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Vorrichtung zum ununterbrochenen Gewinnen von Luft aus dem Wasser
unterhalb des Wasserspiegels. Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zum
ununterbrochenen Gewinnen von Luft unterhalb des Wasserspiegels, bei welcher Luft
aus dem Wasser durch Zerstäuben ausgeschieden wird, um so die verbrauchte oder verlorengegangene
Luft in einem unter Wasser befindlichen Raume jederzeit ersetzen zu können. Hierdurch
soll es ermöglicht werden, den betreffenden Raum beliebig länge Zeit, wenigstens
soweit es den Luftbedarf betrifft, unter Wasser halten zu können. Die neue Vorrichtung
soll besonders für Unterseeboote Verwendung finden, sie kann aber auch bei Taucherglocken
und Fahrzeugen u. dgl. mit Vorteil gebraucht werden.
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Die Gewinnung der Luft aus Wasser durch Zerstäuben war bereits bekannt.
Die Erfindung besteht nun darin, daß in verschiedenen Kammern das für die Zerstäubung
zuströmende Wasser die gewonnene Luft aus den Erzeugungsräumen nach der Luftsammelstelle
verdrängt und eine durch das Wasser mittels Schwimmer o. dgl. betätigte Vorrichtung
eine der Lufterzeugungskammern für das Abführen der Luft offen hält, während in
der anderen Lufterzeugungskammer das beim Zerstäuben verbrauchte und so entlüftete
Wasser wieder ausgestoßen wird, so daß die Kammer dann wieder zur Luftentwicklung
bereit ist.
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Die Ventile für den Austritt der erzeugten Luft aus den Erzeugungskammern
können derart zwangläufig miteinander verbunden werden, daß das eine Ventil das
andere bei seiner öfnung schließt und umgekehrt.
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Es wird auf diese Weise beständig Luft gewonnen und gleichzeitig der
Apparat an anderer Stelle zur Luftgewinnung vorbereitet.
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In der Zeichnung ist eine Ausführungsform der neuen Vorrichtung veranschaulicht,
wie sie in ein Unterseefahrzeug eingebaut werden kann.
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Abb. i zeigt einen etwas schematisch gehaltenen Schnitt durch diese
Vorrichtung, Abb. 2 den zugehörigen Horizontalschnitt nach Linie x-x der Abb, i.
Abb. 3 gibt den Vertikalschnitt nach der Linie y-y der Abb. 2 wieder, bei welcher
der Verteiler der komprimierten Luft besonders eingezeichnet ist.
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Die Vorrichtung ist in zwei durch Wand c vollständig getrennte Kammern
41- und A2 ge- j teilt, von denen jede für sich dem Luftgewinnungsverfahren dienen
kann.
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Die Vorrichtung sei beispielsweise in einem Unterseeboot angebracht,
welches sich unter Wasser befindet. Das Rohr i steht mit dem Außenwasser in Verbindung
und ist mit Wasser gefüllt bis zu den Ventilen 2 und 21, die an den sich abzweigenden
Rohren 3 und 31 angebracht sind und mit der Hand außerhalb der Rohre i und 3 geöffnet
bzw. geschlossen werden können. Wird eines der Ventile 2, 21 ,c;iffnet, z. B. 2,
so tritt Wasser in das Rohr 3 ein, wenn man voraussetzt, daß sich in der Kammer
Al Luft befindet. Etwas unterhalb der Mündung von Rohr 3 befindet sich eine Platte
q. aus hartem Material; wegen des längeren Erhaltens einer bestimmten Temperatur
und der Widerstandsfähigkeit ist eine Steinplatte, wie Marmor, Schiefer, o. dgl.,
dem Metall vorzuziehen; gegen diese Platte 4. wird das Wasser unter Druck, der dem
Druck des Außenwassers ungefähr gleichkommt, geworfen und dadurch zerstäubt. Es
können auch andere besondere Zerstäubungsvorrichtungen angeordnet werden. Das Wasser
selbst fällt in den Raum Al, und die aus dem zerstäubten Wasser frei werdende Luft
füllt den oberen Teil der Kammer Al. Es ist zum Abführen des Wassers nach unten
ein trichterförmiger Auffang mit einem bis gegen den Boden der Kammer Al führenden
Rohre angeordnet.
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Das Wasser, welches nach und nach die Kammer Al von unten nach oben
steigend anfüllt, verdrängt die Luft nach der Kammer b (Abb. 3), welche mit Raum
A1 durch Ventilöffnung verbunden ist. Von Raum b führt eine Leitung e nach den verschiedenen
Räumen des Bootes bzw. dem Raume für komprimierte Luft.
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Der zugehörige Ventilkörper 6, welcher durch sein Eigengewicht herabfällt,
wird durch einen Schwimmer 7 nach oben bewegt; letzterer steigt mit dem in die Kammer
Al eintretenden Wasser auf der die Säule $ umgebende Hülse 22 hoch, auf der er sich
in Rollen oder Kugeln führt (s. Abb. 3, in welcher der Schwimmer 7 in Kammer A'
in oberster und in Kammer AZ in unterster Lage dargestellt ist).
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In der obersten Lage stößt der Schwimmer
7 auf einen
Körper 9 und bewegt hierdurch den Ventilkörper 6, um dadurch das Ventil zu schließen,
so daß weder Luft in die Kammer b eindringen noch auch Wasser nach b überströmen
kann.
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Der Körper 9 führt sich in kleinen Rollen oder Kugeln r r an einer
Führung io, die an dem Boden der Kammer b aufgehängt ist.
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An der auf und ab beweglichen Hülse 22 sitzt der Körper 12, welcher
den Hebel 15, 16 um seinen Drehpunkt (Welle) bewegt; der Arm 15 des Hebels
ist gabelförmig ausgebildet, und der Zapfen rqd der Hülse 22 sitzt in der Gabel
des Hebelarms 15. Wenn nun der Schwimmer 7 von dem Wasser hochgetrieben wird, so
stößt er gegen den Körper i?" nimmt dadurch die Hülse 22 mit und dreht dabei den
Hebel 15, 16. Letzterer sitzt auf der Welle 13, auf der gleichzeitig der
Hebelarm 16 aufgekeilt ist.
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An dem Hebelarm 16 ist eine Stange 17 angelenkt, mit welcher der um
Welle 18 schwingende Hebel r9 gelenkig verbunden ist. Auf der Welle 18, welche gegen
die Wandurigen des Kastens d luftdicht durch Stopfbüchsen (nicht dargestellt) abgedichtet
ist, ist ein Hebel 2o aufgekeilt, der sich in dem Kasten d befindet und zum Steuern
der als Schieber ausgebildeten Ventile .2i dient. Der Kasten d steht in Verbindung
mit der Hauptanlage des Bootes für komprimierte Luft, er ist nach dem Innern der
Kammern A' und A= und wenn seine Lage es bedingt, auch gegen die Kammer b luftdicht
abgeschlossen, nur die Ventilöffnungen der Ventile 21 stellen durch Rohrverbindung
eine Verbindung des Kastens d mit den Kammern A' bzw. Az her. Der
Zweck dieses Kastens d mit seinen Ventilen 21 ist der, komprimierte Luft in die
Kammern A' bzw. Az durch7@@die Ventile 21 einzulassen, wenn diese Kammern mit Wasser
gefüllt sind, und dieses Wasser dadurch nach außenbords zu verdrängen, wozu an dem
Boden der Kammern A' und A? Öffnungen angebracht sind, welche durch Klappen oder
Ventile geschlossen werden können.
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Der mit dem Schwimmer 7 beabsichtigte Vorgang ist folgender: Der Schwimmer
7 ruht infolge seines Eigengewichtes, während sich Luft in der Kammer A1 befindet,
auf dem Boden der Kammer. In der Abb. 3 ist die Anordnung so gedacht, daß die Hülse
22 an ihrem unteren Ende eine Scheibe 23 besitzt zum Aufsetzen des Schwimmers 7
in seiner tiefsten Lage. Hierbei ist Ventil 5, 6 geöffnet, was durch das Gewicht
seines Ventilkörpers 6 erfolgt. Wird nun das .Ventil 2 geöffnet, so strömt Wasser
aus Rohr r nach -Kammer A', bei 4 wird dieses Wasser zerstäubt und gibt Luft ab
in die Kammer Al, während das Wasser auf dem Boden der Kammer sich sammelt, um von
da langsam emporsteigend die sich abscheidende Luft nach Raum b durch Ventil
5,6 zu verdrängen. Die Luft geht schließlich durch Leitung e nach den verschiedenen
Räumen des Bootes oder sonstigen Verbrauchs- oder Sammelstellen.
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Während dessen ist der Schwimmer 7 in die Höhe gestiegen, stößt gegen
den Körper 9, um dadurch dasVentil 5, 6 zu schließen.
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Gleichzeitig hat auch der Schwimmer den Körper 12 in seiner Höhenlage
etwas verstellt und dreht dadurch das Hebelsystem 14, 15,
i6, 17, 18, i9,
2ö, d. h. er öffnet dasVentil 21.
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Nun tritt die komprimierte Luft aus dem Kasten d nach der Kammer A1
aus und stößt (las Wasser aus letzterer aus.
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Um kontinuierlich arbeiten zu können, fvird mit der Kammer A' eine
zweite Kam-:ner A= verbunden, und es entsprechen bei (lieser die Mechanismen zur
Gewinnung der Luft und zur Steuerung der Ventile derjenigen der Kammer Al.
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Das Ventil 5, 6 ist mit dem entsprechenden Ventil 5s, 61- durch den
Waagebalken 25 verbanden, so daß, wenn das eine Ventil durch den Schwimmer geschlossen
wird, das andere geöffnet wird, und wenn das Wasser aus der Kammer A'- bei geschlossenem
Ventil 5, 6 ausgestoßen wird, die andere Kammer Az bei geöffnetem Ventil 51, 61-
Wasser aufnehmen kann.