DE415573C - Verfahren zum Aufschliessen von Kieserit - Google Patents
Verfahren zum Aufschliessen von KieseritInfo
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Classifications
-
- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C01—INORGANIC CHEMISTRY
- C01F—COMPOUNDS OF THE METALS BERYLLIUM, MAGNESIUM, ALUMINIUM, CALCIUM, STRONTIUM, BARIUM, RADIUM, THORIUM, OR OF THE RARE-EARTH METALS
- C01F5/00—Compounds of magnesium
- C01F5/40—Magnesium sulfates
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Description
Die vorliegende Erfindung hat sich aus" dem Bedürfnis entwickelt, für die Herstellung sogenannten
»Heraklites« als Riegelwandfüllung die Magnesiumsulfatlösung aus Kieserit an der
Baustelle selbst herzustellen. (Heraklit ist hohlraumreiches Baumaterial, das aus mit
Sorelzement überzogener und verkitteter HoIz-. wolle besteht. Die Herstellung von Bittersalzlösungen
aus Kieserit bereitet bekanntlich große Schwierigkeiten, da Kieserit in kaltem Wasser nahezu unlöslich ist und die Rückstände
durch Zusammenbacken in kürzester Zeit versteinern. Auch bei Verwendung von siedendem Wasser geht die Aufnahme des
Kristallwassers, durch welche der Kieserit in eine in Wasser leicht lösliche Form übergeführt
wird, verhältnismäßig recht langsam vor sich. Außerdem ist das Heißlösen von Kieserit
am Baue selbst zu umständlich. Ebenso ist das bekannte Verfahren zur Überführung des
Kieserits in eine in Wasser leicht lösliche Form, das darin besteht, daß der Kieserit
in Gegenwart von Wasser einige Zeit gut zerrieben wird, um eine schnelle Hydratisierung
herbeizuführen, am Bauplatz nicht ohne weiteres ausführbar.
Mit Hilfe des vorliegenden Verfahrens gelingt es, ungefähr den vierten bis fünften Teil
des"Rohkieserites bei Lufttemperatur in Bittersalz überzuführen, wenn der Rohkieserit mit
Wasser eingesumpft wird und die eingesumpfte Masse mehrere Stunden lagert. Die Erfindung beruht auf der überraschenden Beobachtung,
daß die Gegenwart von entsprechenden Mengen Mg Cl2 · 6 H3O die Versteinerung
des mit Wasser angefeuchteten Kieserites verhindert. Der Kieserit schließt von Natur
aus neben Chlornatrium auch immer etwas Chlormagnesium ein; dieser natürliche Gehalt
reicht aber zur Herbeiführung der durch das vorliegende Verfahren angestrebten Wirkung
nicht aus, wie denn auch inMuspratts Handbuch, vierte Auflage, 4. Band, S. 997, erwähnt
ist, daß derartiger Kieserit sich bei fortwährender Bewegung erst in mehreren Tagen mit 40,9 Teilen in 100 Gewichtsteilen
Wasser bei 18,750C auflöst. Gemäß der Erfindung
wird dem Kieserit vor dem Einsumpfen Chlormagnesium in der Mindestmenge
von 1 Prozent des Kieseritgewichtes zugesetzt oder der natürliche Gehalt des Kieserites
an Chlormagnesium bis zu dieser Mindestmenge ergänzt. Es genügt, den grob zerkleinerten
Kieserit nach Zumischung von ι bis 3 Prozent Mg CL · 6 H2O mit Wasser
/.U versetzen und diese nasse Masse über
Nacht auf Haufen zu legen, um 1Z4 bis 1Z3 des
Kieserites in Bittersalz überzuführen, ohne
daß die Masse hierbei versteinert. Auf diese Weise ist es möglich, am Bauplatz mit Hilfe
eines einfachen Mörteltroges, ohne Anwendung anderer Werkvorrichtungen, aus Kieserit
Bittersalzlösungen herzustellen.
Die Wirkung des Chlormagnesiums dürfte darauf zurückzuführen sein, daß zufolge dieses
ίο Zusatzes nach Beendigung der Bittersalzbildung
regelmäßig eine gewisse Menge Lösung zurückbleibt, die zwar gering ist, immerhin
aber die Versteinerung mit Sicherheit verhindert, wogegen in Mischungen, die zu wenig
oder gar kein Magnesiumchlorid enthalten, die Heptahydratbildung aus dem eingesumpften
Kieserit das vorhandene Wasser vollständig oder nahezu vollständig aufbraucht, wodurch
die Masse fest wird.
Ausführ ungs b eispiel: ioo Teile chlormagnesiumarmer, bis zur Nußgröße zerkleinerter
Rohkiserit werden mit ein bis drei Teilen Chlormagnesium versetzt und mit
so viel Wasser vermengt, daß sich die feineren Anteile der Mischung nach dem Lösen
des Magnesiumchlorids und nach mehrmaligem Umschaufeln mit der Hand ballen lassen. Diese Masse wird auf Haufen geworfen
und 12 bis 48 Stunden stehengelassen. Je langer die Mischung stehenbleibt, desto
größer muß der Chlormagnesiumgehalt der Mischung sein. Aus der so aufgeschlossenen
Masse wird das gebildete Bittersalz ausgewaschen. Nach vollständigem Ablassen del
Lösung wird eine neue, dem in Lösung gegangenen Anteil entsprechende Menge Rohkieserit
nebst 1 bis 3 Gewichtsteilen Chlormagnesium zugegeben, wenn nötig etwas Wasser
zugefügt und das Lagern und Auswaschen wiederholt. Soll die Arbeit eingestellt werden,
so wird der Rückstand mit Chlormagnesium., wie beschrieben, aufgeschlossen und die zerkleinerte,
aufgeschlossene Masse aufbewahrt.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Verfahren zum Aufschließen von Kieserit bei Lufttemperatur durch Aufnahme von Kristallwasser, dadurch gekennzeichnet, daß dem Rohkieserit Chlormagnesium in der Mindestmenge von 1 Prozent des Kieseritgewichtes zugesetzt oder der natürliche Gehalt des Kieserites an Chlormagnesium bis zu dieser Mindestmenge ergänzt und das Gemisch hierauf mit Wasser eingesumpft und zwecks Bittersalzbildung einige Zeit sich selbst überlassen wird.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| AT557895X | 1921-12-08 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE415573C true DE415573C (de) | 1925-06-23 |
Family
ID=3676555
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEA38693D Expired DE415573C (de) | 1921-12-08 | 1922-10-24 | Verfahren zum Aufschliessen von Kieserit |
Country Status (2)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE415573C (de) |
| FR (1) | FR557895A (de) |
-
1922
- 1922-10-24 DE DEA38693D patent/DE415573C/de not_active Expired
- 1922-10-27 FR FR557895D patent/FR557895A/fr not_active Expired
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| FR557895A (fr) | 1923-08-17 |
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