DE406852C - Verfahren zur Darstellung streufaehigen und lagerbestaendigen Kalkstickstoffs - Google Patents

Verfahren zur Darstellung streufaehigen und lagerbestaendigen Kalkstickstoffs

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DE406852C
DE406852C DEA32276D DEA0032276D DE406852C DE 406852 C DE406852 C DE 406852C DE A32276 D DEA32276 D DE A32276D DE A0032276 D DEA0032276 D DE A0032276D DE 406852 C DE406852 C DE 406852C
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DE
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cyanamide
calcium cyanamide
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calcium
storable
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Expired
Application number
DEA32276D
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STICKSTOFFDUENGER AG
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STICKSTOFFDUENGER AG
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Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C05FERTILISERS; MANUFACTURE THEREOF
    • C05CNITROGENOUS FERTILISERS
    • C05C7/00Fertilisers containing calcium or other cyanamides
    • C05C7/02Granulation; Pelletisation; Degassing; Hydrating; Hardening; Stabilisation; Oiling

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Fertilizers (AREA)

Description

  • Verfahren zur. Darstellung streufähigen und lagerbeständigen Kalkstickstoffs. In der deutschen Patentschrift 26o469 ist ein `-erfahren beschrieben, nach welchem die Entfernung im Kalkstickstoff enthaltener Karbide und Phosphide durch Einwirkung von Wasserdampf erfolgt. Um der eingangs dieser Patentschrift ausführlich geschilderten Gefahr der Zersetzung des Zyanamids zu begegnen, erfolgt die Zuführung des Dampfes in beschränkten Mengen (Seite i, Zeile 61 bis 64), und weiter wird durch starke Durchmischung und künstliche Kühlung einer tiefer gehenden Einwirkung des Wassers vorgebeugt (Zeile 55 bis 59).
  • Es wurde nun gefunden, daß man einen Kalkstickstoff von hoher Streufähigkeit und Lagerbeständigkeit erhält, wenn man den Kalkstickstoff mit einem überschuß von ZV asser unter solchen Temperaturverhältnissen behandelt, daß unmittelbar im Anschluß an die erfolgte Zuführung des Wassers eine Verdampfung des zugeführten Überschusses eintritt und so der Gehalt an ungebundenem Wasser in dem Kalkstickstoff jeweils nur ein sehr geringer ist; die Verdampfung kann auch durch Anwendung eines Vakuums gefördert werden. Man erzielt nach dem neuen Verfahren eine tiefgehende Hydratation des Kalziumoxyds und infolgedessen einen hohen Grad der Steigerung der Streufähigkeit und Lagerbeständigkeit, ohne daß eine nennenswerte Zersetzung des Zyanamids erfolgt. Daß die Gefahr der Zersetzung geradezu durch Anwendung einer höheren Temperatur vermieden werden kann, ist außerordentlich überraschend, nachdem bekannt war, daß die Umwandlung des Zyanamids mit wäßrigem Kalziumoxyd durch Erhöhung der Temperatur beschleunigt wird ('siehe hierzu Ber. 42, Seite 4533 unten und 4534 oben). Ebenso wie Wasser können wäßrige Lösungen indifferenter Stoffe oder solcher Stoffe Verwendung finden, die sich mit Kalziumoxyd inirgendeiner Weise umsetzen, oder Suspensionen bzw. Mischungen solcher Stoffe mit Wasser. Die Einwirkung auf das Kalziumoxyd ist in allen Fällen eine tiefgehende, ohne daB dabei Zersetzung des Kalkstickstoffs unter Stickstoffverlust oder Bildung des pflanzenschädlichen Dizyanamids eintritt. Der wäBrigen Lösung können auch solche Stoffe zugefügt werden, die eine die Granulation unterstützende klebende Wirkung besitzen.
  • Es sind bereits zahlreiche Vorschläge zur Beseitigung des Stäubens des Kalkstickstoffs und Verhütung des Zusammenballens beim Lagern gemacht worden, wovon ein großer Teil in der Anwendung von Wasser oder wäßrigen Lösungen besteht. Durch alle diese Vorschläge geht der Grundgedanke der Vermeidung von Zersetzung des Zyanamids entweder durch Anwendung niedriger Temperatur oder durch periodische Zugabe des Wassers oder der wäßrigen Lösungen. Die bisher gemachten Vorschläge führten aber nicht zu dem gewünschten Ziel. Entweder wurde infolge nicht durchgreifender Einwirkung des jÄ'assers oder der darin gelösten Chemikalien keine oder nur unzureichende Erhöhung der Streufähigkeit oder Lagerbeständigkeit erzielt, oder die Zersetzung des Zyanamids wurde nicht hinreichend vermieden. Dabei sind die Verfahren zum Teil, besonders diejenigen, welche in der periodischen Zugabe des Wassers bestehen, sehr umständlich und mit fabrikatorischen Schwierigkeiten verbunden.
  • Nach dem neuen Verfahren erhält man dagegen in einer fabrikatorisch überaus glatten Weise ein staubfreies griffiges und dabei lagerbeständiges Produkt. Durch die bekannten mechanischen Behandlungen, wie beispielsweise Ausführung des Prozesses in einem rotierenden Zylinder, kann man dabei die Granulation fördern.
  • Die Ausführung des Verfahrens kann vorteilhaft in. der Weise erfolgen, daß das Wasser hzw. die wäßrige Lösung oder Suspension auf in Bewegung befindlichen Kalkstickstoff in feiner Verteilung aufgesprüht wird. Die erforderliche Temperatur kann durch gleichzeitiges Erwärmen oder durch Vorwärmen der Flüssigkeit oder des Kalkstickstoffs oder durch gleichzeitige Anwendung dieser Maßnahmen herbeigeführt werden.
  • In der Schweizer Patentschrift 80534 ist ein Verfahren beschrieben, bei welchem im Beispiel in der ersten Phase die Behandlung von Kalziumzyanamid bei einer 6o' übersteigenden Temperatur ohne Anwendungen der eigenartigen Bedingungen unseres Verfahrens beschrieben ist. Diese erste Phase des dort beschriebenen Verfahrens führt zu einem Produkt mit einem erheblichen Gehalt an mechanisch gebundenem Wasser, welches schon unmittelbar nach Beendigung der Beimischung Zersetzungserscheinungen, insbesondere auch einen erheblichen Gehalt an bekanntlich für die Pflanzen giftigem Dizyandiamid aufweist. Beim Lagern des Produktes schreiten die Zersetzungserscheinungen in schnellem Tempo fort. Auch wenn man das in der bezeichneten ersten Phase des dort beschriebenen Verfahrens erhältliche Produkt entgegen der dort gegebenen Vorschrift, die sogar ausdrücklich eine Abkühlung fordert, durch Erwärmen trocknet, erhält man analoge Zersetzungserscheinungen, die in ihrem Endergebnis sich von denjenigen, welche das ungetrocknete feuchte Produkt beim Lagern erleidet, nicht wesentlich unterscheiden. Beispiele. i. i o kg Kalkstickstoff werden in einem geheizten Rührkessel auf eine 70' übersteigende Temperatur erhitzt. Unter Einhalten dieser Temperatur wird mittels einer Düse Wasser mit einer Geschwindigkeit, die der Verdampffähigkeit des Apparates entspricht, aufgesprüht, bis die Hydratation des Kalziumoxyds durchgeführt ist, wozu die Zugabe von be:spielswleise etwa 8 kg Wasser erforderlich ist.
  • 2. Unter den im Beispiel i beschriebenen Verhältnissen werden 2o kg Kalkstickstoff zunächst mit etwa 51 einer Natriumsulfatlösung mit einem Gehalt von etwa so li'rozent Na.,SO4, io aq, dann mit 31 einer etwa 40-prozentigen Eisenvitriollösung (berechnet auf FeSO, # 7 H.,0) besprüht.
  • An Stelle der Salzlösungen kann in gleicher Weise eine Aufschlämmung von weißem fetten Ton, beispielsweise enthaltend 1,6 kg Ton auf 15 1 Wasser, verwendet werden.
  • 3. 20 kg Kalkstickstoff werden mit Wasser wie in Beispiel i oder mit einer 3oprozentigen Natriumsulfatlösung wie in Beispiel 2 besprüht und gleichzeitig ein Strom von Kohlensäure bis zu beendeter Karbonisation des Kalziumoxyds zugeleitet. Die Zuleitung der Kohlensäure kann in der Weise erfolgen, daß sie der Düse als Druckmittel für das Wasser oder die wäßrige Lösung zugeführt wird.
  • ¢. i o kg Iialkstickstoff werden einem schrägliegenden zylindrischen, drehbaren, von außen durch einen Sandmantel geheizten, auf etwa 8o' erhitzten Gefäß am oberen Ende zugeführt und während des Durchganges durch den Apparat mit io 1 einer wäßrigen Lösung von Zyanamid und Kartoffelmehl (enthaltend beispielsweise 2,8 Prozent Zyanamidstickstoff und o,35 Prozent Kartoffelmehl) besprüht. Das erhaltene Produkt enthält einen höheren Prozentgehalt an Zyanamidstickstoff als das ursprüngliche. Eine Zersetzung-des Zyanamids tritt nicht ein.
  • 5. Auf i o kg KaIlz:Stlckstoff werden in einem Rührkessel und unter einem Vakuum von 6oo mm Quecksilbersäule bei etwa "o' allmählich etwa 20 1 einer etwa 5prozentigen Harn.stofflösung aufgesprüht.
  • 6. Auf i o kg Kalkstickstoff werden in einem Rührkessel bei etwa 7o' allmählich etwa 21 einer auf etwa 8o' erwärmten, etwa Soprozentigen Harnstofflösung aufgesprüht. Das Endprodukt enthält einen wesentlich gesteigerten Stickstoffgehalt und ist vollkommen staubfrei.

Claims (1)

  1. PATENT-AH SPRUCH: Verfahren zur Darstellung streufähigen und lagerbeständigen Kalkstickstoffs durch Einwirkung von Wasser oder wäßrigen Lösungen, Suspensionen oder Mischungen von gegen die stickstofffreien Bestandteile des Kalkstickstoffs indifferenten oder sich mit ihnen umsetzenden Stoffen, dadurch gekennzeichnet, daß die dem lialkstickstoff zugeführte Wassermenge größer ist, als von den stickstofffreien Bestandteilen des Kalkstickstoffs chemisch gebunden wird, und sie bei solchen Temperaturen und unter solchen Umständen zur Einwirkung gebracht wird, daß das nicht gebundene Wasser unmittelbar nach seiner Zuführung verdampft.
DEA32276D 1919-09-13 1919-09-13 Verfahren zur Darstellung streufaehigen und lagerbestaendigen Kalkstickstoffs Expired DE406852C (de)

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DE (1) DE406852C (de)

Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE948689C (de) * 1954-08-12 1956-09-06 Sueddeutsche Kalkstickstoff Vorrichtung zur Hydratisierung von Kalkstickstoff

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* Cited by examiner, † Cited by third party
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DE948689C (de) * 1954-08-12 1956-09-06 Sueddeutsche Kalkstickstoff Vorrichtung zur Hydratisierung von Kalkstickstoff

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