DE30392C - Verfahren und Apparate zur Reinigung von Gas durch Abkühlung - Google Patents
Verfahren und Apparate zur Reinigung von Gas durch AbkühlungInfo
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Classifications
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- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C10—PETROLEUM, GAS OR COKE INDUSTRIES; TECHNICAL GASES CONTAINING CARBON MONOXIDE; FUELS; LUBRICANTS; PEAT
- C10K—PURIFYING OR MODIFYING THE CHEMICAL COMPOSITION OF COMBUSTIBLE GASES CONTAINING CARBON MONOXIDE
- C10K1/00—Purifying combustible gases containing carbon monoxide
- C10K1/04—Purifying combustible gases containing carbon monoxide by cooling to condense non-gaseous materials
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 26: Gas-Bereitung und -Beleuchtung.
GABRIEL GREGOIRE in PARIS
und CH. SCHARRER in STRASSBURG (Elsass).
Patentirt im Deutschen Reiche vom 15. Juli 1884 ab.
Diese Erfindung beruht auf der bekannten Erscheinung, dafs die verschiedenen, das Leuchtgas
verunreinigenden Stoffe sich bei genügender Temperaturerniedrigung aus demselben ausscheiden,
und besteht darin, durch ein geeignetes Verfahren und durch zweckentsprechende Apparate die Reinigung bei niedriger
Temperatur zu erreichen.
In beiliegender Zeichnung ist die benutzte Einrichtung dargestellt, und zwar zeigt Fig. 1
einen Grundrifs, Fig. 2 eine Vorderansicht und Fig. 3 eine Seitenansicht des Apparates; in
allen Figuren ist derselbe theilweise im Querschnitt gezeichnet. Fig. 4 und 5 sind Detaildarstellungen.
Der Apparat besteht aus sechs Cylindern I bis III und IV bis VI, von denen je drei mit
einander verbunden sind, derart, dafs die zwei Reihen von je drei Cylindern nach Wunsch
entweder allein oder zusammen arbeiten können. Am oberen Theil A jedes Cylinders,' der halbkugelförmig gestaltet ist, befindet sich die Einströmung
E für das zu reinigende Leuchtgas. Der untere Theil C ist konisch gebildet; hier
befindet sich die Ausströmung G des Gases, sowie im Boden der Abzug für die ausgeschiedenen
Stoffe. Der mittlere, cylindrische Theil B ist oben und unten durch die Platten α und b
abgeschlossen und von den Röhren F in senkrechter
Richtung durchzogen, welche den oberen Theil A mit dem unteren Theil C verbinden
und welche das Gas bei dem Reinigungsprocefs passiren mufs. Der neben den Röhren -F verbleibende
Raum ist zweckmäfsig mit einer Calcium- oder Magnesiumchlorürlösung gefüllt und wird von einer Reihe von Kühlschlangen
cc. . . durchzogen, welche mit den Hauptrohren
einer von einer Kaltluftmaschine kommenden Leitung K1K2 und einer nach derselben
zurückführenden Leitung K3 in Verbindung stehen.
Aufser den angeführten Theilen sind an dem Apparat noch zum Zwecke der Reinigung,
wie später erläutert werden wird, ein mit einer Luftpumpe in Verbindung stehendes Rohrsystem
und die für je einen der Cylinder neben denselben angeordneten Ballons R vorhanden.
Die Wirkungsweise des Apparates ist folgende :
Das zu reinigende Gas strömt in Richtung der Pfeile, Fig. 3, von einem Cylinder zum
folgenden derselben Reihe. Es können dabei entweder nur eine der Cylinderreihen, I bis III
oder IV bis VI, oder auch beide Reihen gleichzeitig in Gebrauch genommen werden.
Vor dem Ingangsetzen des Apparates ist auch die Kälteerzeugungsmaschiiie in Thätigkeit.
Der kalte Luftstrom wird von der in der Zeichnung fortgelassenen Maschine durch das Rohr K und die Zweigrohre K1 K2 zu
dem Apparat geleitet und tritt an dem oberen Theil jedes Cylinders durch die Verbindungsrohre Ar1Ar2 in die Kühlschlangen cc... ein,
durchströmt diese und verläfst dieselben am unteren Theil der Cylinder, wo die Verbindungsrohre
Ar3 in das zur Kältemaschine zurückkehrende Hauptrohr Ks einmünden.
Unter der Einwirkung dieses Kältestromes kühlt sich die in den Cylindern enthaltene
Calcium- oder Magnesiumchlorürlösung und hierdurch auch die senkrechten Rohre F sehr
bald bis zu einer Temperatur von -— 2g0 C. ab. Jetzt läfst man das Gas in die Cylinder
eintreten. Auf seinem Wege vom Obertheil A des ersten Cylinders jeder Reihe zum Untertheil
C mufs das Gas die Rohre F passiren und erfährt in denselben eine solche Temperaturerniedrigung,
dafs sich die in dem Gase enthaltenen unreinen Stoffe zum gröfsten Theil
ausscheiden. Sie condensiren, krystallisiren oder gefrieren in den Röhren F und laufen in den
unteren konischen Theil C ab. Das Gas strömt vom ersten Cylinder durch Verbindungsrohr H zum zweiten und von hier ebenfalls
durch ein Verbindungsrohr H zum dritten. In jedem der Cylinder findet derselbe Vorgang
statt, bis das Gas gereinigt die letzten Cylinder jeder Reihe verläfst.
Die Ausscheidung wird noch durch den Umstand begünstigt, dafs das Gas sich in den
Röhren fast im stagnirenden Zustande befindet, indem der Querschnitt der Ein- und Ausströmungsröhren
bedeutend geringer ist als derjenige der verticalen Röhren F.
1 Die ausgeschiedenen condensirten Producte
sammeln sich in dem unteren trichterförmigen Theil C, wo sie durch ein Schwimmerventil ν
in das Sammelrohr S abgelassen werden. Die durch Einwirkung der Kälte in den Röhren F
krystallisirten Producte bleiben jedoch an den Wänden haften und würden nach einiger Zeit
die Rohre F verstopfen, wenn nicht für die Reinigung derselben bezw. Flüssigmachung der
krystallisirten Stoffe gesorgt werden würde. Dieses wird folgendermafsen ausgeführt:
Man schliefst vorerst die Gasausströmungsventile V und den Einströmungshahn g der
Kaltluftleitung; dann setzt man eine (in der Zeichnung nicht dargestellte) Luftpumpe in
Thätigkeit. Durch das Rohr L wird dieser comprimirte Luftstrom von der Pumpe hergeführt,
passirt die Hähne und Rohre in Richtung der Pfeile nach Fig. 1 und theilt sich in
die zu je einer Cylinderreihe gehörigen Rohre L* und ZA Von diesen Rohren tritt der Luftstrom
in Richtung der Pfeile durch Hahn m und Rohr /, wie Fig. 2 zeigt, in den oberen
Theil von B ein und verdrängt die in demselben enthaltene Flüssigkeit durch das mittelst
Hahn η verschliefsbare, jetzt jedoch geöffnete, bis auf den Boden der neben je einem der
Cylinder angeordneten Ballons R reichenden Rohr Z1 in diesen zugehörigen Ballon, welcher
grofs genug sein mufs, den gesammten Inhalt aufzunehmen. Die im Ballon enthaltene Luft
entweicht durch Lufthahn p.
In Fig. 2 ist der eine Cylinder gefüllt, der andere geleert dargestellt.
Nach Entleerung der Cylinder schliefst man die Verbindungshähne η zwischen Cylinder
und Ballon und bringt die in der von der Luftpumpe kommenden Leitung befindlichen
Hähne ri in die Stellung der Fig. 4. Es strömt jetzt die Luft in Richtung der Pfeile,
Fig. 4, zu der in der Zeichnung angedeuteten Wärmschlange W, wird hier erhitzt und passirt
dann, wie-früher, die Leitung zu den Cylindern. Hier circulirt sie um die Verticalrohre
F und entweicht durch einen Ausgangshahn aus dem Cylinder.
Durch die eingeführte warme Luft schmelzen die krystallisirten Stoffe in den Röhren F und
kufen in den konischen Theil C ab, von wo sie durch das Schwimmerventil ebenfalls in
das Sammelrohr S abgelassen werden.
Sind die Rohre gereinigt, so bringt man die Hähne r s der Luftleitung aus der Stellung
Fig. 4 wieder in die Anfangsstellung nach Fig. i, wodurch also die Luft nicht zur Erhitzungsstelle
gelangen kann. Man stellt ferner durch Oeffnen des Hahnes η die Communication
zwischen den Cylindern und Ballons R wieder her und bringt dann Hahn m aus der
Stellung nach Fig. 2 in die der Fig. 5.
Die comprimirte Luft tritt jetzt in die Ballons R ein und treibt die darin befindliche
Flüssigkeit wieder in die Cylinder zurück. Nach Schliefsung des Verbindungshahnes n,
sowie sämmtlicher Hähne der Luftleitung ist der erste Anfangszustand des Apparates wieder
eingetreten und man verfährt wieder wie vorher beschrieben.
Claims (2)
1. Das Verfahren, Leuchtgas zu reinigen, bestehend darin, dieses Gas durch Rohre zu
leiten, welche in eine durch einen Kaltluftstrom gekühlte Lösung von Calcium- oder
Magnesiumchlorür gelegt sind.
2. Der dargestellte Apparat zur Kühlung des Gases, bestehend aus den Cylindersystemen I
bis III und IV bis VI, welche eine Lösung von Calcium- oder Magnesiumchlorür enthalten,
die durch Kühlschlangen cc . . . von einem Kaltluftstrom abgekühlt wird
und dadurch das durch Rohr F passirende Gas kühlt, in Verbindung mit Ballons R
zur Aufnahme der Lösungsflüssigkeit während der Reinigung der Rohre F durch
warme Luftströme, und einer Luftpumpe, welche die Lösungsflüssigkeit nach erfolgter
Reinigung des Apparates in die Cylinder zurückführen kann.
Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE30392C true DE30392C (de) |
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