DE3044397C2 - - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur
Beförderung gekörnten Materials nach dem Oberbegriff des Patentanspruches
1 bzw. des Patentanspruches 7.
Ein solches Verfahren und eine solche Vorrichtung sind aus dem
US-Patent 40 19 547 bekannt. Dort werden ein Verfahren und eine
Vorrichtung zum Abfüllen von Konservenbüchsen beschrieben, bei
denen einem Rohr über eine Fördervorrichtung und eine Einfüllvorrichtung
Gemüse zugeführt wird. Dieses Rohr wird in vertikale
Schwingungen versetzt, um das Gemüse kompakter zu machen und
dann in der kompakten Form in Konservenbüchsen fallen zu lassen.
Das heißt, daß das Gemüse mit höherer Geschwindigkeit und geringerer
Dichte in das Abfüllrohr eintritt als es dann aus diesem
austritt.
Aus dem britischen Patent 11 75 356 sind ein Verfahren und eine
Vorrichtung zum Erleichtern des schwerkraftabhängigen Durchflusses
gekörnten Materials durch ein Rohr, auf einer Rutsche
usw. bekannt. Bei diesem Verfahren bzw. bei dieser Vorrichtung
wird das zu fördernde Material mit Resonanzschwingungen beaufschlagt,
um den Widerstand der Körner untereinander und gegenüber
den Wänden der Fördervorrichtung zu verringern. Durch die
Resonanzschwingungen bewegen sich die einzelnen Körner auf Zufallswegen
mit konstanter Amplitude, aber wechselnden Richtungen.
In der Fördervorrichtung bilden sich stehende Wellen aus.
Bei der Analyse gekörnten Materials geht es darum, die relevanten
Parameter der Materialcharakteristika, wie z. B. die Rohdichte,
den Feuchtigkeitsgehalt, den Aschegehalt und/oder die
elementare Zusammensetzung zu erhalten.
Während die Analysetechniken bekannt und anerkannt sind, gab
und gibt es immer noch das Problem, das gekörnte Material
an den Analysestationen vorbeizufördern, ohne irgendeinen
dieser Parameter zu verändern.
Ein Verfahren zur Entnahme von Kohle für die Analyse verwendet
einen geschlossenen Schneckenförderer mit einem Entnahmerohr
mit konstantem Querschnitt. Die Kohle wird durch das Entnahmerohr
gezwungen und wird in diesem zusammengedrückt zur Erzielung
einer näherungsweise konstanten Massedichte der Kohle
über die Länge des Entnahmerohres.
Die geeignete Analyseausrüstung wird zur Bestimmung eines
oder mehrerer Parameter der Kohle, wie z. B. Aschegehalt benutzt.
Dieses Verfahren weist eine Anzahl ernsthafter Nachteile auf.
Zuerst einmal ist die Länge des Entnahmerohres begrenzt
und nicht geeignet für allgemeinere Verfahren der Kohleanalyse
und zur Erzielung von Kohleverdichtung zu näherungsweise konstanter
Massedichte. Hoher Leistungsaufwand ist erforderlich,
um die Kohle durch das Entnahmerohr hindurchzuführen, und
die hohen auf die Kohle in Querrichtung zur Bewegungsrichtung
der Kohle ausgeübten Drucke können zu einer mechanischen Beschädigung
des Entnahmerohres führen. Schließlich erhält man
ein unerwünschtes Zerdrücken bzw. eine Zerkleinerung der Kohle
aufgrund der ihr eigenen niedrigen Festigkeit oder Stoßfestigkeit.
Aufgabe der Erfindung ist es daher, ein Verfahren
zum Befördern gekörnten Materials der eingangs beschriebenen Art
zu schaffen, bei dem die zu analysierenden Parameter des gekörnten
Materials nicht beeinflußt werden. Ferner ist
es Aufgabe der Erfindung, eine Vorrichtung zur
Ausführung des Verfahrens zu schaffen.
Diese Aufgabe wird durch ein Verfahren der eingangs beschriebenen
Art gelöst, das gekennzeichnet ist
durch die Merkmale des kennzeichnenden Teiles des Anspruches 1.
Ferner wird die Aufgabe durch eine Vorrichtung der eingangs
beschriebenen Art gelöst, die gekennzeichnet
ist durch die Merkmale des kennzeichnenden Teiles des Anspruches 7.
Das Entnahmerohr kann relativ lang sein mit einem großen Verhältnis
von Länge zu Durchmesser.
Das gekörnte Material kann der Einlaßöffnung des Entnahmerohres
durch jede geeignete Einrichtung, z. B. Fülltrichter, Rutsche
oder Fördervorrichtung oder einer Kombination davon zugeführt
werden.
Axialschwingungen des Entnahmerohres können herbeigeführt
werden durch eine geeignete mechanische, pneumatische, elektrische
oder hydraulische Einrichtung oder eine Kombination aus
einer oder mehreren dieser Einrichtungen. Eine geeignete mechanische
Einrichtung enthält mechanische Hebelsysteme oder eine
nocken- oder exzenterbetriebene Einrichtung, während eine
geeignete pneumatische oder hydraulische Einrichtung Kolbenvorrichtungen
und eine elektrische Einrichtung Zylinderspulen
oder Feldspulen enthält.
Eine Rotationsschwingung kann außerdem durch eine ähnliche
Einrichtung geschaffen bzw. erzeugt werden. Eine geeignete
mechanische Einrichtung enthält einen exzentrischen Antrieb,
der mit einer Verbindungsstange verbunden ist, die an dem
Entnahmerohr befestigt ist.
Helixförmige, d. h. schnecken-, schrauben- oder spiralförmige
Schwingungen können durch einen Kombination der obengenannten
Einrichtungen erreicht werden.
Die Analyse des durch das Entnahmerohr hindurchtretenden gekörnten
Materials kann durch jede geeignete Analysetechnik
und geeignete Vorrichtung für gekörnte Materialien und die
zu bestimmenden Parameter ausgeführt werden. Beispielsweise
sind zur Bestimmung des Aschegehaltes der Kohle, der Radioisotoptransmission
oder -streuung und/oder des Neutroneneinfanges
die in der US-PS 40 90 074 (J. S. Watt und V. L. Gravitis
bestimmt für die Australische Atomenergiekommission) veröffentlichten
Analysetechniken von besonderem Interesse.
Bevorzugte Weiterbildungen ergeben sich aus den Unteransprüchen.
Weitere Eigenschaften der Vorrichtung und des Verfahrens ergeben
sich aus der Beschreibung eines Ausführungsbeispieles anhand
der Figuren. Von den Figuren zeigen
Fig. 1 eine Vorderansicht der Vorrichtung zum Probenehmen;
Fig. 2 eine Seitenschnittansicht der Vorrichtung zum Probenehmen
von Fig. 1;
Fig. 3 eine Draufsicht im Schnitt entlang der Linie "A-A"
von Fig. 1;
Fig. 4 eine vergrößerte Ansicht des Details "C" von Fig. 2;
Fig. 5 eine schematische Darstellung der auf eine Elementarscheibe
aus Kohle, die durch das Entnahmerohr der
Vorrichtung fällt, angewendeten Kräfte und ihre Geschwindigkeit;
und
Fig. 6 ein Vektordiagramm der Reibungskräfte auf der Elementarscheibe
von Fig. 5.
Die Vorrichtung weist einen vertikalen Rahmen 10 (rechtwinklig
in der Draufsicht) auf mit Eckpfosten 11, Querträgern 12 und
Streben 13. Teile des Rahmens 10 sind wegen der Klarheit weggelassen
worden.
Ein kontinuierlicher Becherkettenförderer 14 weist eine Vorlaufbahn
15, eine Rücklaufbahn 16 und eine Ladebahn 17 auf.
Der Förderer bzw. das Fördergerät 14 weist ein Paar paralleler
Ketten 18 auf, die untereinander mit einen Abstand aufweisenden
Intervallen durch offene Becher 19 verbunden sind. Die
Ketten 18 führen über ein Paar Antriebskettenräder 20, die
auf einer gemeinsamen Achswelle 21 befestigt sind, gelagert
in geeigneten Lagern 22 auf einem Fördergerüst 23 an dem oberen
Ende des Rahmens 10.
Ein Elektromotor 24 ist mit der Eingangswelle eines Getriebegehäuses
25 verbunden, und ein zweireihiges Kettenrad 26
an der Ausgangswelle bzw. Kraftabgabewelle 25 a des Getriebegehäuses
ist mit einem zugehörigen Kettenrad 27 auf der Welle
21 über ein Paar Endlosketten 28 verbunden.
Auf der Vorlaufbahn 15 des Fördergerätes 14 führen die Endlosketten
18 über ein Paar einen Abstand aufweisende, auf einer
Welle 30 befestigte Führungskettenräder 29. Die Welle 30 ist
in Lagern 31 gelagert, die an einem Stützrahmen 32 befestigt
sind, der sich zu einer Seite des Fördergerüstes 23 erstreckt.
Ein Paar von vorwärtigen Ausgleichszahnrädern 33 ist auf einer
Welle 34 befestigt, gelagert auf Lagern 35 auf einem Ansatzrahmen
36 in der Nähe der Basis des Rahmens 10. Ein ähnliches
Paar von rückwärtigen Ausgleichszahnrädern 37 ist auf einer
Welle 38 befestigt, gelagert in Lagern 39 auf dem Ansatzrahmen
36.
Zwischen den vorwärtigen und rückwärtigen Ausgleichszahnrädern
33, 37 folgt das Fördergerät 14 einem im wesentlichen horizontalen
Weg in seiner Ladebahn 17 durch einen offenen Fülltrichter
bzw. Schüttrumpf 40 an der Basis des Rahmens 10.
Der Trichter 40 weist eine vorwärtige Stirnseite 41, die in
einen Boden 42 und dann in eine rückwärtige Wand 43 übergeht,
auf, wobei die Rückwand höher als die vordere Stirnwand 41
ist. Der Trichter 40 weist Seitenwände 44 auf, die in der
Seitenansicht im wesentlichen L-förmig sind.
Die Fördervorrichtung 14 trägt ihre im wesentlichen senkrechte
Rücklaufbahn 16 zwischen den rückwärtigen Ausgleichszahnrädern
37 und den Antriebskettenrädern 20, wobei die Becher 19 mit
dem gekörnten Material, z. B. Kohle, das geprüft werden soll,
gefüllt werden.
Wenn die Becher 19 über die Antriebskettenräder 20 führen,
werden sie teilweise verwendet, und das gekörnte Material wird
in eine Zufuhrrinne bzw. Zufuhrrutsche 45 gekippt. Die Zufuhrrinne
weist einen offenen Einfülltrichter 46 (mit geneigten
Wänden) auf, der das gekörnte Material aufnimmt. Eine mit
dem Einfülltrichter 46 verbundene geneigte Überleitrutsche 47
befördert das gesamte Material unter Einfluß der Schwerkraft
zu einer im wesentlichen kegelstumpfförmigen Auslaufrutsche 48,
deren Öffnung mit der Einlaßöffnung 49 des Entnahmerohres
50 verbunden ist.
Das Entnahmerohr 50 (gebildet aus ABS Kunststoff) verläuft
im wesentlichen vertikal und ist angeordnet bzw. aufgebaut für
Drehschwingungen um eine im wesentlichen vertikale Achse herum.
Ein Klemmring bzw. eine Schelle 51 aus Metall ist an dem Entnahmerohr
50 in der Nähe der Einlaßöffnung 49 befestigt, und
drei Exzenterrollen 52 (getragen auf Tragleisten 53) sind
gleichmäßig um das Entnahmerohr 50 herum verteilt und sind
mit dem Klemmring bzw. der Schelle 51 in Eingriff zur Zentrierung
des Entnahmerohres.
Es wird auf Fig. 4 Bezug genommen. Ein Sockelhaltering bzw.
Fundamenthaltering 54 mit einem inneren peripherischen Flansch
55 ist der Auslaßöffnung 56 des Entnahmerohres 50 eingepaßt.
Ein Lagerunterlegring 57 ist vorgesehen koaxial mit dem Entnahmerohr
50 und wird über geeignete Träger 58 auf dem Rahmen
10 getragen. Ein Drucklager 59 ist mit seiner inneren Bahn
an dem Sockelhaltering 54 befestigt und liegt mit seiner äußeren
Bahn in einem Auflager 60, das in der Innenwand des Lagerunterlegringes
57 ausgebildet ist.
Ein peripherischer Schutzflansch 61 ist an dem Sockelhaltering
54 befestigt und mit einer flexiblen Dichtung 62 versehen,
die in Eingriff ist mit der oberen Fläche des Lagerunterlegringes
57. Eine ringförmige Dichtung 63 ist an der Unterseite
des Lagerunterlegringes 57 befestigt und weist einen flexiblen
Rand 64 auf, der in Eingriff ist mit dem Sockelhaltering 54.
Auf diese Weise wird das Drucklager 59 abgedichtet gegen Feuchtigkeit
und Staub.
Ein Paar einen Abstand aufweisender Antriebsringe 65 sind
an das Entnahmerohr 50 angeklammert zwischen dessen Länge.
Ein Paar diametral gegenüberliegender Achsschenkel 66 erstrecken
sich radial von jedem Ring 65.
Ein Elektromotor 67 ist auf dem Rahmen 10 angeordnet und ist
mit seiner Ausgangs- bzw. Kraftübertragungswelle 68 über einen
geeigneten flexiblen Zusammenbau 70 mit einer vertikalen Antriebswelle
69 verbunden, wobei die Antriebswelle 69 drehbar
gelagert ist in Lagern, nicht dargestellt, auf dem Rahmen 10.
Ein Paar einen Abstand aufweisender exzentrischer Erhöhungen
71 ist an der Welle 69 befestigt.
Eine Lageröse 72 ist auf jeder Erhöhung 71 gelagert und ist
verbunden mit einem Ende eines Kipphebels 73, der auf einer
vertikalen Welle 74 gelagert ist und durch Träger 75 getragen
wird mittels eines Gelenkzwischenstückes 76, welches in Eingriff
ist mit einem Drehzapfen 77 auf dem Kipphebel 73.
Antriebsgelenke 78 verbinden die betreffenden Endes des Kipphebels
73 mit den benachbarten Achsschenkeln 66 auf dem Entnahmerohr
50.
Wenn der Motor 67 die Antriebswelle 69 dreht, bewirken die
exzentrischen Erhöhungen 71, daß die Gelenkzwischenstücke
76 einer im wesentlichen hin- und hergehenden Bewegung unterzogen
werden, dadurch den Kipphebel 73 zur Schwingung um die
Achse der vertikalen Welle 74 und das Entnahmerohr 50 zu Drehschwingungen
um seine vertikale Achse veranlassen.
Zur Umschließung der Auslaßöffnung 56 des Entnahmerohres 50
ist eine Entladungshaube 79 auf dem Rahmen 10 angeordnet.
Eine nicht dargestellte Schale ist unter der oberen Kante einer
reversiblen Entladungsfördervorrichtung 80 vorgesehen zur
Aufnahme des von der Auslaßöffnung 56 des Entnahmerohres 50
entladenen gekörnten Materials (unter der Haube 79).
Die Fördervorrichtung 80 weist eine mit einer Reihe von einen
Abstand aufweisenden querverlaufenden Stützeisen 82 versehene
endlose Kette 81 auf. Die Kette 81 führt um ein Antriebskettenrad
83 und ein Ausgleichszahnrad 84 herum, das Antriebskettenrad
wird von einem reversiblen Elektromotor 85 über einen
geeigneten Riemen- und Riemenscheiben-Antrieb 86 angetrieben.
Die Fördervorrichtung 80 kann in Richtung X betrieben werden
zur Rückführung des entladenen Materials zum Fülltrichter
40 oder in Richtung von Y zur Entladung von der Entnahmevorrichtung.
Bei Betrieb werden der Becherkettenförderer 14 und die Entladungsvorrichtung
80 in Betrieb gesetzt, und das Entnahmerohr
50 wird über die Kipphebel 73 angetrieben zu Drehschwingungen
von einer Frequenz von beispielsweise 25 Hertz.
Kohle wird von dem Fülltrichter 40 aufgenommen, wird in die
Zufuhrrutsche 45 entladen und tritt in die Einlaßöffnung 49
des Entnahmerohres 50 ein.
Die Kohle bewegt sich das Entnahmerohr 50 hinunter mit einem
Druckgradienten, der im wesentlichen gleich null ist oder
einem Massedichtegradienten in zu beschreibender Weise und
tritt aus durch die Auslaßöffnung 56 unter Ausbildung eines
Haufens, der durch die Schale (nicht dargestellt) unter dem
oberen Rand der Entladungsfördervorrichtung 80 aufgenommen wird
und zum Abschluß der Auslaßöffnung. Die Stützeisen 82 der
Fördervorrichtung bewegen sich zur Abräumung des Haufens entweder
durch Rückführung der Kohle zu dem Fülltrichter 40 oder
zur Entladung von der Entnahmevorrichtung.
Ohne den Wunsch, durch irgendwelche theoretischen Aspekte
begrenzt zu werden, wird zur Unterstreichung der vorliegenden
Erfindung die folgende Diskussion mit Bezug auf die Fig. 5
und 6 gegeben zur Erklärung, warum die Kohle unter dem Einfluß
der Schwerkraft durch das Entnahmerohr hindurchführt
ohne eine einwirkende Kraft, während ein Druckgradient oder
ein Massedichtegradient von im wesentlichen gleich null aufrechterhalten
wird.
Unter Bezug auf die Fig. 5 und 6 gilt:
| r | |
| = Radius der Kohlescheibe | |
| dx | = Dicke der Kohlescheibe |
| mg | = Gewicht der Kohlescheibe |
| P | = Druck auf die Oberfläche der Kohlescheibe |
| P + Δ P | = Druck auf die Unterseite der Kohlescheibe |
| Δ P | = Druckdifferenz entlang der Kohlescheibe |
| V v | = vertikale Geschwindigkeit der Kohlescheibe |
| a v | = vertikale Beschleunigung der Kohlescheibe |
| V tc | = Tangentialgeschwindigkeit der Kohlescheibe |
| V tt | = Tangentialgeschwindigkeit des Entnahmerohres |
| F f | = Gesamtreibungskraft |
| F fv | = vertikale Vektorkomponente der Reibungskraft |
| F fh | = horizontale Vektorkomponente der Reibungskraft |
| μ | = Reibungskoeffizient. |
Bei stationärem Entnahmerohr 50 gilt;
| V tt | |
| = V tc = 0 | |
| F fv | = F f |
| = P · dx · 2 π r · μ |
d. h., daß die Reibungskraft zwischen der Kohle und der inneren
Oberfläche des Entnahmerohres von dem Druck der Kohle
in jeder einzelnen Tiefe abhängt.
Die Mechanik von Kohle und anderem gekörnten Material ist
so, daß jeder Mechanismus, der entworfen ist, die Kohle von
der Einlaßöffnung 49 des Entnahmerohres zu der Auslaßöffnung
56 zu drücken, zu einem sehr starken Anwachsen der Kraft führt,
die erforderlich ist, um die Kohle durch das Entnahmerohr
zu drücken, wenn das Verhältnis von Länge zu Durchmesser des
Rohres anwächst. Dies tritt auf, weil die Kraft erforderlich
ist zur Überwindung der Reibung zwischen der Kohle und der
Wand des Entnahmerohres über die gesamte Länge des Rohres.
Deshalb wird die angewendete Kraft genauso schnell verbraucht
wie die Reibungskraft zwischen der Wand und der Kohle ansteigt,
was zu einem exponentiellen Ansteigen der Kraft mit
ansteigender Länge führt.
Die Erfindung benutzt die Dreh- oder Axialschwingungen des
Entnahmerohres unter Ausnutzung der Tatsache, daß die Trägheit
der Kohle benutzt werden kann, die Reibung zwischen der Kohle
und der Wand des Entnahmerohres 50 zu überwinden, so daß die
angewendete Kraft nur erforderlich ist zur Bewirkung der Bewegung
der Kohle durch das Rohr hindurch. Wenn das Entnahmerohr
im wesentlichen vertikal (wie vorher beschrieben) ist, reichen
die Gravitationskräfte aus, die Kohle durch das Entnahmerohr
hindurchzubewegen, ohne daß die Anwendung irgendwelcher
Kräfte notwendig ist.
In dem beschriebenen bevorzugten Ausführungsbeispiel ist die
Tangentialgeschwindigkeit des Entnahmerohres (V tt ) so ausgewählt
worden, daß sie größer (vorzugsweise viel größer) ist
als die Tangentialgeschwindigkeit der Kohle (V tc ), d. h.
V tt » V tc
Die Reibungskraft in senkrechter Richtung wird deutlich reduziert,
und eine horizontale Vektorkomponente der Reibungskraft
wird so erzeugt, daß die Vertikalkomponente der Reibungskraft
kleiner ist als die gesamte Reibungskraft, d. h.
F fv < F f (siehe Fig. 6)
Durch Variation der Tangentialgeschwindigkeit des Entnahmerohres
(V tt ) und der Amplitude der Schwingungen kann die Vertikalkomponente
der Reibungskraft (F fv ) so ausgewählt werden,
daß sie gleich oder gerade kleiner ist als das Gewicht der
Kohle, d. h.
F fv = mg
Deshalb wird keine (oder eine kleine) vertikale Beschleunigungskraft
auf die Kohlescheibe angewendet, d. h.
a v = 0
und die Vertikalgeschwindigkeit der Kohlescheibe ist im wesentlichen
konstant, d. h.
V v = konstant.
Der Druck oberhalb der Scheibe (P) ist im wesentlichen gleich
dem Druck unterhalb der Scheibe (P + Δ P), und so ist der Druckgradient
entlang der Scheibe gleich null, d. h.
Δ P = 0.
Wenn die vertikale Vektorkomponente der Reibungskraft (F fv )
nicht groß ist, so kann sie kein "Hängenbleiben" der Kohle
in dem Entnahmerohr bewirken. Die Vertikalgeschwindigkeit
(V v ) der Kohle wird bestimmt durch die Entnahmerate der Kohle
von der Auslaßöffnung 56 des Entnahmerohres durch die Entladungsfördervorrichtung
80.
Die vorliegende Erfindung weist den weiteren Vorteil auf,
daß die kleinen durch das Entnahmerohr auf die Kohle übertragenen
Schwingungen bewirken, daß sich die Kohleteile selbst
innerhalb der Kohlesäule umordnen (besonders in der Nähe der
Einlaßöffnung 49 des Entnahmerohres), so daß die Lücken gefüllt
werden, die in den Säulen aufzutreten pflegen. Dies führt
zu einer im wesentlichen konstanten Massendichte in der Kohle
beim Hindurchtreten durch das Entnahmerohr.
Während das bevorzugte Ausführungsbeispiel beschrieben worden
ist in bezug auf die Entnahme von Kohle, so ist es geeignet
für einen weiten Bereich gekörnten Materials, bei dem die
gleichen Probleme des Materialtransports durch das Entnahmerohr
auftreten.
Da die Entladungsfördervorrichtung 80 eine konstante Masse
gekörnten Materials von dem Haufen gekörnten Materials an
der Auslaßöffnung 56 des Entnahmerohres (die Fördervorrichtung
bewegt ein konstantes Materialvolumen bei jeder Umdrehung
und die Massendichte des Haufens ist konstant) bewegt, können
das hier vorher beschriebene Verfahren und die Vorrichtung
benutzt werden als eine Fördervorrichtung eines konstanten
Massenstromes.
Verschiedene Änderungen und Modifikationen des hier beschriebenen
Ausführungsbeispieles sind innerhalb des Bereiches der
vorliegenden Erfindung möglich. In der Beschreibung und den
Ansprüchen ist das Wort "Entnahmerohr" so benutzt worden,
daß es auch das Wort "Leitung" einschließt.
Claims (13)
1. Verfahren zum Fördern gekörnten Materiales durch ein Entnahmerohr
zu einer Analyseentnahmestelle, bei dem das gekörnte
Material einem oberen Ende des Entnahmerohres zugeführt, durch
das Entnahmerohr befördert und an dem anderen Ende des Entnahmerohres
entnommen wird, wobei das Entnahmerohr zum Vermindern
der Reibungskraft zwischen dem gekörnten Material und der Wandung
des Entnahmerohres in Schwingungen versetzt wird,
dadurch gekennzeichnet, daß die Geschwindigkeit und die Amplitude
der Schwingungen so gewählt sind, daß die vertikale Vektorkomponente
(F fV ) der Reibungskraft auf eine Elementarscheibe
gekörnten Materiales kleiner oder gleich dem Gewicht (mg) der
Elementarscheibe ist, so daß die Vertikalgeschwindigkeit (V v )
der Elementarscheibe im wesentlichen konstant ist und das gekörnte
Material unter Einwirkung der Gravitationskraft durch
das Entnahmerohr hindurchgeht.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß das Entnahmerohr in axiale Schwingungen
und/oder Drehschwingungen versetzt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, daß die Geschwindigkeit und/oder die
Amplitude der Schwingungen viel größer sind als die Geschwindigkeit
und/oder die Amplitude der Schwingungen des durch das Entnahmerohr
hindurchgehenden, gekörnten Materiales.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, daß das Entnahmerohr im wesentlichen
senkrecht verläuft und einen im wesentlichen konstanten
Querschnitt aufweist.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, daß die Analyse während des Hindurchgehens
des Materiales durch das Entnahmerohr durchgeführt wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, daß das an dem anderen Ende des Entnahmerohres
entnommene, gekörnte Material mit einer konstanten
Volumenstromrate fortbefördert wird.
7. Vorrichtung zur Beförderung gekörnten Materiales durch ein
Entnahmerohr zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche
1 bis 6, mit einem Entnahmerohr (50) mit einer Einlaßöffnung
(49) und einer Auslaßöffnung (56), einer Einrichtung
(52, 54) zum Abstützen des Entnahmerohres (50), einer Einrichtung
(45) zum Zuführen gekörnten Materiales zu der Einlaßöffnung
(49) des Entnahmerohres (50), und einer Einrichtung zum
Hin- und Herbewegen des Entnahmerohres (50),
dadurch gekennzeichnet, daß die Einrichtung zum Hin- und Herbewegen
des Entnahmerohres (50) derart ausgebildet ist, daß die
Geschwindigkeit und die Amplitude der Schwingungen so gewählt
sind, daß die vertikale Vektorkomponente (F fV ) der Reibungskraft
auf eine Elementarscheibe gekörnten Materiales kleiner
oder gleich dem Gewicht (mg) der Elementarscheibe ist, so daß
die Vertikalgeschwindigkeit (V v ) der Elementarscheibe im wesentlichen
konstant ist und das gekörnte Material unter Einwirkung
der Gravitationskraft durch das Entnahmerohr hindurchgeht.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß
die Einrichtung zum Hin- und Herbewegen des Entnahmerohres
(50) eine Einrichtung zur Erzeugung axialer Schwingungen und/
oder Drehschwingungen in dem Entnahmerohr (50) enthält.
9. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß
das Entnahmerohr (50) im wesentlichen vertikal verläuft mit
im wesentlichen konstantem Querschnitt, daß es zur Drehbewegung
bzw. Rotationsbewegung in einem Rahmen (10) gelagert
ist, daß die Einrichtung zur Erzeugung der Dreh- bzw. Rotationsbewegung
in dem Entnahmerohr eine im wesentlichen vertikale
Antriebswelle (69), wenigstens eine exzentrische Erhöhung
(71) auf der Antriebswelle (69), eine im wesentlichen vertikale
Kipphebelachse (74), wenigstens einen Kipphebel (73) auf der
Kipphebelachse (74), ein die exzentrische Erhöhung (71) mit
dem Kipphebel (73) verbindendes Antriebsgelenk (76), auf dem
Entnahmerohr (50) diametral gegenüberliegende Achsschenkel
(66) und ein Paar Antriebs- bzw. Verbindungsgelenke (78),
das einen der Achsschenkel (66) mit dem benachbarten Kipphebel
(73) verbindet, enthält, und daß die Rotationsbewegung der
Antriebswelle (69) in Rotationsschwingungen bzw. Drehschwingungen
des Entnahmerohres (50) übersetzt wird.
10. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß
die Zuführungseinrichtung (45) einen einen Vorrat gekörnten
Materials enthaltenden Fülltrichter (40), eine mit der Einlaßöffnung
(49) des Entnahmerohres verbundene Überleitrutsche
(47) und einen Becherkettenförderer (14) zur Beförderung gekörnten
Materials von dem Fülltrichter (40) zu der Überleitrutsche
(47) enthält.
11. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß
die Entladungseinrichtung (80) unter der Auslaßöffnung (56)
des Entnahmerohres (50) eine Schale zur Aufnahme eines von
der Auslaßöffnung (56) entladenen Haufens gekörnten Materials
und eine reversible Fördervorrichtung (80) zur Förderung gekörnten
Materials von dem Haufen enthält.
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 11,
dadurch gekennzeichnet, daß eine Analyseeinrichtung zur Analyse
des gekörnten Materials in dem Entnahmerohr (50) vorgesehen
ist.
13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 12,
dadurch gekennzeichnet, daß die reversible Fördervorrichtung
(80) derart ausgebildet ist, daß sie gekörntes Material mit
einer konstanten Volumenströmung von dem Haufen fördert.
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