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Presse zum Formen von gestanzten, insbesondere sternförmigen Blütenblättern.
Die neue Presse dient zum Formen von Blumen- und Blütenblättern, die bereits auf
dem Wege des Stanzens o. dgl. zur Weiterverarbeitung fertiggestellt sind. Es handelt
sich insbesondere um sternförmige Blätter. wie sie z. B. zur Herstellung von künstlichen
Schneeballblumen, Astern, Dahlien usw. erforderlich sind. Bei solchen Blättern kommt
es darauf an, daß die Sternarme zunächst durch einen radialen Mittelkniff zusammengefaltet
und dann an ihrem Ende um- und aufgebogen werden.
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Bei der neuen Presse drückt zunächst der mit radialen Rippen versehene
Stempel die Zacken der Blütenblätter in die entsprechenden Rinnen der Preßform,
wobei ihnen ein Mittelkniff unter Zusammenfalten verliehen wird. Die Preßform besteht
nun aus zwei gegeneinander drehbaren Teilen, welche durch eine zur Mitte der Form
konzentrische Kreisrinne getrennt sind. Wird nach dem Kniffen der Stempel ausgehoben,
dann kann man die beiden Teile der Preßform gegeneinander drehen, wobei die radialen
Rinnen den Blütenblattstapel festhalten. Bei dieser Drehung gleiten die Enden der
Zacken aus den radialen Teilen des dem Preßformrand zugekehrten Teiles heraus und
gelangen in die kreisförmige Ringnut, in welcher sie umgebogen werden. Um diese
Umformung der Blütenblätter dauerhaft zu machen, wird die Preßform in bekannter
Weise beheizt.
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Auf der Zeichnung ist in den Abb. i und 2 in einer Ansicht von oben
und in einer Seitenansicht bzw. in teilweisem senkrechten Querschnitt eine Ausführungsform
der neuen Presse dargestellt. Die Abb. 3 bis 5 stellen die Werkstücke, d. h. die
Blütenblätter, zu verschiedenen Zeiten des Arbeitsganges dar.
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Auf der mit Füßen versehenen Gestenplatte i ist die Preßform 2 angeordnet.
Der Kernteil 3 besteht mit dem Rumpf der Form aus einem Stück, während der'Randteil
4 baulich-von den übrigen Teilen getrennt ist. Der eine kreisförmige Gestalt aufweisende
Kernteil 3 -ist durch eine zur Formmitte konzentrische Ringnut 5 von dem ringförmigen
Randteil 4. getrennt. Auf diesen Randteil ist außerdem ein Ringflansch 6' aufgezogen,
welcher nach oben vorragt und so eine Randbegrenzung für die einzulegenden Blütenblätter
bildet. Die Preßform weist radiale Nuten 6 auf, welche vom Kernteil bis nach dem
Formrand 6 durchgehen.
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Auf dem so ausgebildeten Boden der Preßform wird nun ein Stapel 7
von Blütenblättern aufgelegt, und diese Blätter haben die aus Abb. 3 ersichtliche
Gestalt; sie bestehen je aus einem dünnen Seidenpapierblatt, welches durch vom Rand
auslaufende radiale Schnitte in Zacken 8 aufgeteilt ist, die am Rande von Bögen
begrenzt sind.
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Es ist nun ferner ein Stempel 9 vorgesehen, welcher an seiner dem
mit den radialenNuten6 versehenen Boden der Preßform zugekehrten Seite radiale Rippen
io aufweist, welche den Nuten 6 entsprechen. Dieser Stempel sitzt auswechselbar
an der Druckstange l i, die in einem Träger i2 längsverschiebbar geführt
ist und an einem Druckhebel 13 mittels eines durch den Schlitz 14 hindurchgehenden
Bolzens angelenkt ist. Der mit Handhabe (nicht mitgezeichnet) versehene Druckhebel
13 ist an dem Träger z2 bei 14 drehbar gelagert und wird am anderen Ende
des Trägers in dem Schlitz einer Bügelstange 15 geführt. Die ganze Trägerstange
mit Druckhebel 13 ist um den senkrechten Gestenbolzen 1d ausschwenkbar, so daß der
Stempel 9 in den Bereich der Preßform gebracht werden kann. Damit der Stempel in
die richtige Arbeitsstellung gelangt, ist ein zweiter Gestellbolzen 17 vorgesehen,
welcher derrt Träger 12 als Anschlag dient, indem sich das obere Ende
171 des Bolzens in eine Aussparung des Trägers i2 einlegt. Um die Lage des
Stempels beim Niedergehen
zu sichern, ist außerdem noch am Träger
eine nach unten gehende Führung 18 vorgesehen, welche beim Niedergehen an dem mit
einer Schrägfläche versehenen Kopf i9 des Bolzens 17 gleitet.
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Die radialen Rippen io an der Unterseite des Stempels drücken nun
die Zacken 8 des Blattstapels 7 in die radialen Nuten 6. Dabei wird den Zacken 8
in der Mitte ein Kniff erteilt; sie werden also zusammengefaltet, wie das in Abb.
4 angedeutet ist.
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Es ist nun an dem baulich vom Kernteil 3 getrennten Ring der Preßform
eine Handhabe 2o befestigt. Diese kann vom Anschlag 21 bis zum Anschlag 22 bewegt
werden; diese Anschläge sind an dem Rümpf 2 der Presse befestigt und ragen nach
oben in die Bahn der Handhabe 2o.
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Eine Drehung des Ringes 4 mittels der Handhabe 2o in dem gegebenen
Umfange bewirkt nun, daß sich die Enden der Zacken 8 aus den Teilen der radialen'
Nuten 6 herausziehen, welche sich in dem Ring 4 befinden. Bei diesem Herausziehen
gelangen die Enden der Zacken 8 unter Umbiegung in die Ringnut 5. Auf diese Weise
wird den Blütenblättern die aus Abb. 5 ersichtliche Form gegeben. Natürlich kann
die Drehung des Ringes 4 erst stattfinden, nach dem der Stempel 9 wieder von der
Preßform abgehoben worden ist.
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Um die Handhabe in den Endstellungen zu sichern, ist ihr Schaft 2o
hohl ausgebildet. Den Hohlraum durchdringt ein Stift 23, welcher durch eine um ihn
gewundene Feder stets nach der Formmitte zu gedrückt wird, wobei sich das Stiftende
in eine entsprechende Aussparung am feststehenden Kernteil 3 der Preßform -einlegt.
Am andern Ende des Stiftes sitzt der Handgriff 24, so daß also vor dem Drehen erst
mittels des Handgriffes der Federstift 23 zurückgezogen werden muß, während nach
erfolgter Drehung (s. die gestrichelt eingezeichnete Lage in Abb. i) ein Loslassen
des Handgriffes 24 dafür sorgt, daß der Federstift 23 in eine zweite am Kernteil
3 vorgesehene Rast einfällt.
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Es ist bekannt, daß die den Blütenblättern durch die Presse gegebene
Form viel dauerhafter erhalten bleibt, wenn die Preßform erhitzt wird. Das geschieht
bei . der auf der Zeichnung dargestellten Ausführung durch einen elektrischen Widerstand
25, welcher durch eine Glimmerplatte gebildet wird; die in einer Aussparung 26 im
Formböden untergebracht ist.
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Um nun den geformten Blätterstapel leicht aus der Preßform entfernen
zu können, ist das bei Pressen für Blumenblätter an sich bekannte Mittel eines Auswurfstößels
benutzt worden. # Vorliegend ist dieser aus einer Blechplatte 27 bestehende Stößel
in einer mittleren kreisförmigen Aussparung 28 der Preßform untergebracht und mit
einer nach unten ragenden Stange 29 versehen, die an dem freien Ende eines unter
der Gestenplatte gelagerten zweiarmigen Hebels 3o angelenkt ist. Das andere Ende
31 dieses Hebels ist nach oben umgebogen und geht durch einen Schlitz 32 der Gestellplatte
hindurch, so daß der Hebel 30 mittels einer auf dem Ende 31 befestigten (auf
der Zeichnung nicht mit angegebenen) Handhabe bedient werden kann. Das Anheben des
Stößels 27 bewirkt das Ausheben des Blätterstapels aus den Rinnen 5 und 6 der Presse.
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Die gemäß Abb. 5 geformten Blütenblätter werden einzeln auf einen
Draht 32 aufgezogen und in bekannter Weise zu einem Schneeball 33 vereinigt.