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Gerät zur Bestimmung kleiner Winkel. Den Gegenstand der Erfindung
bilden Instrumente, welche die einfache, rasche und genaue Messung kleiner Winkel
ermöglichen, insbesondere zu d,2m Zwecke der Bestimmung von Entfernungen unter Verwendung
einer horizontal liegenden Meßlatte.
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Um bei derartigen Messungen die Fehlerquellen einzuschränken, ist
es erwünscht, die Abhängigkeit des Meßergebnisses von einer einzelnen Konstanten
der Meßvorrichtung, wie sie beispielsweise auch bei der Anwendung der Tangentenschraube
gegeben ist, zu vermeiden, ferner den Meßvorgang möglichst zu beschleunigen.
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Die Maßnahmen, durch welche die vorliegende Neuerung diese Forderungen
erfüllt, sind die folgenden: Die Messung erfolgt durch die Beobachtung des horizontalen
Drehwinkels der Fernrohrachse nach den Zielpunkten einer horizontal liegenden Meßlatte
und Ablesung des Winkels an kleinen Kreisteilungsausschnitten. Diese werden durch
einen um die Stehachse schwenkbaren Führungsteil. (entsprechend dem Limbus) am unteren
Teil des Fcrnrohrträgers (Alhidade) drehbar angebracht. Die zugehörigen Ablesevorrichtungen
werden mit dem oberen Teil des Fernrohrträgcrs verbunden. Derartige -Kreisteilungsausschnitte
brauchen nur wenige Teilstriche zu enthalten, im Gegensatz zu den überdies :ehr
teuren Vollkreisen. Nach besonderem Verfahren können die Teilungen mit großer Genauigkeit
hergestellt, die etwaigen Teilungsfehler bestimmt und bei der Beobachtung zusammenfassend
berücksichtigt werden. Um den Zeitbedarf für die Beobachtung möglichst zu verringern
und damit wirksame Instrumentdrehungen zu vermeiden, ist das Okular der Ablesevorrichtung
nahe an das Fernrohrokular verlegt.
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Die zweite Maßnahme, die die vorgenannte zur Voraussetzung hat, bezieht
sich auf die Zieleinstellungsvorrichtung. Die Art der üblichen Zieleinstellungsvorrichtung
ist für die Zwecke der Entfernungsbestimmung, die die mehrmalige Bestimmung eines
an sich kleinen Winkels erfordert, von wesentlichen Nachteilen. Wird zur Einstellung
der beiden Enden der Meßlatte jedesmal die Feststellschraube gelöst und neu geklemmt,
so wirkt diese Art der Einstellung durch bewirkte kleine Drehungen infolge der Klemmungen
ungünstig auf die Genauigkeit des Beobachtungsergebnisses. Bleibt aber die Feststellschraube
während der beiden Einstellungen der Meßlattenenden geklemmt, geschieht also die
Einstellung der Lattenenden nur durch die Veränderung der Feinstellschraube, so
erfordert die wiederholte Einstellung der beiden Ziele lange Zeit; dieser Zeitaufwand
ist an sich wie auch deshalb zu vermeiden, da an ihn Fehlerquellen, insbesondere
Instrumentdrehungen gebunden sind.
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Um diese beiden Nachteile zu beseitigen, kann nach der Erfindung die
Verbindung der Instrumentenalhidade mit der Feinstellvorrichtung an jeder Kreisstelle
gelöst und an einzelnen oder an allen benachbarten Stellen, ohne Lösung der Feststellschraube
und ohne Veränderung der Feinstellschraube; wieder hergestellt werden.
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Im folgenden sei, unter Bezugnahme auf
die Zeichnung,
eine Ausführungsform der gekennzeichneten Instrumente beschrieben.
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Fig. i zeigt eine Gesamtansicht des Gerätes, Fig.2 einen senkrechten
Schnitt durch die Einstellvorrichtung, Fig.3 Einzelheiten der Einstellvorrichtung.
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Auf dem lotrechten Zapfen eines Dreifußes d (Fig. i) ruht mittels
einer Büchse b
das Lager L für die Kippachse lt des Fernrohres
r. Der liegende Kreisteil k ist durch den Führungsteil u der Feststellschraube f
um die Stehachse schwenkbar. Das stehende Schraubenmikroskop in zur Ablesung der
Kreiseinstellung ist oben mit dem Fernrohrträger 1 verbunden.
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Zur Lösung des Zusammenhanges der Alhidade mit dem Führungsteile it
der Feststellschraube ist das Ende des unten am Fernrohrträger befestigten Teiles
t beweglich, z. 13. scharnierartig. Dieses mit Handhabe versehene bewegliche Endteil
e weist einen kleinen Ansatzstift i auf, durch welchen es mit den schlitzartigen
Kerben o (Fig. 3) des Schiebestiftes p der Feinstellvorrichtung verbunden werden
kann.
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Bei der Verwendung stehender Kreisteilungsausschnitte oder von Prismen,
welche dem Objektiv vorgesetzt sind, können auch geneigt oder horizontal liegende
Ablesüngsvorrichtungen benutzt werden. Dann kann die optische Achse des Mikroskopes
auch exzentrisch zum Mittellote der Kreisteilung angeordnet sein, eine Anordnung,
die an. sich für Theodolite jeder Art, sowohl für den Horizontal- wie für den Vertikalkreis,
neue Konstruktionsmöglichkeiten gestattet und besonders auch deshalb von Bedeutung
ist, weil damit zwei nebeneinanderliegende Mikroskope. für die Beobachtung in der
ersten und in der zweiten Fernrohrlage benutzt werden können.
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Durch symmetrische Gestaltung des Gerätes im Sinne der beschriebenen
Ausführungsform ist es möglich, zur Kompensation von Achsenfehlern die Winkel auch
nach Durchschlagen des Fernrohres zu messen.
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Durch die neue Zieleinstellungsvorrichtung können zwei symmetrisch
angeordnete Feststellschrauben und zugehörige Feinstenschrauben oder zwei um t8o'--
gegenüberliegende, lösbare Ansatzteile an die Alliidade Verwendung finden, eine
Neuerung, die auch für Theodolite jeder Art deshall> von Bedeutung ist, weil hiermit
die sehr unbequeme Art der Einstellung des Ziels nach Durchschlagen des Fernrohrs
vermieden ist.
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Das Gerät gemäß der Erfindung soll die genaue Bestimmung von größeren
Entfernungen ermöglichen, insbesondere unter Verwendung einer Tafel, bei der die
Zieleinstellung an der Meßlatte in der Reihenfolge o, 300, 5, 305, 1o, 310,
15 cm erfolgt.