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Farbbandumschaltvorrichtung für Schreibmaschinen. Für diese Anmeldung
ist gemäß dem Unionsvertrage vom a. Juni 191t die Priorität auf Grund der Anmeldung
in den Vereinigten Staaten von Amerika vom 29. Oktober t9zq. beansprucht. Gegenstand
der Erfindung ist eine Farbbandumschaltvorrichtung für Schreibmaschinen, bei denen
die Umschaltung des Farbbandes von einer durch einen Ansatz des Farbbandes beeinflußten
Führungsgabel eingeleitet wird. Gemäß- der Erfindung ist die Führungsgabel an einem
Schieber angeordnet, dessen Bewegungsrichtung mit der des Farbbandes übereinstimmt.
Der Schieber kann hierbei drehbar mit dem einen Arm eines Winkelhebels verbunden
sein. dessen anderer Arm mit einer Feder nachgiebig auf einen die Umschaltung bewirkenden
Klinkenteil einwirkt. Bei einer solchen Vorrichtung tritt in der ordnungsmäßigen
Bewegung des Farbbandes während der Umschaltung keinerlei Störung ein. Alle in Frage
kommenden Teile, wie Farbband, Spulen, Führungen, Hubvorrichtungen usw., brauchen
bei der Umschaltung ihre Lage zueinander nicht zu ändern. Ein ganz leichter und
kurzer Zug des Farbbandes genügt, um die Umschaltung zu bewirken.
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Die Erfindung ist auf den beiliegenden Zeichnungen beispielsweise
veranschaulicht. Abb. r zeigt die gesamte Anordnung von vorn in teilweisem Schnitt.
Sämtliche Teile befinden sich in der Stellung, die sie einnehmen, solange sich das
Farbband in normaler N%'eise fortbewegt.
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Abb. a ist eine Draufsicht.
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Abb.3 zeigt in Vorderansicht die Umschaltvorrichtung an der einen
Seite der Maschine. Die gestrichelten Linien zeigen die Lage der Teile, die sie
bei der Umschaltung einnehmen.
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Abb. 4. ist eine Teilansicht der Abb. 3. Hier befinden sich jedoch
die Teile in der
Lage, die sie zu Beginn der Umschaltbewegung einnehmen.
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Abb. 5 ist eine Seitenansicht. Die Teile befinden sich in ihrer gewöhnlichen
Lage. Abb.6 ist eine vergrößerte Ansicht de, Spiralrades, welche die damit zusammenarbeitende
Klinke in ihrer normalen Stellung und das Rad in der verschobenen Stellung in gestrichelten
Linien zeigt.
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Abb.7 ist eine Draufsicht zu Abb.3, in welcher sich sämtliche Teile
in ihrer gewöhnlichen Lage befinden.
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Abb.8 ist eine Seitenansicht, welche außer der Umschaltevorrichtung
die Einrichtung zur schrittweisen Fortbewegung des Farbbandes erkennen läßt.
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Die abgebildete Schreibmaschine besteht aus einem Rahmen A, dem Typenhebelseginent
B, der Typenführung C, der Farbbandhubvorrichtung D, der Papierwalze k sowie den
übrigen üblichen Teilen. Diese können beliebig gestaltet sein. Die Farbbandspulen
E werden von Schalen F umschlossen und drehen sich auf Wellen i, welche in Lagern
2 und 3 gehalten werden, die sich ihrerseits an einem am Typenhebelsegment befestigten
Stützteil. befinden. Am unteren Ende jeder dieser Wellen i ist ein Kegelrad 5 befestigt,
mit dem ein Kegelrad i bzw. 7 kämmt. Die beiden Kegelräder 6 und 7 sind finit ihren
gezahnten Flächen gegeneinander gestellt und sitzen fest auf einer Antriebswelle
8, welche in abwärts gerichteten, mittels der Arme 3 mit dem Stützteil .4 verbundenen
Armen 9 gelagert ist. Die Welle 8 kann sich in den Armen 9 frei drehen und in ihrer
Längsrichtung verschieben.
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Nahe dem rechten Ende der Welle ß sitzt fest auf derselben ein großes
Sperrad io mit feinen Zähnen, in welche eine Klinke i i eingreift. Diese Klinke
ist bei 12 mit der Universalstange 13 verbunden, welche bei jedesmaligem Anschlag
einer Taste betätigt wird. Eine Feder rd. hält die Klinke im Eingriff mit dem Sperrad,
und eine weitere Klinke 15 verhindert eine Rückdrehung der Welle 8 (Abb.8). Beim
Schreiben wird die Klinke r i die Welle 8 fortgesetzt drehen, und diese Drehung
wird auf eine der beiden Farbbandspulen übertragen werden, je nachdem, welches der
beiden Kegelräder 6 oder. 7 mit einem der Kegelräder 5 im Eingriff steht. Die Welle
8 kann ihre Bewegung jedoch auch in jeder anderen beliebigen Weise empfangen.
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Neben dein Kegelrad 6 trügt die Welle 8 einen Ring mit zwei ringförmigen
Rillen 16. Ein Zahn 17 greift in die eine oder in die andere dieser Rillen ein und
hält so die Welle 8 gegen Längsverschiebung gesichert fest. Der Zahn besitzt die
Gestalt eines Kolbens, der in einem vom Stützteil q. getragenen Gehäuse 18 untergebracht
ist und durch eine Feder i9 nach außen gedrückt wird. Sobald die Welle durch die
im nachfolgenden beschriebene Vorrichtung verschoben wird, wird der unter Einwirkung
der Feder stehende Zahn die Verschiebebewegung schnell beenden, sobald er sich über
die die beiden Rillen trennende Erhöhung hinwegbewegt hat.
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Das Farbband G bewegt sich auf dem Wege von einer Spule zur andern
durch eine Führung 2o, welche sich neben jeder Spule befindet, und die gewöhnliche
Farbbandführung hindurch. Dicht an seinen beiden Enden besitzt das Farbband einen
Vorsprung 21, der so groß ist, daß er durch die Führung 2o nicht hindurchpaßt. Die
Führung besteht aus einem senkrecht und einem wagerecht liegenden Teil. Der letztere
ist mit einem Schlitz 22 versehen und gleitet damit auf einer Schraube 23, die von
einem Arm 24. am Stützteil a getragen wird. Das äußere Ende dieses Teiles ist bei
25 mit dem nach oben ragenden Arm 26 eines Winkelhebels 3o drehbar verbunden, der
seinerseits bei 27 an einem vom Stützteil d. vorspringenden Arm 28 drehbar- befestigt
ist. Infolgedessen bewegt sich der ganze Führungsteil 2o im wesentlichen in einer
geraden Linie, wenn er durch den Farbbandvorsprung 21 mitgenommen wird. Es tritt
deshalb keinerlei Störung in der ordnungsmäßigen Bewegung des Farbbandes ein.
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Der andere Arm 29 des Winkelhebels 30 trägt an seinem Ende eine mit
Ansatz versehene Schraube 31, welche in einem im oberen Ende des senkrecht angeordneten
Klinkenteiles 33 angeordneten Schlitz hin und her gleiten kann. Zwischen dem Winkelhebel
30 und dem Klinkenteil 33 besteht keine zwangläufige Verbindung, vielmehr
ist eine Feder 34 vorgesehen, die mit ihrem einen Ende bei 35 am Winkelhebel und
mit ihrem anderen Ende in einer Öffnung 36 am Klinkenteil befestigt ist. Der Winkelhebel
30 selbst wird in seine normale Lage durch eine Feder 37 zurückgeführt, die
mit einem Ende bei 38 am Stützteil d. und mit ihrem anderen Ende an einem kurzen
Arm 39 de: Winkelhebels befestigt ist.
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Das untere Ende des Klinkenteiles 33 wir(1 in einer Offnung der am
Maschinenrahmen befestigten Platte 40 geführt. Dicht an seinem unteren Ende besitzt
der Teil 33 eine Klinke -.i, welche in ein auf der Welle 8 befestigtes Spiralrad
4.2 eingreifen kann. Dieses Rad besitzt eine große Anzahl von spiralförmigen Windungen,
um einen sicheren Eingriff zwischen dem Rade und der
Klinke 4.1
zu gewährleisten. Die- eigenartige Gestalt der Klinke geht aus Abb.6 hervor.
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Diese Umschaltvorrichtung ist auf jeder Seite der Maschine vorgesehen,
jedoch auf jeder Seite umgekehrt angeordnet, damit die Welle 8 abwechselnd in entgegengesetzter
Richtung bewegt wird. Die Wirkungsweise der Vorrichtung soll im folgenden noch einmal
kurz wiederholt werden: Wenn sich die Teile in der in den Abb. i bis 3 gezeigten
Lage befinden, bewegt sich das Farbband G von der links gelegenen Spule zu der rechts
gelegenen, da ja die Kegelräder 5 und 6 im Eingriff stehen, während die entsprechenden
Räder 5 und 7 außer Berührung sind. Die Klinken 41 sind auf beiden Seiten der Maschine
außer Eingriff mit den dazugehörigen Spiralrädern 42. Kurz bevor das Farbband von
der linksseitigen Spule vollständig abgewickelt ist, wird sich der daran befindliche
Vorsprung 21 gegen die gabelförmige Führung 20 legen, und infolge des Weiterrückens
des Farbbandes wird sich die Führung 20 nahezu in gerader Richtung in die in Abb.
3 gestrichelt gezeichnete Lage bewegen. Infolge dieser Bewegung wird sich der Winkelhebel
30 um eine Achse 27 drehen und dadurch den Arm 29 heben. Durch Vermittlung
der Feder 34 wird gleichzeitig der Klinkenteil 33 angehoben und damit die Klinke
4.1 in Eingriff mit dem Spiralrad 42 auf der linken Seite der :Maschine gebracht.
Sobald dieser Eingriff vorgenommen ist, wird die fortgesetzte Drehung der Welle
8 und damit des Rades :I2, welche schrittweise bei jedem Anschlag einer Taste in
der vorbeschriebenen Weise vor sich geht, die Welle 8 zwingen, sich nach rechts
zu verschieben. Nachdem die Klinke 4.1 mit dem Rad ..12 in vollen Eingriff gekommen
ist, wird eine weitere Bewegung des Farbbandes und der Führung 2o noch durch die
Feder 34 ermöglicht, wobei sich die Schraube 31 am Arm 29 innerhalb des Schlitzes
32 im Klinkenteil 33 aufwärts bewegt.
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Sobald der Zahn 17 über den die beiden Rillen 16 trennenden Grad hinfort
ist, wird er sich in die linke Rille unter dem Einfluß der Feder ig hineinzuschieben
suchen und dadurch die Verschiebung der Welle 8 schnell beenden. Die Welle befindet
sich dann in der in Abb. i gestrichelt gezeich -eten Lage und (las Kegelrad 7 und
Spiralrad .I2 in der in Abb.3 gestrichelt gezeichneten Lage. Die Kegelräder 5 und
7 stehen nun im Eingriff miteinander, ,o daß die Drehung der Welle 8 auf die links
gelegene Spule übertragen und das Farbband G nunmehr auf diese Spule aufgewickelt
wird. Wenn die Umschaltbewegung ausgeführt und die Welle 8 in die gestrichelt gezeichnete
Lage bewegt ist, so befinden sich das Spiralrad 4.2 auf der linken Seite der Maschine
und die zugehörige Klinke 41 nicht mehr im Eingriff miteinander, so daß, obwohl
der Winkelhebel 30 und die Farbbandführung 2o sich noch in der in den Abb. 3 und
4. gestrichelt gezeichneten Lage befinden, die Umschaltvorrichtung außer Tätigkeit
gesetzt ist. Sobald dann das Farbband sich nach links bewegt, werden die Federn
3¢ und 35 die einzelnen Teile in ihre gewöhnliche Stellung zurückführen. Ist dann
(las Farbband nahezu von der rechten Spule abgewickelt, so wird sich der eben beschriebene
Vorgang auf der anderen Seite der Maschine wiederholen, und die Welle 8 wird in
die in Abb. i gezeichnete Lage zurückkehren.
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Sämtliche Teile sind sehr leicht gehalten, und ihre Auslösung erfordert
keinen nennenswerten Zug des Farbbandes. Der Umschaltevorgang geht schnell vor sich,
und die Führung des Farbbandes in der umgekehrten Richtung beginnt unmittelbar.
Natürlich können die einzelne, Federn mit Vorrichtungen versehen werden, um ihre
Spannung zu regulieren, jedoch erscheint lies kaum erforderlich. Die geradlinige
Bewegung der Farbbandführung 2o gewährleistet die Beibehaltung der gleichen Lage
des Farbbandes während der Umschaltung.
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In den Zeichnungen sind mehre Teile, wie Papierwalze, Tastenhebel
usw., vorhanden, die nicht im einzelnen beschrieben worden sind, (la sie keinen
Bestandteil der vorliegenden Erfindung bilden und nur des besseren Verständnisses
wegen mit aufgenommen worden sind.