Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines
aus gesponnenen Fäden bestehenden Mehrfachfadens
sowie eine Vorrichtung zur Durchführung des
Verfahrens.
Übliche Dublier- und Zwirnverfahren werden in der Weise
durchgeführt, daß Fadenspulen mit Fäden, die in einer Ring
spinnmaschine gesponnen und in einem Spulautomaten auf die
Fadenspule aufgespult worden sind, in eine Dubliermaschine
eingesetzt und die nach einem Dublieren in der Dublier
maschine erhaltenen Zweifachfäden in einer Zwirnmaschine um
einandergewunden werden. Da ein auf diese Weise an einer
Dubliermaschine erhaltener Zweifachfaden lediglich dadurch
erhalten wird, daß die durch Ringspinnen erhaltenen Fäden
zu einem Zweifachfaden zusammengelegt werden, entsteht kein
Verschlingen der Einzelfäden miteinander. Dies führt zu dem
Nachteil, daß bei einem Zwirnen in einer Zwirnmaschine oder
ähnlichen Vorrichtung die beiden Einzelfäden des Zweifach
fadens leicht voneinander getrennt werden.
Es ist bereits bekannt, einen Mehrfachfaden oder
ein Mehrfachgarn dadurch zu erhalten, daß mehrere gebündelte
gesponnene Fäden, die durch Verstrecken von Fasersträngen in
einem Streckwerk und Drehen der Faserstränge mit einer pneu
matischen Dralleinrichtung umeinandergewunden werden.
Die DE 39 22 799 A1 beschreibt neben einer Spulen-Hülsenaustausch
einrichtung auch ein Verfahren zur Herstellung eines Zwirns,
bei dem an einer Spinnstelle einer Spinnmaschine ein Rohfaser
strang verstreckt und zur Bildung eines gesponnenen Fadens ge
dreht wird und mindestens zwei derartig gesponnene Fäden einer
Doppeldrahtzwirnmaschine zugeführt werden, wobei beim Dublieren
die gesponnenen Fäden zusammengeführt werden, solange sie noch
Rückdrehkräfte aufweisen, so daß sich die Enden der Fasern jedes
der gesponnenen Fäden infolge der restlichen Drehkräfte auch um
den anderen Faden herumwinden.
Die DE 34 33 282 beschreibt ein gebündeltes Garn mit Stapelfa
sern sowie ein Verfahren zu dessen Erzeugung, das mindestens
zwei durch Spinndrehung gedrehte und miteinander verzwirnte Fa
sergebilde, insbesondere Faserbändchen beinhaltet, welche dann
den Kern des Garns bilden. Eines der Bändchen wird selbständig
mit einigen Windungen aus dem ihm nächstliegenden Abschnitten
von in diesem Bändchen verankerten und von ihm abgelenkten Fa
sern umwickelt, wobei die beiden verzwirnten Bändchen gemeinsam
mit den letzten Windungen der restlichen Abschnitte der abge
lenkten Fasern umwickelt sind.
Die DE 38 42 120 A1 beschreibt ein Verfahren und eine Vorrich
tung zum Spinnen mit einem Streckwerk, das ein Faserbündel
streckt, einer Dreheinrichtung, die dem Streckwerk durchlaufen
den Faserbündel eine Drehung verleiht, und einer Aufwickelein
richtung, die einen von der Dreheinrichtung gelieferten, gespon
nenen Faden aufwickelt. Die Dreheinrichtung weist zwei Drehme
chanismen auf, die wenigstens zwei Faserbündelstreifen, gleich
zeitig drehen kann. Weiterhin ist eine Führungseinrichtung vor
gesehen, die das Faserbündel für die Zufuhr zur Dreheinrichtung
in wenigstens zwei Faserbündelstreifen trennt.
Die DE 36 38 110 A1 beschreibt eine Vorrichtung zum pneumati
schen Falschdrallspinnen mit einem Streckwerk, mit wenigstens
zwei in Fadenlaufrichtung hintereinander angeordneten Luftdüsen
und mit einer Abzugseinrichtung, wobei zwei Fäden vorverfestigt
und anschließend gefacht auf eine Spule aufgewickelt werden.
Diese Spule wird anschließend einer Zwirnmaschine vorgelegt, wo
durch der Faden die endgültige Festigkeit erreicht. Diese be
kannte Vorrichtung wird jedoch dazu benutzt, nur vorverfestigte
Fäden zu erzeugen, die noch nicht die Festigkeit eines Garns ha
ben. Diese Fäden werden spätestens vor der Abzugseinrichtung zu
einem Doppelfaden vereint, der in gefachter Form auf die Spule
aufgewickelt wird.
Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren zur Herstellung eines Zweifach- oder Mehrfach
faden mit einer Struktur vorzuschlagen, die bei einem nachfolgenden Zwirnen
kein leichtes Trennen der Einzelfäden voneinander erlaubt,
und eine Spinnvorrichtung vorzu
sehen, bei der die Dublierstelle von gedrehten, gesponnenen
Fäden festgelegt ist, so daß gesponnene Fäden gleichmäßiger
und stabiler Qualität erhalten werden.
Die erfindungsgemäße Lösung dieser Aufgabe ergibt sich aus
den Patentansprüchen.
Ein erfindungsgemäß erhaltener Mehrfachfaden aus gesponnenen
Fäden ist selbstzusammenhaltend und wird gebildet, indem
mehrere gebündelte, gesponnene Einzelfäden, die durch Ver
strecken von Fasersträngen in einem Streckwerk und Drehen
der Faserstränge mittels einer pneumatischen Dralleinrich
tung erhalten worden sind, zusammengelegt werden, ehe sie
sich vollkommen rückgedreht haben, wobei Faserendteile,
die um den Außenumfang jedes Fadens herumgewunden sind,
die Außenumfangsflächen der anderen Fäden umschlingen und indem dem
aus der Dublierführung auslaufenden Mehrfachfaden mit einem pneuma
tischen Drallorgan Drehungen oder Falschdrehungen erteilt werden.
Ein erfindungsgemäß erhaltener, aus gesponnenen Fäden
bestehender Mehrfachfaden ist nicht leicht in seine Einzel
fäden trennbar, auch nicht während des Transportierens und
Zuführens zu einem Fadenzwirnvorgang und auch nicht während
des Zwirnens.
Eine erfindungsgemäße Spinnvorrichtung zur Herstellung eines
Zweifachfadens umfaßt zwei Sätze aus Luftstrahldrallorganen,
die an der Auslaufseite eines Streckwerkes parallel zueinan
der angeordnet sind, welches Hinterwalzen, Mittelwalzen mit
Laufriemchen, Vorderwalzen usw. umfaßt, sowie eine Dublier
führung zum Dublieren der beiden gedrehten Fäden, die sich
noch nicht ganz rückgedreht haben, die an der Auslauf
seite der Luftstrahldrallorgane angeordnet ist. Die Vor
richtung ist in der Weise ausgestaltet, daß vor der Dublier
führung eine Trennführung zum Getrennthalten der beiden
gedrehten Fäden vorgesehen ist und zwischen der Dublier
führung und den Liefer- und Abzugswalzen ein pneuma
tisches Drallorgan angeordnet ist.
Die Trennführung dient dazu, ein Fortpflanzen oder Ver
schieben der Dublierstelle oder Zusammenführungsstelle der
beiden gedrehten Fäden in Richtung entgegengesetzt der
Fadenlaufrichtung zu verhindern, so daß die Dublierstelle
oder Zusammenführungsstelle an der Einlaufseite der Dublier
führungseinrichtung bleibt.
Anhand der Figuren wird die Erfindung an bevorzugten Aus
führungsformen näher erläutert. Es zeigt
Fig. 1 eine Perspektivansicht einer Ausführungs
form einer Spinnvorrichtung oder Spinnstelle
eines Spinnautomaten zur Durchführung des erfin
dungsgemäßen Verfahrens;
Fig. 2 eine Perspektivansicht wesentlicher Teile eines
pneumatischen Drallorgans zum Erteilen von vor
übergehenden Drehungen oder Falschdrehungen,
wie es bei der Ausführungsform verwendet
wird;
Fig. 3 eine Perspektivansicht zur Darstellung von Einzel
heiten einer Dublierführung und einer Hilfs
führung, wobei das pneumatische Drallorgan 33
nicht gezeigt ist;
Fig. 4 eine Vorderansicht einer gesamten Spinnmaschine;
Fig. 5 eine Seitenansicht eines Querschnittes durch eine
Spinnstelle der Spinnmaschine, an der sich ein
Fadenspleißwagen befindet;
Fig. 6 eine Darstellung zur Erläuterung von Betriebs
stellungen eines Saugrohres des Fadenspleißwagens.
Eine in der Fig. 1 dargestellte Spinnvorrichtung zur Durch
führung des erfindungsgemäßen Verfahrens, bei der es sich um
eine Spinnstelle einer Spinnmaschine handeln kann, umfaßt ein
Streckwerk 1 zum Verstrecken von Fasersträngen S1 und S2,
die aus mehreren nicht dargestellten Spinnkannen entnommen
werden, eine pneumatische Dralleinrichtung 2, in der die
verstreckten Faserstränge S1 und S2 zu gesponnenen Fäden Y1
und Y2 gedreht werden, eine Dublierführung 17 zum Zusam
menbringen oder Verbinden der gesponnenen Fäden Y1 und Y2
und eine Aufspuleinrichtung 3 zum Aufwickeln dieser beiden
Fäden in Form eines gebündelten, gesponnenen Fadens oder
Garnes Y3.
Das Streckwerk 1 umfaßt zwei Hinterwalzen, zwei
Mittelwalzen und zwei Vorderwalzen, wobei die
Umfangsgeschwindigkeiten der Walzenpaare in der angegebenen
Reihenfolge zunehmen und die Mittelwalzen mit Lauf
riemchen versehen sind. Mit den Bezugszeichen 8a
und 8b sind zwei parallel nebeneinander angeordnete Faser
strangführungen bezeichnet, die die Faserstränge S1 und S2
aus den Spinnkannen dem Paar Hinterwalzen zuführen.
Zwischen den paarweise angeordneten Hinterwalzen
und den paarweise angeordneten Mittelwalzen ist
eine Faserstrangtrennführung vorgesehen, die die beiden
parallel zueinander den Hinterwalzen zugeführten
Faserstränge S1 und S2 voneinander getrennt hält. An jeder
Seite der Trennführung ist ein Führungsblock
vorgesehen, der ein Ausbreiten der beiden Faserstränge S1
und S2 nach der einen bzw. der anderen Seite verhindert.
Es werden die beiden nebeneinander verlaufenden Faserstränge
S1 und S2, die von der Trennführung voneinander getrennt
gehalten werden, an den Mittelwalzen und an den
Vorderwalzen im parallel zueinander laufenden Zu
stand verstreckt, wonach sie jeweils in einen pneumatischen
Drallgeber 12 bzw. 13 der pneumatischen Dralleinrichtung 2
hineingeführt werden. Die pneumatische Dralleinrichtung 2
umfaßt ein an einem Rahmen befestigtes Gehäuse und die
beiden pneumatischen Drallgeber 12 und 13, die nebeneinander
angeordnet im Gehäuse vorgesehen sind. Die beiden pneu
matischen Drallgeber 12 und 13 dienen jeweils dazu, die ihnen
zugeführten Faserstränge S1 bzw. S2 unabhängig voneinander zu
den gesponnenen Fäden Y1 und Y2 zu drehen. Danach werden die
beiden Fäden Y1 und Y2 von der Dublierführung 17 zum
Dublieren zusammengeführt.
Eine keilförmige Trennführung verhindert ein Verschieben
der Stelle, an der die beiden Fäden Y1 und Y2 an der Dublier
führung 17 zusammenkommen, in Richtung entgegengesetzt
der Laufrichtung oder in Richtung der Laufrichtung der Fäden
Y1 und Y2 und verhindert somit Ungleichmäßigkeiten der Ver
schlingung der beiden Fäden Y1 und Y2 miteinander, die z. B.
dann entstehen können, wenn sich die Stelle, an der die
Fäden Y1 und Y2 zusammengeführt werden, in Richtung ent
gegengesetzt der Laufrichtung der Fäden Y1 und Y2 verschiebt.
Eine Schneideinrichtung ist an der Dublierführung 17 ange
ordnet und ansprechend auf ein Signal betätigbar, das beim
Erfassen einer Fehlerstelle im gefachten Faden von einem
elektronischen Fadenreiniger abgegeben wird, der entlang
einer nach unten verlaufenden Strecke des Fadens oder Garns
Y3 zwischen Liefer- oder Abzugswalzen 19 und der Aufspul
einrichtung 3 vorgesehen ist, um fehlerhafte Stellen des
Fadens Y3 zu erfassen.
Absaugstutzen sind jeweils mit einer Saugleitung
zum Absaugen von Fadenabfall, Flugabfall usw. aus dem
Gehäuse verbunden.
Ein Saugrohr
dient dazu, beim Beginn eines Spinnvorgangs oder während
eines Fadenspleißvorgangs eine Überlänge des gesponnenen und
gefachten Fadens Y3 anzusaugen und aufzunehmen, so daß der
Faden Y3 straff gehalten wird.
Die Aufspuleinrichtung 3 umfaßt ein Traggestell mit einem
Tragarm zum Aufnehmen einer Fadenspule, eine im Roll
kontakt mit den Fadenlagen der Fadenspule oder der Spulen
hülse zu haltende Reibwalze zum Drehen der Fadenspule oder
der Spulenhülse und eine Changierfadenführung.
Die beiden pneumatischen Drallgeber 12 und 13
umfassen jeweils zwei
hintereinander angeordnete Luftstrahldrallorgane,
von denen nachfolgend das auf der stromaufwärts gelegenen
Seite befindliche Drallorgan als das erste Drallorgan
und das auf der stromabwärts gelegenen Seite als das zweite
Drallorgan bezeichnet wird.
Da die beiden pneumatischen Drallgeber 12 und 13 in gleicher
Weise ausgebildet sind, wird nachstehend die Bauweise von nur
einem dieser Drallgeber erläutert. Die
ersten und zweiten Drallorgane sind je
weils mit mehreren winzigen, nicht dargestellten Luftein
strahlkanälen versehen, aus denen Druckluft in Tangential
richtung in das Innere eines Faserstrangkanals einstrahlbar
ist, wobei der Faserstrangkanal in Form einer Axialbohrung
durch das jeweilige Drallorgan ausgebildet ist.
Die aus den winzigen Einstrahlkanälen eingestrahlte Druck
luft umwirbelt die Achsen der beiden Faserstrangkanäle in
jeweils entgegengesetzten Richtungen.
Zuleitungen dienen zum
Zuführen von Druckluft zum ersten Drallorgan bzw. zum
zweiten Drallorgan.
Ein aus gesponnenen Fäden gebildeter erfindungsgemäßer
selbstzusammenhaltender Mehrfachfaden wird von der vor
stehend beschriebenen Spinnvorrichtung bzw. Spinnstelle
auf nachstehend angegebene Weise gebildet. Von den
kreisenden Druckluftströmungen der zweiten
Luftstrahldrallorgane werden den in die pneumatischen
Drallgeber 12 und 13 der pneumatischen Dralleinrichtung 2
eingeführten Faserstränge S1, S2 vorübergehende Drehungen
oder Flaschdrehungen erteilt. Diese Drehungen
pflanzen sich bis zur Nähe der Klemmstellen fort, die von
den Vorderwalzen gebildet werden.
Die aus den Vorderwalzen auslaufenden Faserstränge
S1, S2 werden von den von den zweiten Luftstrahldrallorganen
erteilten vorübergehenden Drehungen oder Falschdrehungen
zusammengehalten. Zwischen den Vorderwalzen und
den ersten Drallorganen werden in den Fasersträngen S1, S2
Fadenballons gebildet, die in Richtungen entgegengesetzt zu
den Richtungen der von den zweiten Drallorganen erteilten
vorübergehenden Drehungen umlaufen. Infolge der Wirkung der
Fadenballons entstehen Fasern ("Offenendfasern"), deren
hintere Enden, in Laufrichtung der Faserstränge S1, S2
gesehen, noch zwischen den beiden Vorderwalzen fest
geklemmt gehalten werden und somit unter den Fasern ver
bleiben, welche die Faserstränge S1, S2 bilden, während die
vorderen Enden bereits frei sind. Von den Fadenballons und
auch von den Druckluftströmungen der ersten
Drallorgane werden die Fasern in Richtung entgegenge
setzt zur Richtung der vorübergehenden Drehungen zwischen den
Vorderwalzen und den ersten Drallorganen um die
gebündelten oder eingebundenen Kernfasern herumgewunden.
Nach dem Durchlaufen des zweiten Drallorgans werden die
Fasern im Verlauf des Rückdrehens der vorübergehenden
Drehungen bzw. Falschdrehungen fest und mit einer ausreichen
den Anzahl an Windungen um die gebündelten Kernfasern
in Richtung entgegengesetzt zur Richtung der erteilten
vorübergehenden Drehungen herumgewunden. Folglich werden
sogenannte gebündelte, gesponnene Fäden oder Garne Y1 und
Y2 gebildet.
Die beiden gesponnenen Fäden Y1 und Y2 besitzen noch Dreh
kräfte bis sie die Liefer- oder Abzugswalzen 19 durchlaufen
und nehmen bis dahin an einem Fadenbildungsvorgang teil.
Während die Drehkräfte oder Rückstellkräfte noch vorhanden
sind, werden die beiden gesponnenen Fäden Y1, Y2 an der
Dublierführung 17 zusammengeführt und nebeneinander ange
ordnet. Demgemäß winden sich an der Zusammenführungsstelle
die beiden Fäden Y1, Y2 umeinander.
Die Dublierführung 17 ist plattenförmig und mit einem V-för
migen Ausschnitt versehen, an dessen Spitze oder nutartigem
Boden die beiden Fäden Y1 und Y2 zusammengeführt werden.
Da die um die Kernfasern herumgewundenen "Offenendfasern"
vorher, wie bereits beschrieben, an ihren einen Enden
frei waren, ragen einige davon auch nach dem Durchlaufen
der Drallgeber 12 und 13 immer noch wie ein Flaum aus den
Fäden Y1, Y2 heraus. Diese Fasern tragen nicht zur Bil
dung der Fäden Y1, Y2 bei. Während sich die Kernfasern
rückdrehen und ihre Drehkräfte verlieren, wirbeln die von
den laufenden Fasersträngen S1, S2 mitgenommenen Fasern
um die Fäden Y1, Y2 herum. An der Zusammenführungsstelle an
der Dublierführung 17 werden die Fasern der beiden Fäden
Y1, Y2 miteinander und mit den Fäden Y1, Y2 verschlungen.
Ein derartiges Verschlingen der "Offenendfasern" fördert
das Freigeben der in den Kernfasern verbleibenden Dreh
kräfte. Die hierbei freigegebenen Drehkräfte bewirken, daß
die beiden gesponnenen Fäden Y1, Y2 entweder in der
S-Richtung oder der Z-Richtung umeinandergewunden werden.
Da das Umeinanderwinden
der gesponnenen Fäden Y1 und Y2 ursprünglich nur von den
Rückdrehkräften, die durch die verbleibenden Drehkräfte er
zeugt werden, verursacht wird, ist die Anzahl der ver
bleibenden Drehungen gering (etwa 50 bis 100 Drehungen ent
lang einer Fadenstrecke einer Länge von 1 cm). Entsteht eine
Fadenstrecke mit S-Drehungen, dann bewirken die aufgrund
dieser S-Drehungen aufgebauten Drehkräfte die Bildung einer
Strecke mit Z-Drehungen.
Es ist zu bemerken, daß der Zweifachfaden Y3 mit S-Dre
hungen oder Z-Drehungen versehen sein kann. Es kann jedoch
auch einer der gesponnenen Fäden Y1, Y2 eine S-Drehung auf
weisen, während der andere eine Z-Drehung aufweist.
Zwischen den
Liefer- oder Abzugswalzen 19 und der Dublierführung 17 ist
ein pneumatisches Drallorgan 33 zum Erteilen
von vorübergehenden Drehungen oder Falschdrehungen
an den Fäden Y3 eingesetzt.
Wie anhand der Fig. 2 ersichtlich ist, weist das Drall
organ 33 eine ähnliche Bauweise wie die beiden zweiten
Drallorgane der pneumatischen Dralleinrichtung 2 auf.
Eine den Laufweg des Fadens Y3 umkreisende Druckluftströmung
wirbelt in der gleichen Richtung wie die Richtung der
wirbelnden Druckluftströmung in den zweiten Drallorganen
der pneumatischen Dralleinrichtung 2, d. h., in der gleichen
Richtung wie die Umwindungsrichtung der äußeren Umfangs
fasern. Sind die Wirbelrichtungen der Druckluft in den
zweiten Drallorganen der Drallgeber 12 und 13 der Drall
einrichtung 2 einander entgegengesetzt, dann wird als
Wirbelrichtung in der Dreheinrichtung 33 die Wirbelrichtung
des einen oder des anderen zweiten Drallorgans gewählt.
Im Körper des Drallorgans 33 ist ein Schlitz 34 in
Richtung parallel zum Fadenkanal ausgebildet. Der
Schlitz 34 ermöglicht das Einführen der zusammengefügten
Fäden Y1 und Y2 bzw. des Fadens Y3 in den Fadenkanal. Mit
dem Bezugszeichen 35 ist ein Zuführrohr bezeichnet, welches
Druckluft in das Drallorgan 33 einführt. Die an der
Führungsplatte 17 zusammengelegten und umeinandergewundenen
Fäden Y1 und Y2 werden in das Drallorgan 33 einge
führt, so daß den Fäden Y1 und Y2 weitere vorübergehende
Drehungen oder Falschdrehungen erteilt werden können. Nach
dem die Fäden Y1, Y2 bzw. Y3 die Drallorgane 33 durchlaufen
haben, drehen sich die vorübergehenden Drehungen oder
Falschdrehungen zurück, wobei die Fasern der ge
sponnenen Fäden Y1, Y2 weiter fest und mit einer ausreichen
den Anzahl an Windungen in Richtung entgegengesetzt zur
Richtung der erteilten vorübergehenden Drehungen umeinander
gewunden werden. Folglich läßt sich ein Mehrfachfaden Y3
aus gesponnenen Fäden erhalten, dessen selbstzusammenhaltende
Eigenschaft derart ausgeprägt ist, daß es schwieriger ist,
diesen Faden Y3 in seine Bestandteile zu zerlegen.
Die erhalte
nen Mehrfachfäden Y3 werden in der Aufspuleinrichtung 3 auf
eine Fadenspule aufgewickelt und dann der nächsten Arbeits
stufe, der des Zwirnens, zugeführt. Die auf vorstehend be
schriebene Weise miteinander verschlugenen Fäden Y1 und Y2
trennen sich auch beim Zuführen zur nächsten Arbeitsstufe
oder beim Zwirnen nicht leicht voneinander. Die Mehrfach
fäden lassen sich somit leicht weiterbearbeiten oder ver
arbeiten und handhaben.
Während bei der vorstehend beschriebenen Ausführungsform
zwei Faserstränge nebeneinanderlaufend den Spinneinrich
tungen einer Spinnstelle zugeführt werden, ist zu bemerken,
daß sich keine Schwierigkeiten ergeben, wenn ein Faser
strang jeweils einer Spinnstelle zugeführt wird und die aus
den Dralleinrichtungen der verschiedenen Spinnstellen
erhaltenen Fäden mittels einer Dublierführung zusammengelegt
und miteinander verbunden werden. Ferner kann selbstver
ständlich die Anzahl zu fachender Fäden größer als zwei
sein.
Anstelle der dargestellten plattenförmigen Dublierführung 17
kann auch eine Dublierführung anderer Ausführung ver
wendet werden, z. B. eine Führung, bei der die beiden Fäden
Y1, Y2 zwischen zwei Führungsstifte hindurchgeführt und
dabei von diesen zusammengelegt werden.
Ein erfindungsgemäß hergestellter Zweifachfaden unter
scheidet sich von einem Zwischenfaden, der lediglich durch
Zusammenlegen und Verbinden von ringgesponnenen Fäden
erhalten wird. Der erfindungsgemäß hergestellte Mehrfach
faden ist selbstzusammenhaltend, so daß die einzelnen Fäden
auch während des Zuführens zu einem Zwirnvorgang oder während
des Zwirnens nicht leicht voneinander getrennt werden oder
reißen. Folglich lassen sich Probleme vermeiden, die durch
ein Trennen der beiden Einzelfäden oder ein Reißen der Fäden
entstehen, und der Wert und die Brauchbarkeit des erfindungs
gemäß hergestellten gebündelten Fadens sind gegenüber denen
bekannter Mehrfachfäden erhöht.
Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren, bei dem ein Vorgang zum
pneumatischen Spinnen einen Dubliervorgang umfaßt, haben die
verschiedenen gedrehten Einzelfäden, die jeweils aus einem
der pneumatischen Drallgeber 12 oder 13 erhalten werden, im
wesentlichen oder annähernd die gleiche Fadenspannung.
Der mit dem erfindungsgemäßen Verfahren erhaltene Mehrfachfaden weist nicht den
Nachteil auf, wonach bei einem nachfolgenden Zwirnen in einer
Doppeldrahtzwirnspindel ein Einzelfaden geringerer Spannung
sich um den anderen Einzelfaden größerer Spannung herum
wickelt. Wenn Fäden in bekannter Weise dubliert und auf
Fadenspulen aufgenommen werden, ist es nicht möglich, die
Fadenspannung der zu dublierenden Fäden auf die gleiche
einzustellen, um somit zu verhindern, daß ein Faden
geringerer Spannung sich um den anderen Faden herumwickelt.
Ein Einzelfaden, der bei einem pneumatischen Spinnvorgang
erhalten worden und mit weniger umwindenden Fasern oder
Hüllfasern versehen ist, weist eine sehr geringe Reiß
festigkeit auf und läßt sich kaum bei einer nachfolgenden
Arbeitsstufe bearbeiten oder verarbeiten. Bei weichen und
schwachen Fäden mit einer derartigen geringen Reißfestigkeit
läßt sich die Reißfestigkeit durch Dublieren erhöhen, so daß
der dublierte Faden weiter bearbeitet oder verarbeitet
werden kann.
Bei der Erfindung
läßt sich ein Verbundfaden ausgezeichneter Qualität und
besonderer Eigenschaften erhalten.
Während bei der vorstehend beschriebenen Ausführungsform zwei
Faserstränge nebeneinander angeordnet in die Spinn
einrichtungen einer Spinnstelle eingeführt werden, ergeben
sich keine Schwierigkeiten, wenn die beiden Faserstränge S3,
S4 jeweils in eine andere Spinnstelle eingeführt werden und
die aus den Drallgebern der Spinnstellen auslaufenden Fäden
Y1 und Y2 mittels einer Dublierführung zusammengebracht
werden.
Die Dublierführung kann
z. B. als eine Führungseinrichtung
ausgebildet sein, bei der die beiden Fäden Y1, Y2 zwischen zwei
Führungsstifte hindurchgeführt werden und von diesen zusam
mengeführt werden.
Nachstehend wird unter Bezugnahme auf die Fig. 3 bis 6
eine bevorzugte Ausführungsform einer Spinnvorrichtung oder
Spinnstelle beschrieben, die bei der Erfindung verwendbar
ist.
Bei den vorstehend beschriebenen Spinnvorrichtungen oder
Spinnstellen zur Herstellung eines Zweifachfadens spielt
die als Führungsplatte dargestellte Dublierführung 17
zum Dublieren von zwei gedrehten Fäden Y1 und Y2 eine
wichtige Rolle. Die beiden gedrehten Fäden Y1 und Y2 werden
jedoch nicht immer am V-förmigen Ausschnitt der in der
als Führungseinrichtung dargestellten Führungs
platte 17 dubliert. Insbesondere wenn die beiden gedreh
ten Fäden Y1 und Y2 die gleichen Drehungsrichtungen auf
weisen, z. B. S-Drehung-S-Drehung oder Z-Drehung-Z-Drehung,
neigt die Dublierstelle dazu, sich stromaufwärts, d. h.
entgegengesetzt der Faserstranglaufrichtung zu verschieben.
Demgemäß befindet sich die eigentliche Dublierstelle der
beiden gedrehten Fäden Y1 und Y2 zwischen der Führungs
platte 17 und einer mit V-förmigen Ausschnitten ver
sehenen Führungsplatte. Abgesehen davon, bleibt die
Dublierstelle nicht stehen, sondern verschiebt sich normaler
weise hin und her. Es wurde gefunden, daß dieses Verschie
ben oder Pulsieren der Dublierstelle zu einem Nachteil
führt, wonach den Fäden Y1 und Y2 von den wirbelnden Druckluft
strömungen variierende Drehungen erteilt werden. Dies
verursacht eine Beeinträchtigung der Qualität des herge
stellten Mehrfachfadens Y.
Es soll daher eine Spinnvorrichtung bzw. eine
Spinnstelle vorgesehen werden, bei der die Dublierstelle der
gedrehten Fäden Y1 und Y2 festgelegt ist, so daß ein Mehr
fachfaden Y₃ stabilisierter gleichmäßiger Qualität erhalten
werden kann.
Bei einer Ausführungsform ist daher
eine Spinnvorrichtung oder Spinnstelle zur Herstellung eines
Zweifachfadens, bei der zwei pneumatische Drallgeber, die
jeweils einen Satz Drallorgane enthalten, parallel zueinander
nach einem Streckwerk angeordnet sind, welches Hinterwalzen,
Laufriemchen, Vorderwalzen usw. aufweist, bei der eine
Dublierführung zum Dublieren von zwei gedrehten Fäden
stromabwärts der Drallgeber und ein pneumatisches Drallorgan 33 vorgesehen ist, in der Weise
ausgebildet, daß zusätzlich ein Trennglied oder eine Trennführung für
die gedrehten Fäden vor der Dublierführung vorgesehen
ist.
Dann ist vorzugsweise eine Hilfsführung, die die beiden
gedrehten Fäden im voneinander getrennten Zustand führt,
zwischen den pneumatischen Drallgebern und der Trennführung
vorgesehen. Die Hilfsführung weist einen zwischen zwei
Führungsausschnitten für die beiden gedrehten Fäden nach
oben sich erstreckenden Vorsprung auf, dessen oberes Ende
schmal ist und dessen unterer Teil eine größere Breite auf
weist, als die Trennführung.
Die Trennführung ist in Fadenlaufrichtung vor der
Dublierführung vorgesehen und dient dazu, ein Ver
schieben der Dublierstelle von zwei gedrehten Fäden Y1 und
Y2 in Richtung entgegengesetzt der Fadenlaufrichtung zu
verhindern, so daß die Dublierstelle vor der Dublierfüh
rung verbleibt.
Der Vorsprung der Hilfsführung dient dazu, einen Abstand
zwischen den beiden gedrehten Fäden Y1 und Y2 zu halten,
wenn nach einem Fadenbruch die beiden Fäden Y1 und Y2 von
einem Saugrohr erfaßt und aus den normalen Fadenlaufwegen
heraus in eine Fadenverbindeeinrichtung (Fadenspleißein
richtung) geführt werden, so daß die beiden Fäden Y1 und Y2
wieder mit Sicherheit jeweils an einer Seite der Trenn
führung vor der Dublierführung positioniert werden.
Die Dublierführung weist als Fadendurchlaß einen Schlitz
einstellbarer Breite auf. Anhand der Fig. 3 werden Einzel
heiten einer Dublierführung 120 und einer Hilfsführung
erläutert. Die Dublierführung 120 ist plattenförmig
ausgestaltet und an ihrer Mitte mit einem U-förmigen
Ausschnitt 121 versehen. An jeder der beiden einander
entgegengesetzten Schenkelseiten des U-förmigen Ausschnitts
121 ist eine Breiteneinstellplatte 122, 123 mittels einer
Schraube 124 befestigt. Die Breiteneinstellplatten 122 und
123 sind nach dem Lösen der Schrauben 124, die durch Lang
löcher 125 der Platten 122, 123 geführt sind, zur Einstellung
der Breite des Ausschnitts 121 in waagrechter Richtung beweg
bar. Demgemäß kann die Breite L des Ausschnitts 121 oder des
Zwischenraumes, in dem sich die Dublierstelle der beiden
Fäden Y1 und Y2 befindet, je nach der Dicke der beiden Fäden
Y1 und Y2 auf einen Optimalwert eingestellt werden.
Ein als Trennführung dienender Trennstift 126 ist an seinem
einen Endteil im wesentlichen L-förmig gebogen und unter
halb des U-förmigen Ausschnitts 121 an der Dublierführung
120 fest befestigt, so daß der Trennstift 126 vor der
Fadeneinlaufseite des U-förmigen Ausschnitts 121 senkrecht
zur Fadenlaufrichtung verläuft. Der Trennstift 126 befindet
sich vor der Mitte des U-förmigen Ausschnitts 121 und die
Lagen der Breiteneinstellplatten 122, 123 sind in der Weise
einstellbar, daß sich der Trennstift 126 vor der Mitte der
Breite L des Abstandes zwischen den Kanten der Platten 122
und 123 befindet. Es ist zu bemerken, daß die Trennführung
nicht auf die Ausbildung in Form eines Trennstiftes 126
beschränkt ist, sondern daß sie z. B. auch die Form einer
keilförmigen Platte mit dreieckigem Querschnitt aufweisen
kann. Es ist auch nicht erforderlich, daß die Trennführung
an der Dublierführung 120 fest befestigt ist. Statt
dessen kann sie auch an eine der beiden Breitenein
stellplatten 122, 123 befestigt sein. Der Ausschnitt 121
der Dublierführung 120 ist nicht auf die dargestellte
U-förmige Ausbildung beschränkt und kann auch V-förmig sein,
wie dies in Fig. 1 dargestellt ist, wobei die
Breiteneinstellplatten 122, 123 an den einander gegenüber
liegenden Seiten angeordnet sind. Die Trennführung ist
jedoch vorzugsweise in der Weise ausgebildet, daß sie an
bzw. vor der Mitte des Ausschnitts 121 der Dublierführung
120 positionierbar ist.
Eine plattenförmige Hilfsführung 127, die senkrecht zur
Fadenlaufrichtung angeordnet ist, ist entlang einer Kante
mit zwei Ausschnitten 128 und 129 versehen, durch die je
weils der Laufweg einer der beiden gesponnenen Fäden Y1 und
Y2 hindurchführt. Die Hilfsführung 127 dient dazu, die beiden
Fäden Y1 und Y2 zu führen, wenn diese, wie nachfolgend be
schrieben wird, aus den Drallgebern 107, 108 abgezogen und
in die Dublierführung eingelegt werden. Ein mit der plat
tenförmigen Hilfsführung 127 einstückig ausgebildeter Vor
sprung 130 einer Breite W und einer Höhe H erstreckt sich
von einer Stelle zwischen den beiden Ausschnitten 128 und
129 nach oben, wie in der Fig. 3 gesehen. Das Ende des
Vorsprungs 130 ist angespitzt, wobei die beiden Fäden
Y1 und Y2 vom Vorsprung 130 voneinander getrennt ge
halten werden können. Es ist zu beachten, daß eine Hilfs
führung 131 mit einer halbkreisförmig ausgebildeten Ober
kante an einer der Seitenflächen der Hilfsführung 127 ober
halb der Ausschnitte 128, 129 befestigt sein kann. Die
gerade untere Kante 131a der Hilfsführung 131 kann auch als
Kontaktfläche einer schwenkbaren Fadenschneideinrichtung 132
dienen.
Der Zweck des Vorsprungs 130 wird nachstehend anhand der
Fig. 4 bis 6 erläutert. In der in der Fig. 4 darge
stellten Spinnmaschine sind Spinnstellen in einer Mehrzahl
in einer waagrechten Reihe nebeneinander angeordnet. Wenn
an einer Spinnstelle eine Dickstelle des Fadens von einem
elektronischen Fadenreiniger erfaßt und der Faden auto
matisch durchgeschnitten wird, oder wenn an einer Spinn
stelle ein Fadenbruch auftritt, ist es erforderlich, den
Faden z. B. durch Spleißen zu verbinden und die Spinnstelle
wieder in Tätigkeit zu setzen. Bei der dargestellten Aus
führungsform ist eine Fadenspleißeinrichtung nicht an jeder
Spinnstelle vorgesehen, sondern es steht ein fahrbarer
Fadenspleißwagen 133 für alle Spinnstellen zur Verfügung.
Ein durch alle Spinnstellen hindurchführender Rahmen 134
der Spinnmaschine weist ein allgemein U-förmiges Profil auf,
dessen offene Seite an der Vorderseite der Spinnmaschine
liegt. Der Fahrweg des Fadenspleißwagens 133 liegt innerhalb
des Rahmens, wie aus der Fig. 5 ersichtlich ist, wobei der
Fadenspleißwagen 133 entlang Schienen 135 und 136 zu einer
Position an einer Spinnstelle fahren kann, an der ein Faden
spleißvorgang durchzuführen ist. Der Fadenspleißwagen 133
ist mit einer Fadenspleißeinrichtung 137 versehen und ist in
der Weise ausgebildet, daß obere Fäden (gedrehte Fäden Y1
und Y2) an den Auslaufföffnungen der pneumatischen Drallgeber
107 und 108 von einem schwenkbaren gekrümmten Saugrohr 138
in seiner in der Fig. 5 dargestellten Betriebsstellung ange
saugt und durch Verschwenken des Saugrohres 138 der Faden
spleißeinrichtung 137 zugeführt werden. Das Saugrohr 138 ist
an seinem Ende mit zwei Saugöffnungen, die jeweils einen der
Fäden Y1 und Y2 ansaugen, versehen. Ein unterer Faden (Faden
Y), der mit der Fadenspule verbunden ist, wird von einem
anderen schwenkbaren Saugrohr 139, das in der Fig. 5 in
seiner Wartestellung dargestellt ist, der Fadenspleißein
richtung 137 zugeführt. Das Saugrohr 139 ist an seinem Ende
mit einer einzigen Saugöffnung versehen. Es ist im einzel
nen erforderlich, daß das Saugrohr 138 die beiden oberen
Fäden Y1 und Y2 in der Weise führt, daß sie jeweils an einer
Seite des in der Fig. 3 dargestellten Trennstiftes 126
verlaufend in den Ausschnitt 121 der Dublierführung
120 eingebracht und positioniert werden. Während das
Saugrohr 138, wie in der Fig. 6 dargestellt, um seine
untere Schwenkachse in Richtung entgegengesetzt dem Uhr
zeigersinn verschwenkt wird, um die angesaugten oberen Fäden
Y1 und Y2 der Fadenspleißeinrichtung 137 zuzuführen, bewegt
sich das Ansaugende des Saugrohres 138 entlang einer kreis
bogenförmigen Bewegungsbahn. Demgemäß folgen die beiden
angesaugten Endteile der Fäden Y1 und Y2 dieser Bewegungs
bahn und nehmen nacheinander die in der Fig. 6 mit umring
ten Zahlen dargestellten Lagen (1), (2) und (3) ein. In
der Lage (3) ist nicht gewährleistet, daß die beiden Fäden Y1
und Y2 in der Weise geführt werden, daß sie zu beiden
Seiten des Trennstiftes 126 liegen. Wenn jedoch die beiden
oberen Fäden Y1 und Y2 während der Schwenkbewegung des Saug
rohres 138 vom Vorsprung 130 in der Weise voneinander ge
trennt gehalten werden, wie dies in der Lage (1) der Fall
ist, bei der sich das Ende des Saugrohres 138 in der Nähe
der pneumatischen Drallgeber 107 und 108 befindet, dann
werden die beiden Fäden Y1 und Y2 in der Weise geführt, daß
sie in der Lage (3) mit Sicherheit jeweils an einer Seite
des Trennstiftes 126 zu liegen kommen.
Nachstehend wird die Funktionsweise der vorstehend beschriebe
nen Spinnvorrichtung oder Spinnstelle anhand der Fig. 3
beschrieben.
In der Fig. 3 werden die beiden Fäden Y1 und Y2, die von den
pneumatischen Drallgebern 107 bzw. 108 gedreht worden sind
und am Trennstift 126 vorbeilaufen, in dem Zustand, in dem
sie noch Rückdrehkräfte aufweisen, innerhalb der Breite L
zwischen den Kanten der Breiteneinstellplatten 122 und 123
der Dublierführung 120 am Ausschnitt 121 dubliert, wobei
die Breite L entsprechend den Fadendicken eingestellt
worden ist. Die beiden Fäden Y1 und Y2 werden hierbei
miteinander verschlungen, um im wesentlichen einen einzelnen
Mehrfachfaden Y zu ergeben. Bei dem in der Fig. 3 darge
stellten Fall haben sich die beiden Fäden Y1 und Y2 inner
halb der Breite L zu der Seite hin verschoben, an der
die Fadenspannung die größere ist. Wenn z. B. der Faden
Y2 nach dem Spinnen eine größere Fadenspannung aufweist,
dann werden die Fäden Y1 und Y2 beide in Berührung mit der
in der Fig. 3 an der rechten Seite dargestellten Breiten
einstellplatte 122 gehalten und von dieser geführt. Der
Trennstift 126 verhindert ein Fortpflanzen oder ein Ver
schieben der Dublierstelle der Fäden Y1 und Y2 in Richtung
stromaufwärts, d. h. in Richtung entgegengesetzt zur
Fadenlaufrichtung, und hält die Dublierstelle ortsfest. Da
der Trennstift 126 zum Führen der beiden gedrehten Fäden Y1
und Y2 vorgesehen ist, ist es erforderlich, daß vor einem
Fadenspleißvorgang und während des Führens der beiden Fäden
Y1 und Y2 zur Fadenspleißeinrichtung 137 der Vorsprung 130
der Fadenführung 127 die beiden Fäden Y1 und Y2 aus den
Drallgebern 107 und 108 in einem Abstand gleich der Breite W
des Vorsprungs 130 hält, damit die beiden Fäden Y1 und Y2
wieder ihre Lagen an jeder Seite des Trennstiftes 126 ein
nehmen. Wenn dann die beiden Fäden Y1 und Y2 in den Aus
schnitten 128 und 129 positioniert sind, laufen sie hinter
dem Trennstift 126 zusammen und treten in den Ausschnitt 121
ein. Es ist zu bemerken, daß wenn die oberen Ecken oder
Kanten des Ausschnitts 121 und der Breiteneinstellplatten 122
und 123 abgeschrägt sind, dann lassen sich die Fäden Y1 und
Y2 mit größerer Sicherheit führen. Die Höhe H des Vorsprungs
120 ist derart bemessen, daß dieser die beiden aus den Drall
gebern 107 und 108 austretenden, vom Saugrohr 138 angesaugten
Fäden Y1 und Y2 sofort nach Beginn der Schwenkbewegung des
Saugrohres 138 zur Fadenspleißeinrichtung 137 hin, z. B. in der
Lage (1), voneinander getrennt hält.
Aufgrund der vorstehend beschriebenen Bauweise dieser Aus
führungsform lassen sich die folgenden Vorteile erzielen.
Da die Trennführung (Trennstift 126) der gedrehten Fäden Y1
und Y2 in Fadenlaufrichtung gesehen vor der Dublierführung
120 vorgesehen ist, so daß ein Fortpflanzen oder
Verschieben der Dublierstelle der beiden Fäden Y1 und Y2 in
Richtung entgegengesetzt der Fadenlaufrichtung verhindert
und die Dublierstelle vor der Dublierführung 120 gehalten
wird, läßt sich ein gleichmäßiger und stabilisierter
Mehrfachfaden erzielen, der von willkürlichen Einflüssen
unregelmäßiger Drehungen der Einzelfäden Y1 und Y2 frei ist.
Da die Hilfsführung 127, die die beiden Fäden Y1 und Y2 im
voneinander getrennten Zustand führt, zwischen den pneumati
schen Drallgebern 107 und 108 und der Trennführung ange
ordnet ist und den Vorsprung 130 aufweist, der sich von
zwischen den Ausschnitten 128 und 129 für die beiden gedreh
ten Fäden Y1 und Y2 nach oben erstreckt und ein schmales
oberes Ende sowie einen unteren Teil aufweist, der eine
größere Breite W als die Trennführung aufweist, werden
die beiden gedrehten Fäden Y1 und Y2, während diese nach
einem Fadenbruch vom Saugrohr 138 von den Drallgebern 107
und 108 abgezogen und der Fadenspleißeinrichtung 137 zugeführt
werden, in einem derartigen Abstand voneinander gehalten,
daß die beiden Fäden Y1 und Y2 mit Sicherheit jeweils an
einer der beiden entgegengesetzten Seiten der vor der Dub
lierführung 120 vorgesehenen Trennführung (Trennstift 126)
positioniert werden, so daß ein unzulängliches Führen der
beiden Fäden Y1 und Y2 vor einem Fadenspleißvorgang vermie
den wird.