DE425666C - Verfahren zur Zerlegung von Urteerphenolen - Google Patents

Verfahren zur Zerlegung von Urteerphenolen

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DE425666C
DE425666C DEZ14084D DEZ0014084D DE425666C DE 425666 C DE425666 C DE 425666C DE Z14084 D DEZ14084 D DE Z14084D DE Z0014084 D DEZ0014084 D DE Z0014084D DE 425666 C DE425666 C DE 425666C
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phenols
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ZECHE MATHIAS STINNES
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07CACYCLIC OR CARBOCYCLIC COMPOUNDS
    • C07C37/00Preparation of compounds having hydroxy or O-metal groups bound to a carbon atom of a six-membered aromatic ring
    • C07C37/005Preparation of compounds having hydroxy or O-metal groups bound to a carbon atom of a six-membered aromatic ring by obtaining phenols from products, waste products or side-products of processes, not directed to the production of phenols, by conversion or working-up
    • C07C37/007Preparation of compounds having hydroxy or O-metal groups bound to a carbon atom of a six-membered aromatic ring by obtaining phenols from products, waste products or side-products of processes, not directed to the production of phenols, by conversion or working-up from the tar industry

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
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Description

  • Verfahren zur Zerlegung von Urteerphenolen. Es sind bereits Versuche angestellt worden, aus Destillaten des Urteers die Phenole zuerst zu extrahieren. Dies geschieht bekanntlich erfolgreich bisher nur mit Hilfe von Natronlauge.
  • Da Natronlauge immer ein verhältnismäßig teurer Stoff ist und zudem zur Ausfällung der Phenole aus der Phenolatla,.ge Kohlendioxyd oder Mineralsäuren verwendet werden, deren Herstellung oder Bezug wiederum mit großen Kosten verknüpft ist, so ergab sich bei dem besonders phenolreichen Steinkohlenurteer die technisch wichtige Aufgabe, auf eine andere billigere Weise die Phenole nach Möglichkeit unter Wiedergewinnung des Extraktionsmittels zu extrahieren.
  • Hierzu wäre in der Tat Ammoniak recht geeignet, da bekanntlich ein dem Natriumphenolat analoges Ammoniumphenolat nicht existenzfähig zu sein scheint, jedoch sind bisher alle Versuche, mit Ammoniaklösung Phenole aus irgendwelchem Teerdestillat zu extrahieren, völlig gescheitert.
  • Da nun die wässerige Ammoniaklösung Phenole nicht zu extrahieren vermochte, so benutzte man ein in einem organischen Lösungsmittel gelöstes gasförmiges Ammoniak, gewissermaßen verdichtetes roo prozentiges Ammoniak. Das Ammoniak wurde also als Lösungsmittel analog verflüssigter schwefliger Säure benutzt. Die durch das Einwirkenlassen von verflüssigtem Ammoniak auf Urteerdestillat (also ohne Lösung in Petroläther) erzielten Ergebnisse waren aber noch ungünstiger.
  • Es wurde nun festgestellt, daß völlig verschiedene Körperklassen in den Urteerphenolen vorliegen und daß diese gemäß dem vorliegenden Verfahren getrennt werden können, was bisher völlig unbekannt war und nicht erwartet werden konnte.
  • Es ist für die technische Verwertbarkeit der Urteerphenole ein großer Übelstand, daß diese Verbindungen einige sehr nachteilige Eigenschaften haben, z. B. dunkeln sie in kürzester Zeit nach, riechen sehr unangenehm undscheinen auch zu inneren Polymerisationen zu neigen. Die Verwendung dieser Phenole für therapeutische und sonstige Zwecke, z. B. zur Herstellung von Formaldehydkondensationsprodukten, ist dahervölliginFragegestellt. AuchalsAusgangsstoffe für die Synthetisierung von Zwischenprodukten der chemischen Industrie sind sie bisher nicht brauchbar, da ihre Zerlegung ünd die Herstellung von Einzelbestandteilen, wie sie für die Phenole des Kokereiteers ausgeführt wird, bisher an überaus großen Schwierigkeiten technisch vollkommen gescheitert sind.
  • Ein Fortschritt wurde mit dem Verfahren der Patentschrift 387375 erzielt, nach dem es gelingt, die Hauptnachteile äußerer Art zu beseitigen und Produkte von wesentlich besseren Eigenschaften herzustellen. Es liegt allerdings auf der Hand, daß die rein physikalische Methode der Patentschrift 387375 nicht befähigt sein kann, die Zerlegung der zahllosen Verbindungen, welche den Sammelnamen »Teersäuren« oder »Phenole« tragen, in die Wege zu leiten. Jedoch erleichtert obiges Verfahren die vorliegend angewandte, auf chemischer Grundlage fußende neue, im folgenden näher erläuterte Verarbeitungsmethode der Phenole wesentlich.
  • Die mit Natronlauge aus dem Urteerdestillat extrahierten Phenole werden nach genügender Verdünnung, so daß etwa 5- bis 8 prozentige Natronlauge vorliegt, gemäß dem Verfahren der Patentschrift 387375 mit absorbierenden Stoffen behandelt und dadurch völlig klare Phenolatlaugen erhalten. Diese werden nun vor ihrer Ausfällung mit Kohlensäure oder Mineralsäure mit organischen Lösungsmitteln bei gewöhnlicher Temperatur erschöpfend extrahiert. Als Lösungsmittel kommen natürlich nur solche in Frage, welche sich nicht oder nur im geringen Ausmaße in Wasser lösen. Zweckmäßig ist es auch, solche Lösungsmittel zu wählen, die z. B. auf Grund ihres Siedepunktes leicht wiedergewonnen werden können. Bewährt haben sich unter anderen z. B. Benzol, Äther und Chloroform.
  • Es hat sich nun gezeigt, daß mit Hilfe der Extraktion eine bisher unbekannte Zerlegung der Urteerphenole in physikalisch und chemischkonstitutionell verschiedene Körperklassen erreicht wird. Es handelt sich hier nicht etwa um einen durch Dissociation der Phenolnatriumsalze hervorgerufenen Vorgang, denn den erhaltenen Ergebnissen nach liegen in der Phenolatlauge außer Natriumsalzen wahrer Phenole Lösungen von Stoffen vor, die sich wohl in Lauge lösen, aber keine wahren Salze bilden. Es ist vollkommen sicher erwiesen, daß die extrahierbaren und nichtextrahierbaren Bestandteile der Phenolatlauge verschiedenen Körperklassen angehören. Beispielsweise kann man aus der Urteerphenolfraktion (von 23o bis 30a° siedend) mit Äther etwas über die Hälfte der gelösten Phenole extrahieren. Durch geeignete Wahl der Lösungsmittel erreicht man sogar eine stufenweise Extraktion. Z. B. wird beim Extrahieren mit Benzol ein verhältnismäßig kleiner Teil der extrahierbaren Stoffe gewonnen, ein größerer Teil durch darauffolgendes Extrahieren mit Äther. Im Benzolextrakt werden nun besonders labile und oxydable Stoffe abgefangen, die vor allem die Lichtempfindlichkeit und Zersetzlichkeit der Phenole bedingen. Die nach der Benzolextraktion abgeschiedenen Phenole sind also weit reiner und deshalb wertvoller als Phenole aus nichtextrahierten Phenolatlaugen.
  • Die Extraktion mit Lösungsmitteln vermag sogar ganz oder teilweise das Vorreinigen mit absorbierenden Stoffen entbehrlich zu machen, da die damit entfernten Verunreinigungen meist auch extrahierbar sind.
  • Die Extraktion kann durch Steigerung der Temperatur beschleunigt werden.
  • xooo Gewichtsteile Rohurteerphenole der Fraktion 23o bis 36o' C werden in 22oo Teilen 2oprozentiger Natronlauge gelöst und die erhaltene Phenolatlösung so weit mit Wasser verdünnt, daß sie einer 4prozentigen Natronlauge entspricht. Diese Phenolatlauge wird dann bei gewöhnlicher oder auch schwach erhöhter Temperatur erschöpfend mit Benzol extrahiert, und zwar so lange, bis der Benzolextrakt nur noch ganz schwach gefärbt ist. Alsdann wird die so vorbehandelte Phenolatlauge ebenfalls erschöpfend mit Äther oder einem ähnlich wirkenden anderen Extraktionsmittel, wie Tetrachloräthan, extrahiert, worauf dann beide Extrakte bis etwa iso° abgetrieben werden, um sämtliches Benzol und Äther zu entfernen. Diese hohe Temperatur ist notwendig, da die letzten Reste Lösungsmittel außerordentlich hartnäckig zurückgehalten werden. Die Ausbeute an Extraktstoffen ist bei verschiedenen Urteeren wechselnd. So werden bei einem Urteer aus Gasflammkohle des Ruhrgebiets io,8 Prozent Benzolextrakt und 2o Prozent Ätherextrakt erhalten. Beide Extrakte sind tief schwarz gefärbt und gehen bei der Vakuumdestillation mit dunkelroter Farbe über. In diesen extrahierbaren Phenolen sind die färbenden und übelriechenden Bestandteile der Gesamtphenole enthalten. Nach der Extrahierung werden aus der Phenolatlauge nun in üblicher Weise durch Absättigen mit Kohlensäure oder Ansäuern mit verdünnter Mineralsäure die noch gelösten Phenole ausgefällt und dann im Vakuum destilliert. Das Destillat ist von hellgelber Farbe und hat die Eigenschaft, sich nicht dunkel zu färben. Auch sind diese Phenole von sehr angenehmem Geruch und ohne weiteres für Desinfektionszwecke brauchbar, während ohne diese Vorbehandlung die erhältlichen Produkte infolge ihrer äußerst nachteiligen Eigenschaften nicht oder nur in beschränktem Maße brauchbar sind. Die Ausbeute an diesen Phenolen beträgt in obigem Falle 68 Prozent der gesamten Phenole.
  • Die durch das vorliegende Verfahren erzielten Fortschritte bestehen, um es nochmals kurz zusammenzufassen, in der Hauptsache darin, daß es auf bequeme und billige Art gelungen ist, die Urteerphenole, ein Gemisch von verschiedenen Körperklassen, zu zerlegen, so daß der Einzelverwertung die Bahn geöffnet ist. Hierdurch ist man in der Lage, Produkte herzustellen, die therapeutisch und technisch einen hohen Wert besitzen, und man kann gleichfalls nunmehr daran denken, die Urteerphenole als Desinfektionsmittel zum Nutzen der Allgemeinheit zu gebrauchen.

Claims (5)

  1. PATENT-ANsPRÜcHE: i. Verfahren zur Zerlegung von Urteerphenolen, dadurch gekennzeichnet, daß man die alkalischen Lösungen der Phenole mit organischen Lösungsmitteln bei gewöhnlicher Temperatur extrahiert.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß mehrere Lösungsmittel gleichzeitig angewendet werden.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch i und 2, dadurch gekennzeichnet, daß mehrere Lösungsmittel hintereinander angewendet werden, mit der Maßnahme, daß zuerst das am wenigsten Extrakt liefernde benutzt wird. q..
  4. Verfahren nach Anspruch i bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß man bei erhöhter Temperatur arbeitet.
  5. 5. Verfahren nach Anspruch i bis q., dadurch gekennzeichnet, daß der Extraktion die an sich bekannte Reinigung der Phenolatlauge mit absorbierenden Stoffen vorausgeht.
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