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Arbeitsverfahren beim Klären von Trüben in Klärteichen.
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Die in den verschiedensten Zweigen des Bergbaues, der Hüttenbetriebe,
der chemischen Industrie u. dgl. auftretenden Trüben bedürfen, ehe sie in die Vorflut
geleitet werden, einer Klärung, einerseits, um die festen Bestandteile zu entnehmen
und nutzbar zu machen, anderseits, um die Trübe möglichst rein der Vorflut zuzuführen.
Man bedient sich hierzu der bekannten Klärteiche, in die die Trübe am einen Ende
eintritt, um sie, nachdem sich die festen Bestandteile gesetzt haben, am anderen
Ende wieder zu verlassen. Nach einer gewissen Zeit müssen nun diese Klärteiche entschlämmt
werden, um auf diese Weise die festen Bestandteile zu gewinnen und die Möglichkeit
einer weiteren Klärung für die Trübe zu schaffen.
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Zu diesem Zwecke verfährt man bisher so, daß, wie in Abb. 1 und 2
in senkrechtem Schnitt und Grundriß dargestellt, der Klärteich beispielsweise in
vier voneinander getrennte Behälter I, II, III und IV unterteilt wird. Sobald einer
dieser Behälter, beispielsweise Behälter 1, genügend mit Schlamm gefüllt ist, wird
der Trübezufluß zu diesem abgestellt und die sich darin befindende Trübe geklärt.
Nach erfolgter Klärung wird das darüber stehende Wasser entfernt und im Anschluß
daran der anstehende Schlamm entweder von Hand oder mit Hilfe von Schöpfwerk, beispielsweise
Kolben- oder Zentrifugalpumpe oder einer pneumatischen Schlammförderanlage bzw.
Becherwerk o. dgl., beseitigt.
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Nachdem Behälter 1 restlos vom Schlamm befreit worden ist, wird die
Trübe wieder in diesen Behälter gelassen und der Trübezulauf zu Behälter II unterbrochen,
und das vorbeschriebene Spiel wiederholt sich.
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Berücksichtigt man, daß zum Klären und Entwässern im allgemeinen
etwa so viel Zeit benötigt wird wie zum Entschlämmen, so erkennt man, daß während
einer 24stündigen Tagesschicht die den Schlamm fördernde Einrichtung nur I2 Stunden
in Tätigkeit und dementsprechend die Gewinnung des Schlammes nur eine intermittierende
ist. Infolgedessen muß zur Bewältigung der innerhalb 24 Stunden sich' ausscheidenden
Schlammmasse eine Fördervorrichtung verwendet werden, die groß genug ist, um dies
in 12 Stunden zu tun.
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Der Zweck der Erfindung ist es nun, dieses beim Klären von Trüben
in Klärteichen bisher
angewandte Verfahren durch ein neues, wirtschaftlicheres
zu ersetzen. Dieses den Gegenstand der Erfindung bildende Arbeitsverfahren unterscheidet
sich dadurch von dem bisher bekannten, daß stets mindestens zwei von einer Mehrzahl
nebeneinander angeordneter Behälter außer Betrieb sind und die Entleerung dieser
so vorgenommen wird, daß die eine bzw. die einen gegen die andere bzw. die anderen
um die zur Klärung und Entwässerung notwendige Zeit vorauseilen, zum Zwecke einer
allmählichen ununterbrochenen Entschlämmung sämtlicher Behälter.
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Bei der zur Ausführung des Verfahrens, beispielsweise zur Klärung
von aus Kohlen-oder Erzwäschen stammenden Trüben geeigneten Vorrichtung ist, wie
in Abb. 3 und 4 in senkrechtem Schnitt und Grundriß dar gestellt, der Klärteich
in fünf Behälter I, II, III, IV und V unterteilt, die von der Trübe in Richtung
der Pfeile durchströmt werden.
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Das Arbeitsverfahren geht nun folgendermaßen vor sich: Zunächst wird
der Zufluß zu Behälter I abgeschlossen und der in diesem befindlichen Trübe Gelegenheit
zur Klärung gegeben. Sobald dies geschehen, wird das Wasser abgelassen, worauf die
Schlammförderung beginnt. Zugleich mit Beginn dieser wird der Zufluß zu Behälter
II abgeschlossen, die dort befindliche Trübe kann sich klären, und das anstehende
Wasser wird dann abgelassen. In derselben Zeit, in der der Prozeß im Behälter II
bis zu diesem Punkte vorgeschritten ist, hat die Entschlämmung im Behälter 1 stattgefunden,
so daß in diesem Behälter wieder Trübe eingelassen werden kann, während das Förderwerk
auf den Behälter II umgeschaltet wird, um diesen zu entschlämmen. Gleichzeitig wird
der Zufluß zu Behälter III unterbrochen, so daß in diesem die Klärung und die daran
anschließende Entwässerung vor sich gehen kann. In dieser Weise werden nach und
nach alle Behälter geklärt, entwässert und entschlämmt, und zwar so, daß der eine
gegen den nachfolgenden um die für das Klären und lzntsvässern notwendige Zeit vorauseilt.
Man erreicht hierbei eine kontinuierliche Schlammgewinnung, wodurch die Weiterverarbeitung
wesentlich erleichtert wird. Abgesehen hiervon benötigt man unter der Voraussetzung
sonst gleicher Verhältnisse in bezug auf in der Zeiteinheit ausfallende feste Bestandteile
und Trüheumenge zur Bewältigung der Schlammassen ein Pumpwerk, das nur halb so groß
zu sein braucht wie bisher, bzw. man kann mit Hilfe eines gleich großen Pump werkes
die doppelte Menge Schlamm bewältigen. Hierbei ist es natürlich gleichgültig. ob
die festen Bestandteile in Form von Schlamm abgepumpt oder als kompakte Klasse abgestochen
werden, in welch letzterem Falle die Böden der einzelnen Behälter e'oen verlaufen.
Ebensowenig hat die Zahl der Behälter, in die der Klärteich unterteilt ist, mit
der Erfindung als solcher etwas zu tun, diese richtet sich vielmehr ganz nach der
Art und nienge der zu klärenden Trübe und der darin enthaltenen festen Bestandteile.
Es können daher in dieser Beziehung die verschiedensten Variationen vorgenommen
werden, ohne außerhalb des Rahmens der Erfindung zu fallen, vorausgesetzt, daß dabei
die WIöglichkeit gewahrt bleibt, daß von den gerade zu entleerenden Behältern die
einen gegen die anderen um die zur Klärung und Entwässerung notwendige Zeit in der
Behandlung vorauseilen. Beispielsweise kann bei gewissen Arten von Trüben zum Klären
und Entwässern die doppelte Zeit wie zum Auskehren des Schlammes benötigt werden,
in welchem Falle stets drei Behälter außer Betrieb gesetzt werden müssen von denen
jeder gegen den anderen in der Behandlung um ein Drittel der gesamten zum Klären,
Entwässern und Entschlämmen notwendigen Zeit vorauseilt.
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Ebenso könnte der umgekehrte Fall denkbar sein, daß nämlich das Auskehren
des Schlammes doppelt so viel Zeit erfordert wie das Klären und Entwässern, infolgedessen
würden hierbei gleichzeitig zwei Behälter entschlämmt und der dritte geklärt und
entwässert werden, wobei natürlich wieder die Arbeitsperioden in den einzelnen Behältern
gegeneinander um ein Drittel der Gesamtzeit versetzt sein müßten.