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Einrichtung zum Entlasten des auf dem Lokomotivkessel angeordneten,
mit Kesseldampf beheizten Speisewasser-Reinigers. Die Erfindung betrifft eine Einrichtung
zum Entlasten eines auf dem Lokomotivkessel angeordneten, mit Kesseldampf beheizten
Speisewasser-Reinigers. Bei diesen bekannten Reinigeranordnungen sollen die im Reiniger
ausgeschiedenen Gase den Arbeitszylindern der Lokomotive zugeführt und hier als
Treibmittel mit verwendet werden, die ausgesehiedenen Feststoffe aber sollen sich
im Reiniger ablagern, so daß nur noch Wasser in den Kessel gelangt, das nahezu als
chemisch rein angesprochen werden kann. Da nun bei jeder Speisung dem Reiniger immer
neue Mengen von Feststoffen zugeführt werden, so wird dieser bald vollständig verschlammen
und daher seinen Zweck nicht mehr erfüllen können, wenn ,die ,abgelagerten Feststoffe
nicht von Zeit zu Zeit aus dem Reiniger entfernt werden.
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Eine Schnellzugslokomotive verdampft im Jahresdurchschnitt etwa gooo
cbm Wasser, und -in j edem Kubikmeter sind mindestens o,2 kg Feststoffe in
Lösung enthalten; es werden der Lokomotive daher jährlich mindestens i8oo kg oder
monatlich i2o kg Feststoffe zugeführt, die jetzt durch den Reiniger an der Einwanderung
in den Kessel gehindert werden sollen. Da die Reinigung des Wassers durch den Kesseldampf
erfolgt, muß der Reiniger auf dem Sattel des Lokomotivkessels angeordnet sein. Hier
kann er aber aus Raummangel und aus betriebstechnischen Gründen nur in solcher Größe
untergebracht werden, daß sein Innenraum durch i5o bis Zoo kg Ablagerungen bereits
vollständig ausgefüllt ist. Um daher .einer durch stärkere Verschlammung herbeigeführten
Verschlechterung des technischen Wirkungsgrades des Reinigers vorzubeugen, müssen
die Ablagerungen in jedem Monat mehrere Male aus dem Reiniger entfernt werden. Hieraus
erwächst dem Betriebe natürlich eine ziemlich erhebliche Mehrarbeit, die als unangenehmer
Nachteil empfunden wird. Die Erfindung betrifft nun eine Einrichtung bei solchen
mit Kesseldampf beheizten Lokomotivspeisewasserreinigern, welche bezweckt, die Zeitabschnitte
für die Entfernung des Kesselsteins aus dem Reiniger verlängern zu können, ohne
daß sich daraus eine Verschlechterung des technischen Wirkungsgrades des Reinigers
ergibt.
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Erfindungsgemäß soll dieser Zweck dadurch erreicht werden, daß zwischen
dem Hauptreiniger auf dem Lokomotivkessel und einem Vorwärmer ein oder mehrere Vorreiniger
so eingeschaltet sind, daß ihnen das Speisewasser aus dem Vorwärmer und der Heizdampf
aus dem Hauptreiniger zugeführt werden. Dadurch wird zunächst erreicht, daß das
dem Hauptreiniger zugeführte Speisewasser bereits eine wesentlich höhere Temperatur
als sonst besitzt, ferner der größte Teil der Ausscheidungen sich bereits. in den
Vorreinigern ablagert. Der Hauptreiniger ist also entlastet.
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Abb. i zeigt einen A-ufriß der neuen Einrichtung mit einem Vorreiniger,
Abb. 2 einen Längsschnitt durch das Ventil in der Frischdampfleitung zwischen dem
Vorwärmer und dem Vorreiniger in größerem Maßstab.
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In der Abb. i ist nur der als Behälter für den Hauptreiniger dienende
Dom 6 dargestellt, da die Inneneinrichtung für die Reinigung des Wassers .bekannt
und ihre Darstellung zur Erläuterung der Erfindung nicht erforderlich ist. Sie,
besteht im wesentlichen aus einem ringförmigen Speiserohr, aus darunter angeordneten
Rieselern und aus einem Rohr in der Domachse, das aus dem oberen Domteil zu einer
oder mehreren Dampfentnahmestellen der Lokomotive führt. Da durch dieses Rohr dauernd
Dampf aus dem oberen
Teil des Domes abgeführt wird, so wird der
Domraum von einem ständigen Strom von Kesseldampf durchflutet. Das aus Öffnungen
in der ringförmigen Speiseleitung austretende Wasser spritzt gegen die Domdecke
und fällt dann in Regenform zunächst auf die Rieseler und dann weiter gegen den
Kessel zu. Auf diesem Wege fällt das Wasser durch den entgegenströmenden Kesseldampf
und wird' dadurch schnell auf die Ausscheidetemperaturen der Lösungen erwärmt. Die
Gase werden mit dem Dampf durch das Rohr in der Dommitte abgeleitet, und die Feststoffe
lagern sich auf den Rieselern ab. Das durch die Speisepumpe geförderte Wasser wird
durch das Rohr i in bekannter Weise in den Vorwärmer 2 und aus diesem durch das
Rohr 3 in den Vorreiniger 4 gedrückt, aus welchem es durch das im Dom 6 in Ringform
auslaufende Rohr 5 gegen die Domdecke spritzt. Das in der Domachse angeordnete Rohr
8 ist mit dem Dampfraum des z. B. nach Art des Vorwärmers gebauten Vorreinigers
4 verbunden. Aus dem Dampfraum des Vorreinigers führt das Rohr 9 in das Ventil io,
-und dieses ist wieder durch das Rohr i i mit dem Abdampfrohr 12 der Speisepumpe
verbunden, das in .den Dampfraum des Vorwärmers ausmündet. Sobald das Ventil io
die Verbindung zwischen den Rohren 9 und i i freigegeben hat, strömt infolge dieser
Dampfführung der Kesseldampf aus dem Dom 6 durch das Rohr 8, den Dampfraum des Vorreinigers
4, das Rohr 9, Ventil io, Rohr ii und Rohr 12 in den Vorwä.rmer 2, aus welchem das
Kondensat durch den Stutzen 13 ins Freie abfließt. Dieser Dampfstrom, dessen
Stärke durch die Größe der Durchflußöffnung im Ventil io bedingt ist, bringt das
entgegengesetzt strömende Wasser im Vorreiniger 4 auf eine solche Temperatur, daß
dadurch die im Speisewasser gelösten Feststoffe schon in starkem Maße ausgeschieden
werden. Die Ausscheidungen lagern sich wegen der geringen Geschwindigkeit des Wassers
bereits zum größten Teil im Vorreiniger ab, besonders dann, wenn die Ablagerung
noch durch geeignete Maßnahmen gefördert wird.
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Das dem Dampfstrom, der aus dem Kessel 7 durch d.en Dom 6 und den
Vorreiniger 4 in den Voi-wärmer 2 fließt, dienende Ventil io ist, da .der Dampfstrom
nur während der Speisungen erforderlidh ist, in bekannter Weise so eingerichtet,
daß es dem Dampfstrom bei Beginn der Speisung sich öffnet und bei Beendigung der
Speisung den Dampfstrom wieder unterbricht. Das Rohr 8 ist daher über das Absperrorgan
18 durch das Rohr 14 mit dem einen Ende des Überhitzergliedes 15 verbunden, während
das andere Ende des Gliedes durch das Rohr 16 mit,dem Ventilgehäuse io verbunden
ist, aus welchem das Rohr 17 in die Speisepumpe führt. In dem Ventilgehäuse io unterbricht
der durch die Feder i9 belastete Ventilkegel 2o die Verbindung zwischen den Rohren
9 und i i, sobald der Pumpenbetriebsdampf abgesperrt ist. Der Ventilkegel steht
durch die Stange 21 mit dem Kolben 22 in Verbindung, durch welchen er von seinem
Sitz im Gehäuse abgehoben und dadurch das Rohr 9 mit dem Rohr i i in Verbindung
gebracht wird, sobald nach Eröffnung des Absperrorganes 18 der- Speisepumpe Arbeitsdampf
zugeführt wird und dieser infolgedessen den Kolben 22 abwärts treibt. Da mit dem
Abschluß des Organes 18 die Dampfleitung 16, 17 der Speisepumpe druckleer wird,
bringt die Feder i9 den Ventilkegel 2o mit dem Kolben 22 wieder in die gezeichnete
Lage zurück und unterbricht dadurch -die Verbindung zwischen den Rohren 9 und i
i.
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Wenn in dem Beispiel neben dem einen V or reiniger 4 noch ein zweiter
Vorreiniger 4d vorgesehen wäre, so würde vorteilhaft folgende Verbindung für die
Wasser- und Dampfleitung geschaffen werden: a) Wasserleitung: Vorwärmer, Vorreiniger
4a, Vorreiniger 4, Rohr 5, Dom 6, b) Dampfleitung: Dom 6, Rohr 5, Dampfraum des
Vorreinigers 4, Dampfraum des Vorreinigers 4.11, Ventil io, Vorwärmer.