DE43758C - Verfahren und Apparat zum Weichen von Gerste - Google Patents
Verfahren und Apparat zum Weichen von GersteInfo
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- DE43758C DE43758C DENDAT43758D DE43758DA DE43758C DE 43758 C DE43758 C DE 43758C DE NDAT43758 D DENDAT43758 D DE NDAT43758D DE 43758D A DE43758D A DE 43758DA DE 43758 C DE43758 C DE 43758C
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Description
AISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 6: Bier, Branntwein, Wein, Essig und Hefe.
In der Zeichnung sind in Fig. 1 und 2 Verticalschnitte von bei dem neuen Weichverfahren
in Anwendung kommenden Weichen gezeichnet. An ihren konischen Böden ist unten beim Ablauf ein mit einem Seiher versehener
Sammelkasten b angeordnet, der nach unten in beliebiger, bekannter Weise geschlossen
ist. Von diesem Sammelkasten geht ein weites Rohr c vertical nach oben und mündet in der
Höhe des erforderlichen Wasserstandes. In diesem Rohr mündet unten ein Injector d mit
Wasser und Lufteinführung.
Der Boden der Weiche ist mittelst eines Regulirschiebers e gegen den Sammelkasten
derart abgeschlossen, dafs durch seine Stellung mehr oder weniger Gerste in den letzteren
gelangen kann, /ist der Ablauf für schmutziges Wasser mit Hähnen fl. Die Rohre f2fs verbinden
diesen Ablauf mit dem Reservoir g.
Das Weichverfahren ist nun folgendes: Die Gerste wird eingeweicht, Hahn fl ist dabei geschlossen,
damit das Wasser in der Weiche die durch den Ablauf im Reservoir bestimmte Höhe in der Weiche annehmen kann. Der
alsdann in Thätigkeit gesetzte Injector erzeugt in dem Rohr c eine Strömung von unten
nach oben, welche in ihrer Stärke beliebig regulirt werden kann. Ist nun der Regulirschieber
e geöffnet, so wird die in den Sammelkasten fallende Gerste in die Höhe durch Rohr c
gehoben und wieder in die Weiche hineinfallen. Hierbei waschen sich die Körner durch
gegenseitige Reibung. Das unreine Wasser läuft durch die Rohre ff3 ab. Die leichte
Gerste schwimmt oben und kann daher sofort entfernt werden. Das continuirliche Heben
und Bearbeiten der Gerste findet ungefähr 2 bis 5 Stunden statt, sodann wird durch
Oeffnen des Hahnes fl das nunmehr stark
schmutzige Wasser abgelassen und durch frisches Wasser aus beliebiger Leitung ersetzt. Das
zweite Wasser wird alsdann nicht mehr abgelassen, bis nach 2 bis 3 Tagen 2/3 der Quellreife
erreicht ist. In einem Zwischenraum von 8 bis 12 Stunden wird in der Zwischenzeit
die Gerste in der oben beschriebenen Weise durch die Thätigkeit des Injectors mehrere
Stunden bearbeitet.
Nun beginnt die Nachweiche bei abgelassenem Wasser. Nach 8 bis 12 Stunden
' wird die Gerste wieder unter Wasser gesetzt j und von neuem durch den Injector gehoben,
worauf bei abgelassenem Wasser die Nachweiche fortgesetzt und dann eben beschriebene
Manipulation wiederholt wird bis zur Beendigung der Quellweiche. In den Perioden,
während welchen die Weiche kein Wasser enthält, wird das Weichgut durchlüftet, und
zwar in folgender Weise: Der Regulirschieber wird geschlossen, so dafs die Gerste nicht in
den Sammelkasten sinken kann. Erstere ist, ebenso wie der untere Rohrstutzen c', perforirt.
Wird das Hauptrohr c etwas in die Höhe gezogen, so wird die Perforirung des Stutzens c1
frei. Man kann nun von oben Luft einpressen oder man setzt den Injector in Thätigkeit.
Dadurch wird in letzterem Falle im Sammelkasten ein luftverdünnter Raum hergestellt, so
dafs frische Luft von oben durch die Weichmasse dringen mufs.
In Fig. 2 sind die Wasserrohre flf* parallel
mit den Weichwandungen angeordnet, und erhält das Hauptrohr Doppelwandung mit Röhrchen c2 c2, damit das vom Injector nach
oben geführte, noch ziemlich reine Wasser sofort wieder nach unten fliefsen und eventuell
sogleich wieder in Verwendung kommen kann. In diesem Falle wäre die Circulation des
Wassers im Weichgefäfs von oben nach unten eine geringe.
Damit bei Weichen mit flachem Boden eine regelmäfsige Bewegung der Gerste vor sich
geht, kann man, wie aus Fig. ι ersichtlich, ein durchlochtes Wasserrohr i einsetzen und durch
die Wasserzufuhr das Getreide continuirlich nach unten schaffen. Auch können zu demselben
Zwecke schräge, durchlochte Bleche k k, Fig. 2, eingesetzt werden. Statt eines Hauptrohres
in der Mitte der Weiche können auch mehrere angewendet werden. Auch können zwei oder mehrere Weichen ein einziges Injectorrohr
erhalten, wie z. B. in Fig. 3 schematisch gezeichnet ist. In diesem Falle kann die
Gerste von Weiche A entnommen und oben in die Weiche B geschafft werden, und umgekehrt,
wobei nur für entsprechende Anordnung von Abschlufsschiebern gesorgt zu werden braucht.
Die Vortheile des neuen Weichverfahrens sind wesentlich folgende:
Jedes Getreidekorn wird vom Wasser energisch bespült und aufserdem abgerieben. Dadurch
werden alle Unreinigkeiten entfernt, ebenso die Extractivstoffe, welche dem Bier einen unangenehm
bitteren Geschmack ertheilen. Diese lösen sich nicht sofort, sondern mit zunehmender
Vergröfserung des Kornes. Durch das Aufarbeiten mittelst des Injectors pressen sich bei zunehmender Quellreife und Vergröfserung
des Kornes die Körner nicht zusammen, sondern werden immer aufgelockert, um so der Luft und dem Wasser vollständig
freien Zutritt zu geben. Dies ist bei den bekannten feststehenden Weichen nicht der Fall,
da das Weichgut sich beim Quellen fest zusammenprefst und daher der Luft und dem
Wasser wenig Zutritt läfst.
Nach dem Einweichen werden sofort durch die Thätigkeit des Injectors und die dadurch
verursachte Bearbeitung der Körner die Unreinlichkeiten derselben entfernt und dadurch
sehr an Wasser gespart.
Durch die fortwährende Lagenänderung der Körner wird eine viel gleichmäfsigere Quellreife
erzielt. Eine Verletzung des Kornes ist selbst im höchsten Stadium der Quellreife ausgeschlossen.
Die während des Processes entwickelte Kohlensäure wird sofort ausgestofsen und das
Weichgut intensiv mit Luft in Berührung gebracht.
Claims (1)
- Patent-Ansprüche:Das Verfahren zum Weichen der Gerste oder dergleichen, dadurch gekennzeichnet, dafs das am Boden des Weichgefäfses in einen Sammelbehälter abfliefsende Getreide mittelst eines Injectors continuirlich nach oben in das Gefäfs oder in ein damit in Verbindung stehendes anderes geführt wird, wobei ein intensives Reinigen der Körner, Befeuchten und Lüften derselben und Veränderung ihrer gegenseitigen Lage ohne Anwendung mechanischer Hülfsmittel erreicht wird.Eine Einrichtung zu dem in Anspruch 1. gekennzeichneten Verfahren, bestehend in der Anordnung des durch einen durchlochten Regulirschieber vom Weichgefäfsboden getrennten Sammelkasten b und dem mit einem Injector versehenen Rohr c.Hierzu ι äihiU Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE43758C true DE43758C (de) |
Family
ID=319050
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT43758D Active DE43758C (de) | Verfahren und Apparat zum Weichen von Gerste |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE43758C (de) |
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0
- DE DENDAT43758D patent/DE43758C/de active Active
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