DE296931C - - Google Patents

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DE296931C
DE296931C DE1915296931D DE296931DA DE296931C DE 296931 C DE296931 C DE 296931C DE 1915296931 D DE1915296931 D DE 1915296931D DE 296931D A DE296931D A DE 296931DA DE 296931 C DE296931 C DE 296931C
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leather
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    • DTEXTILES; PAPER
    • D06TREATMENT OF TEXTILES OR THE LIKE; LAUNDERING; FLEXIBLE MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • D06NWALL, FLOOR, OR LIKE COVERING MATERIALS, e.g. LINOLEUM, OILCLOTH, ARTIFICIAL LEATHER, ROOFING FELT, CONSISTING OF A FIBROUS WEB COATED WITH A LAYER OF MACROMOLECULAR MATERIAL; FLEXIBLE SHEET MATERIAL NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • D06N3/00Artificial leather, oilcloth or other material obtained by covering fibrous webs with macromolecular material, e.g. resins, rubber or derivatives thereof
    • D06N3/0056Artificial leather, oilcloth or other material obtained by covering fibrous webs with macromolecular material, e.g. resins, rubber or derivatives thereof characterised by the compounding ingredients of the macro-molecular coating
    • D06N3/0061Organic fillers or organic fibrous fillers, e.g. ground leather waste, wood bark, cork powder, vegetable flour; Other organic compounding ingredients; Post-treatment with organic compounds

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  • Fats And Perfumes (AREA)
  • Detergent Compositions (AREA)
  • Coloring (AREA)
  • Treatments For Attaching Organic Compounds To Fibrous Goods (AREA)
  • Treatment And Processing Of Natural Fur Or Leather (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT
KLASSE 8/. GRUPPE 2.
Dr.VICTOR SCHOLZ in DRESDEN.
Patentiert im Deutschen Reiche vom 6. November 1915 ab.
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Verarbeitung von Wachstuch-, Ledertuch-, Kunstleder- und Linoleumabfällen, wie Salleisten, Einführungs- und Endabschnitten der Stoffbahnen, sowie von Altmaterial dieser Art.
Es ist bekannt, Linoleumabfalle durch mechanische Zerkleinerung nutzbar zu machen, wobei der mechanisch zerkleinerte Abfall durch
ίο eine Abblasevorrichtung von den Jutefasern befreit wird und das faserfreie Abfallmehl ak Füllmittel für frisches Linoleum an Stelle von Korkmehl oder zu dessen Verschnitt verwendet werden kann.
Dadurch erreichen die Linoleumabfälle nach der Aufarbeitung durch das erwähnte mechanische Verfahren annähernd den Wert von frischem Korkmehl, wie dies auch in der Zeitschrift »Kunststoffe«, 1912, Seite 396 in einem Aufsatz über die Verbilligung des Frachtsatzes
' für Linoleumabfälle besonders hervorgehoben ist.
Durch dieses mechanische Verfahren wird
der wertvollste Teil der Linoleumabfälle, der Firnis, der die Bindekraft bei der Fabrikation des Linoleums hergibt, nur als Füllmittel verwertet, weil er im alten Linoleum ausoxydiert und trocken enthalten ist und durch die mechanische Zerkleinerung zwar fein verteilt, .aber nicht wieder aufgeschlossen wird.
Demgegenüber bezweckt die vorliegende Erfindung gerade die volle Nutzbarmachung dieses wertvollsten Firnisanteiles aus solchen AbfälFen, bzw. die Trennung solcher Abfälle in ihre Urbestandteile, Firnis, Faserstoffe, Färb- und Füllstoffe, und erreicht dieses Ziel durch chemische oder Löseprozesse, welche eine Rückgewinnung und Wiederverwertung der einzelnen Bestandteile voll und ganz gewährleisten.
Die vorliegende Erfindung benutzt als Ausgangsmaterial nicht nur die vorerwähnten Linoleumabfälle, sondern auch die Abfälle aus der Wachs- und Ledertuchindustrie, nämlich die Salleisten, End- und Einführungsabschnitte der Weberbäume, sowie Altmaterial und Abfälle, die bei der Verarbeitung des Wachsund Ledertuches entstehen. Diese Abfälle werden bisher nicht gesammelt, sondern verbrannt oder beiseite geworfen, weil sich bei diesen Abfällen der Anstrich auf mechanischem Wege nicht vom Gewebe trennen läßt und die etwa abgesonderte Streichmasse sich nicht zum Verschnitt von Firnisstreichmassen eignet in der Art, wie dies bei Linoleum angängig ist. Dabei ist der Gehalt ■ der Wachs- und Ledertuchabfälle an verwertbaren Anteilen ganz bedeutend und wurde beispielsweise in folgenden Prozenten gefunden:
Muster 1 Muster 2 Muster 3
Gewebelumpen
Firnis
18 Prozent
27
55
20 Prozent
60
20
35 Prozent
50 -
!5
Färb- und Füllstoffe ....
/2. Auflage, ausgegeben am 4. Marx igig.)
Berücksichtigt man, daß allein die deutschen Wachstuchfabriken täglich gegen 500 000 m Wachs- und Ledertuch herstellen mit einem Metergewicht von V3 bis 2 kg, so ergibt sich, daß im Altmaterial dieser Artikel recht erhebliche Werte verlorengehen, die mit 20 Waggons täglich nicht zu hoch gegriffen sind.
Wachstuch, Ledertuch und Linoleum werden bekanntlich durch Auftragen von Firnisgemischen auf Baumwolle oder Jute erzeugt und bestehen also aus Baumwolle oder Jute, ferner Firnis oder Firniszement und den ■ zugesetzten Färb- und Füllstoffen, ζ. Β. Korkmehl, Kaolin, Kreide, Ruß, Zinkweiß, Lithopon u. a. m.
Die vorliegende Erfindung gewinnt nun aus den Abfällen von Wachstuch, Ledertüch und Linoleum nicht nur die Füllstoffe und Gewebefasern oder Lumpen zurück, sondern auch den wertvollsten Anteil dieser Abfälle, nämlich den Firnis bzw. seine Umsetzungsprodukte oder Seifen, wodurch die Abfälle erst richtig zur Ausnutzung gelangen.
Die Verarbeitung der Abfälle ist äußerst einfach und geschieht nach zwei verschiedenen Verfahren.
i. Verseifung.
Salleisten, Abschnitte, alte gesammelte Abfälle und Reste von Decken, Koffern, Markttaschen usw. werden nach erforderlichenfalls vorhergegangener Wäsche mit Wasser und Zerkleinern zwischen Walzen in eisernen Rührbottichen oder Holländern mit Dampfschlange oder Doppeldampfmantel und Siebboden mit etwa 10 bis 20 Prozent Kali-, Natron- oder Sodalauge gekocht, bis die Firnisschicht vollkommen verseift ist. Durch das Rührwerk werden die Baumwollbänder in der gebildeten Seifenlauge klargewaschen, und die Färb- und Füllstoffe fallen bröcklig zu Boden oder scheiden sich flockig aus. Durch das Sieb am Boden des Rührbottichs oder Holländers läßt man die Seifenlauge nebst suspendierten Farb- und Füllstoffen ablaufen und scheidet durch Klärkasten oder Filterpresse Färb- und Füllstoffe von der Firnisseifenlösung ab. Die Seifenlösung wird auf Seife verkocht, oder aus ihr mit Salz- oder Schwefelsäure das Firnisöl wieder ausgeschieden, welches nach Waschen mit · Wasser sich noch zu Schmiermitteln, Appretur- und anderen Zwecken verwenden läßt.
Die Färb- und Füllstoffe werden gewaschen, getrocknet und der Stammindustrie wieder zugeführt oder auf Zink aus dem Lithopone und Zinkweiß verarbeitet.
Die Baumwollappen im Rührbottich werden erforderlichenfalls nochmals nachbehandelt, gewaschen und getrocknet und so zu Putzwolle und anderen Zwecken verwertet.
2. Antoklavenspaltung.
Das zweite Verfahren behandelt die in gleicher Weise vorbereiteten Abfälle mit Lösungsmitteln organischer Natur, wie z. B. Naphta, Benzin, Toluol, Benzol, Xylol, Tetrachlorkohlenstoff, Chloräthanen, Chlbracethylenen, Schwefelkohlenstoff, Petroleum, Terpentin u. a. m. unter Druck von z. B. 2 bis 10 Atm. im Autoklaven. Dabei löst sich der Firnisanstrich vollkommen im Lösemittel auf und wird nach dem Ablassen aus dem Autoklaven und FiI- ' trieren durch Filterpressen durch Destillation vom Lösemittel getrennt, welches man wieder gewinnt und aufs neue benutzt. ·
Das hinterbleibende gelbbraune öl kann zu Schmiermitteln, Appreturmitteln, Spinnölen und in der Lack- und Seifenindustrie verwendet werden. Die Stoffabfälle im Autoklaven werden mit Dampf ausgeblasen, das Lösemittel wiedergewonnen, das ihnen noch anhaftete. Sodann werden die Abfälle mit schwacher Seifen- oder Sodalauge gekocht und gewaschen, bis die Füllmittel abgefallen sind, die nun, wie vorher, von den Bauwollumpen getrennt werden.
Desgleichen läßt sich nach beiden Verfahren Linoleumabfall unter Rückgewinnung von Firnis und Korkmehl nebst Farbstoffen sowie der Juteunterlage behandeln. Die hier erhaltenen Firnisseifen oder öle sind durch die Kopal- und Harzzusätze bei dieser Industrie in ihren Eigenschaften abweichend von den vorigen, sehr wohl aber auch verwertbar.
Auch eine dritte Gruppe von Abfällen, die bei der Herstellung des Kunstleders bei seiner Verarbeitung und durch seinen natürlichen Verschleiß entstehen, läßt sich nach der Art der Autoklavenlösung oder durch Extraktion mit geeigneten organischen Lösemitteln verarbeiten.
Das Kunstleder, Pegamoid oder wie es sonst mit Phantasienamen belegt ist, wird bekanntlich durch Überziehen von Gewebe mit Lösungen von Celluloid oder Celluloseestern in geeigneten Lösemitteln, z. B. Aceton, Alkohol, Essigester usw. hergestellt. Diese Lösungen enthalten neben einem öl, das die Geschmeidigkeit des Kunstleders herstellt, noch Färb- und Füllstoffe in ähnlicher Weise wie die Firoisstreichmassen in der Wachs- und Ledertuchfabrikation.
Verwendet man also für Kunstlederabfälle die geeigneten organischen Lösemittel, z.B. Aceton, Alkohol, Essigäther oder Mischungen davon, so gehen auch hier die Überzugsmassen in Lösung, aus der sich die Färb- und Füllstoffe durch Filtrieren oder Schleudern absondem lassen, während das Gewebe zurückbleibt und, wie früher beschrieben, nachbehandelt und ausgeblasen wird. Durch Verdampfen wird die Lösung des Celluloids und der öle

Claims (1)

  1. zur Wiederbenutzung konzentriert und das | . daß die Abfälle durch Verseifung mit
    Lösemittel zurückgewonnen. Kali-, Natron- oder Sodalauge in der Hitze
    t> ■ ' a ! oder durch Behandlung der Abfälle mit
    Patent-Anspruch: ; organischen Lösemitteln unter Druck in
    Verfahren zur Verarbeitung von Abfällen ! Autoklaven in ihre Urprodukte (Stoffunter-
    der Wachstuch-, Ledertuch-, Kunstleder- ! lage, Bindemittel und Färb- und Füllstoffe)
    und Linoleumindustrie, sowie von solchen getrennt und die einzelnen Teile wieder
    Altmaterialien, dadurch gekennzeichnet, nutzbar gemacht werden.
    BERLIN. GEOKUCKT IN DER REICHSDRUCKKIiEI.
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* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
EP0776904A2 (de) 1995-11-30 1997-06-04 Akzo Nobel N.V. Verfahren zur Herstellung von Steroid-Ketalen

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EP0776904A2 (de) 1995-11-30 1997-06-04 Akzo Nobel N.V. Verfahren zur Herstellung von Steroid-Ketalen

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