DE440889C - Anordnung zur Schwingungserzeugung oder Umformung elektrischer Stroeme - Google Patents
Anordnung zur Schwingungserzeugung oder Umformung elektrischer StroemeInfo
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- H03B9/01—Generation of oscillations using transit-time effects using discharge tubes
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Description
Die Erfindung betrifft eine Anordnung zur Schwingungserzeugung oder Umformung elektrischer
Ströme mittels Entladungsgefäße und besteht darin, daß in einem elektrischen Entladungsgefäß,
in dem eine Kathode zwei oder mehreren Anoden so zugeordnet ist, daß
mehrere Entladungsstrecken entstehen, über eine oder mehrere der Entladungsstrecken der
Nutzstrom geleitet wird, während eine oder ίο mehrere der übrigen Entladungsstrecken gesteuert
und die Schwingungen dadurch aufrechterhalten werden, daß die Steuerelemente der letzteren Entladungsstrecke bzw. -strecken
mit einer oder mehreren der ersteren Entladungsstrecken gekoppelt sind.
Es sind bereits Anordnungen bekannt geworden, bei denen ebenfalls einer gemeinsamen
Kathode zwei Anoden gegenüberstanden. Dort wird jedoch die Aufrechterhaltung der Schwingungen dadurch bewirkt, daß der
Elektronenstrom entlang der Fläche der Anoden verschoben und ein größerer oder Heinerer Teil der Anodenflächen von einem
größeren oder kleineren Teil des Elektronenstromes getroffen wird. Im Gegensatz hierzu
wird die Fläche der Anoden 6 bzw. 5 bei der Erfindung jederzeit voll von dem größeren
oder kleineren Elektronenstrom getroffen, und das veränderliche Spannungsgefälle zwischen
den Elektroden 2, 6 wird über den ganzen Querschnitt der Elektronenbahn zwischen
diesen Elektroden zur Ausnutzung gebracht. Bei dieser Verkleinerung der Anodenfläche
im bekannten Fall wird auch der Ohms ehe Widerstand in der Anode von dem Durchfluß
des verringerten Stromes vergrößert, da eben der Eintrittsquerschnitt der Elektronen verkleinert
wird. Bei der Erfindung bleibt dieser Widerstand konstant. Es wird also im letzteren
Fall nur einzig und allein das Spannungsgefälle zwischen den Elektroden 2, 6 beeinflußt, in den bekannten Fällen findet
jedoch nur eine zusätzliche Dämpfung statt. Das Prinzip der Erfindung sei an Hand der
Abbildung näher erläutert. In einem Entladungsgefäß sei eine Glühkathode 2 mit der
Heizquelle 3 und Regelwiderstand 4 angeordnet, s und 6 seien beispielsweise in solcher
Lage gegenüber der Kathode 2, daß beide für sich den ganzen Elektronenstrom maximal
aufzunehmen imstande sind. An die Anode 6 sei ein einstellbarer Stromgrad 7 gelegt und
an eine Energiequelle 8 über einen. Kondensator 9 geführt; die Energiequelle liegt anderseits
an der Kathode. Die Anode 5 ist ebenfalls an dem gleichen Pol der Energiequelle 8
angeschlossen, und in dem Weg zwischen ihr und der Kathode 2 eine Hilfselektrode 10 eingeschaltet,
welche in der Schaltung der Abb. 1 einer Beeinflussung durch den Schwingungszustand
des Kreises 7 mittels der Kopplungsspule 11 unterliegt. Es möge .zunächst der
Fall betrachtet werden, daß die Kathode 2 das Maß für die Maximalleistung in dem Entladungsgefäß
darstellt. Dies hängt ab von dem Glühzustand der Elektrode 2, welche bei einer bestimmten Temperatur und Größe auch
nur ein bestimmtes maximales Elektronenquantum auszusenden imstande ist, das wiederum
von der Spannung an den Hauptanöden 5, 6 abhängen kann. Jedenfalls ist
hierdurch ein System fixiert, welches bei einer bestimmten Heiz- bzw. Energiequelle 3 bzw. 8
und der gegebenen Größe des Entladungsgefäßes, ferner in Abhängigkeit von seiner
Evakuierung oder den sonstigen eingebrachten Mitteln einen maximalen Elektronenstrom und
damit eine maximale Leistung der Röhre ergibt.
Der SichwingungsVorgang kann nun etwa
folgendermaßen erklärt werden: Beim Einschalten der Röhre ist der Kondensator des
Stromgrades 7 nicht aufgeladen und bietet daher für den Strom, welcher von der Kathode 2
zur Anode 6 und von dieser über den Kondensator zur Energiequelle zurückfließt, einen
geringen Widerstand; 'es liegt daher die volle
Spannung der Energiequelle zwischen Kathode 2 und Anode 6. Bei fortschreitender
Aufladung des Kondensators wird auch dessen Gegenspannung erhöht; man erhält hierdurch
gleichsam einen größeren Widerstand im äußeren Kreise, und der Teil der Spannung,
der auf dem Weg zwischen Kathode und Anode 6 entfällt, wird geringer. Ist der Kondensator
des Schwungrades voll aufgeladen, so wird hierdurch der Strom in diesem äußeren Kreise von selbst durch die hohe Spannung
am Kondensator unterbrochen. Würde nun der Elektronenstrom auf dem Wege 2, 6 stets
konstant bleiben, so könnte er dauernd über die parallel geschaltete Selbstinduktion des
Schwungrades unter Umgehung des Kondensators fließen, und eine Schwingung in diesem
Schwungrad könnte nicht zustande kommen, denn diese Selbstinduktion wäre dann von
Gleichstrom durchflossen, dem sie einen erheblichen Widerstand nicht entgegensetzt. Um
daher eine Pulsation in dieser Selbstinduktion zu erzielen und damit einen Schwingungszustand
des Schwungrades zu ermöglichen, wird dieser Elektronenstrom in. diesem äußeren
Kreise künstlich gesteuert. Dies erfolgt durch das Gitter 10 im Entladungsweg der Elektroden
2, 5. Entsprechend der höheren Aufladung des Kondensators im Schwungrad/ und der damit verminderten Stromaufnahme
des letzteren wird nämlich der Zustand des Gitters 10 so geändert, daß immer mehr Elektronen
von der Kathode 2 zur Anode 5 fließen können, dementsprechend der Strom im Entladungswege
2, 6 selbsttätig herabgesetzt und aus 'einem an sich konstanten Gleichstrom
zwangläufig ein pulsierender Gleichstrom gemacht. Dieser unterstützt dann in der Selbstinduktion
des Schwungrades 7 die Wirkung des Kondensators, und eine oszillierende Entladung
kann in diesem Schwungrad zustande kommen. Sobald sich nämlich der Kondensator entladen hat, wird das Potential des
Gitters ι ο umgekehrt, dadurch der Widerstand zwischen Kathode 2 und Anode 5 wieder erhöht
und ein größeres Elektronenquantum dem Stromweg 2, 6 zugeführt. Der zuerst beschriebene
Vorgang wiederholt sich dann zwangläufig. Durch entsprechende Entfernung der angewandten Hauptelektronen voneinander,
durch entsprechende Einstellung der Vorspannung des Gitters usw. kann dann erreicht
werden, daß die erforderliche Dosierung der Elektronenentladung zwischen den beiden
Anoden mit größtmöglichen Differenzen des Maximums und Minimums erfolgt. Die so erzeugten Schwingungen lassen sich in beliebiger
Weise tasten bzw. modulieren. So kann z. B. in den Kreis der Spule oder der Anode 5
oder 6 ein Taster oder ein Mikrophon eingeschaltet werden. Soll die Anordnung lediglich
zur Verstärkung benutzt werden, so ist der Schwungradkreis 7 durch Kopplungsorgane mit
der Leitung zu ersetzen. Die Spule 11 ist dann nicht mehr mit dem Kreis 7 gekoppelt, sondern
mit dem Mikrophonkreis. Ebenso kann aber auch der über die Strecke 2, 6 fließende
Strom dadurch geändert werden, daß die Strecke 2, 10 durch induktive Wirkung oder
sonstige Spannungsänderung beeinflußt wird oder die Strecke 2, 5 ganz oder nur deren Gitterkreis
durch Einschaltung von Zusatzwiderständen beeinflußt oder, wenn gewünscht, kurzgeschlossen
wird.
Die Strecke 2,6 kann in ihrer äußeren Schaltung auch mit mehr als einem Schwung- 6g
radkreis in Parallelschaltung der letzteren verbunden werden. Soll die von jedem dieser
Schwungradkreise erzeugte Welle verschieden sein von derjenigen, welche durch einen
anderen Schwungradkreis erzeugt wird, so kann die Selbststeuerung in einfacher Weise
dadurch verwirklicht werden, daß eine der Zahl der Schwungradkreise entsprechende Zahl
von Strecken 2, 5 vorgesehen wird und jede dieser Strecken durch je einen der meh'
reren * Schwungradkreise gesteuert wird. Es ist dann möglich, mit derselben Nutzstrecke 2, 6
eine Mehrzahl von Schwingungen ohne gegenseitige Steuerung gleichzeitig zu erzeugen
oder auch die Zahl dieser Strecken 2, 6 geringer zu wählen als die Zahl der Schwungradkreise
bzw. Energievernichtungsstrecken, ohne daß störende Nebenerscheinungen auftreten.
Durch den früher beschriebenen Einbau von Mikrophon o. dgl. in Beeinflussungskreise
der Strecke 2, 5 kann die gleichzeitige Schwingungserzeugung als auch die Beeinflussung
der Amplitude der erzeugten Schwingungen ohne störende Nebenerscheinungen stattfinden.
Claims (2)
1. Anordnung zur Schwingungserzeugung oder Umformung elektrischer Ströme, dadurch
gekennzeichnet, daß in einem elekirischen Entladungsgefäß, in dem eine
Kathode zwei oder mehreren Anoden so zugeordnet ist, daß mehrere Entladungsstrecken entstehen, über eine oder mehrere
der Entladungsstrecken der Nutzstrom geleitet wird, während eine oder mehrere der
übrigen Entladungsstrecken gesteuert und die Schwingungen dadurch aufrechterhalten
werden, daß die Steuerelemente der letzteren Entladungsstrecke bzw. -strecken mit
einer oder mehreren der ersteren Entladungsstrecken gekoppelt sind.
2. Anordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Steuerung der
hierzu dienenden Entladungsstrecken durch no einen oder mehrere Schwungradkreise in
einem der verschiedenen Nutzstromkreise erfolgt, wobei mehrere Schwungradkreise bzw. die Nutzstromkreise die gleichen oder
verschiedene Schwingungszahlen besitzen können.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEH84044D DE440889C (de) | 1921-01-22 | 1921-01-22 | Anordnung zur Schwingungserzeugung oder Umformung elektrischer Stroeme |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEH84044D DE440889C (de) | 1921-01-22 | 1921-01-22 | Anordnung zur Schwingungserzeugung oder Umformung elektrischer Stroeme |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE440889C true DE440889C (de) | 1927-02-21 |
Family
ID=7164133
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEH84044D Expired DE440889C (de) | 1921-01-22 | 1921-01-22 | Anordnung zur Schwingungserzeugung oder Umformung elektrischer Stroeme |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE440889C (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE742002C (de) * | 1939-03-30 | 1943-11-20 | Bosch Gmbh Robert | Roehrensender |
-
1921
- 1921-01-22 DE DEH84044D patent/DE440889C/de not_active Expired
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE742002C (de) * | 1939-03-30 | 1943-11-20 | Bosch Gmbh Robert | Roehrensender |
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