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Pellvorrichtung für U-Boots-Bunker. Bei U-Boots,-Bunkern, deren Ölinhalt
auf Wasser schwimmt, und bei denen Ölförderung und Druckausgleich mit dem Außenwasser
durch offene Steigrohre erfolgen, ist es schwierig oder bisher unmöglich, die Lage
des Trennspiegels zwischen Öl und Wasser festzustellen, also den jeweiligen CSlvorrat
zu bestimmen. Einfache Wasserstands- oder Ölstandsgläser zeigen leicht falsch und
sind für den U-Boots-Betrieb an sich ungeeignet wegen der vielen Druckkörperdurchbrechungen
und der Raumverhältnisse im Boot. Es gibt zur Zeit leine, auch nur annähernd .befriedigende
Art, den Ölvorrat in solchen Bunkerur -festzustellen. Nachstehend beschriebene Erfindung
soll diesem Mangel abhelfen. Sie geht davon aus, daß bei solchen Bunkern der -Druck
unter der Bunkerdecke abhängig ist vom Füllungsgrad des Bunkers mit Öl oder Wasser.
Es kann somit aus der Bestimmung dieses Druckes auf die Lage des Trennspiegels zwischen
Öl und Wasser, also auf die Füllung geschlossen werden.
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Zur Erläuterung der Vorrichtung dienen die Fig. I und 2.
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Fig. r veranschaulicht das Gesetz obiger Druckverhältnisse und das
Wesen der Messung. In ihr bedeutet: a den Druckkörper eines U-Bootes, b einen Treibölbunker,
c das Steigrohr, d die Druckwasser- und Ausgleichleitung, e die Ölentnahmeleitung,
f den Trennspiegel zwischen Öl und Wasser, g ein U-förmiges Rohr mit Sperrflüssigkeit,
H die Höhe des Steigrohres; la die Höhe des Bunkers.
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Bezeichnet man ferner mit y", das Kenngewicht des Wassers und mit
y6 das Kenngewicht des Öles, so ist der Druck unter der Bunkerdecke bei vollem Bunker:
, . P voll -Y",-It7ö.
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Ist der Bunker leer, d. h. ganz mit Wasser gefüllt, so ist der Druck
dagegen: p leer - H y", - h y, Zwischen diesen beiden Grenzwerten
»p voll« und »p leer« wechselt der Druck je nach der Füllung. Zu ihrer Ermittlung
steht somit ein Druckunterschiedsbereich von: »p voll« - »p leer« - h # (y",
- yo) zur Verfügung. Bei einer Bunkerhöhe von h - 3 m und einem Unterschied
der Kenngewichte für Wasser und Öl von: (Ysv--7ö) =I-0,8%=0,=3 wären das beispielsweise
3 X o,=3 = 0,39 m W. S. Dieser Ausschlag läßt sich an der Verschiebung der Sperrflüssigkeit
im U-förmigen Rohr g ablesen; wenn dessen einer Schenkel (wie in Fig. z gezeichnet)
an die Druckwasserleitung d angeschlossen ist, während der andere mit der Ölentnahmeleitung
e verbunden ist. Auf dem ersten Schenkel steht dann dauernd der Steigrohrdruck,
also H y", - h y"" auf dem anderen der mit der Bunkerfüllung veränderliche
Druck unter der Bunkerdecke. Wird der= Ausschlag der Sperrflüssigkeit im U-förmigen
Rohr g entsprechend der Bunkerfüllung geeicht, so kann letztere ohne weiteres abgelesen
werden.
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Da Quecksilber zu kleine Ausschläge geben
würde, wird
als Sperrflüssigkeit am besten gefärbtes Wasser genommen.
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Uin jedoch hierbei die Vermischung des Wassers der Leitung d oder
des Öles der Leitung e mit dem Sperrwasser im U-förmigen Rohr g zu verhindern, sollen
nach der Erfindung zwischen diese Leitungen und das U-förmige Rohr g Luftkissen
eingeschaltet werden, die in Windkesseln oberhalb des Rohres g untergebracht sind.
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Fig.2 gibt die Einrichtung eines hiernach ausgebildeten Meßgerätes
wieder. Es ist eine Windkesselkammer für Wasser k", und eine für 01 kö vorgesehen.
Die Wasser-5 ist an die Druckwasser- und Ausgleichleitung d angeschlossen, während
von der Ölkammer eine Leitung e an den sogenannten Bunkerventilkasten führt, in
welchem sich die Ölentnahmerohre aller Bunker vereinigen. Außerdem sind die Luftkissen
der beiden Kammern k", und Aa durch die ein U-förmiges Rohr bildenden Rohre g miteinander
verbunden. .
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Die beiden Stränge des Rohres g münden in ihrem tiefsten Punkt in
eine besondere Kammer v; um zu verhindern, daß beim Anstellen des Meßgerätes Luft
aus der Wasserkammer in die Ölkammer dringt, wenn das Öl besonders bei Kälte seine
Kammer ka infolge seiner Zähflüssigkeit langsamer füllt als das Wasser die Wasserkammer.
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Das eine Rohr g ist mit einem Wasserstandsglas Z ausgerüstet, hinter
dem eine Tafel mit einer für jeden Bunker geeichten Teilung zi und einer Zeigervorrichtung
t vorgesehen ist. Letztere läßt sich längs Wasserstandsglas und der der Teilung
verschieben.
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Die Anschlußleitungen an Druckwasser und Öl sind vor den Windkesseln
mit Dreiwegehähnen na und xz -versehen, während an den Schenkeln g einfache Hähne
o zur Entlüftung angebracht sind. Die Hähne sind derart gekuppelt, daß sie durch
einen Handgriff q gleichzeitig geöffnet oder geschlossen werden können.
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Soll der Bunkerinhalt bestimmt werden, so ist das Ventil des zu peilenden
Bunkers am Bunkerventilkasten zu -öffnen, alle übrigen Ventile am Bunkerventilkasten
sind vorher zu schließen. Wasser und Öl treten dadurch in ihre Kammern kn,
und kö ein und verschieben das Wasser im U-förmigen Rohr entsprechend dem Druckunterschied
zwischen Wasser- und Ölkammer. Diese Verschiebung gibt die Bunkerfüllung an. Sodann
. schließt man durch Anheben des Handgriffes q die Hähne o, während gleichzeitig
durch die Hähne -in und n die Windkesselkammern k", und kö mit den Leitungen
e und d; also mit dem Bunker und mit dem Druckwasser verbunden werden.
Der Handgriff q ist durch ein Gewicht so belastet, daß die Hähne w, n und o für
gewöhnlich stets zur Bilge bzw. zum Leckölkasten oder nach dem Freien hin offen
sind, die Kammern kr und kg also Leerlaufen, indem das Wasser durch die Leitung
r in die Bilge und das Öl durch die Leitung s in einen Leckölkasten abfließt. Infolge
der offenen Entlüftungshähne o ist gleichzeitig das Wasser im U-förmigen Rohr ausgeglichen
und in Nullage: Der Veränderlichkeit des Kenngewichtes des Öles kann dadurch Rechnung
getragen werden, daß für jeden Bunker mehrere Teilungen für die verschiedenen Kenngewichte
nebeneinander angebracht werden.
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Ist das Kenngewicht nicht bekannt, so kann es bei vollem Bunker, z.
B. nach der Übernahme, ohne 'weiteres *an der Teilung u abgelesen werden, indem
man den vollen Bunker peilt.