DE4415324C2 - Vorrichtung zum Aufwickeln einer kontinuierlich zulaufenden Bahn, insbesondere Papierbahn - Google Patents
Vorrichtung zum Aufwickeln einer kontinuierlich zulaufenden Bahn, insbesondere PapierbahnInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zum
Aufwickeln einer kontinuierlich zulaufenden Bahn, ins
besondere Papierbahn, auf einen Tambour nach dem Ober
begriff des Anspruchs 1.
Bei einer bekannten Vorrichtung dieser Art (DE
33 32 827 A1) sind an einem Drehkopf zwei um 180° ver
setzte Lager für je einen Tambour angeordnet. Diese
Lager dienen abwechselnd als Wickelstation und Aufnah
mestation. Jedem Lager ist eine Andruckwalze zugeord
net. Diese Wickelvorrichtung eignet sich nur für ver
hältnismäßig kleine Rollen, nicht aber für lange und
schwere Rollen, wie sie beispielsweise in der Papier
technik benötigt werden. Außerdem bereitet es Schwie
rigkeiten, die beiden Andruckwalzen mit ihrer Andruck
mechanik auf dem Drehkopf unterzubringen.
Bei einer weiteren bekannten Vorrichtung (DE 41 04 635
A1), die ebenfalls mit einem Drehkopf arbeitet, wird
die Bahn über eine Umlenkwalze zugeführt, die im Be
reich der Aufnahmestation als Andruckwalze dient. Eine
zweite Andruckwalze ist der Wickelstation zugeordnet.
Während der Übergabe des Sekundärwickels von der Auf
nahmestation zur Wickelstation ist zunächst die eine
Andruckwalze und dann die andere Andruckwalze wirksam.
Dies hat zur Folge, daß sich zum einen der Umschlin
gungswinkel, mit dem die Bahn auf der Umlenkwalze auf
liegt, und zum andern die Winkellage, in der die An
druckkraft auf den Wickel wirkt, in erheblichem Maß
ändern. Dies führt zu Änderungen im Kontaktdruck zwi
schen Andruckwalze und Wickel sowie zu Änderungen in
der Bahnspannung. Diese Änderungen sind bei den ange
strebten Wickelgeschwindigkeiten nicht hinreichend aus
regelbar. Hierdurch wird der Wickel vor allem in der
Anwickelphase negativ beeinflußt.
Gemäß CH-PS 473 052 wird der Wickel mittels einer An
druckwalze gegen zwei angetriebene Stützwalzen ge
drückt. Zwei dieser Anordnungen können durch Drehen um
eine feste Drehachse ihre Position vertauschen, wenn
die Andruckwalzen und weitere Bauteile seitlich heraus
gefahren sind.
US-PS 29 84 426 beschreibt einen kontinuierlich arbei
tenden Walzenwickler, bei dem die Bahn über eine Wic
keltrommel zugeführt wird, gegen die der Wickel mittels
zweier an einem Kern angeordneter Andruckwalzen gehal
ten wird. Durch Drehen dieses Sterns kann der fertige
Wickel abgeführt und der Tambour für einen zweiten
Wickel zugeführt werden.
Aus dem Abstract der JP 4-164 758 (A) ist es bekannt,
daß man eine Andruckwalze relativ zum Wickel bewegen
muß, wenn man trotz zunehmenden Durchmessers des Wic
kels eine bestimmte Andruckkraft aufrechterhalten will.
Die nicht vorveröffentlichte ältere DE 44 01 959 A1
befaßt sich mit einem Tragtrommelroller für eine Pa
piermaschine. Es sind zwei angetriebene Tragtrommeln
vorgesehen, von denen die einlaufseitige Tragtrommel
bei nahezu fertigem Wickel von diesem weg gerückt wer
den kann, damit ein neuer Tambour eingelegt werden
kann.
Aus DE-OS 28 44 519 ist es bekannt, einen neuen Tambour
von einem oben angeordneten Vorrat in Gabeln aufzuneh
men und unter Anlage an einer Antriebsrolle bzw. An
triebsbändern nach unten in die Wickelstation zu bewe
gen, wo ein voller Primärwickel ersetzt wird.
Aus FR-PS 1 197 129 ergibt sich eine Anordnung von
Leitwalzen, die derart verstellbar sind, daß die Bahn
dem Wickel wahlweise von oben oder von unten sowie im
Uhrzeigersinn oder im Gegenuhrzeigersinn zugeführt wer
den kann.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrich
tung der eingangs beschriebenen Art anzugeben, mit der
eine gute Wickelqualität auch bei großen und schweren
Wickeln erzielbar ist.
Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des Anspruchs 1
gelöst.
Da die Wickelstation ortsfest angeordnet ist, können
auch sehr große und schwere Wickel erzeugt werden. Für
die Andruckwalze mit zugehöriger Mechanik steht ausrei
chend Platz zur Verfügung. Die Bahn läuft dem Umfang
des Wickels frei und ohne Umschlingung einer Andruck
walze zu. Daher ergibt sich eine klare Trennung der
beiden Einstellmöglichkeiten, nämlich der Bahnspannung
und des von der Andruckwalze ausgeübten Kontaktdrucks.
Da die Andruckwalze von Wickelbeginn kontinuierlich bis
in die Wickelstation wirksam ist, lassen sich die be
schriebenen Verhältnisse praktisch während der gesamten
Wickelzeit aufrechterhalten. Dies führt zu der ange
strebten guten Wickelqualität.
Bei der Nachführung der Andruckwalze gemäß Anspruch 2
ist sichergestellt, daß die Andruckwalze ihre relative
Lage zum Tambour während des gesamten Wickelvorgangs
beibehält.
Bei der Weiterbildung nach Anspruch 3 sind die beiden
Führungsbahnen für den Sekundärwickel und für die An
druckwalze dem Bahnverlauf angepaßt, was eine besonders
einfache Konstruktion ergibt.
Die Beschränkung der Bewegungen auf einen vertikalen
und einen horizontalen Verlauf gemäß Anspruch 4 führt
zu einer weiteren Vereinfachung. Überdies ist dafür ge
sorgt, daß das Gewicht der Andruckwalze keinen Einfluß
auf den Kontaktdruck hat.
Die Koppelbarkeit von Tambourlager-Schlitten und Wal
zenlager-Schlitten gemäß Anspruch 5 erleichtert die
Nachführung der Andruckwalze bei einer Verlagerung des
Sekundärwickels.
Mit Hilfe des Übergabe-Schlittens gemäß Anspruch 6 kann
man den Sekundärwickel auf einer ortsfesten Wickelsta
tion ablegen.
Durch die Weiterbildung nach Anspruch 7 ergibt sich
eine besonders feinfühlige Regelung des Kontaktdrucks
zwischen Andruckwalze und Wickel, weil durch die Ab
standsregelung für den Kraftgeber in allen Betriebs
stellungen gleiche Verhältnisse vorliegen.
Die Hilfs-Andruckwalze gemäß Anspruch 8 ist nur am Ende
des Wickelvorgangs wirksam, wo es viel weniger auf eine
genaue Regelung von Bahnspannung und Kontaktdruck an
kommt als am Wickelanfang.
Durch Verwendung eines Schnellgangs nach Anspruch 9
kann man die Zeit, in der die Hilfs-Andruckwalze wirk
sam ist, noch weiter verkürzen.
Die Anordnung der Trennvorrichtung nach Anspruch 10 hat
den Vorteil, daß sie die Bahn zwischen Wickelstation
und zweitem Tambour trennt, so daß von vornherein der
Anfang des nachlaufenden Bahnabschnitts über die gesam
te Breite auf den zweiten Tambour aufgewickelt wird.
Dies ist aber nur möglich, wenn die Trennvorrichtung
mit dem Lager für die Andruckwalze verbunden ist, weil
andernfalls die Trennvorrichtung die Bewegung der An
druckwalze behindern würde.
Die Erfindung wird nachstehend anhand eines in der
Zeichnung dargestellten bevorzugten Ausführungsbei
spiels näher erläutert. Die Fig. 1 bis 5 zeigen eine
erfindungsgemäße Vorrichtung in verschiedenen Betriebs
stellungen, während Fig. 6 eine vergrößerte Darstellung
der Trennvorrichtung darstellt.
Die veranschaulichte Vorrichtung besitzt eine Wickel
station 1 mit ortsfesten Lagerböcken 2, die absenkbare
Lager 3 für einen Tambour 4 aufweisen. Auf ihn wird
eine Bahn 5 zu einem Wickel, nachstehend Primärwickel 6
genannt, gewickelt. Zu diesem Zweck ist ein Drehantrieb
7 für den Tambour 4 vorgesehen. An das Lager schließen
Schienen 8 an, über die der Tambour 4′ eines fertigge
stellten Primärwickels 6′ mit Hilfe von Schlepparmen 9
aus der Wickelstation 1 entfernt werden kann.
Die Bahn 5 wird dem Primärwickel 6 über eine Leitwalze
10, beispielsweise eine Breitstreckwalze, und eine Um
lenkwalze 11 derart zugeführt, daß der dem Primärwickel
6 unmittelbar vorgeschaltete Bahnabschnitt 12 vertikal
und tangential zum Wickelumfang verläuft. Damit dieser
Zustand auch bei wachsendem Wickeldurchmesser erhalten
bleibt, sind Leitwalze 10 und Umlenkwalze 11 an einem
Trag-Schlitten 13 gelagert, der auf einem Untergestell
14 horizontal verschiebbar ist. Zu diesem Zweck ist
eine nicht veranschaulichte Abstandsregelung vorgese
hen, die dafür sorgt, daß die rechte Stirnkante des
Trag-Schlittens 13 ständig einen vorbestimmten Abstand
vom Umfang des Primärwickels 6 hat.
Vom Trag-Schlitten 13 wird ferner eine Andruckwalze 15
getragen, die mit dem Primärwickel 6 einen Einlaufspalt
16 bildet und mit Hilfe eines Kurzhub-Kraftgebers 17
gegen den Wickelumfang gedrückt werden kann. Diese An
stellkraftregelung für den Kontaktdruck kann beispiels
weise elektro-pneumatisch erfolgen. Durch Wahl des Kon
taktdrucks und der Bahnspannung läßt sich ein optimaler
Wickel erzeugen.
Die Andruckwalze 15 mit dem Kurzhub-Kraftgeber 17 ist
auf einem Walzenlager-Schlitten 18 angeordnet, der
längs einer vertikalen Führungsbahn 19, die am Trag-
Schlitten 13 ausgebildet ist, verlagert werden kann.
Der Walzenlager-Schlitten 18 trägt ferner unterhalb der
Andruckwalze 15 eine Trennvorrichtung 20 mit einem
Trennmesser 21 und benachbarten Blasdüsen 22. Außerdem
ist am Trag-Schlitten 13 unterhalb der Andruckwalze 15
eine Hilfs-Andruckwalze 23, ebenfalls mit einer An
stellvorrichtung 24 versehen, angeordnet.
Auf einem weiteren Untergestell 25 ist ein horizontal
verfahrbarer Übergabe-Schlitten 26 angeordnet. Er trägt
eine zur Führungsbahn 19 parallele Führungsbahn 27, auf
der ein Tambourlager-Schlitten 28 vertikal verschiebbar
ist. Dieser Schlitten trägt ein Lager 29 für einen Se
kundärtambour 30 und bildet in der in Fig. 1 veran
schaulichten oberen Stellung eine Aufnahmestation 31
für diesen Sekundärtambour. Ein Antrieb 32 für diesen
Sekundärtambour 30 ist ortsfest auf der dem Antrieb 7
gegenüberliegenden Seite der Vorrichtung angeordnet und
mit dem Sekundärtambour über eine Gelenkwelle verbun
den.
Ferner besitzen der Tambourlager-Schlitten 28 und der
Walzenlager-Schlitten 18 eine Kupplung 33, mit der die
se Schlitten in der Aufnahmestation 31 in vertikaler
Richtung formschlüssig - aber horizontal verschieb
lich - gekoppelt werden können, z. B. durch hydraulisch
verschiebbare Bolzen. Die Achsen des zweiten Tambours
30 und der Andruckwalze 15 liegen in einer Horizontal
ebene, die sich langsam nach unten verschiebt.
Die Fig. 1 bis 5 zeigen die beschriebene Wickelvorrich
tung in verschiedenen, aufeinanderfolgenden Betriebs
stellungen.
Fig. 1 veranschaulicht den normalen Wickelbetrieb kurz
vor Erreichen des maximalen Wickeldurchmessers des Pri
märwickels 6. In der Aufnahmestation 31 befindet sich
bereits der zweite Tambour 30. Der vorangehende Wickel
6′ hat die Abnahmeposition erreicht.
Fig. 2 zeigt die Situation kurz nach Einleitung des
Rollenwechsels, wenn also der Primärwickel 6 nahezu den
gewünschten Durchmesser erreicht hat. Die Hilfs-An
druckwalze 23 wird mit Hilfe ihrer Anstellvorrichtung
24 gegen den Umfang des Primärwickels 6 gedrückt. Un
mittelbar darauf wird der Walzenlager-Schlitten 18 im
Schnellgang bis in die Höhe der Aufnahmestation 31 ge
fahren und dort mit Hilfe der Kupplung 33 mit dem Tam
bourlager-Schlitten 28 verbunden. Der zweite Tambour 30
war inzwischen schon durch den Antrieb 32 auf die der
Bahngeschwindigkeit entsprechende Umfangsgeschwindig
keit gebracht worden. Während dieser Schritte können
der Trag-Schlitten 13 und der Übergabe-Schlitten 26 in
ihrer zuletzt eingenommenen Position fixiert werden.
Die Abstandsregelung wird kurzzeitig außer Kraft ge
setzt und erst wieder mit dem Kontakt zwischen der An
druckwalze 17 und dem zweiten Tambour 30 aktiviert,
während der Übergabeschlitten 26 zunächst weiterhin
fixiert bleibt.
Unmittelbar danach erfolgt eine schlagartige Bahntren
nung durch das Messer 21 der Trennvorrichtung 20. Das
Ende des vor laufenden Bahnabschnitts wickelt sich auf
den Primärwickel 6. Der Anfang des nachlaufenden Bahn
abschnitts legt sich, unterstützt durch die Blasdüsen
22, um den zweiten Tambour 30. Die schlagartige Bahn
trennung und die gleichzeitige Anwickelung der vollen
Bahnbreite in wenigen hundertstel Sekunden ist bei ho
hen Rollenwechselgeschwindigkeiten erstrebenswert, um
Konizitäten oder Bombagen des Wickelkerns zu vermeiden.
Außerdem wird hierdurch der Bahnausschuß verringert.
Statt der Blasdüsen 22 kann das Anwickeln auch durch
eine Befeuchtung des zweiten Tambours 30 und/oder einer
luftdüsenbestückten Leitschale, die ein- und aus
schwenkbar ist, unterstützt werden.
Weil der Sekundärwickel 6′′ in der Aufnahmestation 31
schon von Beginn an die eingangs beschriebenen optima
len Wickelparameter besitzt, können der zweite Tambour
30 und die mit ihr gekoppelte Andruckwalze 15 in einem
präzisen Schleichgang bis in die Höhe der Wickelstation
1, aus der der Primärwickel 6 nach Absenken des Lagers
3 mit Hilfe der Schlepparme 9 entfernt worden ist, ab
gesenkt werden (Fig. 3). Zu diesem Zweck sollte einer
der Hubantriebe für den Walzenlager-Schlitten 18 und
den Tambourlager-Schlitten 28 von präziser Art sein,
z. B. in der Form von Spindelhubelementen, während der
Hubantrieb für den anderen Schlitten, weil er mit dem
erstgenannten Schlitten gekoppelt ist, weniger präzise
ausgelegt sein muß, z. B. einen Seilzugzylinder oder
einen Luftmotor aufweisen kann. Zweckmäßigerweise ist
der Hubantrieb für den Tambourlager-Schlitten präzise
ausgelegt, weil es sinnvoller ist, die kleine Andruck
walzenmasse von der größeren Tambourmasse unternehmen
zu lassen als umgekehrt. Wegen der langsamen Absenkbe
wegung, hat die Bahnzugregelung, die dabei mit Hilfe
des Antriebs 32 bewirkt wird, genügend Zeit, die bei
jeder Änderung der Bahnlauflängen erforderliche Anpas
sung zu vollziehen. Der optimale Wickelvorgang wird
daher nicht beeinträchtigt. Bei dieser Abwärtsbewegung
kann der Übergabe-Schlitten 16 ortsfest gehalten wer
den, während der Trag-Schlitten 13 in Abhängigkeit von
einer Abstandsregelung dem zunehmenden Radius des Se
kundärwickels 6′′ folgt.
Sobald der Walzenlager-Schlitten 18 und der Tambourla
ger-Schlitten 28, die miteinander gekoppelt sind, die
Höhe der Wickelstation 1 erreicht haben, wird die Fi
xierung der Position des Übergabe-Schlittens 26 aufge
hoben und dessen Antrieb in Richtung auf die Wickelsta
tion 1 eingeschaltet. Aufgrund der vorerwähnten Ab
standsregelung folgt der Trag-Schlitten 13 dem Überga
be-Schlitten 26, vermindert um das Maß der Zunahme des
Radius des Sekundärwickels 6′′. Geringfügige Synchron
fehler der Horizontalantriebe der beiden Schlitten
bleiben ohne Auswirkung, weil der sensible, horizontal
wirkende Kurzhub-Kraftgeber 17 ausgleichend wirkt.
Sobald der zweite Tambour 30 die Wickelstation 1 er
reicht, werden die Lager 3 angehoben und in üblicher
Weise verschlossen, so daß der Sekundärwickel 6′′ für
den weiteren Wickelvorgang eine feste Lagerung besitzt.
Dies ist in Fig. 4 veranschaulicht. Der Tambour 30 wird
mit dem Antrieb 7 verbunden, so daß der Antrieb 32 ab
gekuppelt werden kann. Da mit Hilfe der Antriebe auch
der Bahnzug festgelegt wird, erfolgt eine entsprechende
Übergabe der Regelung vom Antrieb 32 auf den Antrieb 7.
Sobald der Wickeldurchmesser des Sekundärwickels 6′′
größer geworden ist, wie dies Fig. 5 zeigt, kann der
mit Hilfe des Übergabe-Schlittens 26 nach links verfah
rene Tambourlager-Schlitten 28 bis in die Aufnahmesta
tion 31 angehoben und dabei am zweiten Tambour 30 vor
beibewegt werden. Zweckmäßigerweise wird der Übergabe-
Schlitten 26 zusammen mit dem Trag-Schlitten 13 verfah
ren und der Tambourlager-Schlitten 28 bei einer defi
nierten Position nach oben bewegt. Damit ist die
richtige Zuordnung aller Bauelemente für den nächsten
Rollenwechsel gewährleistet.
Von der beschriebenen Ausführungsform sind zahlreiche
Abwandlungen möglich, ohne den Grundgedanken der Erfin
dung zu verlassen. Beispielsweise kann der Antrieb 32
auch durch einen mit dem Tambourlager-Schlitten 28 mit
fahrenden Motor ersetzt werden. Die einzelnen Arbeits
schritte können vollautomatisch aneinander anschließen.
Statt der beiden Untergestelle 14 und 25 kann auch ein
gemeinsames Untergestell mit versetzten Ebenen verwen
det werden. Die Horizontalantriebe können in üblicher
Weise, z. B. hydro- oder elektromotorisch ausgebildet
sein. Die Andruckwalze 15 kann zur Kompensation von
Durchbiegungen und/oder einer Beeinflussung des
Kontaktdruckverlaufes über die Bahnbreite, z. B. bei
Querprofilfehlern, als Durchbiegungsausgleichswalze
ausgebildet sein. Sie kann zur Beeinflussung der Bahn
spannung auch einen motorisch/generatorischen Antrieb
aufweisen. Auch für die Aufrechterhaltung der Synchron
geschwindigkeit während der vom Wickel losgelösten Pha
se kann ein Antrieb der Andruckwalze 15 sinnvoll sein.
Claims (10)
1. Vorrichtung zum Aufwickeln einer kontinuierlich
zulaufenden Bahn, insbesondere Papierbahn, auf ei
nen Tambour, mit einer Wickelstation zum Bewickeln
eines ersten Tambours (Primärwickel), einer Aufnah
mestation zur Lagerung eines leeren zweiten Tam
bours, auf den nach einer Trennung der Bahn der
nachfolgende Bahnabschnitt aufgewickelt wird (Se
kundärwickel), einer Übergabevorrichtung zum Trans
port des zweiten Tambours von der Aufnahmestation
zur Wickelstation, und einer Andruckwalze, die vom
Wickelbeginn an, kontinuierlich bis in die Wickel
station und dort während des Wickelns am Umfang des
Sekundärwickels anliegt und mit dem Umfang des Se
kundärwickels einen Einlaufspalt bildet, in den die
Bahn ständig etwa umschlingungsfrei eintritt, da
durch gekennzeichnet, daß die Wickelstation (1) und
die Aufnahmestation (31) ortsfest angeordnet sind,
die Übergabevorrichtung eine geradlinige erste Füh
rungsbahn (27) für den Sekundärwickel (6′′) aufweist
und daß die Andruckwalze (15) sowohl für den Pri
märwickel (6) als auch für den Sekundärwickel (6′′)
vorgesehen ist, indem sie auf einer zur ersten Füh
rungsbahn (27) parallelen zweiten Führungsbahn (19)
vom nahezu fertigen Primärwickel (6) in der Wickel
station (1) zum zweiten Tabour (30) in der Aufnah
mestation (31) und anschließend gemeinsam mit dem entstehenden Sekundärwickel (6′′)
in die Wickelstation (1) verlagerbar ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeich
net, daß die Andruckwalze (15) derart verlagerbar
ist, daß die in den einzelnen Betriebsstellungen
zwischen der Achse des zweiten Tambours (30) und
der Achse der Andruckwalze (15) gebildeten Ebenen
parallel zueinander verlaufen.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekenn
zeichnet, daß eine Umlenkwalze (11) vorgesehen ist,
die der dem Wickel (6, 6′′) zulaufenden Bahn (5)
einen zu beiden Führungsbahnen (19, 27) parallelen Verlauf
gibt.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, da
durch gekennzeichnet, daß die dem Wickel (6, 6′′ über die Umlenk
walze zulaufende Bahn (5) einen vertikalen Verlauf hat
und daß der den Sekundärwickel (6′′) tragende zweite
Tambour (30) sowie die Andruckwalze (15) beim Rol
lenwechsel zunächst vertikal von der Aufnahmesta
tion (31) zur Wickelstation (1) absenkbar und dann
horizontal verlagerbar sind, wobei die Achse der
Andruckwalze (15) sich in der gleichen Horizontal
ebene wie die Achse des zweiten Tambours (30) be
findet und eine die Vergrößerung des Wickeldurch
messers berücksichtigende Horizontalbewegung voll
führt.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, da
durch gekennzeichnet, daß die Übergabevorrichtung
einen vertikal verfahrbaren Tambourlager-Schlitten
(28) aufweist, die Andruckwalze (15) von einem ver
tikal verfahrbaren Walzenlager-Schlitten (18) ge
tragen ist und beide Schlitten zwecks Gleichlauf in
vertikaler Richtung koppelbar sind.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, da
durch gekennzeichnet, daß die Übergabevorrichtung
einen horizontal verfahrbaren Übergabe-Schlitten
(26) zur Übertragung des Sekundärwickels (6′′) in
die Wickelstation (1) aufweist.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, da
durch gekennzeichnet, daß die Andruckwalze (15)
durch einen Kraftgeber (17) belastbar ist, der von
einem horizontal verlagerbaren Trag-Schlitten (18)
getragen wird, und daß der Trag-Schlitten durch
eine Abstandsregelung ständig in einem vorbestimm
ten Abstand vom Umfang des Wickels (6, 6′′) gehalten
wird.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, ge
kennzeichnet durch eine Hilfs-Andruckwalze (23),
die außerhalb des Wegs der Andruckwalze (15) ange
ordnet ist und kurz vor dem Trennen der Bahn (5) an
den Primärwickel (6) andrückbar ist.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, ge
kennzeichnet durch einen Schnellgang für die Rück
führung der Andruckwalze (15) von der Wickelstation
(1) in die Aufnahmestation (31).
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, da
durch gekennzeichnet, daß eine Trennvorrichtung
(20) für die Bahn (5) mit dem die Andruckwalze
(15) tragenden Schlitten (18) verbunden ist.
Priority Applications (8)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE4415324A DE4415324C2 (de) | 1994-05-02 | 1994-05-02 | Vorrichtung zum Aufwickeln einer kontinuierlich zulaufenden Bahn, insbesondere Papierbahn |
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