DE345784C - Verfahren zur Herstellung farbiger Positivfilme - Google Patents
Verfahren zur Herstellung farbiger PositivfilmeInfo
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- G03C7/00—Multicolour photographic processes or agents therefor; Regeneration of such processing agents; Photosensitive materials for multicolour processes
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Description
Die Erfindung betrifft ein verbessertes Verfahren zur Herstellung farbiger Positivfilme,
insbesondere solcher Filme, welche als Kinopro j ektionen gezeigt werden sollen. Der
Hauptzweck der Erfindung besteht darin, einen Film zu erzeugen, welcher ohne weiteres
in den kinematographischen Aufnahmeapparaten unter Innehaltung der gewöhnlichen Geschwindigkeit verwendet werden
kann. Zur Ausführung des vorliegenden Verfahrens wird ein auf beiden Seiten mit lichtempfindlicher
Schicht versehener Film. verwendet, der auf jeder Seite den Farbenwerten
entsprechende Bilder oder Eindrücke trägt, die später in farbige Bilder umgewandelt
werden, wobei die Farben additiv erzeugt werden.
Der Positivfilm gemäß vorliegender Erfindung wird auf beiden Seiten mit einer
höchst lichtempfindlichen Emulsion bedeckt. Der erste Schritt beim vorliegenden Verfahren
besteht darin, den so vorbereiteten Film durch einen Raster, bestehend aus Linien,
Punkten u. dgl., zu belichten, wobei" diese Linien, Punkte u. dgl. Gebilde des Rasters
eine symmetrische Zeichnung abgeben, die in der Durchsicht sich dem Auge als symmetrisch
verteilte Öffnungen darbieten, durch welche hindurch die Lichtstrahlen treten, um
dasselbe Muster in Weiß und Schwarz auf den Film zu reprodttzieren. Auf diese Weise
werden regelmäßig folgende Zwischenräume auf beiden Seiten des Films entstehen, welche
den aufeinanderfolgenden Bildern bei der darauffolgenden Aufnahme entsprechen. Der
Raster kann jedoch auch nach dem Kopieren der Negativbilder kopiert werden.
In der beiliegenden Zeichnung ist zwecks Erleichterung der Darstellung ein Muster für
den Raster gewählt, das aus in der Längsrichtung sich erstreckenden geraden Linien
besteht, welche, parallel zueinander verlaufen, wobei die Zwischenräume zwischen den einzelnen
Linien dieselbe Breite wie die einzelnen Linien selbst besitzen. In den Zeichnun- 4S
gen sind nun diese Linien und Zwischenräume bedeutend vergrößert und übertrieben, um
die Gesamtanordnung des Rasters und des Films deutlicher zu zeigen. Beide Seiten
des mit lichtempfindlicher Emulsion bedeokten Films werden durch einen derartigen Raster
belichtet, wobei noch dafür Sorge getragen werden muß, daß die Linien der gegenüberliegenden
Rasterseiten vollkommen genau zusammenfallen mit den Zwischenräumen der anderen Seiten.
Beide Rasteraufnahmen müssen von genügender Dichtigkeit sein, welche durch das
darauffolgende Kopieren der Bilder vom Negativfilm nicht beeinträchtigt wird, wie dies
weiter unten sich ergeben wird.
Der Negativfilm, welcher hierbei zum Druck des Positivfilms erforderlich ist, wird
in der gewöhnlichen Weise durch Exposition unter Farbfiltern erzeugt, so daß die Einzelbilder
in einer Folge von paarweise komplementären Farbenwerten erscheinen, wobei
beispielsweise das eine Bild eines jeden Paares dem Rotorangeton, das andere dagegen dem
blaugrünen Ton entspricht. Auf dem Positiv--
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film, welcher durch den eingangs beschriebenen ■Raster vorbelichtet ist, wird nun auf beiden
Seiten unter einem derartigen Negativfilm belichtet; der Kopierapparat, welcher hierbei
verwendet wird, besitzt eine Vorrichtung, welche den Negativfilm um zwei Serienbilder
oder Felder voreilen läßt, während der Positivfilm nur um ein derartiges Bildfeld vorausrückt;
hierdurch werden die auf einer FiImseite
sich folgenden Bilder mit den Rotorangebildern des Negativfilms bedruckt) während
die Gegenseite des Positivfilms, die in ähnlicher Weise kopiert wird, alle blaugrünen
.. Serienbilder aufnimmt. Die auf diese Weise auf entgegengesetzten Seiten des Films befindlichen
Bildreihen besitzen, wie nach dem Vorhergehenden leicht einzusehen ist, komplementäre
Farbenwerte und befinden sich in den abwechselnden Zwischenräumen, welche auf dem Positivfilm vermittels der Belichtung
durch den Raster hindurch erzeugt sind, wobei die Zwischenräume auf der einen Filmseite
mit den gedeckten Linien auf der Gegenseite für jedes Einzelbild zusammenfallen.
Der so kopierte Positivfilm wird darauf in gewöhnlicher Weise entwickelt und fixiert;
alsdann werden die Linien und Bilder auf
■ beiden Seiten gefärbt, was auch durch die übliche Tonungsfärbung oder Beizverfahren
geschehen kann, so daß dadurch Komplementärfärbung entsprechend den Farbwerten des
Bildes auf der entgegengesetzten Seite des Films entsteht. Beispielsweise werden die
Linien und Darstellungen auf der einen das Rotorangebild tragenden Seite blaugrün gefärbt,
während die auf der Gegenseite des Films befindlichen blaugrün gefilterten Bilder
im Rotorangeton eingefärbt werden.
Hieraus geht hervor, daß, da die gedeckten Linien auf der einen Filmseite mit den Bildern
der Gegenseite zusammenfallen, die zusätzlichen Farbwerte, welche für jedes farbige
Teilbild erforderlich sind, von den gefärbten Linien der Gegenseite geliefert werden, und
wenn die Farben, welche das Bild darstellen, diese gedeckten Linien der Gegenseite überdecken,
so wird das Resultat aus einer Mischung der beiden auf beiden Seiten des Bildes befindlichen Komplementärfarben bestehen.
An Stellen voller Deckung entsteht Schwarz. Bei geringerer Dichtigkeit wird die Kombination alle Stadien von der reinen
Farbe der Linie durch die gesamte Mischskala der beiden Komplementärfarben hindurchlaufen,
so daß dadurch die verschiedenen Farben in ihren natürlichen Abstufungen im
projizieren Bild erscheinen.
Durch dieses Verfahren der Farbgebung wird Weiß durch eine Mischung zweier Komplementärfarben
gleicher Intensität im Auge erzeugt, indem die gegenüberliegenden roten und grünblauen Linien hierbei zur Wirkung
kommen, während Schwarz durch Subtraktion hervorgerufen wird, indem eine gedeckte
Linie des Rasters die komplementär gefärbte Stelle auf der Gegenseite deckt; so erzeugt
beispielsweise ein dichtes rot oder rotorange gefärbtes Bild durch Zusammenwirken mit
einer grünen oder grünblauen Rasterlinie bzw. das grüne Bild in Verbindung mit roten
Linien in den Teilen des Bildes, wo sich diese Farben vollständig decken, ein absolutes
Schwarz; die zwischenliegende Farbenskala dagegen wird durch Addition erzeugt, indem
die verschiedenen Abstufungen und relativen Dichtigkeiten der Farben von Bild und Linie
sich ergänzen.
In der beiliegenden Zeichnung stellt Abb. 1 einen Querschnitt des Positivfilms in stark
vergrößertem und übertriebenem Maßstab dar; Abb. 2 ist eine der Abb. 1 ähnliche Ansicht;
Abb. 3 ist eine Aufsicht eines Teiles des Negativfilms, welcher in wechselnden Feldern nach bekannter Art aufeinanderfolgende
rote und grüne (blaue) Farbwerte zeigt; Abb. 4 zeigt eine Ansicht des vollständig
bearbeiteten Positivfilms; Abb. 5 endlich zeigt die Wirkung der vereinigten Farbeneffekte eines Bildes bei der Projektion,
wobei die Darstellung dem Objekt des Nega- go tiybildes (Abb. 3) entspricht.
Der erste Schritt bei der Ausführung des vorliegenden Verfahrens zur Herstellung farbiger
Positivfilme ist in Abb. 1 schematisch wiedergegeben, in welcher die Wirkung und
Anordnung des Aufnahmebildes durch den Raster (hier nur zur beispielsweisen Illustration
gewählt) geschieht. Auf die auf der einen Seite des Films befindliche Emulsion werden hierbei abwechselnd schwarze und
weiße Zwischenräume, Linien und Abteilungen gedruckt, die im Schnitt stark vergrößert
bei r und 2 der Abb. 1 dargestellt sind; die Gegenseite des Films ist ebenfalls unter einem
Raster mit weißen und schwarzen Linien 3 und 4 belichtet; die Emulsion wird von den
beiden Seiten des Filmbandes 9 getragen, das in bekannter Weise aus dem üblichen Material
hergestellt ist. Hierbei sind die weißen und schwarzen Abteilungen oder Linien auf
beiden Seiten des Films derart verteilt, daß einer Linie 1 in Schwarz eine Linie 3 in Weiß
gegenüberliegt, während die benachbarte unexponierte Abteilung 2 der einen Seite der
exponierten Linie 4 gegenüberliegt usw.
Das zweite Stadium des Verfahrens besteht in dem Kopieren des Negativbildes (Abb. 3)
auf den Positivfilm, wobei die Farbenwerte des einen Satzes oder Bildpaares des Negativfilms
in der bekannten Weise zur Wiedergäbe gelangen. Auf der einen Seite des Positivfilms
wird dabei auf die unbelichteten
Teile oder Felder, wie beispielsweise auf das Feld 3 der Abb. r, und zwar abwechselnd die
Rot- oder Rotorangefarbenwertbilder des Negativfilmbildes kopiert (Abb. 3); auf die
unbelichteten Felder oder Linien auf der Rückseite des Films, wie beispielsweise an
den Stellen 2 der Abb. 1, werden die abwechselnden grünblauen Farbenwertfoilder des Negativs
kopiert. Es ist ersichtlich, daß die be-
xo kannte Darstellung des Negativbildes lediglich gewisse extreme Farben oder Farbenwerte
zeigt, und daß die verschiedenen Farben und Farbnuancen' zwischen diesen äußersten Farben
des Spektrums durch additive Mischung der verschiedenen Helligkeitswerte der Farben
auf der Gegenseite der positiven Filme erhalten werden, die dabei den entsprechenden!
Bildern des Satzes bzw. der Paare der Farbwerte des Negativfilms entsprechen. Der Positivfilm
wird darauf nach Entwicklung und Fixierung auf beiden Seiten gefärbt, und zwar sowohl die Rasterlinien als auch die
aufgedruckten Bilder, wozu die Komplementärfarben der Farbenwerte der aufgedruckten
Bilder benutzt werden können. Dieser Arbeitsgang ist in Abb. 2 veranschaulicht. Die
Rasterlinien und die Bildteile 6, von denen die letzteren durch Kopieren des grünblauen
Bildes des Negativs gebildet sind, werden mit Rot oder Rotorange getont; in derselben
Weise wird die entgegengesetzte Seite, welche die Kopien der Bildreihen 7, die dem roten
oder rotorangefarbigen Wert der Bilder des Negativfilms entsprechen, in grünem oder
grünblauem Ton gefärbt. In Abb. 4 ist die gemeinsame Wirkung des Zusammenarbeitens
der Komplementärfarben der entgegengesetzten Filmseiten dargestellt, während Abb. 5
das projizierte Bild in der bekannten Weise zeigt. Dies kann etwa in folgender Weise
erklärt werden, obschon es unmöglich ist, durch weiße und schwarze Zeichnung allein
die Farbwirkung wiederzugeben, welche die Abteilung C in durchgehendem lichte
zeigt. Diese trägt auf der Rückseite die rotgefärbte Kopie des Grünnegativs der Abb. 3
und ebenso gefärbte Linien der Abteilung A (Abb. 4), und auf der Vorderseite eine grüne
Kopie des rotgefilterten Negativs, des oberen
go der Abb. 3 und ebenso gefärbte grüne Linien
(Abt. B der Abb. 4).
Abb. 5 zeigt, daß das wiederzugebende Bild auf den beiden weißen Feldern W, W weiß
erscheint, während es auf den Feldern R rot und auf den Feldern G sich grün dem Auge
darbietet. In Abb. 4, Abteilung C, ergeben die beiden Abteilungen W durch Addition
Weiß infolge der engen abwechselnden Streifen von reinem Rotorarige (5 in Abb. 2) und
reinem Grünblau (8 in Abb. 2). Die Abteilung R im Felde C (Abb. 4) besteht aus der
rotgefärbten Kopie des grünblau gefilterten Negativs auf der Rückseite des Films, welches
durch die grün gefärbten Linien der Vorderseite modifiziert wird, so daß es durch Ss
Addition Rot oder Rotorange entstehen läßt; an den Stellen, wo grüne Linien die rotgefärbte
Kopie überdecken, erscheinen schmale Streifen von Schwarz. Das grüne Feld G
wird gleichfalls durch schmale Streifen von schmalen grünen Streifen, welche mit schwarzen
abwechseln, erzeugt. Die übrigen Farbenwerte und Abstufungen werden für das Auge durch Zusammenwirken von Tiefschwarz und Rot bzw. Grün entsprechend der
Färbung jeden Bildes in der ursprünglichen Farbe hervorgerufen. Die Farben werden
gemäß vorliegender Erfindung additiv erzeugt, da die Teilbilder auf jeder Filmseite
nur ein einfach gefärbtes Bild zeigen und zusammen mit der Gegenseite ein Farbbild
geben. Das gelegentliche Verschwinden von Licht an etlichen Bildstellen, d. h. der Eindruck
von Schwarz stört hierbei die Farbwirkung im Auge- in keiner Weise, da die
Helligkeit der Farbe das Schwarz zum Schweigen bringt mit Ausnahme an den Stellen,
wo im Bilde selbst Schwarz vorherrscht.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Verfahren zur Herstellung farbiger Positive, insbesondere von Kinofilmen, dadurch gekennzeichnet, daß beide mit farbenempfindlicher Emulsion bedeckten Seiten des Films unter einem beliebigen Raster belichtet werden, wobei die Rasterlinien der einen Seite den Zwischenräumen des Rasters der anderen Seite gegenüberstehen und komplementär gefilterte Bilder des Negativfilms auf beiden Seiten in zu den Negativbildern komplementärer Farbe ' erzeugt werden.Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE345784T | 1920-05-11 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE345784C true DE345784C (de) | 1921-12-17 |
Family
ID=6254819
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1920345784D Expired DE345784C (de) | 1920-05-11 | 1920-05-11 | Verfahren zur Herstellung farbiger Positivfilme |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE345784C (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1051636B (de) * | 1957-01-05 | 1959-02-26 | Emimeta Fabrikations Anstalt | Kinefarbfilmverfahren, bei dem Farbrasterbilder projiziert werden |
-
1920
- 1920-05-11 DE DE1920345784D patent/DE345784C/de not_active Expired
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1051636B (de) * | 1957-01-05 | 1959-02-26 | Emimeta Fabrikations Anstalt | Kinefarbfilmverfahren, bei dem Farbrasterbilder projiziert werden |
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