DE32060C - Nähmaschine mit rotirendem Schiffchen - Google Patents
Nähmaschine mit rotirendem SchiffchenInfo
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Classifications
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- D—TEXTILES; PAPER
- D05—SEWING; EMBROIDERING; TUFTING
- D05B—SEWING
- D05B57/00—Loop takers, e.g. loopers
- D05B57/08—Loop takers, e.g. loopers for lock-stitch sewing machines
- D05B57/10—Shuttles
- D05B57/14—Shuttles with rotary hooks
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
KLASSE S2: Nähmaschinen. ■
Vorliegende Erfindung bezieht sich hauptsächlich auf Steppstichmaschinen mit rotirendem
Schiffchen und bezweckt, bei einfacher Construction einen sehr schnellen, geräuschlosen
Gang unter geringem Kraftverbrauch zu gewinnen.
Zur Erreichung dieses Zweckes ist es nothwendig, dje sich bewegenden Theile bei genügender
eigener Festigkeit so leicht wie möglich anzufertigen, die Bewegungen zwangsläufig
und regelmäfsig auszuführen, die Anwendung von Verzahnungen, Hebedaumen und
vibrirenden Hebeln zu vermeiden, die rotirende Bewegung dagegen thunlichst direct zu verwerthen.
Fig. ι ist ein Längsschnitt durch die neue
Nähmaschine;
Fig. 2 zeigt Einzelheiten der Stoffdrückeranordnung,
Fig. 3 eine Vorderansicht,
Fig. 4 dieselbe Ansicht mit fortgenommener Stirnplatte;
Fig. 5 ist eine Ansicht von unten gegen die Maschine,
Fig. 6 ein abgelöster Schiffchenspanner,
Fig. 7 eine Ansicht des Schiffchens,
Fig. 8 eine Ansicht des Schiffchentreibers;
Fig. 9 zeigt Einzelheiten des Transporteurs, die Gegenwelle und den Rohransatz des Schiffchentreibers
nach der Linie χ -χ, Fig. 6, geschnitten;
Fig. 10 ist ein Schnitt des Transporteurregulirungsmechanismus
nach Linie y-y, Fig. 1 und 6;
Fig. 11 stellt eine Ansicht auf die Bettplatte, den Trägerarm und die Verticalwelle im
Schnitt dar;
Fig. 12 ist ein Schnitt durch Spule und Spulengehäuse und
Fig. 1.3 eine perspectivische Ansicht des Spulengehäuses.
A ist die Bett- oder Arbeitsplatte mit dem passend angeordneten Trägerarm B. Dieselbe
ist an der Unterseite mit starken Rippen Ä1,
Fig. ι, 3 und 4, ausgestattet, welch letztere, am vofderen Theile flach anfangend, sich nach
hinten allmälig verstärken, bis sie die gleiche Höhe mit dem Schiffchengehäuse A2 haben.
Die Rippen A\ tragen mithin die Maschine am hinteren Ende, während der vordere Theil
durch das Schiffchengehäuse A'2 unterstützt wird, und da die beweglichen Theile unter
diesen Stützen nicht hervorragen, so kann der ganze Apparat auf eine ebene Platte gestellt
werden, ohne dafs eine Gefahr, die arbeitenden Theile zu verletzen, vorliegt.
B1, Fig. i, ist eine abhebbare Platte oder
ein Deckel des hinteren Theiles des Trägerarmes B; B3 und B* sind ebensolche Platten
oder Deckel an der Vorderseite des Nähmaschinenkopfes.
C ist die in dem horizontalen Theile des Trägerarmes U angeordnete Haupt- oder Antriebswelle,
ausgestattet mit dem Schwung- und Spulrade C1. ■ "
C2 ist eine Transmissionswelle, welche zur Ueb ertragung der Bewegung der Hauptwelle C
auf die Gegenwelle C* dient und in dem senk-
rechten Theile des Trägerarmes B gelagert ist. Die Gegenwelle C4 ist unterhalb der Bettplatte A angeordnet und in geeigneter Weise
gelagert. , Die Verbindung der einzelnen Wellen CC1 und C* geschieht durch die Universalgelenke
C3 C3, und ist durch diese Anordnung eine zwangsläufige Vereinigung gesichert, jede
unabhängige Bewegung aber verhindert.
Zur Vermeidung des überflüssigen Gewichtes sind die Wellen C C2 und C4 ganz oder theilweise
hohl gemacht und, um der notwendigen Schmierung Rechnung zu tragen, können diese
Höhlungen mit OeI angefüllt werden. Die Wellen tragen dann an den Lagerungsstellen
kleine Bohrungen und sind an ihren Enden durch Korke, Schrauben oder in sonst geeigneter
Weise verschlossen.
Die Nadelstange wird von der Hauptwelle in Bewegung gesetzt, während der Transporteur
und das Schiffchen (oder wenn gewünscht der Treiber) von der Gegenwelle C4 angetrieben
werden. Die Anordnung der Schwung- und Schnurscheibe C1 zwischen der Verbindung
von Nadelstange und Universalgelenk auf der Hauptwelle ermöglicht die directe Uebertragung
der Kraft auf die Nadelstange, und nur die geringere, zur Bewegung des Schiffchens und
des Transporteurs erforderliche Kraft ist durch das Universalgelenk weiter übertragen. Alle
Schläge und Stöfse und die daraus folgenden Zerrungen und Drücke, welchen die Verbindungen
bei Uebertragung der Arbeitskraft auf die Nadelstange ausgesetzt wären, sind durch
diese Anordnung vermieden.
An dem vorderen Ende der Hauptwelle C ist die den Kurbelzapfen c tragende, ausbalancirte
Kurbel C5 angeordnet, und wird die Bewegung des Kurbelzapfens c durch die
Kurbelstange c2. auf den Kreuzkopf d der Nadelstange ■ D übertragen, wobei sich der
Kreuzkopf d in passenden Gleitflächen des Nähmaschinenkopfes D2 führt. Die Nadel J2,
von der gebräuchlichen, "doch etwas kürzeren Form, wird durch die Schraube d3 oder anderweitig
in der Nadelstange D befestigt.
Damit die Nadelstange die Befestigungsschraube d1 des Kreuzkopfes d nicht löse, ist
in dem Nähmaschinenkopf ein Schlitz b, Fig. ι,
angeordnet. Da die Nadelstange einer der bewegten Theile ist, der bei seiner Arbeit die
meiste Kraft verbraucht, so verringere ich das Gewicht derselben, indem ich sie hohl mache,
und erhalte so eine bessere Construction für den schnellen Gang meiner Maschine, als bei
Anwendung der gewöhnlichen Nadelstangen.
An dem Kurbelzapfen c ist ein Arm E, an dessen Ende sich ein Drehzapfen e befindet,
starr befestigt.
Der aus Draht geformte, gerade, an seinem
Ende mit einem Haken ausgestattete Fadenheber E1 geht durch den Zapfen e hindurch
und ist mit seinem Ende in einem Block e2 befestigt, der seinerseits wieder durch eine
stationäre Schraube E2 drehbar gehalten wird. Schraube E2 dient gleichzeitig zur Befestigung
der Platte B3 an dem Maschinenkopfe. ;:■'
Auf der Schraube E2 zwischen dem Block e2
und der Vorderplatte B2 liegt eine Unterlagsscheibe,
f
Der Kurbelarm E ist derart zum Fadenheber Ex und zur Bewegung der Nadelstange
in Beziehung gesetzt, 'dafs der auf dem Fadenheber auf- und niedergleitende Drehzapfen e
von dem Drehpunkt des Fadenhebers am weitesten entfernt ist, wenn sich die Nadel in
dem Arbeitsstücke befindet und niederbewegt ist, sich dem genannten Drehpunkte dagegen
am nahesten während desjenigen vorhergehenden Theiles des Niederganges der Nadelstange
befindet, wo sich der Fadenheber aufwärts bewegt. :':T
Aus der Beziehung des Fadenhebers zum rotirenden Drehzapfen ergiebt sich, dafs die
Aufwärtsbewegung des ersteren (welches die Bewegung ist, durch welche der gebildete
Stich angezogen wird) sehr schnell bei Y4-Umdrehung des Drehzapfens vor sich geht, während
die Zeit des Niederganges dreimal länger ist, also bei 3/4-Umdrehung erfolgt. . ■
Der Grund für diese Bewegungen des Fadenhebers wird weiterhin in Verbindung mit den
Operationen von Nadel und Schiffchen bei der Stichbildung erläutert werden.
Der Oberfaden .wird durch die Spule F,
Fig. 3, geführt, läuft in eine kleine Einkerbung/ der Stirnplatte B3, dann durch eine gekerbte
und durchbohrte Schraube f1, Fig. ι und 3,
um einen Spanner F}, Fig. 1, von gewöhnlicher Construction, welcher durch die
Schraube F'2 regulirt wird. Von dem Spanner geht der Faden durch das Führungsauge /2,
getragen durch die Platte f3, welche ihrerseits mit einem Schlitz ausgestattet ist, um passend
durch eine Klemmschraube an der Stirnplatte befestigt zu werden.
Eine schwache Feder F3, Fig. 3, ist an der Stirnplatte B3 durch Stift/4 und Schraube/5
befestigt. Die Spannung dieser Feder wird durch die Schraube /6, die gleichzeitig das
Entschlüpfen des aus dem Führungsauge/2 kommenden Fadens verhindert, regulirt. Die
Feder F3 ist entsprechend dem Wege, den der Haken e1 des Fadenhebers E1 durchläuft,
gekrümmt, so dafs sie mit demselben in beständiger Berührung während der ganzen Be^
wegung verbleibt.
Von der Feder läuft der Faden durch den Führer /7 an der Stirnplatte und d1 an der
Nadelstange in das Auge der Nadel. :..,.
Der Stoffdrücker G, Fig. 2, trägt an seinem unteren Ende den Fufs gl und letzterer wird
durch die Spiralfeder g nachgiebig gegen den
Stoff gedrückt und kann durch den leicht zugänglichen Ausrücker g2 wieder angehoben
werden. Zur Verhinderung der Drehung des Stoffdrückers ist die Auflagescheibe der Spiralfeder
mit einer Nase g"4, die über den · Ausrücker
hinweg in den Einschnitt der Befestigungsschraube g 5 eingreift, ausgestattet.
Durch diese Anordnung wird nicht allein die bewufste Drehung des Stoffdrückers vermieden,
sondern auch ein Lösen der Befestigungsschraube g5 verhindert.
?,' Das rotirende Schiffchen H, Fig. ι und 6,
wird leicht zwischen einer Scheibe / und dem Schiffchengehäuse A2 gehalten. Die Scheibe /,
am vorderen Ende der Gegenwelle C4 durch eine Schraube oder in sonst geeigneter Weise
befestigt, ist an ihrer Oberfläche mit einem segmentförmigen Flantsch i, Fig. 8, der den
Schiffchentreiber bildet, ausgestattet. Auf der Hülse der Scheibe /, welche zu einem Excenter
/2 ausgebildet ist, wird der Transporteur rriontirt.
:Das Schiffchen H ist kreisrund, mit Ausnahme
des Theiles seiner Peripherie, der in der Ausdehnung des Flantsches i liegt; dieser
Theil ist fortgeschnitten, so dafs genannter Flantsch präcis auf das Schiffchen wirken kann.
Das Schiffchen ist ferner mit einer kreisrunden Aushöhlung zur Aufnahme der Spule versehen,
und ist in der Mitte dieser Aushöhlung ein Zapfen h, Fig. 7, der locker in ein Röhrenende
j des Spulengehäuses eingreift, eingefügt. Auf dieses Rohrende j ist die Spule, locker
aufgeschoben, doch ist ersteres höher als die Dicke des Spulengehäuses, so dafs ein freier
Raum zwischen dem Gehäuse und der Innenseite des rotirenderi Schiffchens verbleibt, eine
Berührung beider Theile somit ausgeschlossen ist. An der Aufsenseite des Spulengehäuses
ist eine Spannfeder j\ auf welcher ein kleiner
Regulirschieber j2 angeordnet ist, befestigt.
Die Feder ist gemä'fs der Rundung der Spule, jedoch mit etwas kleinerem Radius, gebogen,
so dafs bei weiterer Entfernung des Schiebers von dem freien Federende die ganze Federkraft
auf den zwischen dem freien Ende und dem Spulengehäuse hindurchgehenden Spulenfaden
ausgeübt wird. Um die Spannung des Spulenfadens zu verringern, stöfst man den Schieber nach dem freien Federende hin, und
hebt dadurch letzteres von dem Faden ab. Das Spulengehäuse . wird eingerichtet, indem
man den Spulenfaden durch einen Einschnitt j3. im Umfange genannten Gehäuses, Fig. 12 und 13,
zieht, ihn dann nahe dem freien Federende der Spannfeder j1 in den Ausschnitt j* um
den Punkt j5 und durch den Schlitz j6 in das
Loch p führt, woraus er zur Arbeit bereit hervorgeht. Der Zug des Spulenfadens, durch
seine Spannung hervorgerufen, ist ausreichend, das Spulengehäuse am Drehen während der
Schiffchenrotation zu verhindern, und verbleibt die Spule mit ihrem Gehäuse stationär, ausgenommen,
wenn genannte Spule behufs Nachlassens oder Aufwickeins ihres Fadens gedreht wird. Diese Anordnung gestattet eine gleichförmige,
durch die Rotation des Schiffchens unerschütterliche Spannung, weil Spule und Gehäuse stets in derselben Entfernung ■ von
dem Arbeitsstück verbleiben. Da die Spule nur eine Drehung gestattet, wenn der Faden
sich abwickelt, so ist es ersichtlich, dafs eine Verwickelung des Unterfadens, wie es "bei
anders construirten rotierenden Schiffchenmaschineh
geschieht, nicht erfolgen kann.
Das Schiffchengehäuse A2, Fig. 1, ist an der
unteren Seite der Bettplatte A ■ durch Schrauben a, Fig. 5, befestigt, und da die betreffenden
Schraubenlöcher in der Platte A eiförmig und weiter sind, als die Durchmesser der
Schrauben a, so ist die Ein- und Nachstellung, wenn erforderlich, leicht zu bewirken. Das
Schiffchen selbst braucht erst herausgenommen zu werden, wenn es abgenutzt ist, und Spulengehäuse
nebst Spule werden an Ort und Stelle erhalten, beispielsweise durch eine Stellschraube
a1, gelagert in dem Knaggen a2,
welch letzterer von dem in der Längsrichtung der Bettplatte A beweglichen Schieber as abhängt.
Die Befestigung des Knaggens a2 an dem Schieber aB geschieht durch die Schraube α4,
und da der letzteren entsprechende Durchbrechung in a2 schlitzförmig ist, so läfst sich
auch der Knaggen a2 passend einstellen. Im gewünschten Falle kann an dem verticalen
Theile des Knaggens α2 eine Nase oder
eine Bohrung, entsprechend angeordnet, die Schraube a1 ersetzen. Zieht man den Schieber
heraus oder nach links, Fig. r, so sind die Spulengehäuse und die Spule leicht zu erreichen
und für etwaige Prüfung oder Erneuerung frei.
Wie früher erwähnt, verbleibt das Schiffchen bis zu seiner Abnutzung in der Maschine^ und
ist es daher nothwendig, Mittel zum Herausnehmen des Spulengehäuses und der Spule
anzuordnen. Zu diesem Zweck ist ein Schiffchenejector K, Fig. 6 und 9, in der hohlen
oder doch theilweise hohlen Gegenwelle C4 untergebracht. Der Ejector K besteht aus
einem einfachen, in einem kleinen Cylinder k befestigten Draht und wird durch die Spiralfeder
k2 in der Welle gehalten. Der Cylinder k ist durch einen Stift oder eine Schraube,
die durch einen Schlitz der Welle C4 hindurchgeht, mit der letztere umfassenden Hülse kl,
Fig. i, verbunden. Zur Bethätigung des Ejectors geht eine kleine Welle oder ein Stift k3 durch
die Bettplatte A\ dieser Stift trägt oberhalb letzterer eine Handhabe &4 und unterhalb demselben
einen mit einer Nase ausgestatteten Arm A:5. Wird die Handhabe k*, Fig. 1 und μ ,
nach links bewegt, so drückt die Nase des
Armes k5 gegen die Hülse k1 und dadurch
den Cylinder k gegen die Spiralfeder /c2; das
äufserste Ende des Ejectors dringt dann in eine Bohrung der Wandung des Schiffchens
und stöfst Spule und Spulengehäuse heraus.
Um die Möglichkeit zu vermeiden, dafs bei vorliegender Maschine infolge des schnellen
Ganges Ungenauigkeit in der Aufstellung, Ausdehnung oder Zusammenziehen des Metalls bei
veränderter Temperatur oder durch sonst eine andere Veranlassung Stiche apsgelassen werden,
sind Mittel angewendet, das Schiffchen leicht nach auswärts, rechtwinklig zu der Rotationsrichtung, in dem Augenblick zu pressen, wo
die Nadel die Schlinge des Oberfadens bildet. Nach dem Moment der Schiingenaufnahme
durch das Schiffchen wird letzteres gelüftet, zur Vermeidung der Reibung bei Herumführung
der Schlinge.
Die Mittel, dieses Resultat zu erreichen, liegen in dem kleinen Block L, der in dem
Ende der hohlen Welle C4 angeordnet, an seinem Ende abgerundet ist, um der Schlinge
des Oberfadens den Durchgang leicht zu gegestatten. Dieser Block L, den ich Schiffchenspanner
nennen will, ist durch einen Draht oder eine Stange / mit einem anderen Block Z1,
in dem ein Schraubenstift Z2 eingeschraubt ist, verbunden. Der Kopf dieses Schraubenstiftes
wird durch den Druck der Feder k 2 des
Spulenaushebers K, die sich gegen den Block Z1 legt, in bleibender Berührung mit der Oberfläche
/3 des Knaggens Z4 erhalten. Die Oberfläche
des an der Bettplatte befestigten Knaggens Z4 ist nicht eben, sondern derartig geformt,
Fig. ι und 6, dafs im Momente des Aufnehmens der Schlinge durch das Schiffchen
der Kopf des Stiftes Z2 eine sanfte Vertiefung der Knaggenoberfläche erreicht hat, der Schiffchenspanner
' also vermöge des Druckes der Feder A2 leicht gegen das Schiffchen geprefst
wird, letzteres in genauer Beziehung zur Nadel gelangt und somit der Durchgang der Greiferspitze des Schiffchens durch die Oberfadenschlinge
gesichert ist. Ist dieser Vorgang erfolgt, so hat auch der Stift Z2 die Oberflächen-'
vertiefung des Knaggens passirt und der Schiffchenspanner wird zurückgezogen, den Weg
für den leichten Fang des Oberfadens um das Schiffchen freigebend. Für meine Maschine
construirt, giebt die Knaggenoberfläche dem Schiffchen ein Spiel von wenig mehr als Y32"
englisch, und ist dies zur Erreichung des gewünschten Zweckes genügend. Block L und Z1
sind mit Rillen für den Durchgang des Ejectors K
versehen.
Der Transportmechanismus besteht aus dem Vorrücker M, Fig. ι, 6 und 9, fest verbunden
mit einem aus dem Hebel M1 hervorspringenden
Arm; der Hebel M1 ist mit seinem angefügten Rohrtheile M2, Fig. 6, über die Excenterhülse I2 der Schiffchentreibscheibe / aufgeschoben
und endet in einen Finger m, welcher sich gegen den Anschlag η lehnt, wobei
letzterer an dem vorderen Ende einer Schrauben1,
Fig. 6, drehbaren Balkens oder Hebels N, Fig. 5, 6 und 10, angeordnet ist. Der Hebel Af1 trägt
ferner einen seitlichen Arm m\ gegen den sich eine in dem Ausschnitt ma der Bettplätze A,
Fig. 11, angeordnete Feder m2 legt. v;;
Ein Block m4, am besten aus Horn oder ähnlichen harten, nicht tönenden Substanzen
hergestellt, ist ebenfalls in dem Querschnitt m3 untergebracht und dient dazu, die Niedgrbewegung
des Armes m1 zu begrenzen. Der Anschlag η ist gleichfalls mit einem Ringe
harter, nicht tönender Materialien umgeben und somit jedes Geräusch beim Arbeiten dieser
Theile vermieden.
Die Lage des Regulirhebels N wird durch eine kleine Scheibe p, Fig. 6 und 10, welche
ich Secundärscheibe nenne, die excentrisch auf dem Zapfen einer gröfseren Stellscheibe λΡ angeordnet
ist, geregelt. Die Stellscheibe liegt in einem Ausschnitt der Bettplatte, durch welche
auch ihr Zapfen hindurchgeht, während die Secundärscheibep von einer auf dem Hebel 'N
befestigten Gabel N1 umfafst wird. Um ein beabsichtigtes Drehen der Scheiben P und ρ
zu verhindern, ist in dem Ausschnitt der Bettplatte A unterhalb der Stellscheibe P eine
schüsseiförmige Feder p1 eingeschaltet. Genannte
Scheibe P ist mit den Fingerlöchern j>2
zur Einstellung der Scala p3 mit dem festen Zeiger p4 ausgestattet und regulirt den Transporteur,
wobei der Ausschnitt p5 die Bewegung der Scheibe zum Zeiger gestattet. Aufser der
beschriebenen Hauptfunction schützt der Regulirhebel N auch die Gegenwelle C4.
Betreffs Beanspruchung des Hebels M1 ist
zu bemerken: den Widerstand bildet das durch den Vorrücker M bewegte Arbeitsstück, die
Kraft greift in der excentrischen Hülse /2 an
und als Drehpunkt dieses Hebels dient der von dem Finger m berührte Anschlag n. Wenn
indessen der Anschlag so eingestellt ist, dafs er während eines Theiles der Rotation der
Excenterscheibe /2, Fig. 6, aufser Berührung
mit dem Finger steht, so wird die Kraft der auf den seitlichen Arm ml wirkenden Feder m'2
das obere Ende des Hebels mit dem Vorrücker so lange stationär halten, bis der Finger m
wieder mit dem Anschlag η in Berührung tritt, worauf die Federkraft überwunden wird und
das Excenter den Hebel mit dem Vorrücker zwingt, eine Schwingung gleich der Länge des
zu machenden Stiches anzuführen. Dadurch, dafs man also den Anschlag η derart einstellt,
dafs er während einer längeren oder kürzeren Zeit der Excenterrotation mit dem Finger η in
Berührung bleibt, ergeben sich längere oder kürzere Stiche.
Die Operation bei der Stichbildung ist folgende:
Ober- und Unterfaden sind, wie vorhergehend beschrieben, eingefädelt. Die Nadel
geht durch das unter dem Stoffdrücker liegende Arbeitsstück um ein Weniges unter die Greiferspitze /22 des Schiffchens und bildet beim
Steigen eine Fadenschlinge, die von der den Nadellauf in diesem Augenblick kreuzenden
Greiferspitze des durch den Schiffchenapparat L ,vorwärts geschobenen Schiffchens aufgefangen
wird (Stellung wie in Fig. 4). Die Nadel fährt in ihrer Steigung fort und das Schiffchen be-"wegt
sich vorwärts, den Oberfaden abziehend, und führt die Schlinge rund um das Schiffchen
und sein Spulengehäuse nebst Spule herum.
Hat der Greifer gerade die Position in Fig. 3 passirt und beginnt die Nadelstange niederzugehen,
so hebt sich der Haken e1 des Fadenhebers, der sich in genannter Zeit leicht niederbewegt hat und im Begriff zu steigen ist, sehr
schnell aufwärts, zieht die Schlinge von dem vorrückenden Greifer ab, aufwärts in das Arbeitsstück
und beendet und befestigt den Stich, bevor die Nadelspitze den Stoff erreicht.
:_ Durchbohrt die Nadel wieder den Stoff, so bewegt sich der Fadenheber nieder und läfst den von der Spannfeder Fs sanft gehaltenen Faden los, so dafs sich wieder eine neue Schlinge bilden kann, und der beschriebene Vorgang wiederholt sich.
:_ Durchbohrt die Nadel wieder den Stoff, so bewegt sich der Fadenheber nieder und läfst den von der Spannfeder Fs sanft gehaltenen Faden los, so dafs sich wieder eine neue Schlinge bilden kann, und der beschriebene Vorgang wiederholt sich.
Es ist ersichtlich, dafs man das beschriebene rotirende Schiffchen durch jedes beliebige andere
ersetzen kann.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Eine Nähmaschine mit rotirendem Schiffchen, welche gekennzeichnet ist dadurch, dafs:
i. der um Zapfen E2, Fig. 3 und 4, drehbare, mit Haken e1 ausgerüstete Fadenheber (Aufnehmer) E1 in schwingende Bewegung versetzt wird vermöge des in einem Gegenkurbelarm E drehbar sitzenden Zapfens e, welcher den Theil E1 willig umfafst, wobei eine parallel der Spur des Hakens e1 liegende Feder F3 während der ganzen Auf- und Abwärtsbeweguug dieses Hakens mit ihm in naher Berührung bleibt und dem von der Oese f'2 kommenden und nach ρ gehenden Oberfaden zur Führung dient;eine freiwillige Drehung des Stoffdrückers G, Fig. ι und 2, und gleichzeitig ein Lockerwerden des Ausrückhebels g'2 in der Weise verhindert wird, dafs man eine mit G starr verbundene Nase g·4 in den Einschnitt der Befestigungsschraube g* eingreifen läfst;
das von der mit Treibkante i versehenen rotirenden Scheibe /, Fig. 6 und 8, mitgenommene Schiffchen H, Fig. 7, unmittelbar nachdem es die Oberfadenschlinge aufgenommen, um ein Geringes von gedachter treibenden Scheibe abgehoben wird vermöge Blockes L, Fig. 6a, dessen rückwärtiger Kopf Z1 mit Theil Z2 durch Vermittelung einer Feder k2 an eine schiefe Ebene Z3 angeprefst wird und an dieser gleitet, Fig. 6;behufs Herausschiebens des Spulengehäuses und der Spule aus dem Schiffchen ein im Innern der Welle C4 liegender, durch die Schiffchenwand frei hindurchreichender Stab K, Fig. 6, angeordnet ist, welcher von einer Handhabe k* aus, Fig. 11, mittelst Welle, Hebels, Stiftes und schliefslich Hülse k1 entgegen der Wirkung einer Feder k2 vorwärts gestofsen wird;
ein auf der excentrischen Hülse J2 des Schiffchentreibers J sitzender Stoffrücker MM1Af2, Fig. 6 und 9, vorgesehen ist, welcher seine Auf- und Seitwärtsbewegung von jener Hülse empfängt und dessen Finger m an der Stelle seiner Berührung mit dem Anschlage η den Ort der jeweiligen Drehachse des genannten Stoffrückers bildet; die Veränderung der Transportgröfse (Stichlänge) herbeigeführt wird mittelst einer in der Maschinen bettplatte versenkt liegenden Scheibe P, indem deren durch feststehenden Index pi und Scala jp3, Fig. 11, zu erkennende Verdrehung vermöge einer excentrisch aufgesteckten Secundärscheibe ρ und Gabel TV1, Fig. 1 und 10, fortgepflanzt wird auf den vorn den unter 5. erwähnten Anschlag η tragenden, um n\ Fig. 6, drehbaren Stellhebel JV.Hierzu 2 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE32060C true DE32060C (de) |
Family
ID=308102
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT32060D Expired - Lifetime DE32060C (de) | Nähmaschine mit rotirendem Schiffchen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE32060C (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US5647546A (en) * | 1995-02-03 | 1997-07-15 | Braun Aktiengesellschaft | Stabmixer |
-
0
- DE DENDAT32060D patent/DE32060C/de not_active Expired - Lifetime
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US5647546A (en) * | 1995-02-03 | 1997-07-15 | Braun Aktiengesellschaft | Stabmixer |
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