DE390C - Präzisionssteuerung für Dampfmaschinen mit flachen Schiebern - Google Patents
Präzisionssteuerung für Dampfmaschinen mit flachen SchiebernInfo
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Description
PATENTSCHRIF
1877.
F. AUG. SCHULZ in ZEITZ. Präcisions-Steuerung für Dampfmaschinen mit flachen Schiebern.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 3. August 1877 ab,
Die beiliegende Zeichnung giebt die Darstellung einer Präcisions - Steuerung für Dampfmaschinen
mit flachen Schiebern, welche trotz Anwendungnur eines, durch nur einen Excenter
bewegten Expansionsschiebers alle zwischen Null und ca. drei Viertel des Kolbenhubs liegenden
Füllungsgrade zuläfst.
Die Construction der Schieber und deren Arrangement ähneln im allgemeinen der bekannten
Meyer'sehen Ausführung, unterscheiden sich jedoch von diesen insofern, als zwischen
Grundschieber α und Expansionsschieber b, Fig. 2 und 3, eine in der Bewegungsrichtung'
beider Schieber unverrückbare, mit Durchlafskanälen versehene, in Fig. 9 besonders gezeichnete
Platte c eingeschaltet ist, welche unmittelbar auf dem Grundschieber liegt und mit beiden
Schiebern verdichtet ist.
Nach rückwärts, der letztgedachten Platte zugewendet, bildet der Grundschieber einen Kasten
(Fig. 2, 3 und 10), in welchem sich seine Dampfeinlafskanäle
vereinigen, und dessen Dimensionen so bemessen sind, dafs die Durchlafskanäle der
Zwischenplatte bei den äufsersten Positionen des Grundschiebers noch immer innerhalb dieses
Kastens liegen, so dafs letzterer nur während der Eröffnungsdauer des Expansions - Schiebers
mit dem Schieberkastenraum communicirt.
Der Expansions-Schieber ist, entsprechend der Zwischenplatte, gleichfalls mit mehreren Durchlafskanälen
versehen, um neben der Erzielung eines möglichst grofsen Durchtrittsquerschnitts
eine für die äufsere Steuerung wünschenswerte Reduction des Schieberaushubs zu ermöglichen.
Die Stange des Expansions-Schiebers ist verbunden mit dem durch die vordere Schieberkastenwand
tretenden Kolben d, Fig. 2, durch welchen, vermöge des auf ihm lastenden Dampfüberdruckes,
der Rückgang bezw. das Schliefsen des Expansions-Schiebers bewirkt wird. Die
Hubbegrenzung dieses Kolbens nach aufsen hin liegt in einem äufserlich angebrachten, weiter
unten beschriebenen Luftcylinder.
Die Eröffnung der in der Zwischenplatte befindlichen Durchlafskanäle durch den Expansions-Schieber
erfolgt durch Einwirkung der Druckspindel e, Fig. 2 und 4, auf den Kolben d, auf
deren Vorschub die an dem durch einen Excenter bewegten Doppelhebel /, Fig. 1 und 4, hängenden
Klinken gg1 wechselseitig wirken. Diese
Einwirkung erfolgt jedoch nicht direct, sondern seitens jeder Klinke durch eine in Fig. 7 besonders
gezeichnete Kupplung i i *, welche hinter den Ansatz der Druckspindel e, Fig. 4, einhaken
und diese mitnehmen.
Die Bewegung der Klinken erfolgt, gemäfs deren Arrangement in Bezug auf den Drehpunkt
des Hebels/, wechselseitig, so dafs die Eröffnung der Durchlafskanäle der Zwischenplatte
während jeder Umdrehung der Schwungradwelle zweimal erfolgen mufs.
Beide Kupplungen i ix sind dort, wo die
Klinken angreifen, mit hartem Stahl armirt, bilden genau gleiche Halbcylinder und führen sich,
zusammengelegt und mit Einschlufs der Druckspindel e, in einer Kanone des an dem Maschinengestell
befestigten, alle Theile der Expansionsvorrichtung tragenden Bocks k, in welchem auch
die Führung der Grundschieberstange sich befindet.
Dem Verdrehen der Kupplungen wird entgegengewirkt durch den Riegel s, Fig. 4 und 7,
welcher von unten durch die Wand der Kanone in eine Nuth der unteren Kupplung eingeführt
ist.
Die Auslösuug der Klinken erfolgt durch Anstofsen derselben an die Daumen m m *, Fig. 4,
5 und 6, welche vermittelst der aus denFiguren 1, 2 und 6 leicht verständlichen Hebel-Combination
durch den Regulator eingestellt werden.
Die dem Schieberkasten zunächst liegende Führungsbüchse η enthält, wie Fig. 4 zeigt, eine
leichte Spiralfeder, welche durch den auf der Druckspindel gleitenden Kolben ο die Kupplungen
nach erfolgter Auslösung in ihre Nullstellung zurücktreibt und dieselben bis zum Einsetzen
der Klinken in dieser Stellung festhält.
Zur Vermeidung harten Antreffens ist sowohl letztgedachter Kolben, wie auch der Fänger der
Kupplungen mit Leder armirt.
Die Begrenzung des Rückganges der Druckspindel, und somit auch die des Rückganges
des Expansionsschiebers, liegt in dem Luftcylinder /, Fig. 4, in welchem der auf der Druckspindel
befestigte Kolben q möglichst luftdicht schliefst; die durchbohrte Schraube r dient zum
Reguliren des Luftpolsters.
Es soll nun, wenn der Luftkolben q fest an die Grundfläche des Luftcylinders gedrückt wird
und die Kupplungen dicht an ihrem Fänger
Claims (1)
- liegen, zwischen dem "Ansatz der Druckspindel und den als Mitnehmer "dienenden Stahleinlagen der Kupplungen ein geringes Spiel bestehen, durch Welches, da die; : Kupplungen, vermöge der oben gedachten" Spiralfeder, der Spindel beim Rückgang voreilen, ein hartes Zusammentreffen beider Theile vermieden wird.Der Expansions-Schieber wird, wie schon Eingangs erwähnt, während jeder Umdrehung der Schwungradwelle zweimal gesteuert und der betreffende Excenter so gesetzt, dafs die Eröffnung der Durchlafskanäle in der Zwischenplatte erfolgt, wenn etwa der Grundschieber auf Mitte seines Weges sich befindet.Die Ueberdeckung des Expansions-Schiebers zu seiner ganzen Hublänge ist ca. ι : 5 gedacht, so dafs alle zwischen Null und drei Viertel des Kolbenhubs liegenden Füllungsgrade möglich sind.Die beschriebene Steuerung ähnelt in Bezug auf Arrangement und Construction der Schieber im allgemeinen der bekannten Meyer'schen Ausführung; auch erfolgt die Bewegung der Schieber in bekannter Weise, indem der Grundschieber direct durch einen Excenter und der Expansions-Schieber, im Sinne des Meyer-Starke'sehen Expansionsventils, während jeder Umdrehung der Maschinenwelle zweimal gesteuert wird; ferner ist das Arrangement des Klinkwerks analog dem der Corlifsmaschine von Houget und Preston, wie auch dem des im zweiten Octoberheft des Dingler'schen Journals, Jahrgang 1876, beschriebenen Tremper'-schen Expansions-Regulators.Neu ist auch nicht das Schliefsen des Expansions-Schiebers durch den auf einen, durch die Wand des Schieberkastens nach aufsen tretenden Kolben lastenden Dampfdruck, wie sich dies angewendet findet bei der Flachschieber-Expansions-Steuerung von Kopp η er und Wannieck, beschrieben in Stummer's Ingenieur, Wien, Juni 1875, und wenngleich diese Steuerung, mit Rücksicht auf die Anwendung flacher Schieber, eine Analogie mit der beschriebenen bietet, so ist dieselbe von letzterer jedoch insofern wesentlich verschieden, als bei jener die Anwendung zweier von einander unabhängiger, in ihrer Bewegung aber von gleichfalls zwei in getrennten Schieberkästen liegenden Grundschiebern abhängiger Expansions-Schieber Bedingung ist und nur ein Füllungsgrad von höchstens 40 pCt. des Kolbenhubs möglich ist.Das Neue und Eigenthümliche der beschriebenen Steuerung besteht darin, dafs dieselbe trotz Anwendung nur eines Grundschiebers und nur eines, durch nur einen Excenter bewegten Expansions-Schiebers alle zwischen Null und drei Viertel des Kolbenhubs liegenden Füllungsgrade zuläfst.Dies aber wird erreicht durch die Fixirung der Admissionskanäle des Grundschiebers, vermöge der in der Bewegungsrichtung der Schieber unverrückbaren, beide Schieber dichtenden Zwischenplatte und durch die Verkupplung des Klinkwerks mit der Stange des Expansions-Schiebers.Es sei noch bemerkt, dafs die beschriebene Steuerung die Anwendung zweier Schieberkästen und demzufolge auch die Anwendung zweier Grund- und zweier Expansions-Schieber (je an ein und derselben Stange befestigt und deshalb als je ein Schieber anzusehen) nicht ausschliefst, wenn eine Verkürzung der Dampfkanäle aus ökonomischen Gründen wünschenswerth erscheint.Ein zweiter, wesentlicher Zweck der Zwischenplatte ist die Erzielung einer besseren Expansionswirkung, als dies bei allen vor dem Schieberkasten anzubringenden Expansions- und Regulirungsvorrichtungen möglich ist, wie auch die Vermeidung von Dampfverlusten und die Beseitigung des Schiagens und Abhebens der Schieber, was bei allen der letztgedachten Kategorie angehörenden Expansions-Apparaten unvermeidlich eintritt, sobald bei starker Entlastung der Maschine die Endspannung im Cylinder und Schieberkasten den Atmosphärendruck unterschreitet und der letztere, durch das Ausblase-, rohr rückwirkend, die Schieber hebt.Patent-Anspruch: Eine Präcisions-Steuerung für Dampfmaschinen mit flachen Schiebern, welche trotz Anwendung nur eines, durch nur einen Excenter bewegten Expansions-Schiebers alle zwischen Null und drei Viertel des Kolbenhubs liegenden Füllungsgrade zuläfst.Hierzu I Blatt Zeichnungen.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE390T | 1877-08-01 |
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| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE390C true DE390C (de) |
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ID=70970131
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| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE000000000390DA Expired - Lifetime DE390C (de) | 1877-08-01 | 1877-08-01 | Präzisionssteuerung für Dampfmaschinen mit flachen Schiebern |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE390C (de) |
-
1877
- 1877-08-01 DE DE000000000390DA patent/DE390C/de not_active Expired - Lifetime
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