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Rost für Lokomotivkessel. Die Erfindung betrifft einen Rost füt Lokomotivkessel,
bei welchem der Kipprost einen exzentrisch gelagerten zweiarmigen Hebel darstellt.
Zweck der Erfindung ist, die Umwandlung vorhandener Roste jeder Art in eine die
Reinigung und Entschlackung der Rostfläche gestattende Kipprosteinrichtung durch
einfachen Austausch einer größeren oder kleineren Anzahl der alten Einzelroststäbe
zu ermöglichen, ohne daß also hierbei irgendwelche Umbauarbeiten an in dem Feuerungsraum
der Lokomotive o. dgl. fest eingebauten Teilen (Traggestell des Rostes usw.) notwendig
wären. Eine derartige Umwandlung ist bisher für kleinere, einreihige Roste, bei
welchem also die Länge des Gesamtrostes der Länge eines einzigen Roststabes gleich
ist, gar nicht -möglich gewesen, da die Möglichkeit der Lagerung der Kippteile nur
durch nachträgliche Umbauarbeiten geschaffen werden konnte. Diese Aufgabe wird gemäß
der Erfindung dadurch gelöst, daß der Kipprost unabhängig vom Traggestell des Gesamtrostes
in zwei mit ihren Schenkeln gegeneinander gerichteten, U-förmigen, seitlichen Gruppenrosten
gelagert ist, derart, daß er die von den beiden Gruppenrosten umschlossene mittlere
Öffnung abdeckt und mit dem längeren Arm auf dem der Feuertür abgewendeten Schenkel
der Gruppenroste aufliegt. Durch diese vom festen Traggestell des Gesamtrostes vollkommen
unabhängige Lagerung der Kippteile in den einsetzbaren U-förnügen Gruppenrosten
wird erreicht, daß die neue Einrichtung nachträglich einfach an die Stelle der alten
Roststäbe eingesetzt werden kann, wobei bei breiteren Rosten mehr, bei schmäleren
Rosten weniger alte Roststäbe belassen werden; die durch die U-Form der Gruppenroste
ermöglichte Lagerung des Kipprostes verhältnismäßig weit entfernt von der die Feuerrohre
enthaltenden, in bezug auf Dichtung sehr empfindlichen Rohrwand hat hierbei im Gefolge,
daß während. der Entschlackung die einströmende kalte Luft die Rohrwand nicht unmittelbar,
sondern angewärmt trifft, so daß ein Leckwerden nicht zu befürchten ist. Die neue
Einrichtung bietet auch den Vorteil, daß sie ohne Schwierigkeit für verschiedene
Rostgrößen und alle Rosttypen in Massenhergestellt werden kann. Denn die Kippteile
selbst können für alle Rostgrößen ständig in derselben Größe hergestellt werden,
während die zur Lagerung der Kippteile dienenden U-förmigen Gruppenroste auch nur
in der einen Richtung, nämlich in ihrer die Kippteile überragenden Verlängerung
geändert werden müssen.
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Die Zeichnung zeigt den Erfindungsgegenstand beispielsweise in einer
Ausführungsform, und zwar in Fig. i im Längsschnitt, in Fig. 2 in Oberansicht.
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In der Feuerbüchse ist für den Rost das übliche Traggestell a angeordnet,
auf welchem in einer Reihe die üblichen, einfachen Roststäbe b ruhen. Ein Teil dieser
Roststäbe ist durch zwei Gruppenroste cl und c2 ersetzt, die
U-förmig
ausgebildet sind und mit ihren Schenkeln derart nebeneinander liegen, daß sie etwa
in der Mitte eine Öffnung umschließen. Die Gruppenroste cl, c.., dienen zur Lagerung
der Achse d eines zweiteiligen Kipprostes g, der mit seinem längeren Arm g. auf
einer Stufe c1 der von der Feuertür j abgewendeten Schenkel f
der Gruppenroste
aufliegt.
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Der Gebrauch der neuen Einrichtung geschieht auf folgende Art Zwecks
Reinigung des Feuers verschiebt man vermittels des Schürhakens teilweise das Feuer
und die Schlacke von den Kipprosten, greift dann mit dem Haken des Schüreisens zwischen
die Zweige g1 der Kipproste hinein (Fig. i) und -kippt die Roste in die gestrichelte
Stellung um. Durch die entstandene Öffnung läßt man die Schlacke ab, kippt die Kipproste
in ihre ursprüngliche Stellung zurück und breitet das frische Feuer über den Rost
aus.
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Die gegenseitige Längsverschiebung der Gruppenroste cl und c, ist
durch einen Zapfen c3 verhindert, der in den einen Gruppenrost eingegossen ist und
in den Hohlraum des anderen eingreift. Die Kipproste ruhen in der Schließlage auf
der Stufe c4 der Gruppenroste auf. Die Gruppenroste können auch so hergestellt werden,
daß die beiderseits befindlichen Gruppenroste zusammengefaßt bzw. aus einem Stück
gegossen werden. Man kann ferner zwischen den Gruppenrosten Einsatzstücke vorsehen,
die die Stufe c-, ersetzen. Man kann auch statt der Achse der Kipproste, z. B. nur
zapfenartige Fortsätze anordnen.
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Die Kipprosteinrichtung nach der Erfindung kann natürlich auch bei
vollkommen neuen Lokomotiven, nicht nur bei Umbauten Verwendung finden.