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Verfahren zum Betriebe von paarweise zusammenarbeitenden Wassergaserzeugern.
Bei den bisher bekannten Verfahren zur Herstellung von Wassergas im Gaserzeuger
wurde immer nur ein einziger Apparat oder mehrere vollkommen unabhängig voneinander
arbeitende _ Apparate benutzt, was auch für ,las zur Verfügung stehende grobstiickigere
und hochwertige Gut vollauf genügte. Versuche, die mit feinl;örnigeretti, mehr orler
weniger hochwertigem Gut, z. B. Halbkoks o. dgl., vorgenommen wurden, ergaben aber
wegen des zum Warmblasen stets bendtihten, verhältnismäßig hohen Winddruckes stets
einen beträchtlichen Verlust an Beschickungsgut infolge des Übertrittes von sogenannter
Plu-kohle (bi;s zu .Io Prozent und mehr) in den Abgasschornstein. Infolge der hierdurch
@:erursachten hohen Gestehungskosten des erzeugten Wassergases war die Verwendung
solcher
feinkörnigen, staubförmigen oder leicht zum "Zerfallen neigenden Brennstoffe, z.
B. Halbkoks o. dgl., bisher ausgeschlossen.
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Den Gegenstand der Erfindung bildet nun ein Verfahren zum Betriebe
von paarweise zusammen arbeitenden Wassergaserzeugern, ,legen oberhalb der Brennstoffschichten
liegende Räume miteinander in Verbindung stehen. Es besteht darin, daß .das Gaserzeugerpaar
sowohl beim Heißblasen als auch beim Gasen in wechselnder Reihenfolge derart hintereinandergeschaltet
wird, daß die beiden Gaserzeuger von der Heißblaseltift bzw. von dem Dampf in einander
entgegengesetzten Richtungen durchströmt werden, wobei während der Heißblasezeiten
dem jeweils zweiteschalteten Gaserzeuger zusätzliche Heißg e
blaseluft zugeführt
wird.
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Es ist an sich bekannt, wegen des erforderlichen Wechselbetriebes
@Vassergaserzeuger paarweise zu betreiben. Hierzu wurden auch bereits die verschiedensten
Vorschläge gemacht.
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So soll z. B. nach einem Vorschlage bei solchen haarweise zusammen
arbeitenden Gaserzeugern jeweils nur einer der beiden Gaserzeuger heißgeblasen werden,
während gleichzeitig in dem anderen Gaserzeuger unter Dampfzuführung vergast wird:
Es entsteht hierdurch jedoch kein reines Wassergas, sondern ein Gemisch von Heißblasgasen
mit Schwelgasen und Generatorgas. Dieses bekannte Verfahren hat vor allein den Nachteil,
daß es ein verhältnismäßig geringwertiges Gas liefert und außerdem zu übermäßig
langen Heißblasezeiten oder unnötig abgekürzten Gasezeiten zwingt, weil sich bei
,dem gleichzeitigen verschiedenartigen Betriebe der beiden Gaserzeuger der eine
nach dem andern richten muß.
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Ferner wurde schon angeregt, beide Gaserzeuger beim Heißblasen parallel
und sie le-.diglich während der Gasezeiten hintereinander zu schalten. Es ergibt
sich hierdurch der große Nachteil, daß beide Gaserzeuger in stets gleichbleibender
Richtung heißgeblasen «-erden, ein ''erfahren, glas man bekanntlich nach Möglichkeit
ztt vermeiden sucht, um die durch das Heißblasen stark in Anspruch genotninenen
Teile des Gaserzeugers möglichst zu schonen. Diese Betriebsweise ist also für den
Gaserzeuger unvorteilhaft. Ferner eignet sich diese Betriebsweise nicht im geringsten
zur Vergasung mulmiger und bröckeliger Brennstoffe mit starker Neigung zum Zerfallen
und zur Staubbildung. Denn es wird während des Heißblasens ein verhältnismäßig großer
Teil des staubförmig gewordenen Brennstoffs mit den Heißblasegasen unmittelbar aus
beiden Gaserzeugern weggeführt, der nicht verbrennt und so verlorengeht. Diese Verluste
sind bei dem neuen Verfahren ausgeschlossen, weil hier ein großer Teil .des von
der Heißblaseluft aufgewirbelten Staubes beim üLertritt in den anderen Gaserzeuger
durch die zugeführte zusätzliche Verbrennungsluft verbrannt und nur der übrigbleibende
Rest beim Durchgang durch den anderen Gaserzeuger abgesiebt und zurückgehalten wird.
Außerdem ist die Möglichkeit, aus dem zweitgeschalteten Gaserzeuger staubförinigen
Inhalt mitzureißen, besonders gering, weil der Druck im zweiten Gaserzeuger naturgemäß
durch die eigenartige Drosselwirkung .der Beschickung .des ersten Gaser zetigers
entsprechend niedriger ist. Es arbeitet somit eine nach dem. neuen Verfahren betriebene
Gaserzetigungsanlage mit wesentlich geringeren Brennstoffverlusten und mit wesentlich
geringeren Ablagerungen fester Stoffe in den Abgasleitungen. Gleichzeitig mit dieser
erhöhten Wirtschaftlichkeit des eigentlichen Vergasungsvorgangs erbringt die Erfindung
auch noch den Vorteil, daß bei ihr der bewährte -Wechsel in der Heißblaserichtung
angewandt werden kann, die Gaserzeuger selbst also länger lebensfähig bleiben.
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Die vorstehend erwähnten Vorteile sind von «-eitergehender Bedeutung
und Tragweite, als es auf den ersten Augenblick scheint; denn aie Rücksicht auf
möglichst sparsame Brennstoffwirtschaft zwingt in immer stärkerem Maße zum Gewinnen
der sämtlichen in der Kohle enthaltenen Teere, Öle und Fette, woclurch in ilnnler
größeren Mengen sogenannter >:Halbkoks« entfällt, für clen bisher eine umfassende
Verwendungsmöglichkeit wegen seiner geringen Festigkeit noch nicht gefunden worden
ist. Die Erfindung zeigt nun erstinalig den wirtschaftlichsten Weg zur Vergasung
dieses Abfallerzeugnisses in Gaserzeugern unter Gewinnung eines hochwertigen Gases.
Die gleiche Aufgabe vermag keine der erwähnten bekannten Betriebsweisen zu lösen.
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Nach einem weiteren Vorschlage soll bei einem Zwillingswassergaserzeuger
stets nur einer der beiden Gaserzeuger unter Verlust der staubförmigen Bestandteile
heißgeblasen und darauf in ihm unter Zuführen von Wasserdampf Gas erzeugt werden,
das den frischen Brennstoff des anderen Gaserzeugers verkoken soll und sich mit
dessen Schwelgasen mischt. Es führt das aber zu einem gänzlich anders gearteten
Verfahren mit einem gänzlich anderen Gaserzeugnis als das neue Verfahren. Vor allein
wäre dieses bekannte Verfahren zum Vergasen staubiger oder mulmiger Brennstoffe,
wie Halbkoks u. dgl., wegen der hohen Blaseverluste unbrauchbar.
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In der Zeichnung ist eine Wassergasanlage zum Durchführen des neuen
Verfahrens in einem Ausführungsbeispiel schematisch dargestellt.
Abb.
t -neigt ,die in ihrem Füllschacht durch einen Kanal miteinander verbundenen beiden
Gaserzeuger I und II in einem senkrechten Mittelschnitt; Abb.2 zeigt dieWassergaserzeugungsanlage
in einer Draufsicht.
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Mittels eines Kanals a ist der über der Beschicktingssäule cles einen
Gaserzeugers liegende Hohlraum mit dein gleichen Hohlratten des anderen Gaserzeugers
stetig- verbunden. Das Erzeugen des Wassergases erfolgt nun abwechselnd in der Weise,
daß z. B. erst der Gaserzetiger 1 warnt- und dann kaltgeblasen wird; dann wiederholen
sich diese Vorgänge beidem Gaserzeuger II und nachdem wieder bei I usw. Beim Warmblasen,
z. B. von I, tritt der `Find aus einer Windleitung h durch die finit einem Absperrschieber
ausgestattete Zweigleitung c unter dem Rost von I in die Beschickung ein, bringt
diese in Glut und zieht dann als Abgas durch den Verbindungskanal a. und die Beschicktings-,Aschen-
und Schlackenschicht des benachbarten Gaserzeugers 11 unter dein Rost desselben
in die Abgasrohrleitung d und den Schornstein e ab. Während dieses Vorganges
wird durch eine von .der Windleitung c abgezweigte Rohrleitung j Zusatzluft in den
Hohlratten oberhalb der Beschickungssäulen eingeführt, wodurch die in dein Alwasstroin
noch enthaltenen 11 Kohlenstoffteilchen restlos verbrennen: dabei wird auch die
obere Schicht der Beschickung ini Gaserzeuger II zum Glühen gebracht. Die durch
#len Abgasstrom aus <lein. Gaserzeuger I mitgerissene Flugkohle lagert sich auf
der Oberfläche der Beschickung iin Gaserzeuger 11 ab und verbrennt hier zum Teil
gleichfalls. Ein etwa verbleibender unverbramiter Rest «wandert bei umgekehrter
Arbeitsrichtung von fler Ablagerungsstelle wieder auf die Beschickung des Gaserzeugers
I zurück und wir,l , so a Ihn äll lich restlos der Verbrennung und Vergasung
unterliegen. Nach Beendigung dieses Warmblasens, währenddessen die Schieber der
Windzuführung zu 11, cler Ab-;1alsführung in 1 und der Wässergasabführung
in 1 und II sowie die Dampfzuleitung g abgesperrt bleiben, geschieht das Kaltblasen
und Wassergaserzeugen in der Weise, daß Wasserdampf oberhalb und unterhalb des Rostes
von 1 eingeführt wird, nachdem man vorher die Windzuführung zu I und 1I, die Abgasableitung
aus I und 11 sowie ,die '#Vassergasableitung aus I und die Dampfzuleitung zu 11
abgesperrt hat. Das in I entstehende Wassergas, vermehrt durch das durch Zersetzung
des überschüssigen Wasserdampfes an ,der glühenden Oberschicht der Beschickung in
II sich bildende Wassergas, zieht durch die aus Beschickung, Asche und Schlacke
Lestehendeii Schichten des Gaserzeugers II hindurch, reinigt sich hierbei von festen
Beimengungen und tritt unter dein Rostdes letzteren aus der abgesperrten Abgasleitung
d in die Wassergasableitung h. und «-eiter in den Gas-«-ascher i ein, tun von hier
aus rlen Verbrauchsstellen zugeführt zu werden. Hierauf wiederholen sich dieselben
Vorgänge in der gleichen Reihenfolge mit der Abweichung, daß jetzt der Gaserzeuger
1I erst warm- und dann kaltgeblasen wird und zu jedem dieser Vorgänge die Schieber
.der angeschlossenen Rohrleitungen sinngemäß in die Offnungs- und Absperrlage vorher
umgestellt und verriegelt wer-len.
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Das öffnen und Schließen der in de@i Wind-, Abgas-, Dampf- und Wassergasrohrle
itungen der beiflen Gaserzeuger eingebauten Absperrorgane kann. von Hand oder unter
Zuhilfenahme an sich bekannter Vorrichtungen, z. B. .durch eine Öl,dr ucksteuerung
o. d-1., geschehen, wobei !lie verschiedenen Absperrorgane in gegenseitiger Abhängigkeit
zwangläufig derart gesteuert werden, daß vor dein Üttnen der Windzuleitung zum Gaserzeuger
I gleichzeitig oder auch nacheinander die schon ol>enerwähnten Absperrorgane in
die Uffnungs- oder Absperrstellung gebracht und in #lieser Lage verriegelt werden,
wäliren,l nach dein Absperren dieser Windzuleitung zwangläufig alle anderen Absperrorgane
iin Sinne des Kaltblasens im Gaserzeuger I betätigt «-erlen. In gleicher Weise erfolgt
ein öffnen und Schließen der Absperrorgane auf zwangläufige Art auch dann, wenn
das Kaltblasen iin Gaserzeuger I 1>eenrligt ist oder wenn die erwähnten Vorgänge
statt ini Gaserzeuger 1 in dein Gaserzeuger II vor sich gehen sollen.