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Vorrichtung zum-selbsttätigen Abheben des oberen Preßteiles für Mulden-
und Walzenpressen. Die Erfindung betrifft Vorrichtungen zum selbsttätigen Abheben
des oberen Preßteiles für Mulden- und Walzenpressen durch Kraftspeicher nach vorheriger
Entlastung des abzuhebenden Preßorgans und besteht im wesentlichen darin, daß die
Kraftspeicher mit entsprechendem Spiel mit den durch sie verstellbaren Huborganen
verbundene und dadurch von der Druckregelung unabhängige Gewichtshebel sind. Dadurch
wird gegenüber den bisher bekannten Vorrichtungen zum selbsttätigen Abheben des
oberen Preßorgans bei Mulden- und Walzenpressen, bei welchen als Kraftspeicher Dampf
oder Druckwasser dienen, sowohl die Bauart als auch die Bedienungsweise wesentlich
vereinfacht, wobei gleichzeitig der bei den älteren Vorrichtungen notwendige Aufwand
für Dampf oder Druckwasser für die Bedienung entfällt.
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In der Zeichnung ist eine Ausführungsform der Erfindung an einer Muldenpresse
schematisch in der Seitenansicht dargestellt. In der im Gestell festliegenden Mulde
i ruht die P.reß-walze 2, die ,mit ihren Schildzapfen 3 in Hängelagern q. an Traghebeln
5 drehbar ist, welche ihrerseits um am Maschinengestell feste Drehzapfen 6 schwingbar
sind, und an deren freien Enden die Belastungsvorrichtung angreift. Diese besteht
aus Gewichtshebeln 7 mit zweckmäßig regelbarer Belastung 8, die auf einer im Gestell
gelagerten Welle g sitzen. Der zweite Arm jedes Gewichtshebels 7 ist je durch einen
Lenker ii mit dem langen Arm 1a eines zweiarmigen Übertragungshebels ia., 13 auf
der drehbar im Gestell gelagerten Welle 14 verbunden. An den kürzeren Armen 13 der
beiden Übertragungshebel angreifende Schubstangen 15 verbinden die Übertragungshebel
mit den Traghebeln 5. Diese Schubstangen 15 enden in je einem Exzenterringe 16,
der ein Exzenter 17 auf dem Angriffsbolzen 18 umschließt. Jedes Exzenter 17 sitzt
zusammen mit einem Stirnrade ig fest auf einem Angriffsholzen
18,
der auch als durchgehende Welle ausgebildet sein kann. In jedes Stirnrad i9 greift
ein Zahnlogen 20, der auf oder Welle i.1 drehbar ist. Jeder Zahnbogen 2o ist mit
einem Kettenrade io fest verbunden, welches durch eine endlose Kette 21 zu gemeinsamer
Drehung mit einem zweiten Kettenrade 35 verbunden ist, «-elches auf einer im :Maschinengestell
drehbaren Welle 24 lose drehbar und durch eine Stift-Schlitzkupplung 33, 3-1 mit
dein zugehörigen, den Kraftspeicher bildenden Gewichthel.el 23 gekuppelt ist. Die
Gewichthebel 23 sitzen fest auf der Welle 2.1. Auf der Welle 24 ebenfalls festsitzende
Hubscheiben 25 greifen unter die Belastungsgewichthebel 7, während die mit den Kraftspeichern
oder Gewichthebeln 23 fest verbundenen Zahnbogen 22 in je ein Stirnrad 26 eingreifen,
welches mit einem oder mehreren Handrädern 27 zusammen fest auf der Welle g sitzt.
Das Handrad 27 ist mit einer Rast oder Kerbe 28 in seinem Umfange versehen, in welche
ein Sperriegel 29 eingreifen kann und in der Zeichnung eingreift, der mit einem
um einen feststehenden Zapfen 30 schwingbaren Fußtritt 31 verbunden und durch
diesen auslösbar ist. Die Eingriffstellung des Sperriegels 29 wird durch die Belastung
32 des Fußtritts 31 gesichert.
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Durch die Sperrung des Handrades 27 finit Hilfe des Sperriegels 29
wird der mit Hilfe des Handrades aufgezogene Kraftspeicher 23 in der wirkungsbereiten
Stellung gesperrt. Wird er durch Auslösung des Sperriegels 29 freigegeben, so führt
er seine Schwingbe@vegung im Sinne des in der Zeichnung eingezeichneten Pfeiles
aus. Dabei wirken zunächst die Hubscheiben 25 im Sinne des Aushebens auf den Belastungsgewichthebel
;. Die Prefiwalze 2 wird infolgedessen vom Preßdrucke entlastet. Währenddem haben
(lie --'#,ngriffzapfen 33 an den Zahnbögen 22 clie Enden der Schlitze 34 in den
Kettenrädern 35 erreicht, und mmnnehr werden infolge der Weiterdrehung cier Zahnbögen
22 durch die Kraftspeicher 23 infolge der jetzt wirksamen Kettenübertragung auch
die Zahnbögen 2o in Drehung versetzt, die sie durch die Stirnräder i9 auf die Schubtangen
i 5 und die Traghebel 5 im Sinne des Abhebens der Walze 2 von der Mulde i übertragen.
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Der Belastungsdruck für die Preßwalze kann in beliebiger, bekannter
Weise regelbar sein. Die Regelungsvorrichtung ist bei der dargestellten Ausführungsform
auf der Bedienungsseite der Maschine angeordnet und besteht im wesentlichen darin,
daß die Länge der Lenkstange r i veränderlich ist. Die Regelung der Belastung ist
dabei unabhängig von den Kraftspeichern, weil deren Verbindung mit den durch sie
verstellbaren Huborganen Spiel besitzt.
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Die selbsttätige Entlastung und Abhebung eles oberen Preßorgans durch
die Kraftspeicher gestattet beliebig große Gewichte für das obere Preßorgan und
dementsprechend beliebig großen Walzendurchmesser und beliebig flache Muldenform,
so daß dieselbe Muldenpresse für die verschiedensten `Warenstärken und Oualitäten
verwendbar ist.
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Gleichzeitig ist bei der in der Zeichnung dargestellten Ausführungsform
durch Verlegen der freien Arme der Traghebel und der Schubstangen zum Angriff der
Belastungs-und Entlastungsvorrichtung auf die Rückseite der Maschine vorn Platz
für den Untertritt des Warenstapels geschaffen, so daß der Warenstapel möglichst
nahe herangebracht werden kann und dadurch die Bedienung der Maschine möglichst
bequem wird. Weiter sind auf der Bedienungsseite die sonst stÖrenden Schubstangen
15 mit ihren Antriebsmitteln beseitigt, und die Bürsten- und Leitwalzen sowie der
Breithalter, für «-elche bisher besondere Lagerarme und Gestelle vorgesehen werden
mußten, können, wie die Zeichnung -neigt, nunmehr im Maschinengestell selbst gelagert
«-erden. Auch die Vorrichtung zur Regelung der Belastung kommt dadurch auf die Bedienungsseite
der Maschine zu liegen. wie schon erwähnt wurde.
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Indem man den Fußtritt 31 über die ganze Maschinenbreite reichen läßt,
kann man die Auslösung der Kraftspeicher von jeder Stelle der Bedienungsseite der
Maschine aus ermöglichen.