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Verfahren, Teilrasternegative für den Mehrfarbendruck herzustellen
In dem Patent 559 685 wird ein Verfahren beschrieben, nach welchem abgetönte und
abgetönte und gerasterte Teilplatten für den Ein-und Mehrfarbendruck nach schwarzweißen
Bildvorlagen im Kopierrahmen mittels Masken, d. h. durchsichtigen Folien, auf denen
Bildanteile mehr oder minder durchscheinend abgedeckt sind, abgetönt und mittels
Skalenrastern gerastert werden; und es wird auf die Herstellung von solchen abgetönten
und gerasterten Teilplatten nach farbigen Naturaufnahmen und deren Übertragungen
Bezug genommen.
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Gemäß dieser Erfindung wird die Herstellung von abgetönten und von
abgetönten und gerasterten Teilplatten außer im Kopierrahmen auch in der Kamera
und außer mit Skalenrastern auch mit gewöhnlichen Rastern mittels Aufnahme und Übertragung
(Kopierung) vorgenommen, und außer nur einer Maske werden für eine Teilplatte mehrere
Masken verwendet, und als Bildvorlage können schwarzweiße und farbige durchscheinende
Bilder (z. B. entwickelte photographische Platten und deren Übertragungen) und irgendwelche
einfarbige und mehrfarbige Bilder dienen. Die Masken können durchscheinend oder
undurchscheinend gedeckt werden. Mittels der Maßnahmen gemäß dieser Erfindung kann
die Eigendeckung der Bildvorlagen verstärkt und abgeschwächt werden; es kann mittels
ungleichzeitiger Belichtungen von Bildvorlage und von Masken und ihrer verschiedenen
Zusammenstellungen und verschiedener Belichtungsstärke und verschiedener Belichtungsdauer
und der wählbaren Dekkung der Masken das Deckungsverhältnis der herzustellenden
Teilplatten in weitgehendem Maße wählbar beeinflußt werden. Bei dem Verfahren gemäß
dieser Erfindung brauchen die Deckungen der Masken nicht unmittelbar den Farben
der Bildvorlage, nicht der Zeichnung der Bildvorlage und nicht unmittelbar ihren
Deckungen und auch nicht den Grundfarbenanteilen, den Tonwerten der Deckungen der
jeweiligen Teilplatten angepaßt sein, da das Deckungsverhältnis der Teilplatten
durch die Deckung (mehr oder weniger starke Lichtundurchlässigkeit) der Masken und
durch die Belichtungsdauer und die Belichtungsstärke der einzelnen Belichtungen
von Bildvorlage, Masken und Skalenraster, in deren verschiedenen Zusammenstellungen
wählbar beeinflußt wird.
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Die Wirkungen der Eigendeckung der Bildvorlagen können stellenweise
durch die Summe
der Deckungen von Bildvorlage und Masken verstärkt
werden; andererseits können die Wirkungen der Eigendeckung der Bildvorlage stellenweise
abgeschwächt, die Teilplatten stellenweise dunkler abgetönt werden, wenn Bildvorlage
und Masken gemäß dieser Erfindung je allein für sich auf ein und dieselbe lichtempfindliche
Teilplatte kopiert werden und die Masken stellenweise geringere Dekkung als die
Bildvorlage oder gar keine Dekkung besitzen; denn eine stellenweise geringere Deckung
einer für sich allein kopierten Maske bewirkt stellenweise eine dunklere Tönung
auf der Teilplatte. 'Natürlich ist der Einfuß der Belichtungsdauer und der Belichtungsstärke
bei Anwendung dieses Verfahrens zu berücksichtigen. Da eine absolute Verstärkung
der Deckung bestimmter Bildstellen an anderen Bildstellen eine verhältnismäßige
Abschwächung und eine absolute Abschwächung bestimmter Bildstellen an anderen Bildstellen
eine verhältnismäßige Verstärkung der Dekkung bewirkt, so kann jedes beliebige,
gewünschte Deckungsverhältnis, jede beliebige Tonwertung nach dem Verfahren gemäß
dieser Erfindung auf abgetönten Teilplatten hervorgerufen werden mittels wiederholter
Belichtungen verschiedener Zusammenstellungen von Bildvorlage, gegebenenfalls Farbenfiltern,
Masken und Rastern.
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Mittels Anwendung mehrerer verschieden gedeckter Masken für eine Bildübertragung
kann die Tonwertung von Teilplatten gemäß dieser Erfindung in jedem gewünschten
Maße verfeinert werden. Die Verwendung mehrerer verschiedener Masken für eine einzige
Teilplatte, nach welcher eine Buchdruckform hergestellt werden soll, kann beispielsweise
bei den Fleischtönen eines Porträts zweckmäßig sein: denn die Lippen, Wangen und
Ohren zeigen ein kräftigeres Rot als die anderen Fleischtöne, und die Stirn ist
im allgemeinen weißer als das übrige Gesicht, andererseits sind die Partien unter
dem Kinn gelber. Man wird also zweckmäßig, um die richtigen roten Töne hervorzurufen,
drei Masken für die rote Teilplatte herstellen, von denen bei der ersten der gesamte
Fleischton gedeckt wird, bei der zweiten nur die Lippen, Wangen und Ohren Deckung
erhalten und bei der dritten die Stirn aasgespart wird. Diese Masken werden dann
nacheinander zur Herstellung der einen Teilplatte benutzt. Die Anwendung nur einer
Maske genügt unter Umständen für die Rotplatte für farbigen Buchdruck; es zeigt
die Rotplatte in der Regel an den grünen Bildstellen eine zu geringe Deckung, so
daß auf dem unretuschierten Druck die grüne Farbe durch das Rot unterdrückt wird.
An diesen Bildstellen darf die Maske also zweckmäßig keine Deckung besitzen, damit
mittels ihrer Belichtung allein für sich die zu starke Eigendeckung der Bildvorlage
auf der Rotplatte abgeschwächt wird.
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Das Verfahren gemäß dieser Erfindung ermöglicht Tonwertungen nach
mehrfarbigen, nach einfarbigen, nach schwarzweißen und nach reinen, unschattierten
Strichbildvorlagen, denn die Tonwertung abgetönter Teilplatten, ihre mehr oder weniger
hellen oder dunklen Tönungen können nach den Grundfarben der Bildvorlagen und nach
den wählbaren Grundfarben mehrfarbig zu druckender Bilder ausgebildet werden, indem
die Deckungen der jeweiligen Masken und die Belichtungen von Bildvorlagen, gegebenenfalls
Farbenfiltern, Masken und Rastern auf die lichtempfindliche Teilplatte den Grundfarbenanteilen
der Teildruckformen angepaßt werden. Aber auch Platten zu farbigen und zu schwarzen
Einfarbendrucken können in sinngemäß gleicher Weise mittels des Verfahrens gemäß
dieser Erfindung abgetönt, schattiert werden.
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Die Herstellung z. B. von abgetönten diapositiven Teilplatten nach
einem Schwarzweißnegativ kann erfolgen, indem vorerst eine oder mehrere Masken für
jede Teilplatte, z. B. für die drei Teilplatten zu der gelben, roten und blauen
Druckfarbe (Grundfarbe) angefertigt werden. Die aus durchscheinendem Stoff (Celluloid,
Glas o. dgl.) bestehenden Maskenblätter erhalten z. B. an den grundfarbenfremden
Bildstellen keine Deckung, während sie an den anderen Bildstellen, welche die Grundfarben
enthalten, mehr oder weniger gedeckt werden, so daß ihre Deckung zusammen mit der
Eigendeckung der Bildvorlage und mittels ihrer jeweiligen Belichtungen die verlangte
Tonwertung auf den herzustellenden Teilplatten hervorrufen. Die nach Rot abgetönte
diapositive Teilplatte wird in unserem Beispiel hergestellt, indem die Bildvorlage
(das Schwarzweißnegativ) und die eine oder mehrere Masken zugleich und je allein
oder in anderen ihrer möglichen Vorschaltungen auf die lichtempfindliche Teilplatte
belichtet werden; die Weiterbehandlung der Teilplatte ist bekannt. Ist z. B. eine
Maske, welche an den nicht Rot enthaltenden Bildstellen keine Dekkung besitzt, genügend
lange auf die Teilplatte belichtet worden, so ist die- Deckung der entwickelten
Teilplatte an diesen nicht Rot enthaltenden Bildstellen eine vollständige, während
ihre Deckung an den anderen Bildstellen, hervorgerufen mittels Belichtungen von
Bildvorlage und Masken, den Tonwerten der roten Druckfarbe (Grundfarbe) entsprechen
soll. In sinngemäß gleicher Weise können abgetönte Teilplatten (negative und positive)
nach anderen Bildvorlagen (negative und positive) hergestellt werden, indem Bildvorlage,
gegebenenfalls Farbenfilter bei farbigen Bildvorlagen,
und Masken
zugleich und je für sich allein oder in verschiedenen ihrer möglichen Zusammenstellungen
auf die lichtempfindliche Teilplatte belichtet werden.
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Die Rasterung der Teilplatten kann gleichzeitig mit ihrer Tonwertung
oder sie kann nach schon abgetönten Bildvorlagen (Teilplatten) vorgenommen werden.
Wenn die Punktzerlegung, die Rasterung der Teilplatten nach einer bereits abgetönten
Bildvorlage vorgenommen werden soll, dann ist Bildv orlage und Raster zugleich auf
die lichtempfindliche Teilplatte zu belichten; gegebenenfalls können dann Bildvorlage
und Raster je für sich allein belichtet werden; die Reihenfolge der Belichtungen
ist- wählbar. Wenn die Rasterung der Teilplatte mit ihrer Tonwertung vorgenommen
werden soll, dann ist Bildvorlage, gegebenenfalls Farbenfilter bei farbigen Bildvorlagen,
Maske oder Masken und Raster zugleich und in verschiedenen ihrer möglichen Vorschaltungen
auf die lichtempfindliche Teilplatte zu belichten.
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Ein Teilrasternegativ wird z. B. nach einer Negativplatte hergestellt,
indem in bekannter `'eise ein Diapositiv oder ein sonstiges positives Bild angefertigt
wird. Dann werden für jede Teilplatte eine oder mehrere mehr oder weniger gedeckte
Masken in der in Patent 559 685 beschriebenen Weise bereitet, indem auf den
:Masken für die gelbe Platte die gelben Bildstellen gedeckt und die komplementären
Farbenstellen ungedeckt werden; in gleicher Weise werden die Masken für die rote
und blaue Platte behandelt. Die Rasteraufnahme wird in üblicher Weise gemacht, indem
bald das Diapositiv oder das positive Bild allein, bald zusammen mit der Maske,
bald die Maske allein und beide mit oder ohne Raster belichtet werden. Bildvorlage,
gegebenenfalls mit Farbenfilter bei farbigen Bildvorlagen, Masken sind in verschiedenen
ihrer möglichen Zusammenstellungen zugleich oder getrennt mit einem Raster zu belichten.
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Die Verwendung einer Kamera gemäß dieser Erfindung bietet u. a. den
Vorteil der Verwendungsmöglichkeit gewöhnlicher Raster. Mittels der Verwendung mehrerer
Masken für eine Teilplatte, abwechselnder Belichtungen von Bildvorlage, Masken und
Raster kann jede beliebige Feinheit in der Tonwertung der Teilplatten erzeugt werden.
Bei der Übertragung von farbigen Diapositiven (z. B. Lumiereaufnahmen) können die
sonst erforderlichen Effektätzungen vermieden werden.