch den großen
Nachteil, daß nach dem jedesmaligen Zurückschwingen der Transportwalze für das Weiterschalten
der Jacquardkarte nur eine sehr geringe Zeitspanne zur Verfügung steht, um das Vorwärtsschalten
derselben zu bewirken, während anderseits der Zug auf die Jacquardkarte beim Abwickeln
von der Vorratsspule durch das ruckweise Schalten sehr groß ist und dadurch die
Schaltlöcher sehr leicht äusreißen. Diese bekannte Einrichtung ist daher nur für
Großautomaten der vielnädligen Stickmaschine verwendbar, weil dieselben mit einer
verhältnismäßig sehr geringen Tourenzahl arbeiten.
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Diese Nachteile sollen nach der vorliegenden Erfindung dadurch behoben
werden, daß die Musterabnahmevorrichtung zum Verstellen der Jacquardnadeln von der
eigentlichen Kartentransportvorrichtung getrennt wird, damit während der Verstellung
der Jacquardnadeln die Jacquardkarte gleichmäßig fortschreitend abgewickelt und
aufgewickelt werden kann. Dies wird dadurch ei-reicht, daß die Karte von der Vorratsspule
durch eine gleichmäßig sich drehende Trausportwalze langsam fortschreitend abgerollt
und in Form einer losen Schleife durch die Führungsplatten der Ab-
nahmevorrichtung
mit absatzweiser Schaltung hindurchgeführt wird, während der abgelaufene Teil der
Kartenschleife durch dieselbe Transportwalze im gleichen Verhältnis auf der Aufwickelspule
aufgewickelt wird. Das Neue und Eigentümliche der vorliegenden Erfin,dung besteht
insbesondere darin, daß die Transportstifte der Führungsplatten nur das kurze Kartenstück
der losen Sclileife ohne jeden Widerstand absatzweise weiterschaltet, wodurch eben
der große Vorteil erreicht wird, daß die Schaltlöcher der Jacquardkarte durch das
leichte Schalten nicht ausreißen können. Durch diesen Umstand wird es ermöglicht,
daß der Automat selbst mit den höchsten Tourenzahlen arbeiten kann, was von wesentlichster
Bedeutung für den schnellen Gang der automatischen Einnadelstick- bzw.
Näh-
maschine ist.
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Auf der Zeichnung ist der Gegenstand der Erfindung in einer beispielsweisen
Ausführungsform dargestellt, und zwar zeigt die Ab-
bildung die Einrichtung
im Aufriß in schematischer Darste.Ilung.
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Die Jacquardkarte i ist auf der Vorratsspule 2 aufgespult, die mit
dem Zapfen 3
im nichtgezeichneten Spulengestell lose drehbar
gelagert
ist. Die auf der Welle 4 sitzende Transportwalze5 wird durch eine nichtgezeichnete
Gelenkkette von der Nähmaschi.-iienwelle bzw. von der Automatenhauptwelle aus angetrieben.
Die Transportwalze 5 besitzt seitlich die Mitnehmerstifte 6, die in
die Schaltlöcher der Jacquardkarteeingreifen. Des weiteren sind zum Andrücken der
Jacquardkarte auf die Transportwalze die Zubringerge gendruckwalzen 7, 8
für den zulaufenden Teil der Jacquardkarte und die Abzuggegendruckwalzen
9, io für den ablaufenden Teil der Jacquardkarte angeordnet. Die Gegendruckwalzen
7, 8 bzw. 9, io sitzen lose drehbar auf den Zapfen i i, 12 bzw. 1 3,
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der Schwinghebel 15, 16 bzw. 17, 18, die paarweise um
den im Spulengestell befestigten Gelenkzapfen ig bzw. 2o schwingen. Die Hebelpaare
15, 16 bzw. 17, 18 werden außerdem durch die Zugfedern
21 bzw. 9-2 derart federnd verbunden, daß die Gegendruckwalzen 7,8 bzw.
9, io nachgiebig auf die Transportivalze aufgedrückt werden. Die G-egendruckwalzen
besitzen beiderseitig Transportlöcher, in die die Mitnehrnerstifte 6 der
Transportwalze eingreifen. Zum Aufspulen der Jacquardkarte dient die Aufwickelvorrich7
tung, die irn wesentlichen darin besteht, daß die ablaufende Jacquardkarte durch
einen nachgiebigen Riemenzug von der Transportwalze aus auf die Aufwickelspule
25 aufgewickelt wird. Letztere ist auf der Welle24, die im Spulengestell
gelagert ist, aufgekeilt. Auf den beiden Wellen 4 und 24 sitzen seitlich der Transportwalze
und der Aufwickelspule die beiden I\ütnehmerscheiben 26 bzw. 27, die
durch einen elastischen Riemen 28
nachgiebig verbunden sind. Zu diesem Zwecke
ist irn Riemen 28 ein federndes Glied, beispielsweise eine Zugfeder 29, dazwischengeschaltet,
damit der Riemen auf den beiden Mitnehmerscheibenleicht rutschen kann. Zwischen
der Abwickelvorrichtung und der Aufwickelvorrichtung macht die Jacquardkarte eine
lose Schleife 3o, die durch die Abnahmevorrichtung absatzweise geschaltet wird.
Die Abnahmevorrichtung ist an sich bereits bekannt und besteht im wesentlichen aus
dem in den Lagern 3 1 verschiebbar gelagerten Schaltrahmen 32, der
durch den bekannten und in der Zeichnung nicht dargestellten auf und nieder gehenden
Schaltb,-ebel betätigt wird. Der Schaltrahrnen 32 besitzt beiderseitig die
in die Schaltlöcher der Jacquardkarte eingreifenden Schaltstifte 33, die
beim Aufundniedergehen in den beiden Vertikalschlitzen der Musterkartenführungsplatten
--4, 35 absatzweise eingreifen (Stellung 1 und II), wodurch in Verbindung
mit dem Vor- und Zurückschwingen der letzteren durch den im Automatengehäuse wagerecht
geführten _INIusterträgerrahmen 36 das absatzweise Schalten der'Musterkartenschleife
3o bewirkt wird. Die beiden MusterkartenführungsplaItten 34, 35 werden durch.
eine schwache Feder gegeneinandergedrückt, so daß die Jacquardkarte zwischen diesen
Platten leicht geklenimt wird. .
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Die Wirkungsweise der vorbeschriebenen Einrichtung ist folgende:
. Die auf der Vorratsspule 2 aufgespulte Jacquardkarte i wird durch den Zug
der Transportwalze 5 von der ersteren abgespult und läuft zwischen den beiden
Zubringergegendruckwalzen 7, 8 über den oberen Teil der Transportwalze
5 hindurch und bildet dann eine lose Schleife 3o, die im mittleren Teil durch
die Musterkartenführungsplatten 34,35 in die bekannte Schwingbewegung zur mustergernäßen
Verstellung der Jacquardnadeln versetzt wird, wobei die Jacquardkarte durch die
Schaltstifte 33 des auf und nieder gehen-den Schaltrahmens 32 absatzweise
weitergeschaltet wird. Hierbei wird beim Vorwärtsschwingen der Führungsplatten 34,
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die Kartenschleffe 3o leicht auseinandergezogen (Stellung 1), hingegen
beim Zurückschwingen wieder zusammengedrückt (Stellung II). Das abgelaufene Schleffenende
läuft sodann weiter durch die Abzuggegendruckwalzen. 9, io über den unteren
Teil der Transportwalze und wird schließlich durch die Aufwickelspule. wieder aufgewickelt.
Dies geschieht in der Weise, daß die -letztere, durch den nachgiebigen RiemenzUg
28 derart übersetzt wird, daß dieselbe bei Beginn des AufwickeIns das abgelaufene
Kartenstück entsprechend der Ablauflänge aufwickelt. Da der Umfang der aufgewickelten
Karte sich vergrößert, so rutscht der nachgiebige Riernenzug 28 auf den Mitnehmerscheiben
--6,27, und dadurch -wird der Zug auf die ablaufende Jacquardkarte abgeschwächt
und die Schaltlöcher der Jacquardkarte geschont. Von wesentlicher Bedeutung ist
hierbei der Umstand, daß die Musterkarte gleichmäßig fortschreitend abgewickelt
und ebenso wieder aufgewickelt wird. Hierbei löst sich die zugebrachte Kartenlänge
ebenso wie die abgelaufene Kartenlänge in der Kartenschleife 3o auf, während das
ruckweise Schalten der Karte in der Abnahmevorrichtung in der Mitte der losen Schleife
ganz leicht und ohne jeden Widexstand bewirkt wird. Auf diese Weise kann das absatzweise
Schalten der Kartenschleife in schnell aufeinanderfolgenden Zeitabständen erfolgen,
ohne daß die Schaltlöcher durch die Schaltstifte erheblich beschädigt werden. Somit
kann eine schnellere Gangart der automatischen Einnadelstick- bzw. Nähmaschine erzielt
werden.
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Um die Schaltlöcher der Jacquardkarte
noch weiter
zu schonen, kann man auch so-
wohl die Transportwalze 5 als auch die
Ge-"endruckwalzen U 7, 8 bzw. 9, io mit einem Hartgummiüberzug versehen,
wodurch die Transportstifte 6 der Transportwalze ganz in Wegfall kommen.
In diesem Falle wird man vorteilhaft den Auflagedruck der Gegendruckwalzen durch
eine starke Feder 21 bzw. 22 verstärken, so daß die jacquardkarte durch die starke
Reibung der Gegendruckwalzen allein mitgenommen wird, wodurch, die Schaltlöcher
der Karte überhaupt nicht beansprucht werden. Hierbei kann die lose Schleife #o
der jacquardkarte entsprechend größer ge-
halten werden, damit kleine Uiire,-elmäl,'iikeiten
im Zubringen und Ablaufen derKarte durch die größere Schleife ausgeglichen werden.