-
Gerät zum Messen der Höhe von Gegenständen, Bäumen, Masten; Leitungen
u. dgl. Es sind bereits Meßgeräte zum Bestimmen der Höhe von Gegenständen (Bäumen,
Masten, Leitungen u. dgl.) bekannt, die in der Hauptsache aus einem 45°-Meßdreieck
bestehen, deren wagerechte Kathete und deren Hypotenuse als Ziellinien benutzt werden.
Diese Meßgeräte sind nur rohe Behelfsmittel und für genaue Messungen ungeeignet.
Es sind ferner Meßgeräte in verschiedenen Ausführungen bekannt, bei welchen ein
aus der Wagerechten in verschiedene Winkellagen mittels Pendel einstellbares Zielliniengehäuse
vorhanden ist. Diese bekannten Meßgeräte sind zumeist viel zu umständlich und verwickelt
gebaut, um als einfache, schnelle und doch genügend genaue Messungen ergebende Hilfsgeräte
verwendet werden zu können. Sie haben auch vielfach besondere, fernrohrartig wirkende
Linsen notwendig, sind also an sich sehr teure Geräte, die nicht jedermann anvertraut
werden können und eine besondere Schulung zu ihrer Handhabung bedürfen. Gegenstand
der Erfindung ist demgegenüber ein ganz einfaches, billiges, von jedem Hilfsarbeiter
fehlerfrei zu handhabendes Meßgerät zur Höhenbestimmung, das durchaus genügend genaue
Ergebnisse liefert, völlig unempfindlich ist und z. B. in der Rocktasche mitgenommen
werden kann.
-
Die Neuerung besteht 'im wesentlichen darin, daß das an sich bekannte
Zielliniengehäuse aus einer Trommel mit zwei gegeneinander verdrehbaren Teilen besteht,
daß der den Gehäusemantel- bildende Teil die Ziellinie enthält, und der andere Teil
als verdrehbarer Deckel ausgestaltet ist, der ein als ein Pendel wirkendes Schwergewicht,
enthält, das die Ziellinie in der jeweils eingestellten Lage erhält.
-
In der Zeichnung ist eine beispielsweise Ausführungsform der Erfindung
in Abb.- r in Vorderansicht und in Abb.2 in einem Längsschnitt dargestellt. Abb.
3 zeigt zeichnerisch den Vorgang bei einer Höhenbestimmung.
Bei
der dargestellten Ausführungsform ist a eine mit Handgriff b versehene
Gabel, in der oben eine wagerechte, geteilte Achse c feststehend gelagert, z. B.
eingeschraubt ist. Um diese ist eine flache Trommel frei ausschwingbar angeordnet,
die aus dem mit dem Mantel d versehenen Boden e und aus dem abnehmbar aufgesetzten,
im Kreise verdrehbaren Deckel f besteht. Beide können auf irgendeine geeignete Weise
lösbar miteinander verbunden sein, z. B., wie dargestellt, mit Hilfe eines Bajonettverschlusses,
wozu der Deckelf auf zwei voneinander getrennten Vierteln seines Umfanges innen
j e mit einer Bogennut g versehen ist, die durch Drehung des Deckels in am Mantel
d vorgesehene Viertelbogenfedern h zum Eingriff gebracht werden können. Auf der
unteren Hälfte ist der Deckel f mit einem Schwergewicht, z. B. mit einem Bleisegment
i, versehen. Außen enthält der Deckel in der oberen Hälfte eine Einteilung o, %
und i. Der Nullstrich befindet sich in der Senkrechten, also genau über der Mittelachse
des Schwergewichtes i, die Marke i ist um 45° nach rechts verschoben. Die Zwischenmarke
11, befindet sich in einem Winkelabstande von a6° 35 Minuten (der Tangens dieses
Winkels ist gleich o,5). Über der Marke o ist am Gehäusemantel d ein Zeiger
h ortsfest angebracht. In der wagerechten Ebene enthält der Gehäusemantel
d auf der rechten Seite ein kleines Schauloch L, dem auf der anderen Seite in gleicher
Achse im Gehäusemantel ein durch ein Glas m verkleidetes Fenster gegenüberliegt,
das ein Korn enthält.
-
Die Gebrauchsweise des Höhenmessers ist folgende: Soll z. B. die Höhe
des Isolators n eines elektrischen Leitungsmastes oder die Höhe der an diesem verlegten
Freileitung festgestellt werden, so wird zunächst der Deckel des Höhenmessers auf
die Marke o eingestellt, wie in Abb. i angegeben. Man stellt sich nun geeignet weit
vom Maß auf und zielt durch das vor das Auge gehaltene Schauloch l auf den Mast
und merkt auf diesem den Augenhöhenpunkt p an. Dann dreht man den Deckel f so weit
nach links, bis die Marke i auf den Zeiger trifft, wodurch sich die Achse des Schauloches
und des Fensterkornes auf 45'> (tg 450 = i) einstellt, wie in Abb. 3 angegeben.
Sie kehrt zufolge des Schwergewichtes immer in diese Lage von selbst zurück, sobald
sie aus der 45°-Lage gebracht wurde. Nun zielt man durch Vor-oder Rückwärtsgehen
so lange, bis Schauloch, Korn und Isolator in einer Linie liegen. Ist dies der Fall,
so merkt man den Beobachtungspunkt q am Boden mit Hilfe eines Steines, Holzes, Striches
o. dgl. an. Nun mißt man die Entfernungen A von q bis zum Punkt y
am Mastfuße und von diesem die Beobachtungshöhe B bis zum Augenhöhenpunkt p, zählt
beide Entfernungsmaße zusammen und hat damit bereits die Höhe C des Isolators n.
-
Mit Hilfe der Marke 1/2 kann zur Überprüfung eine zweite Messung vorgenommen
werden. Hierbei wird jedoch die Entfernung A, d. h. von q nach r, doppelt so groß
wie bei der vorherigen Messung und darf daher beim Zusammenzählen nur halb gerechnet
werden.
-
Die bei der Ausführungsform gewählten Winkelstellungen entsprechen
den Tangentenfunktionen. Der Höhenmesser kann auch für Sinusfunktionen eingerichtet
und geeicht werden.
-
Erwähnt sei noch, daß an Stelle der durch das Schwergewicht i herbeigeführten
Pendelselbsteinstellung des Gehäuses auch eine geeignete mechanische Feststellung
vorgesehen sein kann, durch die die Winkelstellungen des Zielliniengehäuses gesichert
werden. Es können auch Kerben an der Trommel vorgesehen sein, in die eine Kugel
o. dgl. einschnappt, um die Winkeleinstellungen ganz genau vornehmen zu können.
-
Der Höhenmesser, den auch weniger geschulte Hilfskräfte rasch zu benutzen
lernen, kann sehr mannigfache Verwendung finden. Er eignet sich insbesondere für
elektrotechnische Zwecke, für Geometer, Forstleute, für Telegraphen- und Telephonarbeiter
usw. Die Anschaffungskosten des nahezu unbegrenzt haltbaren Höhenmessers sind sehr
gering, so daß er ein wirklich praktisches und brauchbares Gerät darstellt.