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Füllvorrichtung für Flaschen. Bisher gab es keine Vorrichtung, mit
welcher man Essigessenzflaschen mit engen Tropföffnungen schnell und reinlich füllen
konnte. Die bekannten Flaschenfüllvorrichtungen sind für diesen Zweck nicht zu gebrauchen.
Man behalf sich daher - so gut es eben ging - mit Gummischläuchen, die heberartig
aus einem hochstehenden, mit Essigessenz gefüllten Vorratsgefäß herabhingen, an
ihren Enden mit geeigneten Glas- oder Silberrohrspitzen versehen waren und beim
Füllen von einer Flasche zur anderen in die Tropföffnungen eingeführt wurden. Während
die Schlauchleitung auf dem Wege von Flasche zu Flasche stets mit der Hand abgequetscht
werden mußte, um ein einigermaßen rasches Arbeiten zu ermöglichen, gab es dabei
meist erhebliche Tropfverluste und abgesehen von der Besudelung der Flaschenköpfe
sowie der Hände des Abfüllenden noch eine starke Belästigung desselben durch das
Verdunsten der Säure.
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Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine sehr einfache und
zweckmäßige Vorrichtung, die es ermöglicht, unter völliger Beseitigung besagter
Übelstände ein sehr reinliches Füllen einer größeren Anzahl Flaschen nebeneinander
zu bewerkstelligen. Sie besteht im wesentlichen 'in einem um einen Stützpunkt drehbar
gelagerten, mit einer Schlauchleitung aus Paragummi o. dgl. versehenen Hebel, der
einerseits in einem längeren Abstand von dem Drehpunkt . als Füllkopf der Flaschen
und in einem kürzeren Abstand von dem Drehpunkt für die Schlauchleitung als Quetschhahn
ausgebildet ist.
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Die Abb. z zeigt z. B. in einem im senkrechten Schnitt gezeichneten
kastenartigen Gestell E aus Holz an der Innenseite des Deckels F einen um einen
Stütz- oder Drehpunkt A beweglichen, federartig gelagerten Hebel B-C befestigt,
an welchem sich eine Schlauchleitung D, zweckmäßig aus Paragummi, entlangzieht.
Dieselbe ist am vorderen Ende des Hebels mit einer nach unten abgekrümmten Glasröhre
G und gegebenenfalls noch mit einer engen durch ein kurzes Schlauchstück H angesetzten
Glas- oder Silberrohrspitze J versehen. Am hinteren Ende des Hebels dagegen ist
sie seitlich über dasselbe hinweggeleitet und von ihm durch den Druck einer in A
gelagerten Feder, ähnlich derjenigen einer hölzernen Wäscheklammer, gegen ein am
Kastendeckel angebrachtes Widerlager K abgequetscht und von da aus in eine durch
den Kastendeckel hindurchgeführte, nach dem Vorratsgefäß führende Schlauchleitung
L eingeleitet.
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An dem als Füllkopf dienenden verdickten Ende des Hebels befindet
sich eine muldenförmige AussparungM, die ein konzentrisches Einsetzen der Flaschenmündung
über der Füllrohrspitze J erleichtert.
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Das Füllen der Flaschen wird in der Weise bewerkstelligt, daß man
eine in die Hand genommene Flasche mit ihrer Mündung der Füllrohrspitze J entgegenführt,
sie unter Einführung der Spitze bis zur Mulde h1 vorschiebt, damit den Hebelarm
A-B nach oben drückt und sie dann darunter aufstellt. Mit dem Anheben des Hebelarmes
öffnet sich zugleich der Quetschhahn A-C, und die Flüssigkeit strömt aus dem Zuleitungsschlauch
L in die Flasche, bis diese unter dem Hebelarm A-B wieder hinweggenommen wird und
dieser durch den Federdruck in A sich wieder gesenkt hat.
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Abb. 3 zeigt die Vorrichtung in geschlossenem Kasten in der oberen
Ansicht. Es sind hier zugleich zwei solcher Schlauchhebel an einer gemeinsamen Leitung
L vereinigt, wobei jedoch jeder einzelne für sich unabhängig vom anderen zum Füllen
benutzt werden
kann. So läßt sich eine größere Anzahl Schlauchhebel
in einem Kasten vereinigen und damit ein sehr rasches und reinliches Abfüllen einer
Reihe von Flaschen ermöglichen, ohne daß beim Wechsel der Flaschen Säure nachtropft.
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Der ganze Mechanismus ist an der Innenseite des Kastendeckels F hängend
befestigt, während die beiden Hebelarme aus oben offenen Schlitzen N der Vorderwand
des Kastens herausragen. Man kann sich die Hebelanordnung auch umgekehrt denken,
und zwar so, daß die Arme A-B statt nach oben gedrückt, nach unten gezogen werden.
Die Vorrichtung kann auch in der Weise ausgeführt werden, daß an Stelle des Federdruckes
in A das Eigengewicht des Hebelarmes A-B oder eine besondere Gewichtsbelastung desselben
ein Abquetschen des Schlauches bei C bewirkt. Ferner kann der Drehpunkt A gemäß
den Abb. q. und 5 sich sowohl innerhalb der Strecke B-C als auch am Ende derselben
befinden, in welchem Falle dann nach Abb. 5 das Abquetschen an dem . nach innen
verlegten Punkt C stattfindet bzw. an einem Doppel- oder einarmigen Hebel.
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Eine solche Vorrichtung nach Abb. 5 ist beispielsweise in den Abb.
6 bis 9 dargestellt. Das- Abquetschen des Schlauchstückes D findet hier bei C innerhalb
der Strecke A-B statt, und zwar in einem am Kastendeckel angebrachten Lagergehäuse
K, in welchem der Hebel bei A drehbar gelagert und bei C in etwa wagerechter Lage
gestützt wird. Das Schlauchstück D führt unter dem Hebel durch das Gehäuse K hindurch
über die Stütze C hinweg nach dem Füllrohr des letzteren. In der Ruhelage des Hebels
wird es über dem Stützpunkt C durch das Hebelgewicht abgequetscht. Zur Erzielung
der nötigen Belastung ist der Hebelarm oder der Füllkopf durch ein Anhängegewicht
BI beschwert, welches in einem gabelförmigen Ausschnitt zugleich das Füllrohr einschließt
und mittels Stiften o. dgl. an dem Hebel befestigt ist.
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Die Abb. 6 zeigt zwei solcher Hebelarme in einem Kasten E nebeneinander
untergebracht, und zwar den vorderen Hebel mit seinen Befestigungsteilen im Längsschnitt,
bei abgequetschtem Schlauchstück in der Ruhelage, den anderen oder hinteren Hebel
dagegen- in angehobener Lage mit untergestellter Flasche. Während bei dem vorderen
Hebel der Flüssigkeitsdurchtritt infolge des Hebelgewichtes oder Hebeldruckes bei
C gesperrt ist, kann bei dem mit der Flasche angehobenen hinteren Hebel die Flüssigkeit
durch die Ausgußtülle G ungehindert ausfließen, bis die Flasche wieder hinweggenommen
und der Hebel in seine Ruhelage zurückgekehrt ist.
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Abb. 7 zeigt einen Schnitt X-Y durch das Lagergehäuse K mit Hebel,
Abb. 8 dagegen einen Schnitt W-Z durch den Hebel mit seinem Anhängestück B" und
Abb. 9 ist eine vordere Ansicht des Füllkopfes mit Ausgußtülle.
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Dadurch, daß an der Vorrichtung keine umstellbaren Hähne o. dgl. vorhanden
sind und der Abschluß bei C durch ein schlagartiges Abquetschen eines Schlauchstückes
aus Paragummi o. dgl. gegen ein feststehendes Widerlager C erfolgt, ergibt sich
der Vorteil, daß nach Hinwegnahme der Flaschen nichts von der Flüssigkeit mehr nachtropft.
Im Gegensatz zu den umstellbaren Hähnen ist an der Abschlußstelle auch niemals ein
Nachdichten erforderlich. Das Schlauchstück D als Verschlußglied der Leitung macht
die Verwendung der Füllvorrichtung für alle Arten von Flüssigkeiten, und zwar auch
für Säuren möglich und bietet den sehr erheblichen Vorteil, ohne besondere technische
Hilfsmittel jederzeit leicht ausgewechselt und crneuert werden zu können, ebenso
auch Verstopfungen in der Leitung leicht bei;eitigen zu lassen.
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Der Kastendeckel ist entweder aufgeschraubt oder an der Rückwand durch
Scharniere befestigt, damit man ihn mitsamt der Füllvorrichtung nach hinten aufklappen
kann, um diese für eventuelles Nachsehen der Teile leicht zugänglich zu machen.
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Die Vorrichtung ist auch zum Füllen andersartiger Flaschen geeignet.