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Brennstoffsauger. Im Patent 378o84 ist die Ausbildung eines Saugers
beschrieben, der infolge Heranziehung eines besonders großen Luftzulaßventils, das
durch einen Schwimmer gesteuert wird, zum zeitweiligen Unterbrechen der Saugwirkung
besonders geeignet wird. Das Wesen der verbessernden Erfindung besteht in einer
Ausgestaltung des Luftzulaßventils und seiner Steuerung in solcher Art, daß das
Ventil besonders groß ausgebildet und von dem Schwimmer trotzdem sicher beherrscht
werden kann. Hierzu gehört zunächst
die Verbindung des Ventils
mit dem Schwimmer durch einen Hebel mit einer Spielraumkupplung, die nach Beendigung
der Schwimmerbewegung dem Ventil jedesmal noch eine M'eiterbewegung freigibt. Das
Ventil wird in dieser Spielraumkupplung durch eine Feder gegen seine öffnende Höchstlage
hin gedrückt, und dadurch wird erstens beim Herabgehen des Schwimmers bewirkt, daß
in dem Augenblick, wo das Luftzulaßventil bereits merklich drosselt und demgemäß
bereits etwas Flüssigkeit durch Ansaugung der Fördervorrichtung zuströmt, dieses
Luftzulaßventil nunmehr unabhängig von dem nicht mehr herabsinkenden Schwimmer sich
unter Durchlaufen der Spielraumkupplung vermöge seiner durch die Drosselung entstehenden
Belastung sich schließt und damit vollkommene Saugwirkung eintreten läßt; andererseits
wird beim Hochgehen des Schwimmers zunächst die Spielraumkupplung gespannt, und
nach der zwangsweise durch den Schwimmer erfolgenden Anhebung des Ventils nimmt
dieses dann unter Durchlaufen der Spielraumstrecke schnell seine höchste Stellung
ein, so daß auf schnellstem Wege voller atmosphärischer Druck in der Vorrichtung
hergestellt wird. Es ist also ein großes und besonders schnell arbeitendes Ventil
und damit schnellste Förderwirkung erreicht, die insbesondere bei der Verwendung
als Brennstoffsauger für Kraftfahrzeuge von Wichtigkeit ist.
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Es ist zwar bereits ein Sauger bekannt, bei dem das Luftzulaßventil
durch eine Feder geöffnet wird, dabei ist aber die Wirkungsweise die, daß der Schwimmer
das Ventil freigibt und das Ventil nur nach Zerstörung der Saugspannung unter dem
Druck der Feder sich von seinem Sitz abhebt. Es kann, auch gegebenenfalls ein unmittelbares
Anstoßen des Schwimmers an das Ventil erfolgen, wenn es sich nicht von selbst öffnet.
Auch die Schließbewegung des Luftzulaßventils wird dort ausschließlich durch die
Wiederherstellung der Saugwirkung herbeigeführt. Demgegenüber ist bei dem Erfindungsgegenstand
das Luftzulaßventil zwangläufig gesteuert, so daß der Schwimmer es mittels eines
bekannten kraftvergrößernden Übersetzungshebels aufstößt und vor allem auch schließt.
Die Spielraumkupplung und Feder ergeben dann die Wirkung, daß einerseits der Schwimmerhub
vergrößert wird und anderseits nach dem Anstoßen des Ventils der kurze Anstoßhub
selbsttätig in den vollen größeren Hub übergehen kann. Man erhält dadurch einen
höheren Sicherheitsgrad als bei der bekannten Einrichtung, indem das öffnen und
Schließen des Luftventils nicht nur von der Federspannung, dem gerade herrschenden
Atmosphärendruck und dem mehr oder weniger vollkommenen Unterdruck im Behälter abhängig
ist. Vielmehr ergibt eine bestimmte Schwimmerstellung ohne weiteres auch ein öffnen
oder Schließen des Ventils.
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Die Zeichnung veranschaulicht die Erfindung an einem Ausführungsbeispiel
in Gestalt eines Brennstoffsaugers für Kraftwagen im Längsschnitt.
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Ein Saugbehälter i enthält in seinem Deckel 2 einen Brennstoffzulaufstutzen
3, während im Boden ein Brennstoffablaufstutzen ¢ vorgesehen ist. Im Ablaufstutzen
ist ein selbsttätiges Ventil 5 vorgesehen, das den Brennstoff ablaufen läßt, solange
nicht durch Saugspannung im Behälter i die Schließung und Zuhaltung dieses Ventils
verursacht wird; ein ähnliches Ventil ist mit gleicher Durchströmungsrichtung auch
an dem Zulaufstutzen ; anschraubbar, so daß ein Zurückströmen des geförderten Brennstoffes
unter keinen Umständen möglich ist.
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Zum Fördern des Brennstoffes 11 den Behälter i dient ein Absaugungsanschluß
6, der an das Vergaserrohr des Motors oder an den Vergaser selbst oder auch an einen
der Zylinderräume angeschlossen ist; im letzten Falle ist ein Rückschlagventil derart
einzubauen, daß nur Saugspannung, aber nicht Druckspannung sich aus dem Motorzylinder
zu dem Anschluß 6 fortpflanzt. Der Kanal des Absaugungsanschlusses mündet in einem
Ringraum, der durch Einsetzung einer Röhre 16 in dem Durchgangsstutzen 8 eines Luftzulaßventils
9 erbalten ist und nach dem Ventilteller 9 hin sich öffnet. Der Durchgangsstutzen
8 ist ferner zwischen der Einmündung dieses Ringraumes und dem Innenraum des Behälters
i durch einen Ventilführungsteil 17 verengt.
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Das Luftzulaßventil 9 wird mittels eines einarmigen Hebels io unter
erheblicher Kraftübersetzung durch eine Röhre i i gesteuert, die auf einer im Deckel
2 befestigten Führungsspindel 12 gleitbar ist und mittels eines Kragens 13 den Hebel
io erfaßt. Die Röhre i i ihrerseits wird durch einen Schwimmer 1¢ bewegt, der auf
ihr längsverschieblich zwischen Endanschlägen aufgesetzt ist und auf dem in den
Behälter i .eingesaugten Brennstoff schwimmt. Eine Feder 15 hält den Hebel io und
mit ihm das Luftzulaßventil 9 entweder im angenäherten Gleichgewicht, oder vorzugsweise
wird die Federspannung so geregelt, daß das Luftzulaßventil 9 .. bereits bei Verschlechterung
der normalen Saugspannung selbsttätig öffnet.
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Der Hebel i o greift am Ventil 9 mittels eines Stiftes 18 und Schlitzes
i9 so an, daß das Ventilg seinen Hub auch bei stillstehendem Schwimmer durchlaufen
kann; eine am
Hebel io befestigte Feder 2o drückt das Ventil 9 mit
geringer Kraft so in seine öffnungsstellung, daß normale Saugspannung im Behälter
das Ventil geschlossen läßt oder es bei. vorhandener Offenst.ellung schließt, während
das bloße Ventilgewicht durch die Feder überwunden wird.
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Die Wirkungsweise ist folgende: Beim Ankurbeln des Motors wird durch
den Stutzen 6 und den Kanal 7 sowie um die Einsatzröhre 16 herum die im Vergaserrohr
entstehende Saugwirkung in den Behälter i fortgeleitet. Dabei schließt das Ablaufventil
5. Ferner ist (laut Zeichnung) das Luftzulaßventil 9 entweder durch Gewicht des
Schwimmers und Eigengewicht der Steuerungsteile geschlossen, oder, wenn das Ventil
9 selbsttätig öffnend ausgebildet und der Schwimmer 14 nicht an der Hülse i i, sondern
an der Spindel 12 abgefangen ist, so schließt das Ventilg infolge der Strömungswirkung
der hindurchgesaugten Luft. In jedem Falle entsteht dann volle Saugspannung im Behälter
i, durch die von dem tiefliegenden Hauptbehälter her Brennstoff zum Stutzen 3 eingesaugt
wird. Der auf dem Brennstoff hochsteigende Schwimmer 1 4. stößt schließlich am oberen
Anschlag der Hülse i i an und öffnet dadurch das Luftzulaßventil 9. Damit ist die
Saugwirkung zerstört, indem der Kanal? nun unmittelbar aus der Außenluft durch das
Ventil 9 hindurch saugt; dabei wird vermöge der unmittelbaren Mündung der Röhre
16 unter dem Ventilteller 9 der Ringraum 8, 16 auf kürzestem Wege mit Außenluft
versorgt, und außerdem wird durch die Drosselungsstelle i 7 die saugende Einwirkung
auf den Inhalt des Behälters i noch besonders schnell zerstört. Der in den Ringraum
8, 16 eintretende Luftstrom reißt dabei ejektorartig Außenluft in besonders energischem
Strom auch in das Innere des Behälters mit hinein, so daß dort schnellstens atmosphärischer
Druck entsteht. Demgemäß fließt der Brennstoff durch das Ablaufventil s zum Vergaser
oder in einen zwischengeschalteten Pufferbehälter ab, der unter atmosphärischem
Druck steht. Während dieses Abfließens wird ein Rückwärtsfließen der geförderten
Brennstoffsäule in dem Zuflußrohr zweckmäßig durch ein irgendwo in diesem Rohr oder
am Zuflußstutzen 3 eingefügtes Rückschlagventil verhütet. Während dieses Abfließens
des Brennstoffes sinkt der Schwimmer 1 ¢ auf den Brennstoff herab, bis er die Ventilhülse
i i mitnimmt und dadurch das Luftzulaßventil9 wenigstens teilweise schließt. Sobald
bei dieser Schließung merkliche Drosselwirkung im Ventil auftritt, wird dadurch
das Ventil stärker belastet und schließt unter Durchlaufen der Spielraumkupplung
18, i9 und unter L'berwindung der Feder 2o schnell vollends, ohne daß dabei der
Schwimmer sich weiter abwärts zu bewegen braucht; der Schwimmer kann beispielsweise
inzwischen schon auf neu eintretendem Brennstoff wieder seine Aufwärtsbewegung angetreten
haben. Auch das Hebelgestänge braucht bei dieser schnellen Schließung des Ventils
nicht mitbewegt zu werden, so daß sie besonders rasch verläuft.
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Wie ersichtlich, ist bei der neuen Einrichtung die Förderleistung
aufs äußerste ausgenutzt, und in Verbindung mit der einfachen und schnellen Wirkung
der Steuerung können demgemäß die Perioden von Saugspannung und atmosphärischem
Druck außerordentlich kurz gehalten werden; dadurch kann der erwähnte Pufferbehälter
fortfallen, indem während dieser kurzen Perioden der Motor von dem im Vergaserbehälter
vorhandenen Brennstoffvorrat zehrt.