-
Eichgerät zum Prüfen von Elektrizitätszählern. Zum Prüfen von Elektrizitätszählern
bedient man sich eines sogenannten Eichzählers, der mit dem zu prüfenden Instrument
in einen Stromkreis bei entsprechender Belastung eingeschaltet wird. Die Umdrehungen
der Systemscheibe des zu prüfenden Zählers «erden gezählt, und die Zahl wird mit
der vom Zählwerk des Eichzälrlcrs abzulesenden Umdrehungszahl der Eichzählerscheibe
in dem -]eichen Zeitraume verglichen, ua-l aus (l°inL'nterschied wird der Ungenauigkeitsgrad
errechnet. Diese Art der Prüfung hat manche Nachteile, welche vor allem darin bestehen,
claß man gleichzeitig drei Instrumente, nämlich den zu prüfenden Zähler, den Eichzähler
und eine Sekundenuhr zti beobachten und zu bedienen hat, welche meist noch in verschiedener
Höhe sich befinden. Ein weiterer Nachteil besteht darin, daß die für die Prüfung
erforderliche Belastung im Stromkreis des Verbrauchers hergestellt werden muß und
der Eichzähler an unter Spannung stehende Teile angeschlossen werden muß, was leicht
mit einer Gefährdung des mit der Prüfung Betrauten verbunden ist.
-
Gegenstand der Erfindung ist ein Eichgerät zum Prüfen von Elektrizitätszählern,
bei welchern die gekennzeichneten Mängel dadurch vermieden sind, daß ein Eichzähler
und eine Sekundenuhr mit Stoppvorrichtung so miteinander verbunden sind, daß der
Eichzähler bzw. nur sein Zählwerk und die Sekundenuhr durch die gleiche Betätigung,
und zwar zweckmäßig mittels eines Fernschalters ein- und ausgeschaltet werden, so
daß der Prüfer seine Aufmerksamkeit nur auf das zu prüfende Instrument zu richten
braucht. Zur Vermeidung der in der Anlage installierten Belastung zur Prüfung des
Zählers und zur Herstellung aller erforderlichen Schaltungen ohne behelfsmäßige
Leitungen an unter Spannung stehende Teile ist ferner die aus dem Eichzähler und
der Sektinclenuhr bestehende Vorrichtung mit einer Schalttafel mit isolierten Steckerbüchsen
und den erforderlichen Anschlüssen sowie mit angeschlossenen Belastungswiderständen
zu einem Gesarntgerät verbunden. Zum schnellen, gefahrlosen Anschließen des Eichgerätes
dienen zwei als Steckkontakte eingerichtete Schraubkappen, welche an Stelle der
üblichen Sicherungskappen auf die in jeder Anlage vorhandenen Sicherungselemente
aufgeschraubt werden.
-
Die Zeichnungen erläutern den Erfindungsgegenstand. Abb. i zeigt eine
Ansicht der Oberseite des Gerätes bei geöffnetem Deckel und ein Schema der Spulen
und der Verbindungen. Abb. 2 zeigt eine Ansicht der Kupplung zwischen der Zählwerks-
und Rotorwelle des Eichzählers. Abb. 3 ist eine Ansicht der Vorrichtung zum Ein-
und Ausrücken der Uhr und der Kupplung des Eichzählers, von unten gesehen. Abb.
4. ist eine Ansicht der Nullstellvorrichtung für die Zeiger- und Zählwerke der Uhr
und des Eichzählers. Abb. S ist ein Achsenschnitt einer Steckkontaktschraubkappe.
-
In einem Kasten 44, der durch einen Deckel verschließbar ist, sind
ein Eichzähler von an sich bekannter Bauart und eine an sich ebenfalls bekannte
Sekundenuhr mit Stoppvorrichtung untergebracht, von welchem die letztere mittels
eines Drahtzuges, sogenannten Bowdenzuges .a.5, in und außer Betrieb gesetzt wird.
Für die Unterbringung des Bowdenzuges ist neben dem Kastenabteil für den Eichzähler
und für die Sekundenuhr ein durch die Zwischenwände 46, 47 gebildetes Abteil vorgesehen.
Neben diesem befindet sich ein Abteil, welches eine Schalttafel 48 mit einer
Anzahl
Steckkontaktbüchsen .I9 und die Anschlußleittingen des Eichzählers und einer Anzahl
Belastungswiderständen 5o enthält. Letztere sind neben dein Schalttafelabteil auf
der Außenseite des Kastens angebracht und durch eine gelochte Blechhaube abgedeckt.
-
Die Sekundenuhr und der -Eichzähler sind miteinander derart verbunden,
daß bei Aufhebung der Sperrung der Sekundenuhr zugleich der Eichzähler bz«-. sein
Zählwerk eingeschaltet wird und zu arbeiten beginnt. Die Kupplung ist in folgender
Weise gestaltet: Die Sekundenuhr besitzt die übliche Einrichtung finit Feststellung
durch einen auf die Balance 16 der L'hi- einwirkenden Federbremshebel 17 (Abb. q.).
Die Welle t des rotierenden Zählersystems (Abb.2) ist mit der Zählerzeiger«-elle
2 durch eine ein- und ausrückbare Kupplung verbunden (Abb. 2). Die Kupplung besteht
aus dein auf der Rotorwelle i befestigten Kupplungsrad 3 und dein auf der Zeigerwelle
2 befestigten htippltuigsteil 4. mit unter Federwirkung in das Kupplungsrad 3 eingreifenden
Kupplungsklauen 5. «-elche als Winkelhebel ausgebildet und an dein Kupplungsteil
.I der Zeigerwelle 2 angelenkt sind. Auf der Zeigerwelle 2 sitzt verschiebbar eine
Scheibe 6, welche auf den oberen Armen der Kupplungsklauen 5 ruht und durch eine
EntkaPPlungsfeder 7 in eine solche Lage gedrückt wird, in welcher die Kupplungsklauen
5 aus dem Kupplungsrad 3 herausgedrückt sind. Die Entkupplungsfeder 7 besitzt einen
Kokken 8 mit schräger Hubfläche, auf «-elchen der eine Arm eines zweiarmigen, winkelförmigen
Kupplungshebels 9 bei Einrückung der Kupplung im Sinne des Abhebens der Entkupplungsfeder
7 von der Scheibe 6 einwirkt.
-
Der Kupplungshebel 9 wird mit Hilfe der bei Stoppuhren an sich bekannten
Schaltvorrichtung (Abb. 3) zum Ein- und Ausrücken der Uhr mittels des Drahtzuges
.1 .5 (Abb. i ) betätigt. Letzterer ist an dem einen Ende eines unter Federwirkung
stehenden zweiarmigen Hebels io (Abb. 3) befestigt, dessen anderes Ende auf einen
durch eine Feder zurückgeholten Schaltarm i i eines Schaltgesperres, bestehend aus
einer an dem Schaltarm angelenkten Schaltklinke 12 und einem auf einer Welle 13
sitzenden Sperrad i-., einwirkt. Letzteres wird durch den Schalthub um etwa 30°
gedreht. Ein ebenfalls auf der Welle 13 sitzender Schaltstern 15 bewegt bei seiner
Drehung den Kupplungshebel 9 im Sinne des Abliebens der Entkupplungsfeder 7, worauf
die Kupplung zwischen der Zeigerwelle 2 und der Rotorwelle i des "Zählers selbsttätig
eintritt.
-
Durch den gleichen Vorgang wirrt auch die Stoppvorrichtung der Sekundenuhr
außer Wirkung gesetzt, indem der Kupplungshebel 9 bei der durch den Schaltstern
15 bewirkten Bewegung den auf die Balance 16 der Sekundenuhr einwirkenden Arretierhebel
17 im Sinne der Freigabe des Uhrwerkes betätigt, so daß also die Zeiger der Sekundenuhr
und des Zählers gleichzeitig zu laufen beginnen.
-
Das Sperrad 14. wird durch die Wirkung einer Sperrklinke 18 und durch
den entgegengesetzt wirkenden Zug der Uhrfeder, deren Aufzugwelle i9 (Abb. q.) durch
ein auf ihr sitzendes Zahnrad 20 mit einem auf der Welle 13 sitzenden Trieb
21 kämmt, in dieser Lage gehalten. Infolge des Eingriffes des Triebes 21 und des
Zahnrades 20 der Uhrfederwelle wird durch die Betätigung des Drahtzuges zugleich
die Uhrfeder aufgezogen.
-
Das Zählwerk des Eichzählers ist ebenso wie (las Zählwerk der Sekundenuhr
mit einer Nullstelleinrichtung bekannter Art versehen, und zwar ist die Einrichtung
derart, daß die Nullstellhebel 22 und 28 beider Zählwerke gleichzeitig durch denselben
Teil in und außer Wirkung gebracht werden. Der \ ullstellliebel 22, der auf die
bekannten herzförmigen Nocken 23 der Zeigerwelle 2, die Herznocke 24 des Zehnerrades
25 und die Herznocke 26 des Hunderterrades 27 von dem Zählwerk des Eichzählers zugleich
einwirkt, und der Nullstellliebel28, der auf die herzförmige Hubnocke 29 der Sekundenzeigerwelle
30 und die Herznocke 31 des Minutenrades 32 einwirkt, werden von einem auf
der @@'elle 13 sitzenden Schaltstern 33 betätigt und stehen unter der Wirkung einer
gemeinsamen N ullstellfeder 34..
-
Die Teilungszahlen des Sperr- und Schaltrades 1:1. einerseits und
der Schaltstern 15 und 33 anderseits verhalten sich zueinander wie i : 3 entsprechend
der Aufeinanderfolge von Einrücken, Ausrücken und Nullstellen.
-
Unter die Nabe der Systemscheibe 39 (Abb. 2) der Rotorwelle 2 faßt
das eine Ende eines um einen festen Bolzen .Io schwingbar gelagerten zweiarmigen
Hebels 4, dessen anderer Arm mit dem unteren Ende einer im Kasten senkrecht geführten
Stange 42 verbunden ist. Die Stange .I2 ragt mit dem oberen Ende aus dem Kasten
hervor, so daß er beim Schließen des Deckels einwärts gedrückt wird und mittels
des Hebels 41 die Systemwelle 2 aus dem Fußlager d.3 heraushebt.
-
Zum Anschluß des Eichgerätes in den Stromkreis des zu prüfenden Zählers
dienen zwei Schraubkappen 35, «-elche an Stelle der Sicherungskappen auf die Sicherungselemente
an dem zu prüfenden Zähler aufgeschraubt werden. Diese Schraubkappen besitzen je
zwei Steckkontaktbüchsen 36, 37, von welchen die eine mit dem Edisongewinde 38 und
die andere, 37, mit dem Innenpol leitend verbunden ist. Die Schraubkappe ist auch
im allgemeinen
niit Vorteil als Prüfklemme verwendbar.
-
Die Prüfung eines Zählers spielt sich folgender«-eise ab: Nachdem
die Sicherungskappen in den zu prüfenden Zähler durch die Steckkontaktschraubkappen
35 ersetzt sind und die Anschlußschnurkontakte in die Schraubkappen einerseits und
die entsprechenden Büchsen 49 der Schalttafel 48 anderseits eingesteckt sind, und
nachdem ferner die Stecker auf dein Schaltbrett 4.8 je nach Spannung oder Strommeßbereich
gesteckt und nach einer auf der Innenseite des Deckels angebrachten Tabelle die
Belastungswiderstände durch entsprechendes Einstecken der Kontakte auf das gewünschte
Maß eingestellt sind, wird mittels des Bowdenzuges 45 die Sekundenuhr in Gang gesetzt
und das Zählwerk des Eichzähler s mit dem Rotor gekuppelt. Gleichzeitig beginnt
der Prüfer die Umdrehungen der Scheibe des zu prüfenden Zählers zu zählen. Nach
einer gewissen Zeit wird abermals mittels des Bowdenzuges die Uhr gestoppt und zugleich
das Zählwerk des Eichzählers durch Entkupplung vom Rotor stillgesetzt. Durch Vergleich
der gezählten Umdrehungen der Scheibe des zu prüfenden Zählers finit der am Zählwerk
abgelesenen Uinlaufszahl der Scheibe des Eichzählers in der von dem Zählwerk der
Uhr angegebenen Zeit wird in bekannter Weise der Ungenauigkeitsgrad des zu prüfenden
Instrumentes rechnerisch ermittelt. Durch nochmalige Benutzung des Bowdenzuges wird
die Nullstellung des Zählwerkes und Zeigers wiederhergestellt.
-
Der Prüfer hat also seine Aufmerksamkeit nur auf das Zählen der Umdrehungen
des zu prüfenden Zählers zu richten. Der Anschluß des Eichgerätes an das Netz ist
vollständig gefahrlos, da die üblichen behelfsmäßigen Leitungen durch die innerhalb
des Gerätes hergestellte Schaltung fortfallen und die Zuführungsleitungen durch
die einfache, gegen Berührung geschützten Stecker verbunden werden.
-
Es kann sowohl eine reine Gerätsbelastung als auch eine Belastung
der in der Anlage installierten Verbrauchskörper oder beides gemeinsam auf gleich
einfache und gefahrlose Weise bewirkt werden.