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Verfahren und Vorrichtung zur Behandlung von Bierwürze q Im allgemeinen
erfolgt das Kühlen von Bierwürze in zwei Vorgängen, .die sich in das eigentliche
Kühlen und die Trubausscheidung unterteilen. Die teilweise Absonderung des Trubes
auf dem Kühlschiff oder dem Setzbottich zieht die Trennung von Trub und Würze durch
Absetzen nach sich. Der Rest des Trabes wird nach erfolgter Kühlung im Anstellbottichoder
Gärbottich ausgeschieden. Es ist außerdem bekanntgeworden, die Würze vor dem Abkühlen
unter Ausschaltung eines Kühlschiffes oder Setzbottichs im geschlossenen. Durch$uß
zu filtrieren und unmittelbar darauf zu kühlen. Bei diesem Verfahren, d. h. der
Filtration der heißen Würze, wird nur der Heißtrab zurückgehalten, während der nach
denn Kühlen noch anfallende Kühltrub restlos in den Anstellbottich oder -Gärbottich
kommt.
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Durch die Verwendung eines Kühlschiffes oder Setzbottichs mit anschließender
Kühlung wird neben. dem Heiß,trub auch nach ein Teil des Kühltrabes ausgeschieden.
Die Fernhaltung des ausgeschiedenen Heißtrabes und Kühltrabes vom Anstellbottich
-oder Gärbottich macht aber meinem solchen Maße Schwierigkeiten, als es nach dem
vorangegangenen Brauverfahren und dem folgenden Gärverfahren jeweils erwünscht ist,
so daß die Zwangsläufigkeit der technologischen Wirkung vollkommen fehlt. Zu dem
ebenfalls bekanntgewordenen Verfahren gehört auch die kontinuierliche Behandlung
von Bierwürze in einem Arbeitsgang, indem diese heiß,. filtriert und .anschließend
sofort gekühlt wird. -Das der Kühlvorrichtung vorgeschaltete Filter ist in diesem
Falle sein ausgesprochenes Heißfilter, so daß die Ausscheidung des Kühltrabes wiederum
unterbunden ist.
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Nach der Erfindung- soll nun das Ausscheiden und Zurückhalten sowohl
des Heißtrabes als auch des Kühltrabes in, einem solchen Grad zwangsläufig durchgeführt
werden, als dies nach dem Willen des Betriebsleiters in jedem einzelnen Falle gewünscht
wird. Das Arbeitsverfahren ist folgendes: Die heiße Würze wird gemäß Abbildung beispielsweise
aus einem S.etzbotticha durch die Pumpe b in einen geschlossenen Kühlapparat gefördert,
welcher besteht aus dem Vorkühler g, einer Anschlußabteilung h und den nachgeschalteten
Tiefkühlern! und k, und durch den Vorkühler D zunächst auf eine vorgeschriebene
Temperatur, beispielsweise 35' C, vorgekühlt. Bei dieser Vorkühlung scheidet sich
ein Teil des Kühltrabes .aus. Das Maß der Trubausscheidung hängt von dem Grad der
Vorkühlung ab. Die so vorgekühlte Würze wird nun aus dem Kühlapparat einem Filter
c zugeführt, welcher neben dem Heißtrab auch die bereits ausgeschiedene Kühltrubmenge
zurückhält. Will man den Filter nicht übermäßig groß bemessen, so empfiehlt es sich,
"einen zweiten Filter d vorzusehen, welcher sofort in Tätigkeit tritt, sobald Filter
c durch die zurückgehaltene Trabmengen erschöpft
ist. Die Umschaltung
kann in bekannter Weise durch Betätigung der in den Zweigleitungen vorgesehenen
Absperrorgane erfolgen.
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Die filtrierte Würze wird in den Kühlapparat zurückgeleitet und bis
auf die gewünschte tiefe Temperatur weitergekühlt.
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Damit die Filtrierung keine Unterbrechung erleidet, sobald auch Filterd
erschöpft ist, soll Filter c unmittelbar nach seinem Ausschalten aus dem Arbeitsprozeß
von den zurückgehaltenen Trubbestandteilen befreit werden. Dies geschieht in einfacher
Weise dadurch, daß zunächst die in dem Filter zurückgebliebene Würzemenge durch
Druckluft aus dem Filtergehäuse heraus und in die Zuführungsleitung zum Filter d
hineingedrückt wird. Die Filterflächen des so entleerten Filters c werden dann in
umgekehrter Richtung durch heißes Wasser von den anhaftenden Trubbestandteilen befreit
und abgespült. Das Gemisch von Trub und heißem Wasser wird abgelassen und nach Bedarf
verwertet. Der Filter steht, ohne daß man ihn öffnet, erneut zur Filtration bereit.
In gleicher Weise kann die Regenerierung des Filters d während der für ihn bestimmten
Ruhepause vorgenommen werden, so daß unter Benutzung beider Filter eine kontinuierliche
Arbeitsweise möglich ist, selbst wenn die @einzelnen Filter nur verhältnismäßig
geringe Abmessungen erhalten.
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Ist die gesamte Würze auf diese Weise filtriert und gekühlt, so bleibt
in dem benutzten Filter wiederum eine gewisse Würzem@enge zurück. Diese soll durch
Druckluft in den geschlossenen Behälter e übergeführt werden. Dieser Behältere dient
auch gleichzeitig zur Aufnahme der nach beendeter Kühlung auf dem Boden des Setzbottichs
zurückgebliebenen Truhmengen. Diese Trubbestandteile werden dann schließlich aus
dem Behältere zusammen mit dem Würzerest aus dem Filter in eine Filterpresse f gedrückt,
um die letzten Trubbestandteile von der Würze zu trennen. Die aus der Trubpresse
f abfließende Würze wird ebenfalls gekühlt und dem Anstellbottich oder Gärbottich
zugeleitet. -Der Lauf der Würze während des normalen Betriebes geht wie folgt: Vom
Setzbottich a durch Leitung i, Pumpe b,
Vorkühler g, Anschlußplatte
h, Leitung 2, Umschaltorgan 5, Filter c, Leitung 3, Anschlußplatte /t, Tiefkühler
i und k, Leitung ¢ zum Anstellbottich oder Gärbottich. Soll Filter c regeneriert
oder rückgespült werden, so wird das Umschaltorgan 5 um 9o° entgegengesetzt der
Uhrzeigerrichtung gedreht, ferner Ventil6 geschlossen und Venti17 geöffnet. Nunmehr
ist Filter d in Tätigkeit. -Aus Leitung 8 wird nach Öffnen des Ventils 9 Druckluft
in den Filter c gelassen und durch die Leitung i o nach Öffnen der Ventile i i und
12 der Würzerest aus dem Filter c in den Filter d gedrückt. Ist dies geschehen,
so werden die Ventile 9, 11 und 12 geschlossen und aus der Leitung 13 nach Öffnen
des Ventils 1q. erst kaltes und dann heißes Wasser in umgekehrter Richtung durch
den Filter c geleitet, wodurch die an den Filterflächen haftenden Trubmengen ausgespült
und durch Leituni 15 nach Öffnen des Ventils 16 abgeführt werden.
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Um den Würzerest aus dem zuletzt benutzten Filter in den Behältere
zu fördern, ist eine besondere Verbindungsleitung 17 vorgesehen. Ferner ist eine
unmittelbare Verbindungsleitung 18 zwischen Setzbottich a und Behälter e vorhanden,
ferner eine Verbindungsleitung i 9 zwischen Behälter e und Filterpresse f. Auch
diese Leitungen enthalten entsprechende Absperrorgane.
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Die Filter c und d können als Kesselfilter, Rahmen- oder Kammerfilter
bekannter Bauart ausgebildet sein. Sie müssen mit den erforderlichen Anschlüssen
und Armaturen versehen sein, damit sie beim Füllen entlüftet, nach der geforderten
Arbeitsweise entsprechend geschaltet werden können und damit man die Filterwirkung
sowie den Filterwiderstand während des Betriebes beobachten kann.
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Nach dem beschriebenen Verfahren ist es möglich, neben dem Heißtrub
in Filtern passender Bauart zugleich auch soviel Kühltrub aus der Würze zu entfernen,
wie gewünscht wird. Der Betriebsleiter hat lediglich zu bestimmen, bei welcher Temperatur
die vorgekühlte Würze aus dem Kühlapparat abgezogen und der Filtration unterworfen
werden soll. Um diese Vorkühltemperatur stets richtig zu treffen, soll der Kühlapparat
so eingerichtet sein, daß die Kühlflächen des Vorkühlers g leicht vergrößert oder
verkleinert werden können. Zu diesem Zwecke soll als Kühlapparat ein sog. Plattenkühler
Verwendung finden, welcher zur Entnahme und Wiedereinführung der Würze aus und in
den Apparat eine sog. Anschlußabteilung oder Anschlußplatte 1a bekannter Bauart
erhält. Diese kann an verschiedenen Stellen des Apparates eingeschaltet werden,
so daß also nach Belieben mit einer größeren oder kleineren Vorkühlabteilung gearbeitet
wird. Bei gleichbleibender Plattenzahl werden dann die nachgeschalteten Tiefkühlabteilungen
i und. k
ebenfalls entsprechend größer oder kleiner. Außerdem ist es möglich,
durch Veränderung der Kühlwassermengen die Wirkung der Kühlabteilung auch bei gleichbleibender
Größe der- Kühlflächen in gewissen Grenzen zu verändern.
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Zur Durchführung des Verfahrens ist nicht unbedingt ein Setzbottich
erforderlich; es ist
vielmehr auch möglich, die Würze unmittelbar
aus der Braupfanne durch den Kühler und den zwischengeschalteten Filter zu pumpen
oder aber den Setzbottich durch ein Kühlschiff zu ersetzen.
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Das Wesentliche der neuen Erfindung ist die Filtrierung der Würze
nach ,einer vom Betriebsleiter bestimmten Vorkühlung, so daß außer dem Heißtrub
zugleich auch ein bestimmter Anteil des Kühltrubes ausgeschieden wird. Es ist auch
nicht in allen Fällen @erforderlich, die Vorkühlung der Würze in einer besonderen
Vorkühlabteilung des eigentlichen Kühlapparates vorzunehmen, dies kann vielmehr
auch schon im Setzbottich oder auf dem Kühlschiff stattfinden.
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Die Vorkühlung im Setzbottich oder auf dem Kühlschiff hat aber- den
Nachteil, daß es nicht möglich ist, während der ganzen Kühldauer die vorgeschriebene
Temperatur auf gleicher Höhe zu halten. Im Laufe des Kühlprozesses sinkt nämlich
die Temperatur irn Setzbottich oder auf dem Kühlschiff ständig ab. Außerdem ist
bei diesem Verfahren von Nachteil, daß, beim Absinken der Temperatur über So' C
hinaus Infektionsgefahren für die Würze entstehen, da infolge Berührung mit der
Außenluft gerade bei Temperaturen zwischen 50 und 30°C die Würze einen besonders
günstigen Nährboden für hinzutretende Bakterien bildet.
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Durch das neue Verfahren wird außerdem nach der große Vorteil erreicht,
daß sofort nach Beendigung des Brauprozesses im Sudhaus das Abkühlen mit dem eigentlichen
Kühlapparat beginnen kann. Man braucht nicht zu warten, bis im Setzbottich oder
auf dem Kühlschiff eine gewisse Abkühlung und damit eine entsprechende Ausscheidung
von Kühltrub vor sich gegangen ist. Die gewollte Ausscheidung des Kühltrubes wird
vielmehr während des Durchlaufes der Würze in dem Kühlapparat bis zu dem vorgeschriebenen
Grad erreicht und die Trennung der ausgeschiedenen Trubmengen von der Würze durch
den Filter ohne jeden Zeitverlust bewirkt.