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Gießvorrichtung zur Herstellung rohrförmiger Betongegenstände, insbesondere
Hohlmasten, unter Verwendung eines in der Längsrichtung geteilten Kernes. Für diese
Anmeldung ist gemiiß dem Unionsvertrage vom z. Juni igii die Priorität auf Grund
der Anmeldung in Schweden vom 3o. Dezember 1922 beansprucht. Gegenstand der Erfindung
ist eine auf einem Förderwagen anzubringende Vorrichtung zum Gießen von rohrförmigen
Betongegenständen unter Verwendung eines geteilten Kernes und geteilter Form.
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Es sind bereits Vorrichtungen bekannt, bei denen der Kern zwecks schneller
Entfernung aus dem Formling zusammenklappbar gemacht ist. Es ist ferner bekannt,
bei langgestreckten Formlingen, die innen einen doppelkegelförmigen Hohlraum aufweisen,
den geteilten Kern derart einzurichten, daß die Kernteile gleichzeitig nach entgegengesetzten
Richtungen hin herausgezogen werden können. Um den Formling beim Herausziehen der
Kernteile an Ort und Stelle festzuhalten,
hat .man auch schon besondere
Mittel vorgesehen, damit Zugspannungen im Formling vermieden werden.
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Nach der Erfindung sind die Kernteile durch eine mit Rechts- und Linksgewinde
versehene lösbare Schraubvorrichtung zusammengehalten, ferner sind die Kernteile
mit Mitteln versehen, um eine Drehung um ihre Längsachsen zu verhindern, wenn sie
durch die Schraubvorrichtung voneinander gelöst werden, und schließlich ist die
Spindel (ler Schraubvorrichtung derart gelagert, daß sie sich bei ihrer Drehung
dem Formling gegenüber in der Längsrichtung nicht verschiebt.
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Die Vorrichtung nach der Erfindung ist bestimmt zur Herstellung von
langgestreckten hohlen Formlingen, deren Hohlraum doppelkegelförmig ist, wobei der
eine Teil des Hohlraumes auch noch mit langgestreckten Rippen versehen ist. Diese
Rippen sind in nicht genügend gehärtetem Zustand sehr empfindlich, weshalb es von
größter Bedeutung ist, daß die Kernteile beim Auseinanderziehen einander führen
und nicht verdreht werden.
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Bei älteren Vorrichtungen sind derartige Führungen außerhalb des Formlinges
angebracht, nehmen deshalb viel Platz ein und sind außerdem nicht vollkommen zuverlässig,
da das freie Ende der Kernteile durch seine eigene Schwere an den Wänden des noch
nicht genügend gehärteten Formlinges entlanggleiten und somit Beschädigungen verurszchen
kann. Der technische Fortschritt, der mit der Erfindung erreicht wird, liegt in
der oben angegebenen besonderen Verbindung und Bewegungsweise der Kernteile, wodurch
die eben angegebenen Nachteile vermieden ,xerden.
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In den Zeichnungen ist der Erfindungsgegenstand zur Darstellung gebracht.
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Abb. i zeigt die Form und ihren Förderwagen teils im Schnitt. teils
in Ansicht zusammen mit der über dem Formgestell angeordneten Umrührvorrichtung;
Abb. 2 zeigt ebenfalls teils im Sclmit@, teils in Seitenansicht das Formgestell
mit einer darunter angeordneten Grube samt Vorrichtungen zum Ausziehen des Kernes;
Abb.3 zeigt die Form mit darin befindlichem Formling ohne Kern; Abb. q. zeigt den
Formling, nachdem auch die Form entfernt ist, und Abb. 5 ist eine Draufsicht des
in Abb. q. gezeigten Formlinges; Abb.6 zeigt in einer Draufsicht die Förrlerbahn
für die Formwagen mit Vorrichtungen für das Befestigen der Wagen in richtiger Lage
über der Grube; Abb. 7 bis 18 zeigen Einzelheiten, die im folgenden näher beschrieben
sind. Der zum Gießen bestimmte Gegenstand, der im nachstehenden der Einfachheit
halber Mastfuß oder Formling genannt wird, soll inwendig beispielsweise die Form
von zwei mit ihren größeren Grundflächen voneinander abgewendeten, abgestumpften
Kegeln haben, während er außen nahezu zylindrisch sein soll. Der Außenmantel der
Form ist dabei der Länge nach zweckmäßig in bekannter Weise aufgeschnitten und besteht
deshalb aus zwei halbzylinderförmigen Formhälften, die durch geeignete Verbindung,
z. B. Exzenterhaken, zusammengespannt werden können. Beim Gießen von so großen Gegenständen,
wie sie hier in Frage kommen, sollte der Mantel außerdem der Länge nach unterteilt
sein, damit die Teile beim Zusammensetzen und Auseinandernehmen der Formen leichter
gehandhabt werden können. Die innere Form des Mastfußes bedingt, daß der Kern in
der Ebene, in welcher die Kegel zusammenstoßen, geteilt ist.
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Gemäß Abb. i bezeichnet i den Formmantel, 2 den unteren Teil und 3
den oberen Teil des Kernes. Die Teilung der Form in der Querrichtung ist an den
Flanschen q. vorgenommen. Die ähnliche Teilung in der Längsrichtung ist nicht gezeichnet,
dürfte aber ohne weiteres verständlich sein. Zur Beförderung und zum Tragen der
Form dient ein Wagen 5, der auf über einer Grube (Abb. 2) angeordneten Schienen
läuft. Der Förderwagen mit der Form wird über diese Grube gestellt, wenn der gegossene
Mastfuß vom Kern befreit werden soll. Der übrige Teil der Vorrichtung geht aus nachfolgender
Beschreibung klar hervor.
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Die eine halbzylindrische Hälfte des Mantels i wird zweckmäßig auf
zwei (nicht gezeichneten) Böcken aufgelegt, und der Kern 2, 3 wird mit aufgezogener
Führungshülse 7 und etwa vorhandener Eisenverstärkung 8 in genannte Mantelhälfte
hineingelegt. Darauf wird an dem oberen Ende der Form ein mit Aufhängeösen 9 für
die eiserne Verstärkung und mit einem Gießtrichter io versehener Ring i i angebracht
(Abb. i). Um die richtige Lage der Verstärkung 8 am entgegengesetzten Ende der Fo_
tn sicherzustellen, verwendet man im voraus aus Zement gegossene Abstandsstücke
12, in die Eisendrähte eingegossen sind. Die Abstandsstücke halten die Verstärkung
vom Kern entfernt, und mittels eben genannter Eisendrähte werden die Äbstandsstücke
an der Verstärkung befestigt (Abb. 1, 8 und 9). Wenn keine eiserne Verstärkung vorkommt,
fallen alle Vorrichtungen für das Halten derselben in der richtigen Lage natürlich
fort. Die andere Mantelhälfte wird nun an der ersten befestigt, die Kerne 13 für
etwa durch den
Mastfuß quer hindurchgehende Löcher werden in hierfür
im Mantel vorgesehene Öffnungen eingesetzt, und die Form ist fertig, um schließlich
noch aufgerichtet und auf den Wagen 5 aufgesetzt zu werden. Der Kern und die Verstärkung
werden durch die eben genannten Vorrichtungen in richtiger Lage im Mantel festgehalten
und verändern daher ihre Lage beim Aufrichten der leeren Form nicht.
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Die Tragfläche des Wagens 5 besteht zweckmäßig aus einer Platte mit
einer Aussparung für die Führungshülse 7 der Form. Um die Form leichter zu richten,
sind auf der Wagenplatte Führungsstücke 14 angebracht, und außerdem findet sich
noch ein (nicht gezeichneter) Führungsstift vor, der zur Einstellung der Form in
die richtige Winkellage dient. Nachdem die Form auf den Wagen gesetzt ist, wird
sie an demselben zweckmäßig befestigt, beispielsweise durch Spannschrauben 15, die
um Zapfen 16 an der Außenseite des Mantels und um die Achsen des Wagens herumgreifen
(Abb. i).
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Das Füllen mit flüssigem Beton geschieht durch den Trichter io und
das Rühren des Betons durch die Stangen 17, die. durch ein Gegengewicht im Gleichgewicht
gehalten und über der Form aufgehängt sind, so daß sie leicht auf und nieder bewegt
werden können. Die Stangen 17 (Abb. 17 und 18) sind paarweise in einer Scheibe 18
derart aufgehängt, daß sie radial zur Achse des Mastfußes verstellt werden können,
um für Mastfüße verschiedener Durchmesser verwendet werden zu können. Die Stangen
dienen nicht etwa zum Stampfen wie beim Stampfbeton, da hier ja nur ein flüssiger
Beton gegossen wird, sonclern dazu, um den Beton umzurühren und Glas Entfernen etwa
in der Form oder im Beton eingeschlossener Luft zu erleichtern. Zu diesem Zweck
haben sie hochkant eine Wellenform (Abb. i). Die paarweise Anordnung der Rührstangen
hat den Zweck, den Beton gleichzeitig auf beiden Seiten der Verstärkung umzurühren.
Beim Gießen von Mastfüßen ohne Verstärkung genügt eine einfache Rührstange. Ist
das Gießen nahezu beendigt, so werden die Aufhängeösen 9 fortgenommen, damit die
Form vollgefüllt werden kann.
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Die beiden Teile :2 und 3 des Kernes sind gemäß der Erfindung durch
eine mit Rechts-und Linksgewinde versehene Schraube (Abb. 2 und 7) miteinander verbunden,
deren Gewinde von Muttern bildenden Endstücken 2o und 2i in den aneinanderstoßenden
Enden der Kernteile 2, 3 umschlossen werden. Die Schraube i9 hat als Verlängerung
nach unten eine Spindel 22, die durch das untere Ende des Kernteiles 2 und die Führungshülse
7 hindurchgeht und unterhalb der letzteren mit zwei Anschlagringen 23 versehen ist
(Abb. 16). Nach oben hat die Schraube i9 eine Verlängerung in Gestalt einer Führungsspindel
24, die in den Kernteil 3 hineinragt. Das Endstück 2o hat auch noch einen Führ ungszapfen
25, der durch ein Loch 21a im Endstück 21 hindurchragt, wodurch ein Drehen der Kernteile
um ihre Längsachse verhindert wird.
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Zur Verbindung des Kernes mit dem Mantel ist am freien Ende des Kernteiles
2 ein an der Führungshülse 7 befestigter Ring 2<3 (Abb.12) vorgesehen, der gegen
den Kern anliegt, den Boden der Form bildet und durch Flansche 27 mit dem Mantelende
verbunden werden kann, während die Verbindung mit (lern Kern durch Schrauben 28
ausgeführt ist, die in Löcher im Kerne eindringen. Der Kern ist somit sowohl radial
als auch achsial geführt, und (la der Boden mit dem Mantel verbunden ist, wird die
Gefahr vermindert, <laß die Kante des Mastfußes beim Ausziehen des Kernes beschädigt
wird.
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Beim Anbringen der Form auf dem Wagen 5 wird sie durch einstellbare
Überfülle 29 (Abb. 15) festgespannt, die einen an der Führungshülse 7 angebrachten
Flansch 30 übergreifen. (Der Deutlichkeit halber sind diese Teile nicht in Abb.
i, wohl aber in vergrößertem Maßstab in Abb. 14, 15 gezeigt.) Die Führungshülse
7 ist mit langgestreckten Leisten 31 versehen (Abb. 13, 14, 15), die ihrerseits
von Leisten 33 geführt werden, welche an einer Verlängerung 32 des Kernteiles befestigt
sind (Abb.13), so daß ein Drehen, des letzteren verhindert wird.
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Wenn der Kern - wie im vorliegenden Falle - mit Erhöhungen oder Leisten
34 für die Bildung von Rillen im Formling versehen ist (Abb: 8, 1o und i i), können
diese Leisten 34 aus U-förmig gebogenen Eisenblechen bestehen. Diese werden an Köpfen
35 (Abb. i o) von Schrauben befestigt und mittels :llutte-ii 36 am hohlen Kernteil
festgeschraubt. Auf diese Weise erhalten die Leisten 34 eine glatte Fläche, und
die Befestigungsvorrichtung derselben steht dem Ausziehen des Kernes nicht hindernd
im Wege.
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Wenn die Gießarbeit beendet ist, wird der Trichter lo entfernt, und
an dessen Stelle wird ein Bodenring 37 (Abb. 2 und 3) gesetzt, der mit einem inwendigen
Flansch 38 den Formling abdeckt. Der Wagen wird über eine Grube geführt (Abb. 2),
in der sich eine (hydraulische) Hebevorrichtung zum Heran-;-nehmen des Kernteiles
2 befindet. Diese Vorrichtung kann bestehen aus einer an eine (nicht gezeichnete)
Handpumpe oder Wasserleitung angeschlossenen Rohrleitung 39, die zu einem Vierwegehahn
4o führt, der mittels Rohrleitungen 41 bzw. 42 die Wasserleitung
mit
den Enden eines Druckzylinders 43 verbindet, der seinerseits mit einem beweglichen
Kolben 44 versehen ist. Der Kolben 44 trägt als Verlängerung eine Stange 45. Durch
zweckmäßige Umstellung des Hahnes 4o kann die Stange 45 hydraulisch gehoben bzw.
gesenkt werden. Um die Form möglichst genau über der Stange 45 einzustellen, ist
die Spurweite des Gleises über der Grube derart verkleinert, daß die Flansche der
Räder des Förderwagens ohne jeglichen Spielraum an den Schienen anliegen. Der Wagen
wird also unmittelbar durch die Schienen in senkrechter Richtung zum Gleis eingestellt,
während zur Einstellung desselben in der Längsrichtung des Gleises Überfälle 47
dienen, die an Querbalken 48, z. B. aus U-Eisen, befestigt sind, welche ihrerseits
um unterhalb der Schienen befestigte Zapfen 48a drehbar sind. Die überfülle 47 greifen
zwischen zwei an der Spindel 22 befestigten Anschlagringen 23 ein, wodurch also
die Verschiebung der Spindel 22 verhindert wird (Abb. 2, 6 und 16).
An den
Querbalken 48 sind auch noch Stifte 49 befestigt, die in der in Abb. 6 und 16 gezeigten
Lage gegen die Führungshülse 7 anliegen, so daß sie diese Hülse gegen seitliche
Verschiebungen sichern. Um zu verhindern, daß der Wagen von den Schienen gehoben
wird, sind an den Schienen auch noch Schraubenhaken 5o (Abb. 2) befestigt, die angezogen
werden, nachdem sie wenigstens eine der Wagenachsen umfaßt haben.
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Wenn der Wagen in oben angegebener Weise gerichtet und am Gleis befestigt
ist, befindet er sich mitten über der Grube, so daß die Achse der Form bzw. des
Kernes sich in der Verlängerung der Kolbenstange 45 befindet und das Herausnehmen
des Kernes vorgenommen werden kann. Zu diesem Zwecke wird an dem unteren Ende der
Spindel ein Hebel oder Handrad 51 angebracht, mit dem die Spindel gedreht «erden
kann (Abb.2), und am oberen Ende des Kernteiles 3 wird eine Leine 52 befestigt (Abb.
3), mit der der obere Kernteile hochgewunden werden kann. Darauf werden die Schrauben
28 gelöst, die Schraube i9 wird mittels der Spindel und des Handrades 51 gedreht,
wobei die Kernteile 2 und 3 voneinander getrennt werden, indem der eine sich nach
unten und der andere nach oben bewegt, ohne die Möglichkeit zu haben, sich zu drehen,
oder ohne claß der Wagen und die Form im übrigen in irgendeiner Weise ihre Lage
verändern, weshalb das Ausziehen des Kernes mit voller Sicherheit geschehen kann
und der Formling in keiner Weise dabei beschädigt wird. Nach-(lern die Kernteile
so weit aus dem Formling herausgezogen worden sind, wie es mit Hilfe ,der Schraube
i9 möglich ist, wird das Handrad 5 i abgenommen und die Kolbenstange 45 mittels
der Pumpe 39 so weit hochgedrückt, claß das hohle obere Ende der Kolbenstange das
untere Ende der Spindel 22 umfaßt und den ganzen Kern trägt, indem es gegen den
unteren Anschlagring 23 anliegt. Nachdem die Querbalken 48 durch Drehung um die
Zapfen 48a von der Spindel 22 entfernt worden sind, wird der Kernteil e mittels
der Pumpe in die in Abb.2 mit gestrichelten Linien gezeigte Lage gesenkt, und der
Kernteil e wird gänzlich aus der Form hochgewunden (Abb. 3). Ist der Kern aus der
Form entfernt, so werden die Spannschrauben 15 gelöst, der Formmantel mit dem Formling
wird mittels eines Flanschenzuges o. dgl. hochgehoben und um die wagerechten Zapfen
16 (Abb. r) um. i8o° gedreht, damit der Formling sich in richtig gewendeter Lage
befindet, und das Ganze wieder auf den Wagen niedergesetzt, so daß der Bodenring
37 auf diesem ruht, wie es in Abb. 4 gezeigt ist. Die Führungshülse 7, die sich
nunmehr oben befindet, und der Außenmantel i werden entfernt, worauf der Formling
mittels des Wagens nach einem geeigneten Platz zum Trocknen und Härten befördert
wird. Die Form wird auf einen anderen Wagen in der vorher beschriebenen Weise aufgestellt,
und das Gießverfahren kann wiederholt werden. Um zu verhindern, daß der Formling
bei unvorsichtigem Verschieben des Wagens umkippt, kann der Bodenring 37 mittels
Überfällen 29 (Abb. 14, 15) am Wagen befestigt werden, und um den Bodenring und
den unteren Teil des Formlings kann eine Umhüllung 53 aus Eisenblech (Abb.4) angebracht
werden, die durch Schrauben, Exzenterhaken o. dgl. am Wagen befestigt wird.