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Aus Klammervorrichtungen gebildeter Kübeldeckelverschluß für Hochöfen
o. dgl. Bei Hochofenbeschickungsanlagen, bei denen die Beschickung des Hochofens
mittels Senkbodenkübel erfolgt, werden die Kübel während des Begichtens durch einen
besonderen Deckel abgedeckt. Hierbei wirkt naturgemäß der im Hochofen herrschende
Gasdruck auf den Deckel ein und sucht ihn abzuheben. Um dies mit Rücksicht auf Gichtgasverluste
usw. zu vermeiden, war es erforderlich, den Kübeldeckel verhältnismäßig schwer zu
halten, damit er dem Gasdruck den erforderlichen Widerstand leisten kann. Ein derartig
schwerer Deckel bedeutet aber eine erhebliche »tote Last« und führte außerdem zu
hohen Beanspruchungen der den Deckel tragenden Seile, abgesehen davon, daß das erforderliche
Deckelgewicht nur unter Zugrundelegung ganz unbestimmter Größen ermittelt werden
konnte.
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Man suchte daher auf andere Art und Weise- den nötigen Anpressungsdruck
des Deckels auf den Kübel zu erreichen, indem eine Bauart geschaffen wurde, die
es ermöglichte, das Deckelgewicht unabhängig vom auftretenden Gasdruck zu machen.
Erreicht wurde dies durch klammerartige Vorrichtungen, welche den Deckel nach dem
Aufsetzen auf "den Kübel an diesem festhalten. Doch hafteten auch diesen Einrichtungen
noch Nachteile verschiedenster Art an. Die einzelnen Verschlußhebel werden jeder
durch ein besonderes Gewicht betätigt, welches, um den notwendigen Anpressungsdruck
herbeizuführen,
weit über den Deckel hinausragen muß und dadurch
das Durchgangsprofil des Deckels ungünstig beeinflußt.
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Die Erfindung vermeidet auch diese Nachteile in der einfachsten Weise
dadurch, daß mit Hilfe eines einzigen Gewichtes und entsprechender Zwischenglieder
der Anpressungsdruck des Deckels auf den Kübel herbeigeführt wird. Diese Ausführung
bietet den Vorteil, daß das in Frage kommende Gewicht im Verhältnis zum erforderlichen
Anpressungsdruck sehr klein gehalten werden kann. Die Einrichtung kann hierbei so
getroffen werden, daß am Kübeldeckel zwei oder mehrere Doppelhebel drehbar befestigt
werden, deren untere Schenkel so gestaltet sind, daß sie beim Aufsitzen des Deckels
auf den Kübel einen entsprechend ausgebildeten Aufsatzring am Kübel unterfassen
können, während die Enden der oberen Schenkel durch Gelenkstücke mit einem an der
Aufzugskatze nachgiebig gelagerten Gewicht verbunden sind, derart, daß beim Aufsitzen
des Kübeldeckels das Gewicht frei auf den Gelenkstücken ruht.
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Vorteilhaft wird die Fläche, an welcher die Schenkel der Hebel den
Aufsatzring unterfassen, konisch gestaltet.
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In der Zeichnung ist eine Ausführungsmöglichkeit der Erfindung schematisch
dargestellt, und zwar zeigt Abb. i die Einrichtung in der Seitenansicht, während
Abb. 2 den Grundriß hierzu wiedergibt. Der mit a bezeichnete und nur teilweise dargestellte
Senkbodenkübel wird in bekannter Weise unter Vermittlung des (nicht gezeich- i neten)
Kübelbodens durch die pendelnd an der Aufzugskatze befestigte Stange h getragen,
wobei dann der Kübeldeckel c oberhalb des Kübels a schwebt. Bei der dargestellten
Einrichtung ist angenommen, daß der Kübel a auf der Gicht aufsitzt, wobei der Deckel
c auf den Aufsatzring d am Kübel a herabgelassen ist. An dem Kübeldeckel
c sind um Bolzen m drehhar zwei oder mehrere Doppelhebel e, f angeordnet, von denen
die unteren Schenkel e mit j einer Nase o versehen sind, die eine solche Form hat,
daß sie durch Schwenkung des Doppelhebels e, f den Aufsatzring an der konischen
Fläche ä unterfaßt. An der nicht gezeichneten Aufzugskatze hängt an Ketten la o.
dgl. ein - rahmenförmig ausgebildetes Gewicht k, das vermittels der Gelenkstücke
i mit den freien Enden der Schenkel f verbunden ist. Das Gewicht k ist vermittels
der Zugorgane h an der Aufzugskatze derart befestigt, daß, I nachdem sich beim Begichten
der Deckel c auf den Aufsatzring d gesetzt hat, dasselbe frei auf den Gelenkstücken
i ruht. Die Verschiebbarkeit des Gewichtes k gegenüber dem Deckel c nach oben wird
durch auf dem Deckel c befestigte Anschläge n, gegen welche sich die entsprechend
gestalteten Schenkel f legen, begrenzt.
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Der Betriebsvorgang der beschriebenen Einrichtung gestaltet sich wie
folgt: Hat sich in bekannter Weise beim Niederlassen des Kübels a auf die Ofengicht
der Deckel c auf den Aufsatzring d aufgesetzt, so wirkt infolge der beschriebenen
Anordnung des Gewichtes k dieses auf die Gelenkstücke i
ein, welche
infolge der dargestellten Anordnung und mit Bezug auf diese den Hebel
e, f
im Sinne des Uhrzeigers um den Bolzen eia schwenkt. Hierbei unterfaßt
die Nase o den Aufsatzring d an der konischen Fläche g, wobei die gewählte Gelenkverbindung
des Gewichtes k und der Doppelhebel e, f zur Folge hat, daß der Deckel c
auf den Aufsatzring d gedrückt wird. Der Deckel bleibt also stets fest geschlossen.
Beim Anheben des Kübels a nach erfolgter Begichtung gibt die Nase o des Hebels
e, f den Aufsatzring d selbsttätig frei, da das sich zuerst hebende
Gewicht k den Hebel e, f mit Bezug auf die Darstellung entgegengesetzt dem Uhrzeigersinne
um den Bolzen in schwenkt, und zwar so lange, bis die Hebelschenkel f gegen die
Anschlägen stoßen. Hierdurch wird die Aufwärtsbewegung des Gewichtes k gegenüber
dem Deckel beendet, so daß sich beim weiteren Anheben der Deckel c vom Kübel a abhebt.