DE410144C - Verfahren zur Gewinnung von Zellstoff oder Spinnfasern aus Ginster, Nesseln, Kartoffelkraut und aehnlichen Pflanzen - Google Patents

Verfahren zur Gewinnung von Zellstoff oder Spinnfasern aus Ginster, Nesseln, Kartoffelkraut und aehnlichen Pflanzen

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DE410144C
DE410144C DEK87223D DEK0087223D DE410144C DE 410144 C DE410144 C DE 410144C DE K87223 D DEK87223 D DE K87223D DE K0087223 D DEK0087223 D DE K0087223D DE 410144 C DE410144 C DE 410144C
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    • DTEXTILES; PAPER
    • D21PAPER-MAKING; PRODUCTION OF CELLULOSE
    • D21CPRODUCTION OF CELLULOSE BY REMOVING NON-CELLULOSE SUBSTANCES FROM CELLULOSE-CONTAINING MATERIALS; REGENERATION OF PULPING LIQUORS; APPARATUS THEREFOR
    • D21C3/00Pulping cellulose-containing materials
    • D21C3/02Pulping cellulose-containing materials with inorganic bases or alkaline reacting compounds, e.g. sulfate processes
    • D21C3/022Pulping cellulose-containing materials with inorganic bases or alkaline reacting compounds, e.g. sulfate processes in presence of S-containing compounds

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Inorganic Chemistry (AREA)
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Description

  • Verfahren zur Gewinnung von Zellstoff oder Spinnfasern aus Ginster, Nesseln, Kartoffelkraut und ähnlichen Pflanzen. Gegenstand der Erfindung bildet ein Verfahren, um krautige Substanzen, wie Ginster, Nesseln, Kartoffelkraut u. dgl., so weit aufzuschließen, daß sich als Zellstoff brauchbares Material oder auch für Spinnstoff zu benutzende Fasern ergeben. Wenn man diese Art Rohmaterialien nach den für die Zellstoffabrikation aus Holz üblichen Methoden kocht, also entweder mit Alkalien oder mit Sulfiten, so findet ein genügender Aufschluß nicht statt. Das Material bleibt hart und läßt sich im Holländer nicht gleichmäßig verarbeiten. Man muß es evtl. im Kollergang bearbeiten, um das Material einigermaßen zu viergleichmäßigen. Dies bedeutet aber, ganz abgesehen davon, daß auch durch diese Maßnahme eine Freilegung der Faser nicht erreicht wird, dazu noch einen bedeutenden Kraftaufwand.
  • Es wurde nun gefunden, daß man zu einem vollkommen gleichmäßigen Aufschluß gelangen kann, wenn man als wesentliches Aufschlußmittel Sulfide bei Gegenwart von Alkali benutzt. So gelingt ein gleichmäßiger Aufschluß, z. B. durch Mischungen von Atznatron und einem löslichen Sulfid, wie Natriumsulfid und Kalziumsulfid, wobei der Gehalt der Lauge an Sulfiden wechseln kann. Man arbeitet in der Praxis aus wirtschaftlichen Gründen nicht mit den reinen Materialien, sondern man schließt z. B. mit Gemischen von Soda, Kalkmilch und Kalziumsulfid auf.
  • Weiter wurde gefunden, daß man an Stelle der löslichen Alkali- und Erdalkalisulfide mit gleich gutem Erfolge Gemische von Ätzalkali und mineralischen Sulfiden benutzen kann, wobei die letzteren Natur- oder Kunstprodukte sein können, wie z. B. Blenden, Kiese, Pyrite oder Gasreinigungsmassen. Das Verfahren gestaltet sich dann derart, daß das mit Alkali gut durchfeuchtete Material mit den fein gepulverten mineralischen Sulfiden mechanisch vermischt wird und dann nach den Methoden der Zellstoffkocherei weiterbehandelt wird. Das Verfahren soll im folgenden an einem Beispiel erläutert werden.
  • Kartoffelkraut, dessen Verarbeitung auf Papierfasern bereits wiederholt vorgeschlagen ist (vgl. Zeitschrift für angewandte Chemie vom 13. i. r92o, chemisch-wirtschaftlicher Teil, S. 2o), wird in trockenem, zerkleinertem Zustande mit einer Sodalösung eingeweicht. Das gut durchweichte Material wird dann in einem Zellstoffkocher unter gleichzeitiger Zuführung von Kalkmilch und Kalziumsulfid eingetragen. Verwendet man die mineralischen Sulfide, so trägt man das Material abwechselnd portionenweise mit den feingepulverten Sulfiden ein. Alsdann wird der Kocher geschlossen und in üblicher Weise unter Druck gekocht, bis das Material aufgeschlossen ist.
  • Es hat sich aber weiter gezeigt, daß es zweckmäßig und für das Verfahren förderlich ist, wenn als Alkali ganz oder zum Teil Kali verwendet wird. Dies kann zweckmäßig dadurch erfolgen, daß man bei der Kochung rohe Kalisalze, z. B. in Form von nicht zu kaliarmen Abraumsalzen, zusetzt. Dieser Zusatz hat auch noch den Vorzug, daß man in einfachster Form eine Bleichung durchführen kann, indem man die fertiggekochte Masse der Einwirkung des elektrischen Stromes aussetzt und_ so den Chlorgehalt der Abraumsalze zur Bleiche benutzt.
  • Es ist bereits vorgeschlagen, zur Zellstoffherstellung aus Holz und anderem pflanzlichen Material Polysulfide, evtl. bei Gegenwart von Kalk, zu verwenden. Es wurde aber gefunden, daß dieses Verfahren sich für den Aufschluß krautiger Substanzen nicht eignet. Vielmehr ergaben diese ein hartes, brüchiges Aufschlußprodukt, aus dem sich -ein weiterverarbeitungsfähiger Zellstoff nicht gewinnen läßt. Es ist notwendig, daß Alkali neben Sulfiden zur Aufschließung verwandt wird, um ein brauchbares Produkt zu erhalten.

Claims (5)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren zur Gewinnung von Zellstoff oder Spinnfasern aus Ginster, Nesseln, Kartoffelkraut und ähnlichen Pflanzen, dadurch gekennzeichnet, daß das Rohmaterial mit einem Gemisch von Alkalilaugen und Sulfiden gekocht wird.
  2. 2. Verfahren nach Patentanspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß das Rohmaterial mit einem Gemisch von Soda, Kalk und ErdalkalisulEden gekocht wird.
  3. 3. Verfahren nach Patentanspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß das Rohmaterial mit :einem Gemisch von Soda, Kalk und mineralischen Sulfiden gekocht wird. q..
  4. Verfahren nach Patentanspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß das Rohmaterial mit einem Gemisch von Soda, Kalk und gebrauchter Gasmasse gekocht wird.
  5. 5. Verfahren nach Patentanspruch i bis q., dadurch gekennzeichnet, daß der Zusatz von Kalisalzen in Form von kalihaltigen Abraumsalzen erfolgt.
DEK87223D 1923-09-27 1923-09-27 Verfahren zur Gewinnung von Zellstoff oder Spinnfasern aus Ginster, Nesseln, Kartoffelkraut und aehnlichen Pflanzen Expired DE410144C (de)

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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE746824C (de) * 1940-02-24 1944-08-28 Franz Hermann Rauch Verfahren zur Herstellung von Duengemitteln

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DE746824C (de) * 1940-02-24 1944-08-28 Franz Hermann Rauch Verfahren zur Herstellung von Duengemitteln

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