DE41518C - Verfahren zur Herstellung einer wasserlöslichen Verbindung von Naphtazarin und Sulfiten und zur Erzeugung schwarzer bis grauer Töne mittelst derselben oder des Naphtazarins - Google Patents

Verfahren zur Herstellung einer wasserlöslichen Verbindung von Naphtazarin und Sulfiten und zur Erzeugung schwarzer bis grauer Töne mittelst derselben oder des Naphtazarins

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DE41518C
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Badische Anilin and Sodafabrik AG
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C09DYES; PAINTS; POLISHES; NATURAL RESINS; ADHESIVES; COMPOSITIONS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR; APPLICATIONS OF MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • C09BORGANIC DYES OR CLOSELY-RELATED COMPOUNDS FOR PRODUCING DYES, e.g. PIGMENTS; MORDANTS; LAKES
    • C09B13/00Oxyketone dyes
    • C09B13/02Oxyketone dyes of the naphthalene series, e.g. naphthazarin

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Coloring (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT
Das bereits seit 1861 bekannte Naphtazarin hat bisher keinen Eingang in die Färberei und Druckerei gefunden. Die in früheren Versuchen damit erzielten Färbungen können in gleicher Nuance und Echtheit mittelst der Farbhölzer hervorgebracht werden. Mit letzteren aber vermag das Naphtazarin wegen seiner schwierigen und unergiebigen Darstellungsweise nicht in Concurrenz zu treten.
Unsere Erfindung besteht nun darin, dafs wir das Naphtazarin durch Ermittelung geeigneter Färb- und Druckmethoden, sowie durch Ueberführung in eine vortheilhafte Anwendungsform praktisch verwerthbar gemacht haben. Es lassen sich jetzt mit voller Ausnutzung seines Färbevermögens eigenartige Resultate erzielen, durch welche es in die Reihe der werthvolleren Farbstoffe eintritt.
Ersetzt man nämlich die bei allen früheren Färbeversuchen mit Naphtazarin ausschliefslich angewendeten Thonerde-, Eisen-, Zinn- u. s. w. Mordants durch die zu gleichem Zweck unversucht oder unbeachtet gebliebenen Chrombeizen, so kann man auf der Faser Farblacke fixiren, die sich vom tiefsten Schwarz bis zum zartesten Grau abstufen und dabei im Gegensatz zu den bereits bekannten Naphtazarinlacken einen sehr hohen Grad von Echtheit und Widerstandsfähigkeit gegen die Einwirkung von Luft, Licht, Säuren und Alkalien besitzen.
Behandelt man ferner, wie im Nachstehenden weiter ausgeführt wird, das Naphtazarin mit neutralen oder sauren schwefligsauren Salzen, so wird dieser in Wasser unlösliche Farbstoff in eine wasserlösliche Form übergeführt, in welcher man ihn, zugleich mit den erforderlichen Beizen, in Berührung mit der zu bedruckenden oder zu färbenden Textilfaser bringen und daselbst mit voller Ausnutzung seines Färbevermögens fixiren kann.
Wir beschreiben zunächst die Ueberführung des Naphtazarins in die erwähnte wasserlösliche Anwendungsform.
Naphtazarin, in möglichst fein vertheiltem Zustande und zweckmäfsig in der Form eines Teiges von 10 pCt. Trockengehalt, wird mit dem Zwei- bis Dreifachen seines Gewichts einer 30 bis 400 B. starken Lösung von Natriumbisulfit sorgfältig gemischt und dann einige Tage bei 50 bis 700 C. sich selbst überlassen. Währenddessen tritt der Farbstoff allmälig in Lösung, und filtrirt man dann, so bleibt im Rückstande das etwa noch unangegriffene Naphtazarin, welches in einer späteren gleichen Operation verwendet werden kann. Im Filtrat befindet sich nun der Farbstoff in Form einer neuen wasserlöslichen Verbindung und kann in dieser Form und unter Berücksichtigung seiner nachstehend angegebenen Eigenschaften direct von dem Drucker und Färber verwendet werden.
Ein im wesentlichen gleiches Resultat erhält man auch, wenn man statt des im Vorstehenden erwähnten Natriumbisulfits die Bisulfite von Kali oder Ammoniak oder entsprechende Mengen der neutralen Sulfite anwendet.
Auch die Lösungen, welche man durch Behandlung der Oxyde bezw. Hydrate, Carbo-
nate oder Acetate von Calcium, Baryum, Strontium, Magnesium, Zink, Mangan, Chrom und Eisen mit wässeriger schwefliger Säure erhält, bewirken in ähnlicher Weise die Löslichmachupg des Naphtazarins. Bei ihrer Anwendung zum Färben und Drucken in Verbindung mit Chrommordants werden aber nicht so günstige Resultate erhalten, wie mit den vorgenannten Alkalisulfiten.
Will man die lösliche Verbindung des Naphtazarins in fester Form erhalten und weiter verwenden, so kann man ihre Lösung zur Trockne verdampfen oder am zweckmäfsigsten mit Kochsalz aussalzen.
Die für die Anwendung dieser löslichen Naphtazarinverbindung in Betracht kommenden Eigenschaften sind die folgenden:
Sie ist ebenso beständig gegen Säuren wie unbeständig gegen ätzende und kohlensaure Alkalien. Ihre braun gefärbte und stark blaugrün fluorescirende Lösung kann mit starker Salzsäure oder mäfsig verdünnter Schwefelsäure versetzt und selbst bis zum Kochen erhitzt werden, ohne dafs Naphtazarin sich abscheidet. Wird die Lösung dagegen mit Natriumcarbonat versetzt, so färbt sie sich beim Erhitzen unter Luftzutritt zuerst grün und schliefslich intensiv blau. Beim Ansäuern dieser blauen Lösung scheidet sich dann das fegenerirte Naphtazarin aus. Bei Anwendung von kaustischen Alkalien tritt der geschilderte Vorgang bereits in der Kälte äufserst rasch ein.
In einer Lösung dieser Naphtazarinverbindung bewirken saure.metallische Mordants keine Abscheidung der entsprechenden Farblacke des ursprünglichen Farbstoffes in der Kälte; eine solche Abscheidung tritt aber ein, wenn man thierische oder Pflanzenfaser mit einer derartig gemischten Lösung imprägnirt und dämpft.
Die Chrombeizen, durch deren Anwendung wir die oben erwähnten eigenartigen und werthvollen Farblacke des Naphtazarins auf der' Faser erzeugen, sind die in der Färberei und Druckerei üblichen Chrommordants und Chromsude, insbesondere für · Baumwolldruck: das Chromacetat, und zur Färberei von Wolle: Chromalaun oder chromsaures Kali in Verbindung mit Weinstein, Oxalsäure, Schwefelsäure u. s. w.
Um der Bildung von Naphtazarinkalklacken im Farbebade vorzubeugen, setzt man demselben pro Kubikmeter ι 1 Essigsäure von 7° Beck, und bei hartem Wasser entsprechend mehr zu.
Beim Färben von thierischer Faser kanriTman dieselbe zuerst mit einem Chromsud behandeln und dann in Naphtazarin kochend ausfärben, oder man vereinigt Beizen und Färben zu einer Operation.
Baumwolle mufs vorher mit einem Chrommordant präparirt sein, ehe man sie mit Naphtazarin ausfärbt.
Den Baumwolldruck erläutern wir durch nachstehendes Beispiel:
ι. Für Schwarz bereitet man folgende Druckfarbe:
4 kg Naphtazarinteig von io pCt. Trockengehalt werden mit (
o,6 1 Natriumbisulfitlösung von 38 bis 400B. gut gemischt und dann 24 Stunden stehen gelassen. Hierauf werden zugesetzt:
0,5 1 essigsaures Chrom von 200 B.,
0,5 1 Essigsäure von 6° B.,
4Y2 1 Stärkeverdickung.
2. Für Grau mischt man:
ι kg obiger Druckfarbe mit
4 kg Stärkeverdickung.
Wendet man die wasserlösliche Naphtazarinverbindung in trockenem Zustande an, wie man sie nach der im Vorstehenden befindlichen Angabe durch Eindampfen oder Aussalzen ihrer Lösung erhält, so nimmt man an Stelle des Naphtazarinteiges und der Natriumbisulfitlösung das doppelte Gewicht dieser Verbindung (0,8 kg) von dein darin enthaltenen trockenen Naphtazarin (0,4 kg), und ergänzt das fehlende Gewicht der Druckfarbe durch entsprechenden Zusatz von Stärkeverdickung.
Das weitere Druckverfahren ist bezüglich des Aufdruckes und Dämpfens, Waschens und Seifens dem der Alizarinfarbstoffe durchaus ähnlich.
Nach dem vorstehend beschriebenen Verfahren läfst sich das Naphtazarin auch in Mischung mit anderen Lack bildenden Farbstoffen, insbesondere mit den Farbstoffen der Alizaringruppe und dem ein ähnliches Verhalten gegen Chrombeizen und Sulfite zeigenden Coerule'in, Alizarinblaü u. s. w. zur Erzeugung echter Mischfarben auf der Faser anwenden.

Claims (2)

Patent-Ansprüche:
1. Verfahren zur Ueberführung des Naphtazarins in eine wasserlösliche Verbindung durch Behandlung desselben mit den neutralen oder sauren Sulfiten von Kali, Natron oder Ammoniak.
2. Verfahren zur Erzeugung von Chromlacken des Naphtazarins auf der Textilfaser durch Anwendung von Chrombeizen beim Färben und Drucken des Naphtazarins oder seiner im Patent-Anspruch 1. genannten wasserlöslichen Verbindung.
DENDAT41518D Verfahren zur Herstellung einer wasserlöslichen Verbindung von Naphtazarin und Sulfiten und zur Erzeugung schwarzer bis grauer Töne mittelst derselben oder des Naphtazarins Expired - Lifetime DE41518C (de)

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